Donnerstag, 27. Juni 2013

Buch direkt beim Verlag anfordern - Frage an die erfahrenen Blogger

Ich muss jetzt einfach mal in die Runde fragen, wie das eigentlich so genau funktioniert, dass man ein Exemplar beim Verlag anfordert. Ich hab das ja öfter schon gelesen, dass einige von euch das regelmäßig machen und dann auch ein Rezensionsexemplar kriegen.

Ich will das jetzt nicht einfach nachmachen und auf diese Weise irgendwie ganz viele Bücher "abgreifen" oder so. Aber im Mai kam ein Buch heraus, das mich wirklich wirklich wirklich sehr interessiert. Es ist die Autobiographie einer Ägyptologin, was mich ja schon von Berufs wegen stark interessiert (Davon abgesehen, dass ich Autobiographien eh sehr gerne lese.). Leider kostet das Buch 20 €, was in meinem nicht vorhandenen Budget einfach nicht drin ist, sonst würde ich es mir halt kaufen. Und unsere Bibliothek schafft das Buch auch nicht an, ist einfach zu wenig "Mainstream".

Also hab ich hin- und herüberlegt und mir gedacht, ich probier das jetzt einfach mal und schreibe den Verlag an. Das hab ich dann auch gemacht, mich kurz vorgestellt und geschrieben, was ich dem Verlag anbiete: Rezensionen auf Blog, Lovelybooks, Amazon und Verteilung der Rezension unter Ägyptologen, von denen ich ja einige kenne (z. B. über Facebook). Zusätzlich dazu - falls Werbematerialien vorhanden - würde ich Werbung bei uns an der Uni auslegen, wo ja auch genügend Interessenten rumlaufen.

Leider hab ich nach 2 Wochen immer noch keine Reaktion. Und deshalb wollte ich mal wissen, wie das denn bei euch so gelaufen ist? Kriegt man überhaupt eine Rückmeldung, wenn die einem das Buch NICHT geben wollen? Das fände ich ja eigentlich schon ganz nett, dann weiß man wenigstens Bescheid. Aber ich weiß ja nicht, wie die solche Anfragen bearbeiten, ob die da haufenweise welche kriegen... Das Buch hat bislang nur 3 Rezis, es ist eben ziemlich speziell, und deshalb dachte ich, dass die ganz froh sind, wenn da jemand Werbung für machen will. Ist also kein Buch, wo ich denke, dass da groß Leute anfragen.

Vielleicht hab ich auch an die falsche Adresse geschrieben. Da ich nicht wusste, wer dafür zuständig ist, habe ich einfach an die allgemeine Mailadresse geschrieben. Ich dachte mir, dass das dann vielleicht an die richtige Stelle weitergeleitet wird.

Wie gesagt, ich will das jetzt gar nicht bei mir etablieren, aber dieses Buch würde ich wirklich supergerne lesen. :-) Vielleicht hab ich denen ja auch zu wenige Leser?

Würde mich freuen, wenn ihr mir kurz eure eigenen Erfahrungen schildern könntet. Danke! :-)

Sonntag, 23. Juni 2013

Abgebrochen: "Ich bin hier bloß die Katze" von Hanna Johansen

Oh mann, also ich breche echt wirklich SELTEN Bücher ab. Die kann ich wirklich an einer Hand abzählen. Aber dieses Buch war die 50 Cent, die ich auf dem Flohmarkt ausgegeben habe, nicht wert...

Eins vorweg: Ich liebe Katzen, und das Buch bzw. die Buchreihe wird ja ziemlich gehypt. Zumindest hatte ich das so im Kopf, als ich das Buch sah, und dachte mir: "Ach, die sollen doch so gut sein, nimm mal mit!"

Im Auto fing ich an, meinem Freund daraus vorzulesen, merkte aber schnell, dass es echt stinkend langweilig ist. Mein Freund meinte dann auch: "Du musst nicht unbedingt laut weiterlesen..." Ich hab mich dann bis Seite 53 durchgequält. Da es nur 126 Seiten hat, dachte ich, ach komm, das schaffst du, das liest sich ja schnell. Aber dann hab ich auf meinen großen SuB geschielt und mir gedacht, ich verschwende ab sofort keine Zeit mehr mit Büchern, durch die ich mich nur quäle.

Also es ist superlangweilig und der Schreibstil ist auch... na ja... wenig anspruchsvoll. Dass der Leser gesiezt wird, finde ich ein bisschen affig, weil das Buch angeblich für Kinder sein soll, was es meiner Meinung nach absolut nicht ist. Mir wäre es lieber gewesen, der Leser würde überhaupt nicht angesprochen werden, das fand ich auf Dauer irgendwie nervig. Es passiert so rein gar nichts in dem Buch und das meiste wird ständig wiederholt. Ich hatte das Gefühl, da dachte sich jemand: "Ich schreib mal was über Katzen, was so richtig typisch ist für die Viecher, denn Katzen kommen ja immer gut!", und hat dann wahllos drauflos getippt.

Echt schade, aber absolut nix für mich! Wer Lustiges über Katzen lesen will, möge sich z. B. an "Schmitz' Katze" von Ralf Schmitz halten.

Freitag, 21. Juni 2013

Rezension: "Lachmöwen kennen keine Witze. Verdrehte Fauna für Fortgeschrittene" von Dorthe Landschulz

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. Juni 2013
Verlag: rororo
ISBN: 9783499619830
96 Seiten
Preis: 6,99 €

Zum Inhalt:
Das Buch umfasst 96 Seiten, ist also recht dünn, dafür aber auch für 6,99 € absolut erschwinglich. Die Cartoons sind in schwarz-weiß gedruckt, es wäre natürlich schöner gewesen, wenn das Buch auch innen bunt gewesen wäre, aber das war sicherlich eine Kostenfrage.

Meine Meinung:
Nach einem kurzen Vorwort des Cartoonists Til Mette und einer Einführung durch die Autorin kann sich der Leser an 90 alphabetisch sortierten Cartoons erfreuen, die ihm die Welt der Fauna mal von einer anderen Seite zeigen. Von der Ambi-Ente über den Geschlechterkampfhund, das C-Bra (Das hier entgegen seiner Natur mal nicht am Ende der Liste steht.) oder den Piña Koala hin zum Zugvogel lernt man possierliche Tierchen kennen, die man so sicherlich noch nie gesehen hat. Circa die Hälfte der Cartoons wurden noch nie veröffentlicht und sind nur in diesem Buch zu sehen. Als Extra gibt es noch zum Schluss die Umsetzung der Gewinneridee des Facebookwettbewerbs „Ein Fan – Ein Tier“.

