Samstag, 27. April 2013

Neuzugänge

Die letzten drei Wochen ist mal wieder was zusammengekommen. Bin ein bisschen spät dran, denn eines der Bücher hab ich ja sogar schon rezensiert.

Gewonnen bei LovelyBooks


- I. Straub, "Südbalkon": Die von der Autorin begleitete Leserunde war sehr interessant, meine Rezension findet ihr hier.
- M. Clausen, "Frettnapf": Das ist meine aktuelle Lektüre. Die Leserunde wird auch rege vom Autor begleitet, macht echt Spaß.

Gewonnen auf dem Blog "LeseLust & LeseLiebe"


- J. Sonnenblick, "Buddha-Boy": Die liebe Charlousie hatte eine tolle Idee auf ihrem Blog. Sie verloste nämlich einige ihrer Leseexemplare. Ich hatte mir dieses Buch ausgesucht, da ich die Story sehr interessant fand, und hatte Glück. 

Nochmal danke, liebe Charlousie!

Ertauscht bei Tauschticket


- Dr. J. Chaos, "Dann press doch selber, Frau Dokta!": Die Beschreibung klang so lustig, dass ich mir das Buch spontan ertauscht habe. Mal sehen, ob ich danach noch Kinder will oder nicht. ;-)

Geschenkt bekommen


- E. Jacobi, "Frau Schick räumt auf": Das Buch habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen. Von meiner Wunschliste runter, "einfach so". Lieb, oder? :-) Über Geschenke freue ich mich immer sehr, aber wenn's auch noch ein Wunschbuch ist, ist das besonders toll!

Nochmal dankeschön!

So, das waren ganz schön viele Neuzugänge, die sich hier die letzten Wochen angesammelt haben. Ich freu mich schon auf jedes einzelne Buch! Und meine Rebuy-Bestellung werde ich euch die Tage auch noch vorstellen. Mein SuB steigt langsam ins Unermessliche...

Dienstag, 23. April 2013

Welttag des Buches - Blogger schenken Lesefreude

Heute ist es soweit: Über 1.000(!) Blogs verschenken heute an ihre Leser ein oder mehrere Bücher anlässlich des Welttages des Buches. Sicherlich habt ihr schon alle von der Aktion gehört und gelesen, weshalb ich jetzt auch gar nicht mehr dazu schreiben möchte. Für weitere Informationen besucht doch einfach den Blog der Initiatoren: https://welttagdesbuches2013.wordpress.com/

Auch ich möchte gerne mitmachen und zwei Bücher verlosen.

1. Gewinn: 

"Die Männer, die wir lieben, und die Luschen, die wir kriegen. Alles, was unmännlich ist" von Sigrid Goddard

Das Buch habe ich selbst schon gelesen. Meine Rezension findet ihr hier. Ich fand es schon ziemlich lustig, nur hat es meinen Humor nicht 100%ig getroffen. Ich glaube aber, dass viele von euch ihre wahre Freude daran haben werden, deshalb möchte ich es gerne jemandem geben, der es mehr schätzt als ich. Das Buch habe ich zwar schon gelesen, aber es sieht noch einwandfrei aus!


2. Gewinn:

"Die 101 wichtigsten Personen der Weltgeschichte" von Udo Sautter

Zugegeben, dieses Sachbuch trifft vermutlich nur den Geschmack von wenigen. Aber da ich ja selbst Altertumswissenschaftlerin bin, muss ich einfach versuchen, euch ein bisschen Geschichte näherzubringen. ;-)
In diesem Buch werden 101 historische Persönlichkeiten vorgestellt, von Ramses II. über Macchiavelli und Shakespeare hin zu Ghandi, Churchill und Chaplin. Es werden also alle Epochen der Geschichte abgedeckt.
Das Buch ist neu und ungelesen.



Was müsst ihr tun, um in den Lostopf zu kommen?

Also schön wäre es ja, wenn ihr Leser meines Blogs seid oder werdet. Mir ist aber klar, dass nicht jeder bei GCF ist, deshalb vertraue ich euch einfach blind. ;-)
Ich hätte aber gerne, dass ihr einen Kommentar hinterlasst. Sagt mir bitte, welches Buch ihr möchtet und warum euch das Buch interessiert. Ihr könnt euch auch für beide Bücher melden.
Ich freue mich auch über Kommentare zu den anderen Beiträgen auf diesem Blog, denn hier sieht es diesbezüglich noch etwas mau aus. ;-) Das ist aber kein Muss!

