Freitag, 30. August 2013

Rezension: "Lotta Wundertüte. Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl" von Sandra Roth

Daten zum Buch:
erschienen am: 15. August 2013
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 9783462045666
272 Seiten
Preis: 18,99 €

Zum Inhalt:
Als Sandra Roth erfährt, dass mit ihrem 2. Kind etwas nicht stimmt, ist sie bereits im 9. Monat schwanger. Ihr Tochter Lotta kommt mit schweren Schäden auf die Welt, sie leidet an einer Fehlfunktion der Vena Galeni, d.h. ihr Gehirn wird nicht ausreichend mit Blut versorgt. Die Prognosen stehen schlecht: Lotta wird vermutlich niemals laufen, sprechen, eigenständig sein können. Lotta stellt die Welt ihrer Familie gehörig auf den Kopf, und Sandra Roth mutiert zur Vollzeitmutter, deren Leben sich nur noch um Lotta dreht. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Harry, Verwandten und Freunden. Und von ihrem kleinen Sohn Ben, der seine geliebte Schwester genau so annimmt, wie sie ist, und in Allem das Positive sieht. Trotzdem ist es nicht immer einfach, denn die Familie muss nicht nur mit Lottas Behinderung und ihren Marotten zurechtkommen, sondern auch mit den Reaktionen der Anderen.

Das Buch erzählt die ersten 3 Lebensjahre von Lotta. „Lotta Wundertüte“ nennt sie ihre Mutter, denn bei Lotta weiß man nie, was passiert, was sein wird, wie sie sich entwickelt. Eine echte Wundertüte eben!

Meine Meinung:
Eines vorweg: Ich finde es nicht leicht, eine Autobiographie zu rezensieren, denn die Autorin erzählt vom wahren Leben, von Fakten, von Emotionen. Kann, darf, soll man diese denn bewerten? Ich versuche es trotzdem.

Sandra Roths Schreibstil ist sehr angenehm. Sie schreibt ohne unnötige Schnörkel, in einfacher, aber niveauvoller Sprache, und das Buch hat sich richtig flüssig und flott gelesen. Sie schreibt emotional, jedoch nie, ohne zu übertreiben. Auch wenn sie nicht immer optimistisch und zufrieden ist, so wird sie doch nie zynisch, frustriert oder wütend, sie bemitleidet sich nicht selbst, im Gegenteil – sie kann durchaus differenzieren, dass es noch schlimmere Fälle als den ihrer Tochter gibt. Sie ist dankbar für die kleinen Fortschritte. Und sie versucht, das Fehlverhalten Dritter ihr bzw. Lotta gegenüber nachzuvollziehen und gesteht sich ein, dass auch sie sich früher, vor Lotta, vermutlich wie der Ein oder Andere falsch verhalten hätte. Da gibt es die Weggucker, die Glotzenden, die Mitleidigen und die Frager „Habt ihr das vorher nicht gewusst, hätte man da nichts machen können?“. Doch zum Glück gibt es auch Menschen, die Familie Roth unterstützen, entlasten und ihr Halt geben.  

Ich habe es beim Lesen wirklich geschätzt, dass die Autorin sehr ehrlich sich selbst und dem Leser gegenüber ist. So gibt sie z. B. zu, dass sie nicht wisse, ob sie ihr Kind abgetrieben hätte, wäre die Diagnose in einem früheren Stadium der Schwangerschaft gestellt worden. 

In ihrem Nachwort schreibt Sandra Roth, dass einige der Figuren erfunden sind, jedoch reale Vorbilder haben. Ein bisschen schade fand ich das schon, da ich einige Figuren wirklich lieb gewonnen hatte, z. B. Nina oder Clara. Ich verstehe aber, dass Frau Roth manche Menschen nicht 1:1 in ihrem Buch auftreten lassen wollte. Lotta heißt übrigens nicht Lotta – wie schade, ich finde den Namen wirklich putzig. Ich hätte auch furchtbar gerne Bilder gesehen von der Familie, aber auch hier muss man respektieren, dass Frau Roth noch eine gewisse Anonymität und Distanz wahren möchte.

