Freitag, 26. August 2016

Die Jugendbuchautorin Agnes Sapper (1852 - 1929)

Porträt der Agnes Sapper
Quelle: Projekt Gutenberg DE
Wie ihr ja wisst, wohne ich im schönen Würzburg. Seid ihr schonmal da gewesen und habt unsere zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie die Residenz (UNESCO-Weltkulturerbe!), die Festung Marienberg oder die tolle Altstadt mit ihren vielen Kirchen und gutbürgerlichen Gaststätten besucht?  Nein? Dann habt ihr was verpasst und müsst das unbedingt nachholen!
 
Was Würzburg auch hat, sind Friedhöfe. Na ja, klar, hat ja jede Gemeinde... Gleich bei mir um die Ecke gibt es den großen Hauptfriedhof. Dort gehe ich öfter mal spazieren, weil es inmitten der Stadt ein ruhiger, friedlicher Ort ist.
 
Vor einiger Zeit habe ich in einer Broschüre des Friedhofes dann gelesen, dass hier Agnes Sapper bestattet liegt. Und da ich das so interessant fand, dachte ich mir, ich erzähle euch ein bisschen was über sie.
 
Denn Agnes Sapper war eine Jugendbuchautorin – hat vielleicht schonmal jemand von euch etwas von ihr gelesen? Ich muss zugeben, ich kannte sie vorher nicht. Ihre Werke sind ja schon etwas älter und weit vor meiner Kinder- und Jugendzeit veröffentlicht worden.
 
Agnes Sapper wurde am 12. April 1852 in München als Agnes Brater geboren. Ihr Vater war Karl Brater, ein Redakteur, Politiker und Gründer der Süddeutschen Zeitung. Kein Wunder also, dass Agnes das Schreiben quasi in die Wiege gelegt wurde!
 
1878 heiratete sie den Stadtschultheiß und Gerichtsnotar Eduard Sapper, mit dem sie mehrere Kinder hatte. Ihr Mann ermunterte sie zum Schreiben – in dieser Zeit sicherlich nicht selbstverständlich! Nachdem sie 1892 mit ihrer Erzählung „In Wasserfluten“ ein Preisausschreiben gewann, folgten weitere Erzählungen, u. a. auch aus dem schulischen Bereich, der Agnes als Lehrerin einer Sonntagsschule besonders vertraut war.
 
1898 zog die mittlerweile verwitwete Agnes ins schöne Würzburg, wo sie sich nun intensiv dem Schreiben widmete. Ihr 1906 veröffentlichter Roman „Die Familie Pfäffling“ war ihr größter Erfolg. Sie widmete das Buch ihrer Mutter zum 80. Geburtstag. Diese - eine geborene Pfaff - war auch das reale Vorbild für die Mutter Pfäffling. 1910 gab es noch die Fortsetzung „Werden und Wachsen“.
 
2002 verlegte Ausgabe des
Arena-Verlags in Würzburg
Hier ist eine kurze Inhaltsangabe:
 
Musiklehrer Pfäffling lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in der Frühlingsstraße. Viele Mäuler müssen gestopft, zahlreiche Schulbücher gekauft werden - Vater Pfäffling tut sein Bestes, um sich und die Familie über Wasser zu halten. Doch nicht nur Geldsorgen plagen ihn: Otto wird wegen eines Schneeball-Treffers aufs Polizeirevier vorgeladen, Wilhelm bringt ein miserables Zeugnis nach Hause, Anne droht durch eine Ohrenentzündung taub zu werden - und das letzte Bargeld lässt sich das unvorsichtige Elschen stehlen.
 
Das Honorar für die Pfäfflings nutzte die Autorin übrigens vor allem für Andere. Noch immer gibt es in Würzburg das Agnes Sapper-Haus, ursprünglich ein Altenheim, das mit Hilfe von Agnes‘ finanzieller Unterstützung geführt wurde. Heute ist es eine Einrichtung für psychisch Erkrankte.
 
