Sonntag, 23. April 2017

Rezension: "What the Fuck...??! Ein verdammt rätselhaftes Bilderbuch" von Philipp Stampe

Daten zum Buch:
erschienen am: 8. März 2017
Verlag: jaja
ISBN: 9783946642077
216 Seiten
Preis: 23,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Dieses generationsübergreifende Rätselbilderbuch macht mehr als einfach nur Spaß. Es kann einen auch auf die Palme bringen und ist bestimmt gutes Gehirnjogging.

Jede ganzseitige Illustration zeigt ein auf den ersten Blick irritierendes und scheinbar sinnloses Fantasiemotiv. Was macht denn das Fieberthermometer in der Lampe, fragt man sich und vielleicht sowas wie „What the Fuck!?“ oder “Was zum Henker!?”, wenn man nicht gleich die Lösung im Kopf hat.

Aber, Moment mal… Fieber? Lampe?

Ach, Lampenfieber ist gemeint!
(Klappentext)

Meine Meinung:
Ein Rätselbilderbuch habe ich bisher noch nie "gelesen", deshalb hat mich "What the fuck...??!" spontan angelacht. Der mir bislang unbekannte jaja-Verlag hat hier auf jeden Fall ein optisches Meisterwerk herausgegeben, bei dem sofort die ansprechende Gestaltung ins Auge springt.

Auf einer Seite ist das farbig gemalte Rätselbild dargestellt, auf der anderen Seite gibt es einen Buchstabensalat, der das Lösungswort ergibt. So hat man also auch noch ein Hintertürchen, wenn man mit dem Bild alleine nicht weiterkommt.

Hier ein Beispiel für die Darstellungs des Wortes "Bildschirm".
Auf der Verlagshomepage gibt es noch viele schöne Bilder aus dem Buch!

Hier ist der Titelname auf jeden Fall Programm, denn bei vielen Rätseln dachte ich tatsächlich unweigerlich: "WTF?!" Manche Bilder waren sofort klar, bei manchen dauerte es ein bisschen, und bei manchen kam ich ums Verrecken nicht auf die Lösung. Ich muss zugeben, dass ich meist sehr schnell auf den Buchstabensalat geguckt habe und mir dadurch teilweise schon die Lösung vorweggenommen habe, ohne das Bild überhaupt vorher aufmerksam zu scannen. Wer genau so ist wie ich, sollte sich die Seite mit den Buchstaben erstmal abdecken und es ohne probieren, um ein Gespür für die Details zu kriegen.

Am Lustigsten ist es, wenn man die Rätsel nicht alleine löst. Außer, man hat ein Genie dabei, das nur für jedes Bild zehn Sekunden braucht und einem den Spaß verdirbt. Ansonsten ist es ganz lustig, welche Gedanken und wilden Assoziationen jeder spontan ausspuckt, und wenn man dann endlich auf die Lösung gekommen ist, kann man sich die Freude darüber teilen, denn wie jeder weiß: Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Wie gesagt sind die Schwierigkeitsgrade ganz unterschiedlich, wobei es wohl immer auf die rätselnde Person ankommt. Ich habe das Buch mit meinem Freund zusammen durchgemacht. Bei manchen Rätseln kamen wir beide gleichzeitig drauf, bei manchen nur einer von uns. So haben wir uns gut ergänzt. Es gab aber auch tatsächlich ein paar Bilder, bei denen wir die Buchstaben rausgeschrieben und dann verzweifelt versucht haben, daraus ein passendes Wort zu basteln. Von daher wird nicht zu viel vom Verlag versprochen: Das Buch ist gutes Gehirnjogging, kann einen aber auch zuweilen auf die Palme bringen.

Bei manchen Rätseln fand ich das Bild sehr gelungen und habe auch so einige Male gelacht. Bei manchen Bildern habe ich mich auch manchmal gefragt: "Hä? Na ja..." Aber egal, ob man etwas nachvollziehen kann bzw. lustig findet: Der Autor ist auf jeden Fall extrem kreativ! Und er hat eine Liebe für Details, selbst wenn diese gar nicht zur Lösung beitragen oder sogar noch ablenken bzw. nur Verwirrung stiften.

Es gibt keine Seite mit Lösungen, man hat also nur drei Möglichkeiten, die Bilderrätsel zu lösen:

1. Man kommt von selbst auf das Ergebnis.
2. Man nimmt sich den Buchstabensalat vor und probiert aus, welche Wörter man damit legen kann.
3. Man gibt auf und schreibt den Verlag an, der die Lösungen auf Nachfrage gerne herausrückt.

Diese  letzte Option habe ich nicht in Anspruch genommen, da ich es mit den beiden ersten immer irgendwie geschafft habe.