Die Aktion läuft bis zum 30. April, deshalb würde ich vorschlagen, dass ich Bewerbungen bis zum 30. April um 18 Uhr annehme. Ich verkünde die Gewinner dann zeitnah (Ich hoffe, ich schaffe es direkt danach, kann das aber nicht versprechen.) und bitte diese, sich bei mir innerhalb von einer Woche zu melden, sonst wird neu ausgelost.

Bitte beachtet, dass ich nur innerhalb von Deutschland verschicke. Wer dennoch aus dem Ausland teilnehmen möchte, sollte bereit sein, die Differenz beim Porto zu übernehmen. Natürlich solltet ihr 18 Jahre alt sein oder das Einverständnis eurer Eltern haben.

Und jetzt bin ich gespannt, ob jemand mitmacht. :-) Freu mich schon auf eure Kommentare!

Sonntag, 21. April 2013

Rezension: "Südbalkon" von Isabella Straub

Daten zum Buch:
erschienen am: 6. März 2013
Verlag: Blumenbar
ISBN: 9783351050023
254 Seiten
Preis: 18,99 €

Zum Inhalt:
Ruth Amsel, Anfang/Mitte 30, ist nach einem abgebrochenen Medizinstudium und anschließendem Praktikum in einer Traueranzeigenredaktion arbeitslos. Zusammen mit Langzeitfreund Raoul lebt sie in einer kleinen Wohnung in Wien und spielt für ihn gelegentlich das „siebte Flittchen“. Ansonsten ist Ruths Leben relativ ereignislos. Wenn sie nicht gerade einen Termin bei der „Gesellschaft für Wiedereingliederung“ hat oder sich mit ihrer Freundin Maja in einem Möbelhaus zum Kaffee trifft, beobachtet sie Menschen. Ihre Nachbarn, Patienten der Magenbuchklinik oder wer ihr so über den Weg läuft. Am liebsten wäre Ruth einfach nur weiterhin arbeitslos, um ihre Beobachtungen ungestört fortführen zu können. Doch die Gesellschaft erwartet mehr von ihr. Und auch sonst hat sie es nicht leicht, denn abgesehen von einem noch nicht verarbeiteten Schicksalsschlag, unter dem Ruth leidet, hegt sie den schlimmen Verdacht, Raoul könnte sie betrügen. Und auch ihre Eltern scheinen plötzlich den Verstand verloren zu haben...

Meine Meinung:
„Südbalkon“ ist Isabella Straubs Debütroman. Er ist aus Sicht der Protagonistin Ruth Amsel erzählt, so dass man als Leser auch an ihren Gedanken teilhat. Auch wenn Ruth ein paar eigenartige Ticks hat, fand ich sie von Anfang an sehr sympathisch. Zwar steht sie nicht auf der Sonnenseite, dem Südbalkon des Lebens, aber sie wird nicht als armes, arbeitsloses, betrogenes Opfer dargestellt, sondern als kluge, leicht schräge Person, die aus ihrer Situation das Beste macht.

Die Nebencharaktere wie Ruths Freund Raoul, ihre beste Freundin Maja, Ruths Eltern oder ihr Jobberater Herr Othmar werden aus Ruths Sicht vom Leser wahrgenommen. Nicht jeder dieser Leute war mir sympathisch, aber Ruth selbst redet nicht gehässig oder schlecht über die Anderen und man kann sich so eine eigene Meinung bilden.

Anfangs dachte ich, das Buch sei schwer zu lesen. Ich kann nicht genau sagen, woran das lag, es war eben mein 1. Eindruck anhand der Story und der doch recht gehobenen Sprache. Aber ich bin sehr gut und schnell durchgekommen, und die Sprache war recht locker, aber dennoch niveauvoll. Die Autorin arbeitet viel mit Metaphern und Bildern, von amüsant bis poetisch ist hier alles dabei. Und zu schmunzeln gibt es trotz Ruths ernster Lage genug. Da wären zum einen die nicht wenigen skurrilen Situationen, in die Ruth gerät, und so manch komischer Nebencharakter, zum anderen ihr ironisch, mitunter sarkastischer Blick auf die Welt und die Menschen. Dabei rutscht der Humor jedoch nie ins Triviale ab.

Das ein oder andere Wort musste ich nachschlagen, da auch mal medizinisches Vokabular vorkommt, ein Umstand, der Ruths abgebrochenem Medizinstudium zu verdanken ist. Ruth analysiert die von ihr beobachteten Menschen, versucht ihnen Krankheitsbilder zuzuordnen. Denkt man vielleicht anfangs noch, Ruth sei phlegmatisch und vielleicht nicht gerade sehr gebildet, merkt man so nach und nach, dass Ruth durchaus Köpfchen hat und wohl nur nicht ihr Potential ausschöpft.