Agnes Sapper starb am 19. März 1929 in Würzburg und wurde dort auf dem Hauptfriedhof begraben. Noch heute gilt sie als eine der erfolgreichsten und meistgelesenen deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen des beginnenden 20. Jahrhunderts. Alleine die „Familie Pfäffling“ wurde über 900.000 Mal verkauft.
 
Das Familiengrab von Agnes Sapper,
in dem sie mit ihrer Mutter und ihrer
Tochter begraben ist.

 

Montag, 15. August 2016

Rezension: "Jules" von Didier van Cauwelaert

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. April 2016
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 9783570102930
224 Seiten
Preis: 14,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Zibal ist ein genialer Forscher, der allerdings den Fehler begangen hat, seine letzte Erfindung nicht patentieren zu lassen. Von seiner Verlobten verlassen und völlig abgebrannt, landet er als Macarons-Verkäufer am Flughafen Orly. Dort begegnet er der attraktiven Alice und deren Blindenhund Jules. Die blinde Frau ist gerade auf dem Weg nach Nizza, um sich einer Operation zu unterziehen, die ihr das Augenlicht zurückgeben soll. Als Jules in den Frachtraum verbannt werden soll, erkämpft Zibal, dass er mit seinem Frauchen in der Fliegerkabine mitfliegen darf. Dabei hinterlässt er einen bleibenden Eindruck nicht nur bei Alice, sondern auch bei Jules.

Als Alice wieder sehen kann, fühlt sich Jules überflüssig und wird depressiv. Schweren Herzens befolgt Alice den Rat des Tierarztes und gibt Jules für einen neuen Blinden frei. Während sie sich neu erfinden muss, mit neuer Sehkraft, dafür ohne Hund und in einer Beziehung, die sie nicht mehr glücklich macht, büxt Jules aus und sucht nach seinem Retter "Monsieur Macaron".

Meine Meinung:
Dies war mein erster Roman von Didier van Cauwelaert, und es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch und den Schreibstil zu bewerten. Ich hatte mir aufgrund des Covers und des Klappentextes, welche "eine erfrischende romantische Komödie"versprachen, etwas anderes vorgestellt. Ich fand das Buch weder erfrischend, noch romantisch oder gar amüsant.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Alices und Zibals Sicht erzählt, wobei es lange dauert, bis beide Handlungsstränge ineinander fließen. Alice finde ich durchweg unsympathisch - das Einzige, was mir an ihr gefiel, war ihre Liebe und Treue zu Jules. Zibal war zwar nicht direkt unsympathisch, aber ziemlich sonderbar, mit ihm konnte ich auch nicht viel anfangen. Beide Figuren sind auf ihre eigene Weise seltsam schwermütig. Sie haben beide "ihr Päckchen zu tragen", konnten mich aber zu keiner Zeit irgendwie berühren. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist unromantisch und irgendwie... merkwürdig, zumal es da ja noch Alices (seltsame) Beziehung gibt.

Bindeglied und namensgebende Hauptfigur ist Alices Blindenhund Jules. Er war auch der einzige Charakter in diesem Buch, den ich wirklich mochte. Ich denke, es ist dem Autor recht gut gelungen, die Sichtweise des Hundes wiederzugeben. Hier muss natürlich einiges spekuliert und interpretiert werden, da es dem Menschen ja nunmal leider nicht möglich ist, mit Hunden zu reden. Von daher ist es schwierig zu beurteilen, welche Verhaltensweisen und Emotionen von Jules realistisch sind und welche nicht. Jules' Intelligenz ist beeindruckend, wenngleich ich denke, dass hier einiges übertrieben wurde. Auch wenn ich absolut davon überzeugt bin, dass Hunde sehr kluge Wesen sind, verfügt Jules meiner Meinung nach über Fähigkeiten, die im realen Leben dann doch eher unwahrscheinlich sind.

Die Handlung zieht sich etwas dahin. Man erlebt, wie Alice zurück in die Welt der Sehenden findet, wie Zibal sich in seinem trost- und erfolglosen Leben einrichtet und wie Jules verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ist, ohne sein Frauchen jedoch vergessen zu können. Letztendlich werden alle drei Schicksale zusammengeführt, was aber auch irgendwie seltsam weitergeht. Lediglich das Ende ist relativ gelungen und darf sicherlich als Happy End bezeichnet werden. Dennoch habe ich keinen blassen Schimmer, wie man das Buch als erfrischende Komödie bezeichnen kann...