Stampes Rätselbilderbuch ist wirklich etwas Außer- und Ungewöhnliches. Es ist ein lustiger Zeitvertreib für zwischendurch und super geeignet, gemeinsam mit Freunden und/oder Familie die Nase reinzustecken. Die Aufmachung ist zudem wunderschön, von daher kann ich es vor allem als Geschenk für humorvolle Menschen empfehlen.

5 von 5 Schreiberpaletten

 Vielen Dank an www.bloggdeinbuch.de und den jaja-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 18. April 2017

Rezension: "Unter Briten. Begegnungen mit einem unbegreiflichen Volk" von Christoph Scheuermann

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. Oktober 2016
Verlag: DVA - Spiegel Buchverlag
ISBN: 9783421047427
237 Seiten
Preis: 17,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Was ist eigentlich mit den Briten los? Um diese Frage zu beantworten, ist Christoph Scheuermann kreuz und quer über die Insel gereist, von Südengland bis in die schottischen Highlands. Er besucht Menschen und Orte, die den Blick freigeben auf die merkwürdigen und manchmal unbegreiflichen Seiten Großbritanniens: Er diniert mit den Fulfords, einer chaotischen Familie aus dem verarmten Landadel, er feiert in Yorkshire mit hysterischen jungen Frauen einen Junggesellinnenabschied, er sucht nach Ufos, vergrabenen Schätzen und dem Geheimnis royalen Smalltalks. Sein Buch ist eine Sympathiebekundung an ein schräges, bisweilen melancholisches Volk, das man trotz – oder wegen – seiner Skurrilität einfach lieben muss.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Da ich bald für eine Woche nach London fliege, habe ich voller Spannung zu diesem Buch gegriffen, um mehr über meine baldigen Gastgeber zu erfahren. Großbritannien ist wohl im Moment DAS Land der EU, das Medien und Politik am meisten beschäftigt. Ihren Titel als kurioses Völkchen haben die Briten wohl spätestens mit Durchsetzung des Brexits erfolgreich verteidigt.

Der Brexit ist jedoch kein Thema in diesem Buch. Christoph Scheunemann ist seit 2012 Großbritannien-Korrespondent des Nachrichtenmagazins "Spiegel" und hat in den letzten Jahren viele Begegnungen gesammelt. In 25 Kapiteln trifft Christoph Scheuermann auf ganz unterschiedliche Menschen, Gruppierungen und Gesellschaftsschichten des Vereinigten Königreichs.

Bereits der Einstieg in das Buch ist wahrhaft (fast) königlich, denn der Autor darf Prince Charles - zusammen mit anderen Journalisten in einem unpersönlichen und distanzierten Rahmen - einen Tag lang begleiten. Weiter geht es mit dem versnobten politischen Nachwuchs der elitären Insel, einer wilden Post-Punk-Band, einem Kate Middleton-Double, ehemaligen Zechbrüdern, Boris Johnson und und und. Hier werden viele verschiedene Themen angeschnitten. Manche behandeln durchaus wichtige und ernste Themen, andere beschäftigen sich mit eher Belanglosem.

Die behandelten Themen sind ganz unterschiedlich, und dementsprechend ist es einfach schwierig, dass man sich für alles gleichermaßen interessiert. Manche Kapitel fand ich sehr interessant, z. B. das über Pfandleiher, Tilda Swinton oder die Schatzsucher in Wales. Manche hingegen fand ich sehr langweilig, z. B. die Kapitel über die Band "Fat White Family", Junggesellinnenabschiede in England oder den Ex-Chefredakteur des "Guardian". Aber Interessen sind verschieden, und was mich nicht vom Hocker reißt, wird so manch anderer vielleicht furchtbar spannend finden.

Ich fand das Buch ein bisschen trist, fast wie das britische Wetter. Ich kann es nicht genau erklären, aber so empfand ich es nunmal beim Lesen. Mir fehlten Witz und Biss. Hier und da blitzte ein bisschen Humor durch, aber im Großen und Ganzen war mir das Buch zu fade und ernst geschrieben. Auch vermisste ich eine emotionale Bindung des Autors zu diesem Land, in dem er immerhin schon ein paar Jahre lebt. Es war nicht so, dass ich die Briten danach wahnsinnig ins Herz geschlossen hatte, ich stand ihnen eher neutral bis gleichgültig gegenüber. Auch wenn hier ein weit gestreuter Querschnitt durch alle Gesellschaftsschichten geboten wird, blieb bei mir das Gefühl zurück, dass Großbritannien nur auf der einen Seite den versnobten Adel und die hochnäsigen Tory-Anhänger hat, und auf der anderen Seite die ganz schrägen Vögel und abgestürzten Typen. Die Wahrheit ist wohl irgendwo dazwischen.

