Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rezension: "Möhrchenprinz" von Jutta Profijt


Daten zum Buch:
erschienen am: 23. September 2013
Verlag: dtv
ISBN: 9783423214711
352 Seiten
Preis: 9,95 € 

Zum Inhalt:
Leonie hat das große Los gezogen: Direkt nach ihrem Studium hat sie eine gutbezahlte Vollzeitstelle als Produktmanagerin in einem Großhandel für Delikatessenfleisch ergattert. Außerdem ist ihr Juniorchef zum Anbeißen süß! Allerdings ist Leo eigentlich bemüht, ihr Leben so ökologisch bewusst wie möglich zu führen - ganz im Gegenteil zu ihrem großen Bruder Daniel, der als Banker ein Jet Set-Leben führt und auf Nachhaltigkeit pfeift. Bis er eines Tages auf Leos WG-Party deren Mitbewohnerin Svenja trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Svenja ist Vegetarierin, macht Yoga und meditiert, studiert die Lehren Buddhas und ist auch ansonsten eine völlig ätherische Erscheinung. Obwohl Svenja am nächsten Tag zu ihrem Selbstfindungstrip nach Indien abreist, stülpt Daniel von heute auf morgen sein Leben radikal um. Er entdeckt nicht nur seine Liebe zu einer nachhaltigen Lebensweise, sondern wird zum Ökoaktivisten par excellance. So schlimm fände Leo das gar nicht, hat sie doch immer ihren Bruder für seinen bisherigen Lebensstil kritisiert. Doch plötzlich hat Daniel es auf Leos Arbeitgeber abgesehen und setzt damit ihren Job aufs Spiel...

Meine Meinung:
Viele kennen Jutta Profijt sicherlich schon als Autorin der „Kühlfach“-Krimiserie. Mit „Möhrchenprinz“ wechselt sie nun das Fach in (grobe) Richtung Chick-Lit. Wobei ich das Buch nicht direkt in diese Sparte stecken würde, da die Geschichte zwar aus Leonies Sicht geschrieben ist und die Liebesgeschichte um sie und ihren Juniorchef eine große Rolle spielt. Doch auch Daniels Part ist enorm wichtig für die Entwicklung der Geschichte. Für mich also kein typischer Frauenroman. 

Die Protagonistin Leo war mir generell sympathisch, jedoch hat es mich öfter mal geärgert, wie viel sie sich von ihren Mitbewohnern, ihrem Bruder, ihrer Mutter und ihrem Chef gefallen ließ. Aber natürlich wäre es kein richtiger Frauenroman, wenn die Protagonistin nicht auch eine (positive) Entwicklung im Laufe der Geschichte durchmachen würde.

Ich kann nicht sagen, dass ich Daniel überhaupt nicht mochte, aber seine Veränderung für meinen Geschmack viel zu schnell (Er sieht Svenja und verändert sich quasi von einer Sekunde auf die nächste.) und war mir auch zu krass. Natürlich trägt dieses überzogene Verhalten dazu bei, die Geschichte am Laufen zu halten und für viele lustige oder skurrile Momente zu sorgen, aber es war mir schon stellenweise etwas zuviel des Guten, und Daniel hat mich manchmal total genervt. Ungefähr ab der Hälfte des Buches konnte ich mich irgendwie mit ihm arrangieren, und erst dann konnte ich die Geschichte auch wirklich genießen.

Allerdings sind Daniels Aktionen tatsächlich bewundernswert. Er hat richtig gute Ideen, auf all die Probleme im Bereich Umwelt und Energie hinzuweisen, wobei er es hier dank seines Vermögens richtig krachen lässt und sich auch des Öfteren scharf an der Grenze zur Illegalität entlang bewegt. All dies ist nicht nur unterhaltsam, sondern so ganz nebenbei wird man auch noch in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit unterrichtet, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger.  

Aber man erhält auch interessante Einblicke in die Marketingstrategien einer großen Firma. Leonie macht trotz ihrer geringen Berufserfahrung ihren Job richtig gut, ist kompetent, eloquent und hat selbst in Stresssituationen noch tolle Ideen. Ich war wirklich beeindruckt von ihrer Professionalität, wenngleich sie sich ziemlich viel von ihrem Chef gefallen lässt und sich für ihre Firma total aufreibt, ohne dass es ihr gedankt wird.

Dies ist das 1. Buch, das ich von Jutta Profijt gelesen habe, aber ihr Schreibstil gefiel mir auf Anhieb. Die Sprache ist locker und witzig, das Buch liest sich richtig flüssig. Auf jeden Fall eine kurzweilige Unterhaltung, die, wenn man sich an die teils überzogenen Personen und Gegebenheiten gewöhnt hat, richtig Spaß macht!

4 von 5 Schreiberpaletten

Kommentare:

  1. Das sehe ich ja erst jetzt - sag mal, was hast du denn da für eine Emomöhre auf dem Foto?!

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  2. Hör bitte auf, mein Gemüse zu dissen!

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  3. Pff, dann soll sich die alte Möhre halt nicht so ins Bild drängen.

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)