Mit dem Schreibstil hatte ich anfänglich auch so meine Probleme. Vielleicht sind französische Autoren nichts für mich, denn er erinnerte mich an die typischen französischen Kinofilme, die ja auch meist etwas speziell sind - entweder man mag sie oder nicht. Ich konnte mich irgendwann in den Schreibstil einfügen, aber das Buch las sich schwerfällig und ich kam einfach nicht in einen Lesefluss.

Die Grundidee an sich, dass ein Blindenhund ohne die Hilflosigkeit seines Frauchens plötzlich "arbeitslos" wird und darunter schwer leidet, fand ich sehr interessant. Aber durch den Schreibstil, der mich nicht angesprochen hat, sowie Figuren, die mir unsympathisch waren, fiel mir die Lektüre schwer. Ich muss zugeben, dass ich froh war, als das Buch zu Ende war. Ich habe es nicht wirklich gern gelesen.

2 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 14. August 2016

Neuzugänge

Wird mal wieder Zeit, meine neuen Mitbewohner vorzustellen. :-)

Rezensionsexemplare


- Anna Maria Sanders, "Ich dreh gleich durch!": Dieses (fiktive) Tagebuch eines ADHS-Kindes habe ich über das Bloggerportal angefordert. Da mittlerweile ja doch einige Kinder daran leiden und ich zwischendurch sogar mal den Verdacht hatte, dass mein Neffe das auch hat, möchte ich mich mehr darüber informieren. Angefordert über das Randomhouse-Bloggerportal.
- René Freund, "Niemand weiß, wie spät es ist": Von René Freund habe ich bereits "Mein Vater, der Deserteur" gelesen und gemocht, das er über seinen Vater geschrieben hat. Dieser Roman über eine Frau, die die Asche ihres Vaters in die Alpen bringen soll. Die Leserunde auf LovelyBooks wird vom Autoren begleitet.

- Anders Johansen, "Das schwarze Loch in mir": Ich muss zugeben, dass ich anhand des Klappentextes gar nicht so genau weiß, was mich hier erwartet, aber ich war auf jeden Fall neugierig. Es geht um einen autistischen Jungen, der auf den Färöer-Inseln lebt und einen tragischen Unfall verursacht. Auf "Blogg dein Buch" erhalten.


Gewonnen


- Uschi Glas, "Herzenssache. Vom Glück, gebraucht zu werden": Die neueste Autobiographie von Schauspielerin Uschi Glas habe ich bei einer Facebookaktion von Hugendubel gewonnen. Das Beste: Es ist signiert! :-)

- Marianne J. Voelk, "Daniel, mein jüdischer Bruder": Diese Autobiographie aus der Zeit des Nationalsozialismus habe ich zu der dazugehörigen Blogtour gewonnen. Sie ist ebenfalls signiert. :-)


Ertauscht


- Gesicht zeigen (Hrsg.), "Mein Kampf gegen rechts": Dieses ungewöhnliche Büchlein habe ich ganz zufällig auf Tauschticket gefunden und spontan angefordert. Das Thema ist ja leider sehr aktuell. (2 Tickets)

- Gisa Pauly, "Der Mann ist das Problem": Dieses Buch habe ich schon seit seiner Neuerscheinung auf der Wunschliste. Es klingt einfach zu lustig, und hey, es ist ein Elefant auf dem Cover! ;-) Da musste ich bei einem Ticket doch natürlich sofort zugreifen.

Montag, 8. August 2016

Rezension: "Glitzer Glamour Wasserleiche. Ein rabenschwarzer Pauline-Miller-Krimi" von Tatjana Kruse

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Juli 2016
Verlag: Haymon tb
ISBN: 9783852189789
252 Seiten
Preis: 9,95 € (TB)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Pauline Miller ist wieder da! Nachdem sich die gefeierte Operndiva während den Salzburger Festspielen gegen einen Mörder wehren musste, soll es in Bregenz, wo sie die Turandot geben wird, etwas gemächlicher zugehen. Vielleicht hilft ja der attraktive Dirigent Arnaldur Atlason mit seinem skandinavischen Charme, Paulines Trauma vergessen zu machen. Der allerdings treibt sie genauso wie Papa Miller, der bei der Tochter Urlaub macht, regelmäßig auf die Palme.