Für Großbritannien-Liebhaber ist dieses Buch bestimmt ein schöner Ausflug durch das Vereinigte Königreich. Der Autor hat viel erlebt und recherchiert. Mich hat das Buch ganz gut unterhalten, aber es hinterlässt bei mir keinen bleibenden Eindruck.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 14. April 2017

Rezension: "Es klingelte an der Tür. Ein Fall für Nero Wolfe" von Rex Stout

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. März 2017
Verlag: Klett-Cotta
ISBN: 9783608981117
247 Seiten
Preis: 15,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Die reiche Exzentrikerin Rachel Bruner hat die Nase voll vom amerikanischen Geheimdienst. Sie kauft zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuchs und verschickt es landesweit. Klar, dass das Ärger gibt: das FBI lässt sie auf Schritt und Tritt überwachen. In ihrer Not wendet sich die vornehme Dame an Nero Wolfe, dem berühmtesten Privatermittler von New York. Doch wie soll der ihr helfen? Ein Scheck über 100 000 Dollar überzeugt ihn, es zumindest zu versuchen.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Rex Stout (1886-1975) war einer der erfolgreichsten Kriminalautoren der USA, der vor allem durch seine Kriminalfälle rund um den Ermittler Nero Wolfe berühmt wurde. "Es klingelte an der Tür" ist nicht der erste, sondern der 28. Wolfe-Band. Der erste Fall erschien bereits 1934, "The Doorbell Rang" erst 1965. Ich kannte bislang gar keinen Wolfe-Fall, denke aber, dass Vorkenntnisse nicht unbedingt nötig sind. Es werden jedoch Personen und Umstände erwähnt, die man nur aus vorherigen Fällen kennen wird. Hätte ich die Wahl, würde ich bei einer Reihe immer nach der chronologischen Reihenfolge gehen. Ehrlich gesagt war mir aufgrund des Klappentextes auch gar nicht bewusst, dass es sich nicht um den Reihenaufakt handelt. Mir ist auch jetzt nicht ganz klar, wieso der Verlag ganz willkürlich den 28. Band in neuer Übersetzung veröffentlicht. Im Nachwort erfährt man jedoch, dass dies wohl Stouts erfolgreichster Wolfe-Band war, da er damals provozierte und auf der Liste der dem FBI nicht genehmen Schriften landete.

Die Information: "Diese Neuübersetzung bietet dem deutschen Leser erstmals die Möglichkeit, den Autor in seiner ganzen literarischen Qualität zu entdecken." hat mich vermuten lassen, dass es die Bücher vielleicht bislang nur auf Englisch gibt. Das ist jedoch nicht zutreffend, alle Bände wurden auch auf Deutsch veröffentlicht, dieser Band 1968 unter dem Titel "Per Adresse Mörder X". Wer also lieber gleich chronologisch lesen möchte, kann dies auch auf Deutsch tun.

Nero Wolfe ist ein exzentrischer, aber brillianter Privatdetektiv, der nur in Ausnahmefällen das Haus verlässt und sich ansonsten leidenschaftlich der Orchideenzucht und der Kulinarik widmet. Der Roman wird aus Sicht seines Assistenten Archie Goodwin erzählt, der für Wolfe viele Funktionen übernimmt, sowohl am Schreibtisch als auch draußen bei der Ermittlungsarbeit. Er ist gut ausgebildet, kampferprobt und dennoch ein Charmeur.

Für Leser, die eher zu Krimis aus moderner Zeit greifen, ist es wohl etwas ungewöhnlich, dass hier noch ganz klassisch "auf der Straße" ermittelt wird und heutige Selbstverständlichkeiten wie Internet, Handy und modernste Technik (z. B. Abhörtechnik) damals noch keine Rolle spielten. Überhaupt ist das Charmanteste an dem Buch die Zeit, in der es spielt. Damals haben sich die Leute, zumindest die in Wolfes Umfeld, gewählter ausgedrückt und pflegten noch die Regeln der Höflichkeit. Archie ist ein echter Gentleman. Er spricht den Leser direkt an und teilt mit ihm seine Gedanken. Der Humor des Buches ist subtil, und vor allem zwischen Archie und Wolfe kommt es zu so manch (für mich) abstrusem Dialog. Der Sprachstil ist meiner Meinung nach gewöhnungsbedürftig, da der Roman vor über 50 Jahren geschrieben wurde und sich die Figuren auch dementsprechend artikulieren. Man liest sich aber nach und nach ein.

Der Fall an sich ist sehr verzwickt und ich muss zugeben, dass ich manchmal nicht ganz folgen konnte, worüber Wolfe und Archie da eigentlich reden und was genau sie vorhaben. Das FBI spielt eine große Rolle, und von diesem Thema habe ich so gar keine Ahnung. Das hat sich dann ja nach der Lektüre geändert. Es wurde für meinen Geschmack zu viel geredet, aber ich schätze, die verbalen Schlagabtäusche zwischen Wolfe und Archie sind markant für diese Reihe und machen ihren Charme aus. Auf die Lösung des Falles kam ich bis zum Schluss nicht. Ich bin jedoch auch kein versierter Krimileser, sondern schnüffle nur ab und an in diesem Genre herum.

