Montag, 20. Mai 2013

Rezension: "Garantiert wechselhaft" von Fanny Wagner & Carolin Birk

Daten zum Buch:
erschienen am: 2. Mai 2013
Verlag: rororo
ISBN: 9783499258985
320 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
Die 48jährige Grafikerin Nina Lindner hat es nicht leicht. Von ihrem launischen Ex-Mann Volker, dem Vater ihrer 16jährigen Tochter Marie, tyrannisiert und von einem weiteren Ex gebeutelt, der sich in ihrer Wohnung breit gemacht hat, hangelt sie sich von Tag zu Tag, Auftrag zu Auftrag. Doch endlich scheint ihr das Glück hold: Ihr Onkel Hubert, mit dem sie schon ewig keinen Kontakt mehr hatte, vererbt ihr seinen alten Gasthof, tief in der Fränkischen Schweiz. Nina zögert nicht lange, und zusammen mit Marie verlässt sie Hals über Kopf Berlin, um im beschaulichen Wiestal ein neues Leben zu beginnen. Doch kaum im der fränkischen Pampa angekommen, lassen die Probleme nicht lange auf sich warten. Das Gasthaus ist maroder, als Nina dachte, eine Gruppe einheimischer Schnepfen macht ihr das Leben schwer und der Schreiner Christian verdreht ihr gehörig den Kopf. Nicht zu vergessen die Alltagstücken mit dem fränkischen Dialekt, der für die beiden Großstadtpflanzen ein Buch mit sieben Siegeln ist... Wird es Nina und Marie gelingen, sich in Wiestal einzugewöhnen und das Herz der eigentümlichen Bewohner zu erobern?

Meine Meinung:
„Garantiert wechselhaft“ ist der 2. Roman von Fanny Wagner (bzw. Hermien Stellmacher), den sie zusammen mit Carolin Birk (bzw. Katharina Wieker) geschrieben hat. Herausgekommen ist ein luftig-leichter Unterhaltungsroman, der trotz emotionaler Hoch und Tiefs durchgehend gute Laune verspricht. 

Die Figuren sind liebevoll gezeichnet. Nina und Marie waren mir von Anfang an sehr sympathisch, und auch alle anderen Nebenfiguren wie z. B. die hilfsbereite Nachbarin Gundi, Ninas beste Freundin Elke, ja, sogar die vier Schnepfen gewinnt man im Verlauf der Geschichte lieb. Natürlich gibt es auch ein paar unangenehme Charaktere, wie z. B. Ninas egozentrischen Exmann Volker, aber dass man diese Leute nicht ins Herz schließt, ist gewollt, und ohne ein paar „Halunken“ in der Geschichte wär’s ja auch langweilig, nicht?
Jedes Kapitel beginnt mit dem aktuellen Tagesdatum und einer Vorhersage der Emotionen. Ein witziger Einfall, wie ich finde! Außerdem wird die Geschichte bereichert durch die überall im Haus verstreuten, gestickten Lebensweisheiten des seligen Onkel Hubert, der auch nach seinem Tod mit Sinnsprüchen wie „Wo Wein, Gesang und Liebe thronen, da müssen gute Menschen wohnen“ Nina durch ihr neues Leben im tiefsten Franken begleitet. 

Abgesehen von der amüsanten Story, den sympathischen Figuren und dem lockeren, lustigen Schreibstil der Autorinnen, lebt das Buch auch von dem anschaulichen fränkischen Dialekt, den die Einwohner Wiestals sprechen. Da ich selbst Fränkin bin, hatte ich damit kein Problem, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich Nicht-Franken anfangs etwas schwertun, alles problemlos zu verstehen. Allerdings haben Nina und Marie das gleiche Problem bei ihrer Ankunft in Wiestal, und so findet man sich zusammen mit den beiden langsam Schritt für Schritt in den Dialekt ein. Aber keine Angst, des Fränggische is fei gar net sooo schwer zu verstehn! Außerdem macht gerade der Dialekt viel vom Charme des Buches aus!

„Garantiert wechselhaft“ ist ein witzig-spritziger Roman, der gute Laune macht und bei dem ich es einfach nur schade fand, als ich die letzte Seite erreicht hatte. Geniale Unterhaltung für jede Wetterlage! Des muss mer fei amal g’lesn hamm!

5 von 5 Schreiberpaletten



Kommentare:

  1. Bei Lb hatte ich kein Glück das Buch zu gewinnen also kam es auf meine WuLi, dank der Lesechallenge und dem tollen Buchpaket von Rowohlt kam ich doch in den Besitz (hatte heimlich drauf gehofft)

    Ich habe erst vor 2 Tagen ihr 1. Buch gelesen dass schon ein Weilchen auf meinem SuB lag und habe lange nichtmehr so gelacht. Auf dieses Buch freue ich mich auch sehr.

    Und lustig was man nebenher so erfährt in deiner Rezi, ich als Oberpfälzerin mit fränkischen Freunden denke dass es ganz amüsant werden wird :D
    Fanny hat es im 1. Roman schon geschafft mit Betonungen,Aussprachen und Dialekten wirklich viel aus dem Buch heraus zu holen. kennst du "George Clooney, Tante Renate und ich "?

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  2. Na da kann ich mich ja wirklich auf das Buch freuen *gg*
    Klingt wirklich unterhaltsam

    LG Steffi

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