Und der nächste Schock wartet auch schon am Bodensee: Denn dort treibt ein gemeiner Dognapper sein Unwesen! Obwohl die Millerin auf ihren Radames höllisch aufpasst, verschwindet ihr narkoleptischer Liebling trotzdem. Dafür taucht aus dem Bodensee plötzlich eine Wasserleiche auf...

Meine Meinung:
Bereits den ersten Band "Bei Zugabe Mord!" fand ich klasse, deshalb war ich wirklich glücklich, dass es endlich eine Fortsetzung gibt! Ich bin absolut keine Krimitante, aber Tatjana Kruses Figuren und Schreibstil haben mich sofort begeistern können. Außerdem mag ich Opern und alles, was mit Musiktheater zu tun hat.

Es gibt hier ein Wiedersehen, äh, -lesen mit geliebten Figuren: Allen voran natürlich Pauline Miller, die meiner Meinung nach hier etwas weniger die Diva mimt als im ersten Band. Vermutlich hat sie das systematische Meucheln ihrer Opernkollegen ein bisschen Demut gelehrt, aber mir persönlich hat das sogar an manchen Stellen etwas gefehlt. Dennoch ist sie einfach unvergleichlich und unverbesserlich! Liebenswert wie immer ist ihr Boston Terrier Radames, der mit seinen narkoleptischen Anfällen stets für Lacher sorgt. In diesem Band tritt er ein bisschen in den Hintergrund, da er die meiste Zeit verschwunden ist. Eigentlich schade. Auch die robuste, kleinwüchsige Managerin "Bröcki" und deren Kommissar Pittertatscher, mit dem sie am Ende des ersten Bandes zusammenkam, treten wieder in Aktion.

Natürlich gibt es auch neue Figuren. Sehr gut gefallen hat mir Paulines Alt-Hippie-Vater, der es wirklich faustdick hinter den Ohren hat und viel Schwung in das Leben seiner Tochter bringt. Ich hoffe, dass er uns auch in der nächsten Fortsetzung erhalten bleibt! Ebenfalls vielversprechend für kommende Bände ist Paulines Schwarm Arnaldur Atlason, der der Diva reichlich Paroli bietet. Dann ist da noch der seltsame Tierheilpraktiker Doktor Simian und seine... äh... Schwester, die sich während Paulines Engagement in Bregenz um Radames' Narkolepsie kümmern sollen.

Die Geschichte wird aus Paulines Sicht erzählt, und die Gedankengänge einer waschechten Diva mit kriminalistischem Gespür sind wirklich amüsant. Ungewöhnlich ist für einen Krimi sicherlich, dass die Erzählerin auch manchmal den Leser direkt anspricht.

Ich habe hin- und hergerätselt, wer die Dognapper und Mörder sein könnten. Sind es die gleichen Täter oder doch unterschiedliche? Letzten Endes war die Auflösung nicht so spektakulär, aber generell bin ich sowieso der Meinung, dass bei Kruses Pauline Miller-Krimis das Verbrechen und dessen Aufklärung eher zweitrangig ist. Deshalb nennt sie dieses Genre ja auch selbst gerne "Krimödie". Denn im Vordergrund steht doch irgendwie der Humor und der Spaß am Lesen. So war eine spezielle Szene (ohne zu viel zu verraten: Stichwort "Verfolgungsjagd") mein absolutes Highlight - diese war so unfassbar ulkig, dass ich sie mir super in einer Komödie vorstellen könnte und sofort das Kopfkino losging.