Alles in Allem hat mir das Buch gut gefallen, da der Fall anspruchsvoll und verzwickt war. Es ist jedoch nicht mein bevorzugtes Genre, und deshalb werde ich keine weiteren Bände der Serie lesen, auch wenn ich die beiden Protagonisten durchaus liebenswert fand. Wer aber gerne Krimis liest, vor allem aus älterer Zeit, hat mit Nero Wolfe sicherlich seine wahre Freude.

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Sonntag, 9. April 2017

Rezension: "Siegen heißt, den Tag überleben. Nahaufnahmen aus Syrien" von Petra Ramsauer

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Januar 2017
Verlag: Kremayr & Scheriau
ISBN: 9783218010603
208 Seiten
Preis: 22,50 € (HC)
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Zum Inhalt:
Petra Ramsauer ist eine der wenigen Journalistinnen, die noch nach Syrien reisen können. Immer wieder war sie im Zentrum der Kämpfe, u.a. in Aleppo, wo sich nach Meinung vieler der Krieg entscheidet, in Daraya und anderen Städten, in denen die Menschen verhungern und umkommen, belagert und abgeschnitten von der Außenwelt. Sie hat mit Ärzten gesprochen, die unter Bombenhagel arbeiten, mit Bloggern, die unter Lebensgefahr Nachrichten aus dem Land schmuggeln, mit Kommandanten der bewaffneten Opposition und demokratischen Aktivisten, Vertretern des Regimes und der Kurden, mit Menschen, die geflüchtet sind, und anderen, die trotz allem bleiben.

In einfühlsamen Reportagen erzählt sie von all jenen, die in diesem schrecklichen Konflikt ums Überleben kämpfen. Syrien wird immer mehr zu einem Stellvertreterkrieg der Großmächte, in dem auch dschihadistische Extremisten mitmischen – wer den Krieg gewinnen wird, ist noch völlig unklar. Verlieren werden ihn die vielen Millionen Menschen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen.
(Klappentext)

Meine Meinung:
In keinem Land der Welt wird bzw. wurde vermutlich in den letzten Jahren so heftig gekämpft wie in Syrien. Das Land, aus dem Millionen Menschen unter Einsatz ihres Lebens flüchten, da es für sie in der Heimat keine Zukunft mehr gibt.

Mittlerweile werden auch im Buchhandel immer mehr Flüchtlingsschicksale veröffentlicht. Petra Ramsauers Buch beschäftigt sich nicht (vorrangig) mit Einzelschicksalen, sondern versucht, das große Ganze rund um den Syrien-Konflikt zu umreißen. Als Auslandsreporterin konzentriert sie sich schon seit rund 20 Jahren auf Krisen- und Kriegsberichterstattung aus dem Nahen Osten.

Der Krieg in Syrien ist längst nicht mehr nur ein Kampf zwischen mehreren Kriegsparteien, sondern auch ein gezielter Angriff auf die Zivilbevölkerung. Sie werden systematisch terrorisiert von allen Seiten, gefoltert, getötet oder auch "nur" verwundet, z. B. bei Schießübungen gelangweilter Militärsoldaten.

Während des Lesens habe ich mir das Ganze so vorgestellt: Ein großes Feld, auf dem Zivilisten stehen. Auf der einen Seite ist Assads Regime. Auf einer Seite stehen Rebellen, auf einer Seite der IS. Auf der vierten Seite vielleicht noch ein paar weitere Gruppen Rebellen oder Terroristen, all die vielen Splittergrupen, die noch so mitmischen. Diese bewerfen sich über den Köpfen der Zivilisten hinweg mit Bomben und beschießen sich. Und da die Gruppen sich auch unter die Zivilisten in der Mitte mischen, wird einfach überall gebombt und geschossen. Die Zivilisten haben keine Chance, diesem Wahnsinn zu entgehen. Sie können nur dastehen und hoffen, dass es nicht sie selbst trifft - oder dass es zumindest schnell geht... Sie sitzen in der Hölle und warten aufs Sterben, so wie schon Familienmitglieder, Verwandte und Freunde vor ihnen gestorben sind. So ist auch der Titel "Siegen heißt, den Tag überleben" das traurige Credo der syrischen Bevölkerung. Auch das herzzerreißende Cover, auf dem Männer Babies durch Trümmer tragen, verdeutlicht die Unbarmherzigkeit dieses Krieges.