Bei jedem Cartoon steht erstmal der Tiername darunter und dann eine kurze Erklärung. Beispiel: „Die Exhibitionistenfledermaus: Diese Tiere sind ihren Trieben hilflos ausgeliefert.“ Die 90 Cartoons liest man in einem Rutsch durch, da sie gemäß ihrer Natur mit eher wenig Text ausgestattet sind. 

Zum Lachfaktor der Bildchen: Manche Tiere fand ich nicht so lustig (z. B. die Meise), aber die meisten Wortwitze sind wirklich gelungen (z. B. das Bullenschwein), und die Zeichnungen sind wirklich putzig. Es war jetzt nicht so, dass ich von vorn bis hinten gebrüllt hätte. Mein Humor ist allerdings schwer zu treffen. Mein Freund z. B. hat bei ganz anderen und mehr Tieren gelacht als ich. Also alles Geschmackssache. Manchmal werden existierende Tiere anders interpretiert (z. B. die Libelle), manchmal werden auch neue Tiere erfunden (z. B. die Mitgift). Bei einigen Cartoons musste es bei mir erstmal oben im Stübchen ein bisschen rattern, bis ich den Wortwitz verstand. Aber subtiler Humor gefällt mir. (Vielleicht war der Humor auch gar nicht subtil, sondern ich nur zu doof, aber so hört sich das besser an.) 

Um die Quintessenz dieses Büchleins zusammenzufassen, muss ich ein paar Worte aus Dorthe Landschulz‘ Vorwort klauen: Es handelt sich hier um „das unglaublichste, unsinnigste und unwichtigste Nachschlagewerk über Tiere“, in dem man „sinnlose Informationen, skurrile Fakten, gefährliches Halbwissen und bewusste Falschinformationen aus einer bis dato vollkommen unentdeckt gebliebenen Tierwelt“ finden kann. Ein lustiges Lesehäppchen für zwischendurch, das auch gut zum Verschenken geeignet ist an Leute, die gerne lachen oder sonst nichts zum Lachen haben. 

4 von 5 Schreiberpaletten


Mittwoch, 19. Juni 2013

Neuzugänge: Rebuy-Bestellung

Mich hat's mal wieder gerissen... Stolze 16 Bücher habe ich beim Ausverkauf auf Rebuy bestellt. Etliche davon stehen schon länger auf meiner Wunschliste, und da keines der Bücher mehr als 89 Cent gekostet hat, bin ich total happy mit meinen Schnäppchen. Allerdings hab ich jetzt nicht nur einen SuB in der Größe und Breite der Alpen, ich bzw. wir kriegen langsam auch ein echtes Platzproblem. Ich sehe langsam ein, dass ich ein Suchtproblem habe. Aber hier gibt's keine Gruppe der anonymen Büchersüchtige, ich hab schon geguckt. Ehrlich, ich weiß nicht, was ich dagegen machen soll. Außer lesen lesen lesen. Aber kaufen geht halt schneller als lesen. ;-)

Also hier sind meine neuen Babies:

















Das Buch "Wie gut ist Ihre Allgemeinbildung?" hab ich schon durch und nun ja... hüstel hüstel... ich zähl nicht unbedingt zu den gebildetsten Deutschen. Also eigentlich bin ich ganz unten gelandet in der Hierarchie der Schlauen. Dummdidumm... Aber eigentlich hab ich ja nur Daniela Katzenbergers Rat "Sei schlau, stell dich dumm" beherzigt. ;-) Die ist damit ja auch sehr erfolgreich.

Ansonsten ist das ne bunte Mischung, ein paar waren auf meiner Wunschliste, ein paar Spontankäufe, z. B. "Feuchtgebiete". Das ist wieder so ein Buch, das ich mal gerne lesen würde, weil es seinen Ruf weghat.

Montag, 17. Juni 2013

Rezension: "Der Altmann ist tot" von Frl. Krise & Frau Freitag

Daten zum Buch:
erschienen am: 24. Mai 2013
Verlag: Rowohlt POLARIS
ISBN: 9783499251115
256 Seiten
Preis: 14,99 €

Zum Inhalt:
Der Mathelehrer Günther Altmann ist tot. Angeblich von der Treppe an der Reichstagskuppel gestürzt. Doch Altmanns Kolleginnen Frl. Krise und Frau Freitag sind sich sicher: Ein fitter Kerl wie der Günther fällt doch nicht einfach ne olle Treppe runter und stirbt! Schnell reift die Idee, es könne sich hier um Mord handeln. Immerhin ließ Günther zu Lebzeiten nichts anbrennen und war bei vielen, auch bei den Schülern, sehr unbeliebt. Und wieso ist Kollegin Schirmer so fertig mit der Welt? Hatte die etwa was mit ihrem Kollegen? Aber der war doch verheiratet und sollte bald Vater werden? Allerdings sieht seine junge Frau gar nicht sooo traurig aus und tröstet sich schnell mit ihrem Fitnesstrainer. Irgendwas stimmt doch da nicht! Frl. Krise und Frau Freitag betätigen sich neben dem alltäglichen Schulwahnsinn immer mehr als Hobby-Kommissarinnen – und plötzlich stecken die beiden neugierigen Lehrerinnen mir nichts, dir nichts tiefer im Mordfall Altmann drin, als ihnen lieb ist.

Meine Meinung:
Viele kennen Frl. Krise und Frau Freitag bereits durch ihre erfolgreichen Blogs und die Bücher, die die beiden (einzeln) veröffentlicht haben. Darin erzählen sie von ihrem Schulalltag an einer Problemschule. Dass die beiden sich jetzt zusammengetan und einen Krimi geschrieben haben, finde ich eine lustige Idee. Da ich seit ca. 2 Jahren Frl. Krises Blog verfolge, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

Die Sprache ist recht einfach, aber lebendig mit viel wörtlicher Rede, und das Buch liest sich flüssig und schnell. Suboptimal fand ich allerdings den ständigen Perspektivenwechsel. Frl. Krise und Frau Freitag wechselten sich mit dem Erzählen ab, wobei es auch öfter vorkam, dass eine der beiden mehrere Leseabschnitte übernahm. Zwar konnte man so den beiden bei ihren Ermittlungen auch getrennt folgen. Aber wer jetzt gerade erzählt, konnte man immer nur aus dem Kontext erschließen, was mich manchmal etwas verwirrte, v. a. wenn die beiden zusammen auftraten.