Auch mit "Glitzer Glamour Wasserleiche" habe ich mich wieder sehr wohl gefühlt, und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Hardcore-Krimi-/Thrillerfans sollten wissen, dass das kriminalistische Element hier etwas in den Hintergrund gerückt wird und das Buch stellenweise auch einfach herrlich albern ist. Wer also eher blutige Details und professionelle Ermittlungsarbeit bevorzugt, ist hier nicht so gut aufgehoben. Wer aber humorvolle Bücher mit skurillen, aber liebenswerten Figuren mag, der sollte zugreifen. Ich jedenfalls liebe Pauline Miller und würde jedes Buch mit ihr lesen, egal, ob mit oder ohne Verbrechen. Ich hoffe, dass es bald den nächsten Band gibt! 

5 von 5 Schreiberpaletten


Vielen Dank an den Haymon Verlag für dieses Rezensionsexemplar und an Tatjana Kruse für die gewohnt tolle Betreuung der Leserunde!

Dienstag, 2. August 2016

Magellan wird 2 Jahre alt - Der Wal feiert Geburtstag!

Der Magellan-Verlag ist vermutlich den meisten von euch ein Begriff. Spezialisiert auf Jugend- und Kinderbücher, bezaubert dieser junge Verlag vor allem durch seine wunderschönen Cover.

Anlässlich seines Geburtstages hat das Magellan-Maskottchen, der putzige Wal, Blogger zu seiner Geburtstagsfeier in den Verlag eingeladen. Zusammen mit Blogger- und real life-Freundin Agnes machte ich mich am 23. Juli also auf den knapp einstündigen Weg von Würzburg nach Bamberg. Dort wurden wir vom Magellan-Team begrüßt, allen voran Viola (Presseabteilung) und Cara (Social Media-Betreuung), die uns fortan durch den Tag begleiteten. Nach und nach trudelten bis zum offiziellen Beginn um 11 Uhr insgesamt 12 Bloggerinnen sowie ein Blogger (Ja, ein Mann!!!) ein.

Das Verlagsgebäude im Gewerbegebiet Bamberg


Das gerade erst erschienene Herbstprogramm
Jeder "Arbeitsplatz" war mit einem Namensschild, dem neuen Herbstprogramm,
einem süßen Notizblock und einem Stift ausgestattet.

Zuerst einmal haben wir den Verlagsleiter und -gründer Herrn Rebscher kennengelernt, der uns viel über den Verlag und seine Gründung erzählte, was wirklich total interessant war und mit viel Witz und Charme vorgetragen wurde. ;-)


Anschließend wollten Cara und Viola von uns wissen, was wir von Verlagsauftritten in den sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram & Co.) halten, so dass eine lebhafte Diskussion darüber entstand, welche Plattformen von Lesern und Bloggern gerne genutzt werden.


Nach einer kleinen Stärkung ging es dann weiter mit einer Führung durch die Verlagsräume. Man muss dazu sagen, dass sich Magellan das Gebäude mit dem Schulbuchverlag C. C. Buchner teilt. Der Verlag ist nämlich ziemlich klein, insgesamt arbeiten 11 Leute dort. Besonders ist hierbei, dass sich Magellan einen eigenen Grafiker "hält" und die Gestaltung seiner Bücher nicht Externen überlässt. Diesem Grafiker haben wir also die wunderschönen Magellan-Cover zu verdanken, da kann ich nur sagen: Weiter so! :-)

Bücher!
Zwei schöne Beispiele für die tolle Arbeit des Grafikers.
Noch mehr Bücher!
BÜCHER!!!!!!!!
Und zwar alle, die bereits im Magellan-Verlag erschienen sind. :-)

Nach der Führung konnten wir dann noch Lektorin und Redakteurin Marion mit Fragen löchern, die uns viel Spannendes über Lektorat, Programmplanung und Lizenzeinkauf  erzählte.


Bereits in den Startlöchern saß auch schon Autorin Katrin Zipse, unser Special Guest. :-) Katrin hat im Magellan-Verlag bereits drei Bücher herausgebracht: "Glücksdrachenzeit", "Die Quersumme von Liebe" und - ganz neu seit 25. Juli - "Antonia rettet die Welt - Papageienparty", der erste Band einer geplanten Reihe für Leser ab 11 Jahren.


Katrin hat uns ein bisschen was über ihre Arbeit als Autorin und die Zusammenarbeit mit Magellan erzählt, unsere Fragen beantwortet und dann aus allen drei Büchern etwas vorgelesen. Eigentlich hatte ich einen kleinen Film, aber der Ton ist mit so einem ekligen Rauschen hinterlegt, dass ich es nun doch nicht hochlade... Schade, denn Katrin hat echt schön vorgelesen. :-)


Als Überraschung bekam dann noch jeder eine Tasche mit lauter schönen Dingen überreicht. So konnten wir uns unter anderem über "Antonia rettet die Welt" freuen, über leckere Lesezuckerl und wunderschönes Magellan-Geschenkpapier.


Danach ging es in den inoffiziellen Teil über. Während man nebenbei Katrin belagern und ihre Bücher signieren lassen konnte, wurde die Geburtstagstorte von den Verlagsmitarbeiterinnen gebracht. Bei Kaffee und Kuchen wurde gemütlich beinander gestanden und geplaudert. Gegen 16 Uhr löste sich die Gesellschaft dann so langsam auf, und 13 Blogger strömten kreuz und quer in alle Richtungen nach Hause. Den längsten Weg hatte übrigens Laura, die sogar extra aus Bielefeld angereist und damit die Heldin des Tages war. :-D

Alle wollen den Geburtstagskuchen fotografieren!

Bei diesem Bericht möchte ich es belassen, da es sonst viel zu lang wird und ich nicht weiß, ob ihr das alles lesen wollt. Wer noch mehr über den Walgeburtstag erfahren möchte, z. B. was genau die verschiedenen Verlagsmitarbeiter uns so erzählt haben, dem möchte ich Franzis Bericht ans Herz legen, die wirklich schön und ausführlich über den Tag geschrieben hat.

Es war auf jeden Fall toll, den Magellan-Verlag und die dahinter stehenden Menschen kennenzulernen sowie neue und bekannte Gesichter aus der Bloggerwelt zu sehen - auch wenn man es wie immer leider wieder nicht geschafft hat, sich mit jedem mal richtig zu unterhalten. Cara und Viola haben auf jeden Fall überlegt, mal wieder Blogger in den Verlag einzuladen. Wer weiß, vielleicht bin ich ja dann auch wieder dabei. Ich fand es jedenfalls echt toll, dass der Wal uns seine Türen geöffnet hat, so oft hat man ja nicht die Chance, hinter die Kulissen eines Verlags zu schauen und sich ausführlich mit Mitarbeitern zu unterhalten.

Der Wal hat mein Herz erobert - schade, dass ich ihn nicht mitnehmen durfte.
Dafür hätte ich mich aber erst mit anderen Bloggerinnen prügeln müssen,
glaube ich, denn wir haben uns wohl alle in ihn verliebt. <3

Vielen Dank an Magellan, vor allem an Viola, Cara, Marion, Katrin und Herrn Rebscher! :-)


Montag, 1. August 2016

Rezension: "To all the boys I've loved before" von Jenny Han

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. Juli 2016
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446250819
351 Seiten
Preis: 16,00 € (SC)
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Zum Inhalt:
Die 16jährige Lara Jean war bislang fünfmal verliebt, hatte jedoch noch nie einen Freund, denn ihre Gefühle behielt sie stets für sich. Stattdessen schrieb sie jedem ihrer Schwärme einen Liebesbrief, der gleichzeitig ein Abschiedsbrief sein sollte. Abgeschickt hat sie diese Briefe jedoch nie.

Ansonsten verläuft ihr Leben eher ruhig. Statt wilde Partys zu feiern, verbringt sie die Samstagabende lieber mit ihren Schwestern Margot und Kitty. Seit dem Tod der Mutter vor sechs Jahren sind die drei "Song-Mädchen" unzertrennlich. Quasi zur Familie gehört auch Josh, enger Freund seit Kindestagen und seit einiger Zeit mit Margot liiert.