Das Buch ist an und für sich sehr gut und detailliert ausgearbeitet. Es bietet einen Einblick in die Konflikte in diesem Land, wie sie entstanden, sich entwickelten, welche Parteien kämpfen und welche Auswirkungen dies für das Land und die Bevölkerung bis heute hat. Aber mitunter fiel es mir wirklich schwer, Frau Ramsauers Ausführungen zu folgen und den Überblick zu behalten. Dies liegt nicht unbedingt an der Autorin. Dieser Konflikt ist auch einfach - meiner Meinung nach - wahnsinnig kompliziert, und ich frage mich manchmal, ob die Kämpfer selbst noch wissen, wofür und wogegen sie eigentlich kämpfen... Es wäre jedoch bei dieser komplexen Thematik hilfreich gewesen, das Buch mit "Hilfsmitteln" auszustatten. Eine Karte, die die Aufteilung des Landes zeigt, die wichtigsten Orte, die erwähnt werden. Eine Zeittafel mit den wichtigsten Ereignissen. Eine Übersicht über die verschiedenen Gruppierungen und ihre Ziele. Dies habe ich leider schmerzlich vermisst.

Es ist ein Sachbuch mit niveauvoller Sprache, das dem Leser auch dementsprechend Aufmerksamkeit abverlangt. Einfach mal so abends im Bett ein bisschen schmökern ist hier eher nicht drin. Zumal die Thematik auch keine leichte Kost ist und man vielleicht nicht gerade mit diesen unschönen Schilderungen im Hinterkopf sanft einschlummern möchte. Ich habe das Buch deshalb über Wochen hin portioniert. Aber ich kenne auch Leute, die es in einem Rutsch gelesen haben. Ich denke, das ist stimmungsabhängig. Es ist ein Buch über den Krieg, und da gibt es nunmal auch viele Stellen, an denen man tief durchatmen muss, bevor man weiterliest. Dennoch versucht die Autorin sachlich zu bleiben, was ihr auch gelingt. Das Buch ist nicht weinerlich oder aufmerksamkeitsheischend. Es beschönigt aber auch nichts. Wie sehr man sich emotional mitreißen lässt, entscheidet letztendlich der Leser.

Man mag von der europäischen Flüchtlingspolitik halten, was man will, aber niemand wird nach Lektüre dieses Buches noch ernsthaft fragen, warum so viele Syrer aus ihrer Heimat fliehen! Eines ist klar: In diesem Konflikt kann es keine Gewinner geben. Es gibt jetzt schon Millionen Verlierer, und jeden Tag werden es mehr. Am schlimmsten ist es für die Kinder, die in ihrem bisherigen kurzen Leben nichts anderes kennengelernt haben als Angst, Zerstörung und Verlust. Wie bzw. ob man mit einer solch gebrochenen Generation ein kaputtes Land wieder aufbauen kann, bleibt offen.

4 von 5 Schreiberpaletten


Vielen Dank an den Verlag Kremayr & Scheriau für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 26. März 2017

Neuzugänge

Ohne lang um den heißen Brei herumzureden: Hier sind meine Neuzugänge der letzten Wochen!

Rezensionsexemplare


- Christoph Scheuermann, "Unter Briten. Begegnungen mit einem unbegreiflichen Volk": Seit dem Brexit sind die Briten ja wieder in aller Munde. Mich persönlich interessiert dieses Buch jedoch, weil ich im Mai für eine Woche nach London fliegen werde. :-) Und da muss man ja wissen, mit was für einem Völkchen es man da zu tun, oder? Erhalten über das Bloggerportal von Randomhouse.

- Franck Goddio & David Fabre (Hrsg.), "Osiris. Das versunkene Geheimnis Ägyptens": Als Ägyptologin interessiert mich dieses neue Sachbuch über einen der wichtigsten altägyptischen Götter natürlich brennend. Fachbücher habe ich hier bislang noch nicht rezensiert, aber ich denke, es gibt für alles ein erstes Mal. Ebenfalls von Randomhouse erhalten.

- Juliane Käppler, "Die Schwangerschaft des Max Leif": Bereits gelesen und hier rezensiert. Diese Fortsetzung von "Die sieben Tode des Max Leif" wollte ich unbedingt lesen, da mir schon der 1. Band sehr gut gefallen hat. Erhalten von der Autorin im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks.

- Rex Stout, "Es klingelte an der Tür": Eigentlich streng genommen kein Rezensionsexemplar, da es mich als PR-Überraschung von LovelyBooks ganz unverhofft erreicht hat. (Siehe auch hier den Auspackbericht.) Im Normalfall hätte ich mir diesen Krimi eher nicht besorgt, aber ich werde ihn gerne mal lesen und dann auch bewerten und habe mich über die Überraschung sehr gefreut.