Natürlich lebt auch dieses Buch von den Ereignissen in der Schule, allen voran von den Dialogen mit den Schülern, die immer wieder erheiternd sind, auch wenn es ein bisschen gemein ist, über den Slang und die mangelnde Bildung der meist türkischstämmigen Schüler zu lachen. Sie sind ja trotzdem oder vielleicht gerade deshalb irgendwie alle liebenswürdig. Doch hier stehen die Schüler ausnahmsweise mal nicht im Vordergrund, und zumindest in der 1. Hälfte des Buches gab es für meinen Geschmack zu wenige Dialoge mit ihnen. Aber dies ist ja auch ein Krimi, in dem Frl. Krise und Frau Freitag im Mittelpunkt stehen und nicht die Schüler.

Frl. Krise und Frau Freitag sind sympathische Figuren, denen man gerne beim Ermitteln zuschaut... äh... liest. Auch die Nebenfiguren muss man mögen: Männe und Freund, die aber auch nur untätig daheim herumsitzen dürfen und ihre unvernünftigen Weiber (erfolglos) zur Vernunft bringen wollen. Die verschiedenen Lehrerkollegen, vom Streber bis zum Faulenzer alles dabei. Die Schüler, die ihre Lehrer zur Weißglut treiben, dann aber auch wieder furchtbar lieb sein können. Und natürlich Onkel Ali, der gutmütige Ladenbesitzer, der von den beiden Möchtegern-Miss Marples auch noch unschuldig mitten in den Ermittlungsstrudel gezogen wird.

Die Geschichte lebt von zahlreichen Zufällen. Immer dann, wenn Frl. Krise und Frau Freitag ratlos sind oder die Puzzleteile nicht richtig zusammensetzen können, fliegen ihnen quasi die nächsten Hinweise durch Zufall zu. Dies wirkte auf mich oft stark konstruiert und übertrieben. Ich hätte mir da etwas weniger Zufälle gewünscht, um die Geschichte weniger künstlich wirken zu lassen. Dennoch blieb wirklich bis zum Schluss offen, wer nun wirklich der Täter war, was ich persönlich sehr gut fand und für den fehlenden Spannungsbogen entschädigte.

Ansonsten waren die beiden Ermittlerinnen sehr einfallsreich, um an die Informationen zu kommen, die ihnen nicht gerade zufällig in den Schoß fielen, und scheuten weder Kosten noch Mühen. Wobei die beiden Damen, allen voran die impulsive Frau Freitag, hier für meinen Geschmack manchmal etwas zu kopflos handelten und sich selbst öfter als einmal in (potentielle) Gefahr brachten.

Liebhaber klassischer, „seriöser“ Krimis werden mit diesem unüblichen Ermittlungsduo vielleicht nicht unbedingt glücklich, aber Fans der beiden Lehrerinnen werden das Buch sicherlich lieben, und auch diejenigen, bei denen der Funfaktor vor dem zu lösenden Fall an sich kommen darf, werden es mögen. Auch wenn man ein paar Dinge hätte besser machen können, hatte ich viel Vergnügen beim Lesen.

Übrigens wird bereits im Klappentext angekündigt, dass es sich hier um den Auftakt einer ganzen Krimireihe handelt. Ich bin schon gespannt auf den 2. Teil und hoffe, dass die Geschichte diesmal ein bisschen weniger konstruiert ist.

4 von 5 Schreiberpaletten

Sonntag, 16. Juni 2013

Rätselauflösung

Vor 2 Wochen habe ich hier eine Widmung von einem Autor gepostet und wollte euch raten lassen, um wen es sich handeln könnte. Leider hat niemand mitgeraten, na ja, außer Eva, die aber genau wusste, bei wem ich war und das nur machte, damit ich mich über einen Kommentar freue. (Danke Eva, sehr lieb von dir! :-))

Ich will es trotzdem auflösen:

Bei dem Autor handelt es sich um MICHAEL PEINKOFER.

Wie gesagt habe ich noch nie etwas von ihm gelesen. Er stellte bei seinem Besuch im Hugendubel das Buch "Die Herrschaft der Orks" vor. Man muss ja bei Hugendubel immer unterscheiden zwischen "Vorstellung" und "Lesung". Die richtigen Lesungen finden hier meist in einem Veranstaltungssaal statt, wo der Eintritt irgendwas zwischen 10 € und 20 € kostet. Zu sowas gehe ich nicht, denn das ist mir echt zu teuer.

Manchmal lesen die Autoren aber auch kostenlos im Laden. Oder sie stellen das Buch halt nur vor, d.h. sie erzählen kurz etwas über den Inhalt und beantworten Fragen.So war das auch bei Michael Peinkofer, aber ich muss zugeben, dass ich zu spät kam, und als ich den Laden betrat, war er schon dabei, die Bücher zu signieren. Das Interesse war allerdings echt mau und er war schnell durch. Ich habe sowieso den Eindruck, dass man hier in Würzburg kein großes Interesse daran hat, Autoren mal persönlich zu erleben. Schade.

Jedenfalls war Michael Peinkofer wirklich sehr nett. Signieren ließ ich dieses schon etwas ältere Buch:


Er fragte mich, ob es mir gefallen hat, und da ich es noch nicht gelesen hatte, antwortete ich: "Ich hab es leider noch nicht gelesen, aber ich freu mich schon drauf, denn ich bin Ägyptologin." Woraufhin er meinte: "Oh je, oh je, das ist ja wie in der Schule bei einer Prüfung." und der Hugendubelmitarbeiter witzelte, dass ich es ihm dann mit lauter roten Markierungen zurückschicken werde. Na ja, so weit wird es sicherlich nicht kommen, signierte Bücher behalte ich prinzipiell, egal ob gut oder schlecht. ;-)

Ist auf jeden Fall immer interessant, die Leute hinter den Büchern zu sehen. Und ich liiiiiebe signierte Bücher! :-)

Freitag, 14. Juni 2013

Neuzugänge

Und wieder haben es ein paar Schätzchen zu mir geschafft. Da ich kein Speedreader bin, wächst mein SuB langsam ins Unermessliche, quasi in Mount Everest-Dimensionen...