Doch dann verlässt Margot die Familie Richtung Schottland und lässt Josh mit gebrochenem Herzen zurück. Lara Jean ist nun die große Schwester und Ersatzmutter für Kitty, gleichzeitig weiß sie nicht, wie sie sich Josh gegenüber verhalten soll - ist sie doch schon seit Jahren unsterblich in ihn verliebt. Als dann jemand ihre Liebesbriefe an die Empfänger verschickt, gerät Lara Jeans gemächliches Leben vollends aus den Fugen...

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Sicht der 16jährigen Lara Jean erzählt, und der Leser erlebt, wie sie die Liebe entdeckt und auch mehr Verantwortung übernimmt, da sie nach Margots Auszug nun die Rolle der Mutter übernimmt. Sie kommt aus ihrem Schneckenhaus heraus und fängt an, das Leben auch außerhalb des gemütlichen Zuhauses zu erkunden. Die Protagonistin war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist ein hilfsbereiter, offener und fröhlicher Mensch und für einen Teenager sehr familienbezogen und häuslich. Ihre starke Zuneigung und Fürsorge für ihre kleine Schwester und ihren Vater machen sie noch liebenswerter. Zwar ist sie ein bisschen naiv - so hat sie z. B. keinerlei Verdacht, wer die Liebesbriefe verschickt haben könnte, obwohl das von Anfang an ziemlich klar sein dürfte -, aber sie macht im Laufe der Story eine starke Entwicklung durch.

Aber nicht nur Lara Jean entwickelt sich weiter, sondern auch andere Figuren, z. B. Josh und Peter, zwei von Lara Jeans (ehemaligen) Schwärmen. Auch wenn manche Charaktere ihre Ecken und Kanten haben, so agieren hier vor allem sehr sympathische Menschen, so dass man sich richtig wohlfühlt bei der Lektüre und gerne zu Gast ist im Hause Corvey-Song.

Das Verhältnis zwischen den drei Schwestern untereinander und zu ihrem Vater ist extrem liebevoll, was vor allem dem frühen Verlust der Mutter geschuldet ist. Auch die Freundschaft zu Josh ist sehr eng. Margot und Lara Jean kümmern sich um Kitty wie eine Mutter, was ich sehr rührend fand.

Die im Klappentext erwähnten Briefe spielen nur eine untergeordnete Rolle und sind inhaltlich eher belanglos, ja fast schon kindlich. Sie sind lediglich Auslöser für die kommenden Geschehnisse, die Lara Jeans Leben auf den Kopf stellen.

Die Liebesgeschichte nimmt im letzten Drittel eine überraschende Wendung. War ich mir anfänglich noch ziemlich sicher, wer Lara Jeans Herz erobern würde, wurde ich doch noch eines Besseren belehrt. Das Ende ist halb offen, d.h. es ist zwar zum Schluss klar, für wen Lara Jeans Herz schlägt, aber nicht, ob die beiden auch wirklich zusammen kommen.

Im Februar 2017 kommt zum Glück die Fortsetzung "P.S. I still love you" und gleichzeitig das Finale der Dilogie um Lara Jean heraus. Ich denke zwar, die Geschichte hätte man auch als Einzelband zu Ende erzählen können, aber ich werde sehr gerne den zweiten Band lesen, da ich zu gerne wissen möchte, wie es mit Lara Jean & Co. weitergeht! Für die, die sich nicht bis Februar gedulden können: Die englische Ausgabe ist bereits seit einiger Zeit erhältlich.

"To all the boys I've loved before" ist ein sehr süßer und liebevoller Coming-of-Age-Roman mit einer sympathischen Protagonistin, auf dessen Fortsetzung ich schon sehr gespannt bin.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 26. Juli 2016

Rezension: "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" von Sarvenaz Tash

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. Juli 2016
Verlag: Magellan
ISBN: 9783734850271
303 Seiten
Preis: 16,95 € (HC)
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Zum Inhalt:
Die Teenager Graham und Roxy sind nicht nur seit Kindertagen allerbeste Freunde, sondern auch die größten Comic-Fans der Welt. Gemeinsam haben sie sogar selbst eine Comic-Reihe "Die Freaks von der Magus High" erfunden. Ihr größtes Idol ist Robert Zinc, Erfinder der legendären "Chroniken von Althena". Als sie erfahren, dass der schon seit 20 Jahren die Öffentlichkeit meidende Zinc auf der Comic Con in New York auftreten wird, ist glasklar: Um nichts auf der Welt wollen sie das verpassen!