- Sandra Gutekunst, "Genussrecht oder Fräulein Fratz und die Fütterung der Schweine": Dieser Roman hat mich auch ganz unverhofft erreicht als Überraschungspost der Autorin. Eine junge Studentin erbt ein Häuschen inklusive Schweinen und Kuh und macht Bekanntschaft mit ihrem Veganer-Nachbarn. Das klingt doch ganz lustig. 


Gewonnen


- Alina Herbing, "Niemand ist bei den Kälbern": Eine junge Frau, die der Liebe wegen auf einen Bauernhof zieht - und schnell wieder weg will... Als echtes Landei, das jetzt in der Großstadt lebt, spricht mich der Klappentext natürlich an. Gewonnen habe ich diesen Roman im Rahmen der Blogtour. 


Gekauft


- Madlen Kaniuth, "Dicke Beine trotz Diät. Mein Leben mit Lipödem": Da bei mir das Thema leider auch gerade aktuell ist, habe ich mir mal diesen Erfahrungsbericht einer Betroffenen geholt. Meine Rezension dazu könnt ihr euch hier durchlesen.

- "Salam! Arabisch für Anfänger": Keine leichte Lektüre. ;-) Ich habe jetzt zusammen mit einer Freundin einen VHS-Kurs "Arabisch für Anfänger" belegt. Wir sind beide recht sprachaffin und wollten mal wieder was Neues ausprobieren. Bis jetzt hatten wir viermal Unterricht und ich muss sagen, es ist nicht die leichteste Sprache... Aber zum Glück lerne ich aus reinem Interesse und habe keinen Erfolgsdruck. Mal sehen, was ich nach dem Kurs dann alles kann. Ich schätze mal, nicht viel...

- Katharina Rappmund, "Wenn alle Dämme brechen. Bekenntnisse einer lausigen Frauenärztin": Lustige Geschichten aus der Gynäkologie, das ist doch was für mich! ;-) Beim Bummeln durch den Euro-Shop spontan mitgenommen. Bei dem Preis kann man ja nicht viel bereuen.


Ertauscht


- Hans Ziegler, "Reich und berühmt. Die heimlichen Millionen der großen Dichter, Denker und Erfinder": Spontan im Tauschregal um die Ecke mitgenommen, da mich natürlich brennend interessiert, wie viel Knete Mozart, Goethe & Co. eigentlich wirklich hatten. ;-)

- Selim Özdogan, "Wieso Heimat, ich wohne zur Miete": Diesen Roman über Migration und Integration hatte ich schon damals ins Auge gefasst, deshalb habe ich bei Tauschticket für ein Ticket sofort zugeschlagen.

- Elena Uhlig, "Mein Gewicht und ich": Nachdem ich selbst mit Übergewicht zu kämpfen habe, interessieren mich solche Bücher natürlich, vor allem wenn sie mit einem Augenzwinkern geschrieben sind. Die Schauspielerin ist mir auch schon aus einigen Filmen bekannt, wo sie eher proppere Damen dargestellt hat. (2 Tickets bei TT)

- Jenny Han, "P.S. I Still love you": Die Fortsetzung der süßen Liebesgeschichte um den Teenager Lara Jean habe ich sehnsüchtig erwartet, da ich bereits "To all the boys I've loved before" toll fand. Da habe ich auch mit 4 Tickets gerne etwas tiefer in die Tasche gegriffen. ;-)

- Thorsten Amrhein, "NachtTaxi. Die erstaunlichen Erlebnisse eines hannoverschen Taxifahrers": Ich mag ja solche Erlebnisberichte immer ganz gern, und außerdem sind wir ab und an aus familiären Gründen in Hannover. Das Buch habe ich vor einem Haus mitgenommen, wo ein Karton mit ausrangierten Büchern stand. Ich gehe mal davon aus, dass die zum Mitnehmen waren, falls nicht, hab ich das Buch geklaut...

- Bastian Bielendorfer, "Lehrerkind": Bastian Bielendorfer habe ich bei der "Komischen Nacht" in Würzburg gesehen und fand ihn sehr lustig. Da hab ich das Buch in der Brauchbar für 50 Cent gerne mal mitgenommen.

- Jörg Menke-Peitzmeyer, "Billy the beast": Dieser lustige Roman um einen übergewichtigen Teenager, der zum Maskottchen einer Eishockeymannschaft wird und sich in eine Cheerleaderin verliebt, stand schon auf meiner Wunschliste. Ertauscht für 2 Tickets.

- "Würzburger Nachtwächterbüchle": Dieses Büchlein habe ich nicht wirklich ertauscht, sondern es wurde mir liebenswürdigerweise von einer Bekannten, die ich über LovelyBooks und Facebook kenne, zugeschickt, da sie weiß, dass ich in Würzburg lebe. Wir haben hier Nachtwächterführungen, und in diesem Heft sind ein paar Geschichten davon versammelt.