Gewonnen bei Claudias Bücherregal

Claudia hatte auf ihrem Blog eine klasse Geburtstagsaktion, bei der sie unglaubliche 11 Bücherpakete verlost hat. Und obwohl vermutlich wahnsinnig viele Leute mitgemacht haben, hatte ich tatsächlich Glück, das "Gemischte Knaur-Paket" zu gewinnen. Ich freu mich riesig, denn ein ganzes Paket hab ich noch nie gewonnen! :-) Und schon zwei Tage später kam der DHL-Mann und hat mich mit diesen drei niegelnagelneuen Büchern beglückt.:

- H. Abidi, "Wahrheit wird völlig überbewertet": Auf dieses Buch freue ich mich am meisten, davon habe ich schon gehört und hatte es mir vorgemerkt.
- A. Hertz, "Flitterwochen": Ich wollte schon immer mal ein Anne Hertz-Buch lesen, jetzt komme ich nicht mehr drumherum. ;-)
- K. Rose, "Todesherz": Ich lese ja superselten Thriller und diese Reihe kenne ich noch nicht. Bin mal gespannt.


Gewonnen beim Verlag Kiepenheuer&Witsch

- J.-L. Bannalec, "Bretonische Brandung": Kommissar Dupins zweiter Fall: Diese Krimireihe kannte ich noch gar nicht, und französische Krimis habe ich auch noch nie gelesen. Bin mal gespannt.


Gewonnen bei LovelyBooks

 - D. Landschulz, "Lachmöwen kennen keine Witze": Die Idee zu diesem Buch basiert auf einer Facebook-Seite der Autorin, in der sie Cartoons veröffentlicht. Auch in diesem dünnen Büchlein findet man lustige Zeichnungen von etwas ungewöhnlichen Tieren.
- Frl. Krise/Frau Freitag, "Der Altmann ist tot": Da ich den Blog von Frl. Krise schon seit ca. 2 Jahren verfolge, musste ich mich einfach auf diese Leserunde bewerben. :-)


Geschenkt bekommen von meinem besten Freund ("Einfach so.")

- G. Huth, "Der Schoppenfetzer und seine weinfränkischen Wengertsgschichtli": Beim Schoppenfetzer handelt es sich um eine regionale Krimireihe, die ich total gerne lese und wo ich auch die Bücher unbedingt besitzen möchte. Das war der letzte Band, der mir aktuell noch gefehlt hat.


Im Tauschregal mitgenommen

Letztes Wochenende haben wir uns familientechnisch in Hannover herumgetrieben, und dort stehen ja total viele Tauschregale. Wir sind dann an zwei vorbeigefahren und ich habe mir folgendes mitgenommen:

- C. Ahern, "Ich schreib dir morgen wieder": Von dieser Autorin habe ich auch schon so vieles gehört, aber nie was gelesen. Ich bin schon gespannt, ob mir das zu schnulzig ist. ;-)
- arsEdition, "Kluge Frauen, die unsere Welt bewegen": Ein hübscher Tischaufsteller. :-)

Dienstag, 11. Juni 2013

Rezension: "Und es hat Om gemacht" von Florian Tausch

Daten zum Buch:
erschienen am: 18. Februar 2013
Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442478736
288 Seiten
Preis: 8,99 €

Zum Inhalt:
Viktor ist Teilzeit-Fernsehkoch bei einem kleinen Berliner Sender. Yoga, Ayurveda und diesen ganzen Esoterik-Kram findet er total dämlich. Als ihn seine langjährige Freundin Bettina für ihren Yogalehrer Niels mit dem Riesendödel verlässt und sich mit diesem auf einen mehrmonatigen Erleuchtungstrip nach Indien aufmacht, steigert dies Viktors Hass auf alles Esoterische ins Unermessliche. Er vergeigt deshalb sogar einen wichtigen Fernsehauftritt, verliert seinen Job und zerschlägt als Höhepunkt seiner Frustaktionen das Schaufenster von Bettinas Yoga-Studio. Dumm nur, dass er dabei erkannt wird. Doch der Besitzer schlägt Viktor einen Deal vor: Wenn er 3 Monate lang in seinem Studio Yoga lernt, wird Viktor nicht angezeigt. Viktor willigt ein und erkennt bald die Vorzüge des Yogas: Die knackigen, gelenkigen Yoginis und die bezaubernde Yogalehrerin Maya. Viktor könnte sich so schön seinen Hormonen hingeben, wäre da nicht eine seltsame Gestalt, die ihm in seinen Meditationsphasen begegnet...

Meine Meinung:
Florian Tausch hat einen unterhaltsamen, amüsanten Roman geschrieben, der sich flott und angenehm lesen lässt. Der Schreibstil ist lebendig, der Autor drückt sich sehr gut und gehoben aus und arbeitet viel mit Bildern und Metaphern.   

Die Geschichte ist in 3 große Leseabschnitte unterteilt: „Heul doch!“, „Da staunst du, was?“ und „Wenn das mal gut geht!“ und in insgesamt 33 Kapitel (plus Prolog und Epilog). Sie ist aus Viktors Sicht geschrieben. Zuerst ist man sich nicht ganz sicher, ob man den Protagonisten mögen soll. Er suhlt sich sehr in seinem Hass auf alles Esoterische und verarbeitet die Trennung von Bettina anfangs extrem schlecht. Aber im Grunde ist Viktor von Anfang an ein netter Kerl mit dem Herz am richtigen Fleck. Im Laufe des Buches, das sich über mehrere Monate erstreckt, macht Viktor eine enorme Wandlung durch.

Sympathisch sind auch die Nebenfiguren. Ob Maya, die sympathische, sehr attraktive Yogalehrerin, Rudi, der hilfsbereite Mitbewohner, der Viktor auch mal den Kopf wäscht, wenn’s nötig ist, Viktors Alt-Hippie-Vater mit seinen sehr lockeren Ansichten oder Yogayoni, die Viktor die Kunst des Tantras nahe bringt. Dazu noch weitere skurrile Charaktere wie der indische Koch, von Viktor „Froschfresse“ genannt, und natürlich Sri Albert. Wer sich hinter diesem Namen versteckt, wird allerdings hier nicht verraten...

Yogafreunde werden vermutlich ihren Spaß an diesem Buch haben. Aber auch Leute, die sich Yoga und Esoterik nicht gänzlich verschließen, werden dieses Buch mögen. Vielleicht sogar Yogahasser – die können dann mit Viktor zusammen nach und nach ihre Abneigung bekämpfen. Wer also denkt, „Asanas“ sei eine gelbfleischige exotische Frucht mit Tippfehler, wird hier viel Neues lernen! Dabei wird jedoch nicht versucht zu missionieren.

Ich persönlich gehöre zur Zielgruppe „Yogaunerfahrene, aber prinzipiell Interessierte“ und hatte nach der Lektüre richtig Lust, das nächste Yogastudio zu stürmen und Viktors spirituelle Erfahrungen zu teilen. Ein paar Sachen waren mir zwar einen Hauch zu esoterisch, aber dies wird jeder je nach Wissen und Interesse anders empfinden.  Suboptimal fand ich auch, dass es keine konkreten Zeitangaben gab. Die Geschichte erstreckt sich über etliche Monate, aber ich konnte nicht immer nachvollziehen, wieviel Zeit zwischen den Kapiteln vergangen war.

Mein Fazit: Ein kurzweiliger, amüsanter Lesespaß, der allerdings nicht – wie man vielleicht beim Lesen des Klappentextes vermuten könnte – ins Seichte abdriftet oder für große Lacher sorgt, sondern durchaus auch seine nachdenklichen Seiten hat.

4 von 5 Schreiberpaletten

Montag, 10. Juni 2013

Getaggt: 11 Fragen

Heute wurde ich zum 1. Mal getaggt, uiuiui! Was ganz Neues - danke hierfür an Antonia von "That Auntie that ran away". :-)

Also, die Regeln sind folgendermaßen:

1. Als Dankeschön den Tagger verlinken.
2. 11 Fragen vom Tagger beantworten.
3. 11 neue Fragen ausdenken.
4. 10 Blogger taggen, die unter 200 Follower haben, und es ihnen mitteilen.

Verlinkt habe ich ja schon, also beantworte ich jetzt mal die 11 Fragen:

1. Welches Buch hat dich zuletzt wirklich (positiv oder negativ) überrascht?
Ich denke, das war R. J. Palacios "Wunder". Ich durfte dieses zauberhafte Jugendbuch für LovelyBooks rezensieren, und ich hatte schon zahlreiche Rezis dazu gelesen. Alle haben sich vor Lob überschlagen, und ich dachte mir: "Hm, wieder so ein Buch, das völlig überschätzt wird." Aber dann las ich es und fand es einfach nur HAAAAACH und hab die nächste 5-Sterne-Rezi hinterhergeschoben. ;-)

2. Gibt es ein Genre, das du ganz sicher nicht lesen würdest und warum?
Also ich lese eigentlich echt alles, solange es sich interessant anhört. Aber was ich schonmal prinzipiell nicht in die Hand nehmen würde, sind so Western-Romane. Ich mag Cowboys und so Zeug überhaupt nicht. Außerdem würde ich auch keine Science Fiction-Sachen à la Perry Rhodan lesen.

3. Würdest du sagen, dass dir Bücher, die in gewissen Ländern spielen bzw. von Autoren aus gewissen Ländern sind, ganz besonders gut gefallen?
Nö, das konnte ich noch nicht feststellen. Autorenmäßig lande ich oft bei deutsch- oder englischsprachigen Autoren, aber vielleicht ist das einfach so, weil die am stärksten vertreten sind in diesem Land. (Abgesehen von den schwedischen Krimiautoren, aber z. Z. lese ich kaum Krimis.) Ich mag berufsbedingt Bücher, die was mit Ägypten zu tun haben, aber da bevorzuge ich dann Sachbücher oder Biographien.

Und die liebe Antonia hat gleich nochmal eine 3. Frage gestellt ;-):

3. Welcher Charakter aus einem Buch hat dich (zuletzt) in den Wahnsinn getrieben?
Das war bei "Harold" von Einzlkind. Ich fand sowohl die Hauptfigur als auch den 11jährigen Melvin unerträglich - das Buch habe ich auch nach 100 Seiten abgebrochen.

4. Welches von allen Seiten hochgelobte Buch konntest du nicht beenden?
"Hallo Mister Gott, hier spricht Anna". Furchtbar...

5. Bücher sammeln oder doch lieber Büchereien und ähnliche Angebote nutzen?
Also prinzipiell besitze ich Bücher sehr gerne. Aber bei den meisten reicht es mir, wenn ich sie mal gelesen habe. Ich bin Mitglied der Stadtbücherei, leihe mir gerne was von Freunden aus, kaufe mir aber auch viele Bücher (budgetbedingt nur gebrauchte, ältere Bücher). Ein paar Reihen gibt es, die ich prinzipiell besitzen möchte. Z. B. die süßen Herkules-Romane von Frauke Scheunemann oder die Schoppenfetzer-Krimis (regional, kennt vermutlich keiner).

6. Hast du ein (Lieblings-)Buch (oder mehrere) in mehreren Ausgaben/unterschiedlichen Editionen?
Nein. Das finde ich Geld- und Platzverschwendung. Allerdings habe ich als Teenie alle Harry Potter-Bände jeweils auf Englisch und Deutsch gekauft.

7. Welches als Klassiker geltendes Buch würdest du am liebsten in ein anderes Sonnensystem verbannen?
"Das Parfum" von Süßkind. Ich fand das Buch so grässlich, musste es aber in der Schule lesen.

8. Gibt es ein Buch (oder mehrere), das du mehr als einmal gelesen hast? Oder liest du jedes Buch grundsätzlich nur einmal?
Als ich jünger war, hab ich ein paar Lieblingsbücher öfter mal gelesen. Z. B. die Harry Potter-Bände (jeweils auf Englisch und Deutsch) oder "Bridget Jones". Jetzt hab ich aber so viele ungelesene Bücher hier und noch viel mehr auf meiner Wunschliste, dass ich lieber immer was Neues lese.