Ein kleiner Wermutstropfen: Das Ende kam dann doch etwas zu abrupt und ließ vieles offen. Zwar hat die Autorin immerhin kein Happy End im Hauruckverfahren konstruiert, was vermutlich zu der Geschichte auch nicht gepasst hätte, schon gar nicht, wenn sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hätte. Aber im Endeffekt hört das Buch mittendrin auf, was ich sehr schade fand und mich auch etwas gestört hat. Vielleicht möchte die Autorin, dass man sich selbst den weiteren Verlauf von Ruths Leben ausmalt. Aber ich bin diesbezüglich eher der gemütliche Mensch, der gerne an der Hand genommen und zu einem halbwegs abgeschlossenen Ende geführt werden möchte.

Kleine Schlussbemerkung: Während der Lovelybooks-Leserunde mit Isabella Straub habe ich erfahren, dass das Wien im Buch komplett erfunden ist, von der Autorin liebevoll als „Parallel-Wien“ bezeichnet. Wer also Kenner dieser Stadt ist, sollte hier nicht verzweifeln ob der ihm unbekannten Straßennamen und Gebäude. Und irgendwie passt es ja auch, dass Ruth ihre eigene kleine Welt erhält.

4 von 5 Schreiberpaletten

Donnerstag, 18. April 2013

Dankeschön!

Ich wollte ein kleines Danke an alle sagen, die bisher mitgelesen und kommentiert haben. Ich bin wirklich positiv überrascht, dass ich nach ca. 1,5 Monaten bereits 25 Stammleser habe, das freut mich sehr!


Diese Woche helfe ich einer Freundin beim Umzug, deshalb dauert es noch ein paar Tage, bis ich meine nächste Rezension (zu "Südbalkon" von Isabella Straub) in Ruhe verfassen und online stellen kann. Danach kann ich hoffentlich wieder öfter posten.

Übrigens habe ich auch endlich entschieden, was ich zum "Welttag des Buches" verlose. Es werden zwei Bücher sein: Ein lustiger "Ratgeber" für Frauen und Männer gleichermaßen sowie ein Sachbuch aus der Reihe "C.H. Beck Wissen". Die beiden Bücher stelle ich euch aber dann direkt am 23. April vor, wenn die Aktion startet.

Dienstag, 16. April 2013

Zwischendurch-Geplauder

Ich werde hoffentlich heute noch meine Rezension für "Südbalkon" in Angriff nehmen, aber damit euch nicht langweilig wird, hier mal ein Comic, der haargenau meine Situation mit meinem Freund widerspiegelt:

Nun ja, mein Freund hat jetzt schon bald alle Phasen durch, die der Partner einer Büchersüchtigen wohl so durchmacht: Fassungslosigkeit, Verärgerung, Gleichgültigkeit, Resignation. Mittlerweile faselt er auch immer was von "Bücherverbrennung". Mittlerweile sieht er, ein praktisch veranlagter Mensch, auch langsam das Positive: Er hat den Brennwert eines Durchschnittsbuches ermittelt und meinte, dass wir mal im Falle einer Energieknappheit immerhin genügend Brennmaterial hätten, um einige Zeit auch so durchzukommen. Das finde ich jetzt zwar nicht witzig und sage immer: "Nur über meine Leiche!" (Was langsam nicht mehr sooo weit hergeholt ist, wenn ich manchmal die Augen meines Freundes bei diesen Worten aufblitzen sehe...), andererseits lasse ich ihn am Besten in dem Glauben, dass meine Bücherstapel auch für ihn irgendwann noch nützlich sein könnten. Ab sofort werde ich bei jeder Neuanschaffung sagen: "Ich möchte mich nur für die Energiekatastrophe wappnen!"

Sonntag, 7. April 2013

Neuzugänge

Geschenkt bekommen von meiner Freundin Eva, die ausgemistet hat



- I. L. Minden, "Beim ersten Sonnenstrahl": Gay Romance - ein völlig neues Genre für mich. Bin mal gespannt, wie es mir gefällt. Das Buch ist sogar von der Autorin signiert. :-)
- A. Potter, "Der Wunschzettel": Klingt nach einem typischen Frauenroman und ist also auch definitiv was für mich. ;-)

Nochmal danke, liebe Eva! :-)

Mitgenommen im Umsonstladen

Seit über einem Jahr haben wir jetzt einen Umsonstladen in der Stadt, der von Studenten ehrenamtlich betrieben wird. Dort kann man an 3 Tagen die Woche Sachen, die man nicht mehr braucht, die aber noch brauchbar sind, abgeben und sich selbst alles mitnehmen, was einem gefällt. Wirklich eine tolle Sache! Da die Ehrenamtlichen immer stöhnen, sie hätten zu viele Bücher, trage ich gerne dazu bei, ihr Problem zu lösen. ;-) Wobei ich auch nicht immer was finde, aber diesmal habe ich gleich 3 Bücher entdeckt, die ich mitgenommen habe:

- L. Heller, "Die Paprikantin. Ungarn für Anfänger": Ich liebe die Ullstein-Bücher, die sich mit Ein- und Auswanderern und fremden Kulturen beschäftigen. Über Ungarn habe ich bislang noch kein Buch gelesen.
- R. Boyes, "My dear Krauts. Wie ich die Deutschen entdeckte": Dito.
- E.-E. Schmitt, "Oskar und die Dame in Rosa": Ein Klassiker, den ich gerne mal lesen möchte.


Gewonnen bei Buchgesichter


Ich habe mich vor Kurzem bei buchgesichter.de registriert und bekam daraufhin eine Mail, dass ich ein Überraschungsbuch, das unter den neu registrierten Usern verlost wird, gewonnen habe. Ich war natürlich sehr neugierig, welches Buch es sein wird. Es handelt sich um:

- M. McInerney, "Die Geheimnisse der Familie Templeton": Das Buch kannte ich bislang überhaupt nicht. Ehrlich gesagt sind Familiensagen eher nicht so mein Geschmack. Ich hoffe, das klingt nicht undankbar. :-/ Es ist halt ein Überraschungsbuch, und da kann es passieren, dass man den Geschmack des Lesers nicht ganz so gut trifft. Ich habe mich natürlich trotzdem gefreut, aber da es auch noch 600 Seiten dick ist, wird es in meinem SuB erstmal ganz weit unten landen.

Außerdem habe ich noch auf dem Flohmarkt von A. Bradley "Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet" gekauft. Darauf bin ich auch mal gespannt, da ich bislang nur Gutes über die Reihe gehört habe!

Donnerstag, 4. April 2013

Blogger schenken Lesefreude

Huch, ich hab in der Überschrift erst versehentlich "Lebensfreude" geschrieben. :-D Aber so verkehrt wäre das ja auch nicht gewesen, gell?

Ich habe gestern spontan beschlossen, dass ich bei der Aktion auch mitmachen werde. Die meisten von euch haben sicherlich schon davon gehört, wie das Ganze funktionieren wird, aber ich werde es trotzdem nochmal ganz kurz zusammenfassen:

Letztes Jahr gab es ja zum "Welttag des Buches" eine ganz tolle Aktion: Da durften 33.333 Leseratten jeweils 30 Exemplare eines Buches weiterverschenken. Damals hatte ich auch Glück und durfte "Die Drachen der Tinkerfarm" weiterverschenken. Wobei ich auch ganz ehrlich sagen musste, ich war voller Enthusiasmus, anderen mit den Büchern eine Freude zu machen, musste aber dann doch feststellen, dass in meinem Bekanntenkreis viele abwinkten und sagten "Nö, lass mal, interessiert mich nicht." Da war ich richtig enttäuscht.

Trotzdem war das eine sehr schöne Aktion - wie schade, dass sie dieses Jahr aussetzt.

Jedenfalls gibt es die o. g. Initiative, bei der sich Blogger anmelden können, die anlässlich des "Welttages des Buches" ein Buch verlosen möchten. Am 23.4.2013 wird dann in einem Beitrag das Buch vorgestellt und am 30. April ausgelost. 

Genauer nachlesen könnt ihr das z. B. hier:
https://www.facebook.com/BloggerSchenkenLesefreude

Ich weiß noch nicht so genau, welches Buch ich verlosen werde. Vielleicht sind es sogar mehrere, mal schauen. Auf jeden Fall werde ich dabei sein! 

Übrigens hat die Aktion einen eigenen Blog, auf dem ab heute täglich Beiträge vorgestellt werden und dazu jeweils ein Buch verlost wird. Wer zudem alle Gewinnfragen des gesamten Zeitraumes beantwortet UND täglich Werbung für die Aktion auf seinem eigenen Blog macht, kann ein Bücherpaket gewinnen. Mir ist das allerdings zuviel, dass ich jeden Tag hier über die Aktion posten soll. Ich möchte hier lieber meine eigenen Beiträge posten und nicht soviel Werbung machen. ;-)

Dienstag, 2. April 2013

Rezension: "Log Out!" von Oliver Uschmann & Sylvia Witt

Daten zum Buch:
erschienen am: 10. September 2012
Verlag: Script5
ISBN: 9783839001295
343 Seiten
Preis: 12,95 €


Zum Inhalt:
Paul Planbaum, 19 Jahre jung, hat gerade sein Abitur geschafft und langweilt sich jetzt. Sein Vater ist mitsamt Lebensgefährtin zu einer mehrmonatigen Weltreise aufgebrochen, den besten Freund Benny hat es zum Studium ins weit entfernte Bamberg verschlagen, und um eine Ausbildungsstelle hat sich Paul auch viel zu spät gekümmert.  Paul plant eben nicht gerne im Voraus. Durch einen Zufall kommt er auf die Idee, einen Survivalblog zu schreiben. 26 Einträge soll er haben – von A bis Z. Der Blog wird ein voller Erfolg, Paul ist der neue Star am Bloghimmel, und selbst „Die Zeit“ berichtet über ihn. Aber wo Erfolg ist, da sind auch Neider und Kritiker, und so läuft Pauls Projekt irgendwie aus dem Ruder und der Hype um ihn und seinen Blog nimmt ungeahnte Ausmaße an. Paul verspricht seinen Lesern, 100 Tage ohne Geld durch Deutschland zu wandern. Jetzt kann sich Paul nur noch auf seine neue Mailfreundin Sonja und den „Pfandpunk“ Mirko verlassen.

Pauls Experiment scheint zum Scheitern verurteilt, doch nicht etwa, weil er nicht fähig ist, sich mittellos durch die Zivilisation zu schlagen, sondern weil Fans und Neider ihm – gewollt oder ungewollt - das Leben schwer machen. Dazu noch ständig die Medien, die ihm auflauern und über ihn berichten wollen. Darüber hinaus kämpft Paul nicht nur mit seinen aufkeimenden Gefühlen für Sonja, die ein Geheimnis hütet, sondern auch mit einem 7 Jahre zurückliegenden Trauma. 

Meine Meinung:
Obwohl Paul ein „Wohlstandskind“ und für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr auf Sport fixiert ist, war er mir von Anfang an sympathisch. Er ist höflich, sensibel, humorvoll, rücksichtsvoll und hat moralische Werte, die mir persönlich sehr sympathisch sind. Er vermisst seinen besten Freund, der sich einfach nicht mehr meldet, und verbringt vor Erstellung seines Blogs die meiste Zeit damit, sich zum 100. Mal seine „Navy CIS“-Staffeln anzuschauen, die er auswendig mitsprechen kann. Die ganzen Vergleiche mit den Charakteren von „Navy CIS“ und Pauls Umsetzung von Gibbs Regeln fand ich dann auch wirklich amüsant, auch wenn ich die Serie nur sehr oberflächlich kenne. Echte „Navy CIS“-Fans könnten also vermutlich ihre wahre Freude daran haben.

Die Geschichte gibt nicht nur gute Tipps, wie man sich ohne Geld und andere Annehmlichkeiten durchschlagen kann, sondern regt auch an zum Nachdenken. Über die Qualität des eigenen Lebens, was man wirklich zum Leben braucht und was nicht, wie man mit mittellosen Menschen umgeht, wie schnell man Andere verurteilt, wie locker einem Kritik von der Hand geht, wenn man sie anonym im Internet posten kann und v. a. über die Macht, die die neuen Medien haben können, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Es ist erstaunlich, welche Ausmaße die Reaktionen auf einen privaten Blog, der eigentlich nicht mehr als unterhalten sollte, annehmen können. 

Das Buch ist aus Pauls Sicht in Ich-Form geschrieben, immer wieder unterbrochen von Pauls Texten und seinem Mailverkehr mit Sonja. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, locker-luftig, ironisch, aber auch niveauvoll und nicht ins Seichte abdriftend. Man rutscht förmlich durch das Buch und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Mit dem Roman „Log Out!“ hat das Autoren-Ehepaar Oliver Uschmann und Sylvia Witt einen interessanten und amüsanten Roman mit sympathischen Figuren geschrieben, der uns die Macht der modernen Medien auf erschreckende Weise vor Augen führt. 

5 von 5 Schreiberpaletten