Da hat sich mal wieder ganz schön was angesammelt, ne? Aber wie immer freue ich mich über jedes Buch, das den Weg zu mir findet. :-)

Montag, 20. März 2017

Rezension: "Dicke Beine trotz Diät. Mein Leben mit Lipödem" von Madlen Kaniuth

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. Mai 2015
Verlag: mvg
ISBN: 9783868825671
192 Seiten
Preis: 17,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Viele Frauen kennen das: Man müht sich mit Sport und Diäten ab, um ein paar Kilo zu verlieren, aber die Beine werden einfach nicht wirklich dünner – egal, wie schmal man im Gesicht und am Oberkörper geworden ist. Es bleibt das ungute Gefühl, dass man nicht diszipliniert genug ist, nicht hart genug trainiert, und oft wird das auch durch die Reaktionen des Umfelds bestärkt. »Dann nimm halt mal ein bisschen mehr ab!«, »Du musst auch Sport machen, sonst passiert da nichts!« – das sind Sätze, die Madlen Kaniuth oft gehört hat und die auch viele andere Frauen kennen.

Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Beine deshalb nicht dünner werden, weil es sich um das Krankheitsbild »Lipödem« handelt. Dies ist eine hormonell bedingte Fettverteilungsstörung, durch die Fettgewebe unproportional stark in den Beinen und auch Armen eingelagert wird, wodurch wiederum die Lymphflüssigkeit schlechter abtransportiert wird. Das Resultat sind übermäßig dicke Beine (oder auch Arme), die schmerzempfindlich sind, leicht blaue Flecken bekommen und gegen die weder Diät noch Sport, sondern nur eine Operation hilft. Jede 10. Frau ist davon betroffen.

Madlen Kaniuth leidet seit ihrer Jugend am Lipödem – aber erst Anfang 2014 bekam sie die entsprechende Diagnose. Sie hatte denselben Leidensweg hinter sich wie viele Frauen, konnte jedoch mit den entsprechenden Operationen gegensteuern. In diesem Buch beschreibt sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen, gibt Rat und Hilfe für alle Betroffenen und macht Mut, gegen die Krankheit zu kämpfen und nicht mehr an sich selbst zu zweifeln.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Vielen ist die deutsche Schauspielerin Madlen Kaniuth aus der Seifenoper "Alles was zählt" bekannt. Ich persönlich kannte sie noch nicht, als ich auf dieses Buch stieß. Auch bei mir steht die Diagnose Lipödem im Raum, weshalb ich mich nun intensiver mit dieser Krankheit beschäftige.

Wer sich, so wie ich, bereits mit der Thematik beschäftigt hat, wird hier bezüglich dieser Krankheit nichts Neues finden. Lediglich die OP-Erfahrungen waren ganz spannend zu lesen. Diagnose und OPs beginnen aber erst ab Seite 130, nehmen also einen recht kleinen Teil des Buches ein. Zuvor schreibt die Autorin vor allem über ihr Hadern mit den dicken Beinen, ihr erfolgloser Kampf gegen das "Fett" durch radikale Ernährung und Sport sowie die psychische Belastung. Daneben erfährt man einiges über ihren Werdegang als Künstlerin.

Ich bin auf mehrere negative Rezensionen gestoßen, die den fehlenden Ratgeber-Charakter des Buches kritisieren. Ich hatte jedoch nach Lesen des Klappentextes nicht den Eindruck, dass es sich hier um einen Ratgeber handeln soll. Dieses Buch ist lediglich der Erfahrungsbericht einer Lipödem-Patientin. Er ist nicht sonderlich hilfreich, wenn man sich aus medizinischer Sicht mit dem Thema beschäftigen oder die verschiedenen Behandlungsmethoden genauer kennenlernen will. Hierfür ist das Buch nicht gedacht und auch nicht geeignet. Es ist eher so, als würde man sich eben mit einer Leidgeplagten unterhalten, die erzählt, wie sie die Krankheit empfand und was ihr speziell geholfen hat. Manchen Menschen hilft solch ein Gespräch, andere wollen lieber Fakten und konkrete Hilfe. Letztere Personengruppe wird mit diesem Buch nicht glücklich und sollte es gar nicht erst kaufen.