9. Was hältst du von sog. "Challenges" à la "Goodreads reading challenge"? Gute Idee oder Blödsinn?
So wirklich hab ich mich nicht mit Challenges auseinandergesetzt, also was man da genau macht bei dieser und jener Challenge. Blödsinn ist es nicht, es scheint den Leuten ja viel Spaß zu machen. Ich persönlich habe bislang noch nie mitgemacht, weil mir das irgendwie zu viel Druck ist.

10. Mit welchem Charakter aus einem Buch wärst du gerne im realen Leben befreundet?
Oh, schwierig. Es gibt so viele tolle Figuren aus vielen Büchern. Kommt drauf an: Als erwachsene Frau fände ich es irgendwie lustig, mit Bridget Jones befreundet zu sein. Etwas unrealistischer wäre es, mit Harry Potter und Konsorten befreundet zu sein, fände ich auch ganz toll. Spontan fällt mir aber einfach keine Figur ein, die da jetzt meine absolute Nummer 1 wäre.

11. Welchen Autor/welche Autorin würdest du gerne einmal persönlich treffen?
Öhm, also ich lasse mir zwar gerne Bücher signieren, aber so wirklich wüsste ich nicht, was ich dann spontan mit den Leuten sprechen sollte. Insofern fällt mir da auch keine Nummer 1 ein. Ich habe neulich eine Leserunde mit Fanny Wagner und Carolin Birk mitgemacht, und das war so eine richtige Kaffeekranzpläuschen-Leserunde, dass ich die beiden gerne mal treffen würde.


So, jetzt muss ich mir also 11 Fragen aus den Fingern saugen. Oh je, oh je, ich bin bei sowas ja immer etwas unkreativ. Also:

1. Was war für dich der Anstoß, einen eigenen Blog zu schreiben?

2. Hast du manchmal Phasen, wo du gar keine Lust hast, ein Buch zu rezensieren, sondern es einfach nur "ohne Verpflichtung" lesen möchtest?

3. Liest du Bücher auch gerne im Original - in Englisch, vielleicht auch anderen Sprachen? Und falls ja, bevorzugst du dann prinzipiell die Originale oder liest du auch gerne Übersetzungen?

4. Lässt du dir lieber Bücher oder Büchergutscheine schenken? Falls Ersteres, hast du für deine Freunde eine Liste, damit sie dir auch das Richtige schenken? (z. B. Amazon-Wunschliste)

5. Ist es dir wichtig, dass dein Partner/deine Partnerin oder deine besten Freunde ungefähr den gleichen Büchergeschmack haben?

6. Wenn du eine Woche lang in einem Roman leben könntest, welchen würdest du wählen und welche Figur würdest du sein wollen (Oder würdest du gerne als du selbst in die Geschichte einfließen?)?

7. Bist du Mitglied in einer Bücherei?

8. Auf welchen Literaturplattformen treibst du dich (aktiv) herum?

9. Welche Buchverfilmung fandest du richtig gelungen, welche total schlecht?

10. Verleihst du gerne Bücher oder hast du Angst, dass sie vom Ausleiher nicht sorgfältig behandelt werden?

11. Liest du (so wie ich) kapitelweise oder fällt es dir leicht, auch mitten im Kapitel einfach aufzuhören?

 
Ich muss mal gucken, ob ich 10 Blogs finde, die unter 200 Leser haben und noch nicht getaggt wurden. Meine Wahl fällt auf:

1. I date books
2. Lost in a book
3. Her Majesty's Books
4. Büchernische
5. Die fabelhafte Welt der Aliénor
6. Starlight Books
7. Buchstaben-Junkie
8. Leas kleine Bücherwelt
9. ice-bloxx
10. Manfreds Bücherregal

So ihr Lieben, wenn ihr Zeit und Lust habt, wär es super, wenn ihr mitmacht. Aber ich habe wirklich kein Problem damit, wenn nicht, fühlt euch also bitte nicht genötigt! Auch weiß ich nicht, ob jemand von euch vielleicht schon von jemand Anderem getaggt wurde. Dann ignoriert meinen Tag einfach. :-)

Und wer meine Fragen beantwortet: Es wäre lieb, wenn ihr mir einen kleinen Kommentar hinterlasst mit dem Link zu euren Antworten. :-) Danke!

Donnerstag, 6. Juni 2013

Rezension: "Unter deutschen Betten. Eine polnische Putzfrau packt aus" von Justyna Polanska

Heute rezensiere ich mal ein etwas älteres Buch. Ich lese ja viel mehr Bücher, als ich rezensiere, und die meisten sind auch schon vor längerer Zeit herausgekommen. Ich denke mir nur immer, bei den älteren Büchern sind die Rezis eventuell gar nicht mehr interessant. Aber bei diesem Buch hatte ich jetzt einfach mal Lust, etwas darüber zu schreiben.

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Daten zum Buch:
erschienen am: 10. Januar 2011
Verlag: Knaur.
ISBN: 9783426783979
224 Seiten
Preis: 8,99 €

Zum Inhalt: 
Justyna Polanska - Der Name ist natürlich nur ein Pseudonym. - kam mit Anfang 20 von Polen nach Deutschland, arbeitete dort erst als Au-Pair, dann als Bedienung und letztendlich als selbstständige Putzfrau. Seit nunmehr über 10 Jahren putzt sie in deutschen Haushalten und hat dort schon vieles erlebt. Einige dieser Erlebnisse hat sie in diesem Buch verarbeitet.

Meine Meinung:
Wenn man sich die Rezensionen bei Amazon anguckt, stellt man fest, dass das Buch viel Stoff für Diskussionen geliefert hat und die Autorin auch jede Menge negativer Kritik einstecken musste. Viele Leute - egal, ob Deutsche oder Polen - fühlen sich über einen Kamm geschert, manchen stößt sauer auf, dass Justyna Polanska ihr Geld illegal verdient usw.usf. Ich versuche meine Meinung unabhängig von diesen Diskussionen wiederzugeben.

Zuerst einmal zu Schreibstil und Aufbau: Das Buch ist einfach gehalten, in einer Umgangssprache, die jeder versteht. Warum auch nicht? Das soll sicherlich nicht zeigen, dass die Autorin als Putzfrau oder Ausländerin sich nicht gewählt ausdrücken könnte (Zumal ich gelesen habe, dass sie wohl auch Ghostwriter hatte.), vielmehr ist das Buch Unterhaltungsliteratur und muss hier nicht mit anspruchsvollen Werken konkurrieren. Gehalten ist es in einzelne, meist kurze Kapitel (1-4 Seiten). Bei mir ist das ja immer so eine psychische Sache... wenn die Kapitel kurz sind, dann lese ich viel länger bzw. mehr, weil ich nicht gerne mitten im Kapitel aufhöre, und dann denke ich mir: "Ach, das nächste Kapitel ist auch so kurz, das geht noch... und das geht auch noch..." Weiß jemand, was ich meine? ;-) Jedenfalls bin ich dementsprechend schnell mit dem Buch fertig gewesen.

Inhaltlich hat mich das Buch nicht so überzeugt. Die absoluten Kracher blieben aus, der "gnadenlos authentische Blick hinter die Fassade der sauberen Deutschen" hat mich nicht beeindruckt. Wirklich schlimme oder erstaunliche Sachen waren nicht dabei, auch wenn sich die Autorin tatsächlich einiges an üblen Dingen hat gefallen lassen müssen in all den Jahren. Andererseits wissen wir ja alle, wie scheinheilig gerade die Reichen und Schönen sind. So verwunderlich ist es also nicht, dass gerade Richterinnen, Polizeiobermeister und andere Gutverdiener es nötig haben, eine Putzfrau schwarz anzustellen oder sich aus irgendwelchen unsinnigen Gründen weigern, das erarbeitete Gehalt vollständig auszuzahlen. Dass die Leute eine Putzfrau behandeln, als sei sie minderbemittelt, sie ignorieren, herumkommandieren,... das konnte ich mir auch schon denken. Denn eine Putzfrau steht auf der sozialen Leiter nunmal leider ganz weit unten, und das darf ich sagen, denn sowohl meine Mutter als auch meine Schwester sind Putzfrauen (gewesen). Man kann sich auch denken, dass irgendwelche feinen Herrschaften zuhause den größten Saustall haben. Trotzdem ist es natürlich ein "Boah"-Gefühl, das alles mal aus Sicht einer Putzfrau zu erfahren, und manchmal habe ich mich auch fremdgeschämt oder war einfach nur fassungslos angesichts der Dreistigkeit mancher Menschen. Wenngleich ich nicht denke, dass Justyna Polanskas Erfahrungen "typisch deutsch" sind, sondern dass dies wohl jede Putzfrau in jedem Land so erlebt haben wird.

Ich teile die Meinung vieler Amazon-Rezensenten nicht unbedingt, dass die Autorin arrogant ist. Sie verhält sich ihren Kunden gegenüber doch idR. sehr freundlich und lässt sich vieles - meiner Meinung nach auch ZU vieles - gefallen. Natürlich kommen da ab und an irgendwelche Klischees über Polen oder Deutsche vor, aber ich hatte nie das Gefühl, die Autorin möchte diese bestätigen, ganz im Gegenteil. Auch weiß sie durchaus zu differenzieren: Es gibt auch genügend nette Deutsche, die faire Arbeitgeber sind. Aber wer möchte schon sowas Unspektakuläres lesen? Natürlich sind es die Arschlöcher und Perversen, die die besten Stories liefern.

Einen roten Faden hat das Buch nicht. Die Geschichten werden völlig willkürlich durcheinander erzählt. Da hätte man vielleicht ein bisschen mehr Struktur reinbringen können. Manche Sachen fand ich auch einfach nicht interessant. Z. B. das Kapitel mit den Putztipps. Sicherlich hilfreich, wenn man sie denn mal gerade braucht, aber dafür gibt es andere Quellen. Z. B. der Blog der Autorin, auf den sie auch verweist, allerdings trotzdem erstmal 13 Seiten lang ihre besten Putztipps zusammenfasst, von denen mir allerdings einige wirklich ein bisschen zu... nun ja... elementär erscheinen, z. B. dass man gegen Wollmäuse unter Möbelstücken durch reglemäßiges Saugen ankommt, "indem man einfach die Bürste vom Staubsauger abmacht und das Rohr unters Bett schiebt"...

Einige Sachen finde ich auch überflüssig. Z. B. einen einseitigen SMS-Austausch mit einem ihrer schwulen Kunden, der völlig belanglos für den Leser ist. Andere Kapitel müssten nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Wie z. B. der nervige Typ, der Justyna unbedingt zum Nacktputzen überreden möchte. Sie wimmelt ihn ab, lässt sich aber erstmal auf Diskussionen ein und schreibt darüber 3 Seiten lang. Oder der nette, hübsche Mann, der sich dann als Schwuler herausstellt. Für Justyna Polanska damals eine große Sache, denn in Polen hat man starke Vorbehalte gegen Schwule. Aber eigentlich völlig unspektakulär für den Leser. Man wartet bei vielen Geschichten auf einen Höhepunkt, der aber einfach nicht kommt. Dazu noch zwischendurch Geschichten über die Anfangszeit der Autorin in Deutschland, u. a. ihr Liebeskarussel, bis sie ihren jetzigen Ehemann kennenlernte. Vielleicht nicht völlig uninteressant, aber eigentlich hat das in diesem Buch nichts zu suchen.

Ein bisschen sauer aufgestoßen hat mir das natürlich auch, dass Justyna Polanska schon seit über 10 Jahren ihr - scheinbar nicht ganz unüppiges - Gehalt komplett schwarz verdient. Eigentlich wollte sie sich nur genug Geld zusammensparen, um dann studieren zu können. Das hat sie aber scheinbar auch nach 10 Jahren noch nicht getan, obwohl sie scheinbar durchaus gut von ihrem Schwarzgeld leben kann. Immerhin ist der Autorin klar, dass es nicht ganz korrekt ist, was sie da tut. Sie gibt an, dass sie einmal pro Woche einer alten Frau unentgeltlich im Haushalt hilft und das als ihren Beitrag zum deutschen Sozialsystem ansieht. Das ist dann doch etwas lächerlich. Ich verstehe durchaus, dass man als Putzfrau schlecht verdient und nach Zahlung all der Abgaben kaum was übrig bleibt, wenn man selbstständig ist. Meine Schwester hat jahrelang als Putzfrau in Privathaushalten geputzt, sie hat geackert wie eine Blöde und kam dann doch nach Abzug der Steuern und Versicherungen gerade mal auf Null raus. Aber gerade eben, weil es solche Leute wie Justyna Polanska gibt, die die Preise für Putzfrauen drücken, haben ehrlich arbeitende Menschen keine Chance, von dieser Tätigkeit leben zu können. Natürlich trifft das noch mehr auf die Leute zu, die sich gerne den Luxus einer Haushaltshilfe leisten, aber nicht bereit sind, ein paar Euro mehr pro Stunde zu zahlen, damit diese auch von ihrem Verdienst nach Abzug der Sozialabgaben leben kann und deshalb nur die billigeren Schwarzarbeiter einstellen wollen. Es wundert mich eigentlich sehr, dass Justyna Polanska nach so langer Zeit und nicht spätestens nach Erscheinen ihres Buches (Pseudonym hin oder her) erwischt wurde. Doch ich schweife zu sehr ab...

Alles in Allem ein Buch, das man mal eben schnell gelesen hat und das sicherlich ganz gut unterhält. Ob man dafür unbedingt 8,99 € ausgeben möchte, muss man selbst entscheiden. Aber wenn es einem gerade in die Hände fällt, z. B. in der Bücherei oder in einem Tauschregal, kann man es auf jeden Fall mal mitnehmen und reinschmökern.

2,5 von 5 Schreiberpaletten

Montag, 3. Juni 2013

Neuzugänge

Oh mann, ich sollte mir echt keine Bücher mehr zulegen, denn ich werde langsam zum Book-Horder (in Anlehnung an Animal-Horder). Was insofern problematisch ist, als dass ich nicht alleine wohne. ;-) Aber mein Freund nimmt es immer noch sportlich, puh...

Gewonnen bei LovelyBooks

Also langsam isses mir schon peinlich, aber bei LovelyBooks hab ich scheinbar gerade einen Lauf. Und ich schwöre, ich habe niemanden bestochen! ;-) 

- C. Brendler, "Paarungszeit": Ich bin mal gespannt, wie ich mit dem bayerischen Dialekt zurechtkomme. So vom Hören her finde ich den ja superlustig. Ich hab die ersten 40 Seiten schon gelesen, aber irgendwie werde ich mit dem Buch nicht so richtig warm, deshalb werde ich wohl erstmal mit dem anderen Buch anfange, nämlich diesem:
- F. Tausch, "Und es hat Om gemacht": Diese Leserunde läuft parallel zu "Paarungszeit". Ich hoffe, dass ich bei beiden zeitnah mitmachen kann. Ich mag das eigentlich nicht, wenn man so viele Rezensionsexemplare hat, dass man schon nicht mehr hinterherkommt. Aber hier haben mich beide Bücher einfach sehr interessiert, das war halt schlechtes Timing.


Mitgenommen am Tauschregal und im Umsonstladen

Auch beim Stöbern am Tauschregal um die Ecke und im Bücherregal des Umsonstladens wurde ich wieder fündig. Normalerweise gleicht es sich ja immer aus, da ich auch Bücher dort abgebe, aber dieses Mal habe ich andere Sachen im Umsonstladen abgegeben, so dass mein SuB nur zugenommen hat.

- V. Ebert, "Denken Sie selbst! Sonst tun es die Anderen für Sie": Vince Ebert erklärt auf der ARD immer so nett diverse physikalische, äh, Dingens, und da dachte ich mir, ein Buch von ihm ist vielleicht auch ganz lehrreich. ;-)

- B. Baumann, "Karawane ohne Wiederkehr": Ich mag ungewöhnliche Reiseberichte.

- J. Polanska, "Unter deutschen Betten. Eine polnische Putzfrau packt aus": Ich kann mich noch erinnern, dass ich dieses Buch vor längerer Zeit im Buchladen mal in der Hand hatte und sofort interessiert war. Deshalb musste ich es einfach mitnehmen!

- C. Bieniek, "Michelle XXL": Da ich selbst mit Übergewicht kämpfe, interessiere ich mich für Bücher, in denen es um nicht perfekte Mädchen/Frauen geht. Typisch Frau...


Ertauscht bei Tauschticket

- A. Hammer, "Ich blogg dich weg!": Ich hab jetzt schon so viele gute Rezensionen zu diesem Buch gesehen, dass ich hier für nur 1 Ticket einfach zuschlagen musste! Mobbing an der Schule ist außerdem ein Thema, das mich persönlich sehr interessiert.

Außerdem hab ich mal wieder bei Rebuy zugeschlagen. Wieder nur Bücher unter 1 €, aber das läppert sich ja auch total. Wenn die Bücher da sind, werde ich sie natürlich auch zeigen.

Samstag, 1. Juni 2013

Spoilern

Also gestern habe ich eine Rezension zu einem Buch durchgelesen, das ich selbst schon gelesen habe. Die Dame hat es in einer Leserunde gelesen. Während der Leserunde kommentiert man ja das Geschehen im Buch und spoilert natürlich. (Dafür gibt's dann ja die Spoilerfunktion bei LovelyBooks, damit Leute in der Übersicht nicht versehentlich etwas lesen, das sie gar nicht wissen wollten.) Insofern ist spoilern ja auch erlaubt bzw. notwendig.

Wo es aber garantiert nicht passieren sollte, dass man spoilert, ist bei der Rezension. Dass man mal versehentlich in einem Nebensatz etwas verrät, das erst später im Buch passiert, kann immer passieren, da nehme ich mich gar nicht von aus. Aber besagte Dame hat nicht nur einige Details aus der Geschichte genannt, die man erst später erfährt, nein, sie hat das Ende verraten!!! "Ich fand es echt gut, dass XY am Schluss mit ZA ..."

Ich mein: Hallo?! Wie verpeilt kann man sein, dass man in einer Rezension erzählt, wie das Buch ausgeht?!

Wenn ich mir so eine Rezension für ein von mir noch nicht gelesenes Buch durchlesen würde, wäre ich ziemlich angefressen. Und ich gehöre noch zu den Leuten, denen es nicht sooo viel ausmacht, wenn sie vorher schon das Ende kennen.

Und neulich hab ich mal bei jemandem gestöbert, der tatsächlich bei den meisten rezensierten Büchern zwar nicht das Ende verrät, aber ansonsten den kompletten Handlungsstrang wiedergibt.

Ist euch auch schonmal eine Rezension über den Weg gelaufen, wo ihr euch dachtet: "Na klasse, jetzt brauch ich das Buch auch nicht mehr lesen."?