Graham lässt nichts unversucht, um an Bändchen für das Zinc-Panel zu kommen, und das aus mehreren Gründen. Denn er hegt schon seit einiger Zeit nicht mehr nur freundschaftliche Gefühle für seine beste Freundin, sondern ist unsterblich in sie verliebt. Er ist sich sicher: Wenn er ihr ein Treffen mit Robert Zinc verschafft, wird sie ihn mit anderen Augen sehen. Und er kann ihr endlich seine Liebe gestehen.

Wird es Graham und Roxy gelingen, ihr großes Idol zu treffen? Wird Graham Roxy endlich seine Liebe gestehen und gibt es für die beiden ein Happy End? Und wieso muss Roxy ausgerechnet jetzt ein gutaussehender, comic-begeisterter Brite über den Weg laufen?!

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Grahams Perspektive geschildert. Dadurch ist die Sprache sehr jugendlich und locker. Ich mochte Graham von Anfang an. Er ist ein netter Junge mit viel Fantasie, der Roxy wirklich anbetet. Seine Leidenschaft für Comics ist beeindruckend, und ich mochte seinen Humor sehr, da er die Dinge recht ironisch sieht.

Roxy fand ich anfänglich ebenfalls sympathisch, im Laufe der Geschichte lässt dies etwas nach, aber eigentlich ist sie schon durchwegs nett. Die weiteren Nebenfiguren wie Grahams Dad, der "Ur-Geek", Grahams bester Freund Casey und Roxys Freundin Felicia mochte ich ebenfalls. Devin und Amelia lernt die Gruppe auf der Comic Con kennen. Grahams Eifersucht auf Devin führte bei mir zu vielen Lachern. Im Endeffekt ist Devin echt korrekt und nett, was es Graham noch schwerer macht, auf das "Gurkensandwich" (Sein Spitzname für den hübschen Briten.) ungehindert sauer sein zu können.

Man erhält hier nicht nur Einsichten in das Innenleben eines Jugendlichen, sondern auch in den Ablauf einer Comic Con. Ich habe schon einiges darüber gehört und gelesen, aber war noch nie auf einer. Ich bin kein großer Comic-Fan, schaue mir aber z. B. sehr gerne die Marvel-Verfilmungen an und kenne natürlich auch Harry Potter, Herr der Ringe oder Game of Thrones. Die meisten Anspielungen habe ich deshalb verstanden, wenngleich mir vor allem irgendwelche Zeichner oder Regisseure nichts sagten - aber man muss wirklich kein Nerd oder Geek sein, um sich auf die Geschichte einlassen zu können. Tatsächlich fand ich die Erlebnisse der Jugendlichen auf der Con total spannend und interessant. Ich mochte es, dass die Figuren sich so sehr für etwas begeistern können, und diese Begeisterung steckt an. So war ich auch total enttäuscht, als Graham keine Karten für Robert Zinc bekam oder Caseys Autogramm versaut wurde.

Der Roman spielt in einem kurzen Zeitraum von vier Tagen, drei davon erlebt man auf der Comic Con. Man hat das Gefühl, dass sich vor allem Graham in dieser Zeit recht stark entwickelt. Von daher würde ich schon sagen, dass es sich hier um einen Coming-of-Age-Roman handelt.

Es hat mir viel Spaß gemacht, "Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums" zu lesen, und mir wurde dabei nie langweilig. Der Humor war ganz nach meinem Geschmack, und nebenbei habe ich noch so einiges über die Welt der Comics und High Fantasy gelernt. Ein bisschen schade fand ich das einigermaßen offene Ende, denn es lässt viel Raum für Spekulationen, ist aber an und für sich stimmig. Und wer weiß, vielleicht bietet sich hier ja noch eine Fortsetzung an? Ich würde mich jedenfalls über ein Wiedersehen mit Graham sehr freuen!

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Magellan-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!