Frau Kaniuth hat die konservative Therapie in Form von Manuellen Lympdrainagen (MLD) und dem Tragen von Kompressionswäsche nie ausprobiert. Sie hat sich sofort nach der Diagnose OP-Termine geben lassen, da sie nach 40 Jahren körperlichem und psychischem Leid die endgültigere Behandlungsmöglichkeit wollte. Ein Argument war, dass sie als Schauspielerin die zeitintensive Therapie (empfohlen wird die MLD zwei- bis dreimal wöchentlich) nicht ausüben und auch keine Kompressionswäsche während TV-Drehs tragen könne. Zudem liegt der Vorteil der OP, der bei Erfolg eine sofortige spürbare Linderung verspricht, gegenüber einer lebenslangen konservativen Behandlung, die die Symptome nicht beseitigt, sondern nur ein schnelles Fortschreiten der Krankheit verhindert, nunmal klar auf der Hand. Lediglich die hohen OP-Kosten von - in Frau Kaniuths Fall - 16.000,00 €, die im Gegensatz zur konservativen Therapie nicht von der Krankenkasse übernommen werden, halten die meisten Lipödem-Patientinnen ab. Die Autorin war nunmal in der glücklichen Lage, diese auftreiben zu können, auch wenn es ein starker finanzieller Einschnitt für sie war.

Frau Kaniuth stellt im Nachwort klar, dass sie Schauspielerin und nicht Autorin ist. Wer hier sprachlich also eine Glanzleistung erwartet, ist selbst schuld. Die Sprache ist einfach gehalten, aber ich fand den Stil durchaus angenehm und keineswegs hölzern oder holprig.

Ich hätte mir Fotos gewünscht, z. B. von ihren Beinen vor der OP. Wer Bilder von Frau Kaniuth googelt, wird vor allem welche nach der OP finden. Es kann natürlich sein, dass sich die Autorin nicht so "nackig" machen wollte vor den Lesern. Aber bei so einer Krankheit fände ich ein bisschen "Anschauungsmaterial" durchaus gut. Auch hätte das Buch durch einen kurzen Anhang mit Literaturtipps oder hilfreichen Links aufgewertet werden können.

Alles in Allem ist das Buch ganz unterhaltsam, bietet aber für Leute, die sich schonmit dieser Erkrankung beschäftigt haben, nichts Neues. Es ist eben eben der Erfahrungsbericht einer Betroffenen, der ein Happy End hat. Wen das interessiert, der kann hier bedenkenlos zugreifen, zumal durch das großzügige Layout das Buch schnell gelesen ist. Allen Anderen empfehle ich medizinische Ratgeber und Fachartikel. 

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 18. März 2017

"Antonio, ihm schmeckt's nicht!" mit Christian Ulmen, Mina Tander und Alessandro Bressanello

Heute gebe ich mal ausnahmsweise meinen Senf ab zu einer Buchverfilmung. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob hier wirklich das Buch verfilmt oder lediglich die Grundidee übernommen wurde. Im Trailer heißt es immerhin "Nach Motiven des Bestsellers".
Also ich habe ja die Bücher "Maria, ihm schmeckt's nicht" und "Antonio im Wunderland" von Jan Weiler total gerne gelesen! Auch, weil ich selbst einen italienischen Papa daheim habe. ;-) (Der aber gaaaaanz anders ist als Antonio Marcipane.)

Die Verfilmung zu "Maria, ihm schmeckt's nicht" fand ich noch ganz lustig. Aber von der Fortsetzung bin ich regelrecht entsetzt. Es ist ja schon länger her, seit ich das Buch gelesen habe, aber ich glaube, der Film hat mit dem Buch absolut nichts mehr zu tun.

Der eigentlich recht knuffige Papá Antonio ist ein verlogener, intriganter Nervennager, der mehr als einmal mit seinen Flunkereien über die Stränge schlägt. Und die Handlung ist so überzogen, dass es nur noch lächerlich statt lustig war. Ständig geraten Jan und Antonio in die Hände der New Yorker Polizei für die blödsinnigsten Sachen. Das Verhältnis zwischen Sara und ihrem Vater Antonio ist extrem schlecht. Was kein Wunder ist, denn Antonio ist - wie mein Freund es so schön ausgedrückt hat - "ein ganz schönes Arschloch". Dabei fand ich den Antonio Marcipane in den Büchern immer total liebenswert, auch wenn er seine Macken hatte (Die ihn wiederum eben auch so liebenswert machten.). Natürlich ist auch der Film-Antonio kein schlechter Mensch und erlebt seine Läuterung, aber irgendwie bleibt ein fahler Beigeschmack, was aus dieser Figur gemacht wurde. Echt schade. Ich halte mich lieber an die gelungenen Bücher und vergesse diesen Film ganz schnell wieder.
Übrigens weiß ich, dass man Buchverfilmungen nicht unbedingt mit den Büchern vergleichen sollte, weil man natürlich vorbelastet ist und sich doch idR. viele Freiheiten herausgenommen werden. Aber glaubt mir, ich hätte den Film auch, ohne das Buch zu kennen, nicht gut gefunden, da er wirklich zu klamaukig ist. 

Kennt ihr das Buch und/oder den Film? Was meint ihr?

Hier könnt ihr noch den Trailer dazu anschauen: