Donnerstag, 15. August 2013

Bücher verleihen

Aus gegebenem Anlass muss ich mal das Thema "Bücher verleihen" aufgreifen. Ich lese ja nunmal sehr viel und habe dementsprechend eine ordentliche Sammlung an Büchern. Dass da mal jemand aus meinem Freundeskreis durch die Regale guckt und fragt, ob er sich dieses oder jenes Buch ausleihen kann, sage ich natürlich nicht nein. Aber manchmal bereue ich es dann doch...

Ich habe momentan drei Freundinnen, mit denen ich regelmäßig Bücher austausche. Das klappt auch alles wunderbar. Wir sind alle sehr darauf bedacht, Bücher gut zu behandeln. Es bereitet mir keinerlei Bauchschmerzen, wenn ich diesen Damen meine Bücher anvertraue.

Bei manchen Leuten hatte ich allerdings auch schon Pech. Da kam das Buch dann zurück und sah stark gelesen aus. Ecken und Kanten bestupst, Buchrücken stark gewölbt, zahlreiche Leserillen. Eine Freundin hat mal gemeint, bei Kerzenschein lesen zu müssen, und hat dann prompt die Kerze umgekippt auf mein schönes Hardcover-Buch. *seufz* (Sie hat mir dann auch Ersatz angeboten, aber das hab ich dann abgelehnt, weil es ein 22 €-Hardcover-Buch war und ich das übertrieben fand, sowas zu fordern. Aber trotzdem war ich dann natürlich schon sehr frustriert.) Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, dass man einem Buch ansieht, dass es gelesen wurde. Oder dass mal was passiert - man lässt das Buch fallen oder macht versehentlich einen Fleck drauf. Wenn es den Leuten auch ehrlich leid tut und es nur ein Unfall war, dann sag ich ja auch nichts. Doch es gibt meiner Meinung nach einfach auch Dinge, die sich vermeiden lassen, wenn man ein Buch, das einem Anderen gehört, einigermaßen mit Respekt behandelt.

Noch mehr aufgeregt hat mich übrigens der Kommentar meines Freundes, als neulich ein ausgeliehenes Buch von mir mit einem ganz fetten Knick im Buchcover zurückkam: "Na ja, hast du explizit dazu gesagt, dass sie das Buch gut behandeln muss?" Ähm, wie bitte?! Ist das etwa nicht selbstverständlich, wenn man sich etwas ausleiht, egal ob Buch, DVD, Klamotten oder sonstiges? Jetzt bin ich also auch noch schuld, weil ich nicht gesagt habe: "Aber bitte behandle das Buch gut, zum Beispiel knick nicht die Seiten um oder sowas." Ich wäre zutiefst beleidigt, wenn mir jemand sowas sagen würde, während er mir ein Buch in die Hand drückt, denn für mich ist das selbstverständlich. Aber ich sehe schon, dass das jeder anders sieht... Was meint ihr denn dazu?

Kommentare:

  1. Doch ich sage so etwas expliziert. Darauf hat tatsächlich einmal in Gegenüber aufs Ausleihen verzichtet. Jeder geht mit Büchern anders um, und jeder hat mit seinen eigenen Büchern auch jedes Recht der Welt dazu. Leider sehen viele geliehene Bücher für den Zeitpunkt des Ausleihens als ihr Eigentum an. Meine Mutter geht mit Taschenbüchern auch nicht sehr pfleglich um und war sogar beleidigt als ich sagte, dass ich ihr keine Bücher meher leihe. Ich kann dich wirlich mehr als gut verstehen, das ist unmöglich, vor allem wenn man selber sehr vorsichtig mit seinen Büchern umgeht.

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    1. Na gut, vielleicht sollte ich das ab sofort auch tun bei Leuten, die noch nie ein Buch von mir hatten. Ich finde es krass, dass das jemand nicht zu Stande bringt, ein geliehenes Buch vorsichtig zu behandeln... Ich gehe ja nicht nur mit meinen eigenen, sondern v. a. mit geliehenen Büchern pfleglich um.

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  2. Ich kann dich da total verstehen. Bei meinen Büchern bin ich auch ziemlich penibel.
    In der Hauptschule habe ich mal einer Mitschülerin ein Buch über österreichische Sagen geliehen. Zurückbekommen habe ich es nie wieder.
    Jetzt tausche ich nur mehr mit meiner besten Freundin. Sie achtet sehr auf die Bücher und da brauche ich mir keine Sorgen machen.

    Schade, dass du damit auch schlechte Erfahrungen gemacht hast.

    Liebe Grüße
    Lyiane

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    1. Das ist natürlich noch besser, wenn man das Buch gar nicht mehr kriegt. Ich musste mal jemandem, dem ich gleich 5 Bücher ausgeliehen hatte, 2 Jahre hinterherrennen...

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  3. Ich kann dich schon verstehen.
    Ich meine: Bücher sind toll und kosten eine Menge Geld.
    Früher habe ich keine Bücher verliehen, weil ich gesehen habe, wie mein Umfeld mit den eigenen Büchern umgegangen ist.
    Kaffeeflecken im Buch, Krümmel, Eselsohren und Leserillen, weil man das Buch einfach offen hinlegt *Träne*...

    Mittlerweile bin ich aber Mama und es kommt hin und wieder vor, dass mein Baby ein Buch erwischt.
    Ich trenne jetzt schon vorher: Bücher, die ich nach dem Lesen verkaufen will werden pingelig wie immer behandelt.
    Bücher, die ich verschenke öffne ich mittlerweile beim Lesen (früher gabs nur einen Minischlitz :D.
    Bücher die ich behalte behandel ich selbst auch toll, aber ich verleih sie mittlerweile auch an meine rauchende Schwester, oder meine zugfahrende Mama :).

    LG
    Steffi

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    1. Wie ging das denn, mit einem Minischlitz lesen? Find ich lustig. :-D

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  4. So traurig es ist, aber in meinem Freundes-/Familien-/Bekanntekreis gibt es niemanden der gerne liest. Das hat natürlich aber auch den Vorteil, dass ich mir über solche Themen keine Gedanken machen muss :D

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    1. Bis vor 2 Jahren hatte ich eigentlich auch niemanden im Freundeskreis, der sich von mir Bücher leihen musste. Hat natürlich auch Vorteile, da hast du Recht. Auch wenn es ganz schön ist, wenn man sich mit Freunden über das ein oder andere Buch austauschen kann.

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)