Wirklich super fand ich Lottas Bruder Ben, selbst noch ein kleiner Knirps im Kindergartenalter. Er liebt Lotta so, wie sie ist, und sieht alles sehr kindlich-pragmatisch. Z. B. findet er Lottas Sehbehinderung praktisch, weil sie beim Blinde Kuh-Spielen keine Augenbinde tragen muss. Außerdem ist Lotta die perfekte Zuhörerin, denn sie würde niemals ein Geheimnis weitererzählen. Ben hat mich mit seiner kindlichen Weisheit oft zum Schmunzeln gebracht oder gerührt. 

Auch Sandra Roths Mann Harry (Wie er in Echt allerdings nicht heißt.) fand ich toll. Zwar ist er durch seine viele Arbeit nicht immer zur Stelle, doch er und seine Frau bilden eine starke Einheit im Kampf gegen Lottas Krankheit, all die Anstrengungen, Entbehrungen und negativen Reaktionen. Sie verlieren auch in den schwierigsten Situationen nicht ihren (Galgen-)Humor. Fazit: Man kann die kleine Familie Roth einfach nur mögen, es geht gar nicht anders!

Der Autorin gelingt es auch, von den kleinen Glücksmomenten mit Lotta auf eine Weise zu berichten, dass ich als Leserin mich über jeden Fortschritt der Kleinen mitgefreut habe. Das erste Lächeln, das erste Greifen, die ersten Laute, der erste direkte Blickkontakt mit der Mutter – das alles hat mich jedes Mal total gerührt. Highlight war sicherlich der 1. Versuch von Lotta, „Mama“ zu sagen, der mich fast zum Heulen gebracht hätte. *seufz*

Ich bin keine Mutter und ganz ehrlich, ich konnte mir bis jetzt nicht vorstellen, ein behindertes Kind zu haben. Doch nach dieser Lektüre bin ich absolut davon überzeugt, dass man auch mit einem schwer behinderten Kind sehr glücklich sein kann, auch wenn es sicherlich nicht einfach ist und man viele Hürden überwinden muss. Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein kleiner Mutmacher für alle, die bislang noch Berührungsängste mit dem Thema „Kind & Behinderung“ haben.  

5 von 5 Schreiberpaletten


Verlosung - Verlängerung

Heute hätte eigentlich die Bewerbungsfrist für mein Gewinnspiel geendet. Da ich aber noch mehr Teilnehmer anspornen will, mitzumachen, habe ich beschlossen, die Frist einfach zu verlängern. :-)

Ihr könnt also nun noch bis zum 8. September euer Glück versuchen.

Zu gewinnen gibt es "Hühner Voodoo" und "Frettnapf". Hier kommt ihr zum Originalbeitrag.

Samstag, 24. August 2013

[Blogg dein Buch] Rezension: "Herzblut - Stärker als der Tod" von Melissa Darnell

Da mir der 1. Band gut gefallen hat, habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch den 2. Band lesen durfte. Ich dachte eigentlich, dass er erst im September rauskommt, aber so war das Warten ja dann doch erträglich.

Daten zum Buch:
erschienen am: 10. August 2013
Verlag: Darkiss 
ISBN: 9783862787562
423 Seiten (+18 Seiten Leseprobe zu "Forever - Das ewige Mädchen")
Preis: 12,99 €

Zum Inhalt:
Der 2. Band knüpft direkt an das Ende des 1. Bandes an, d.h. es ist zwischen den beiden Büchern keine Zeit vergangen.

Nachdem Savannah dem Vampirrat versprochen hat, sich von Tristan fernzuhalten und gleich zu Beginn des Buches einen tragischen Verlust erlebt, trennt sie sich endgültig von ihrer großen Liebe und zieht zu ihrem Vater, der sich in Jacksonville ein Haus kauft. Mehr und mehr kommen ihre Vampirkräfte durch, Sav wird unglaublich stark und schnell, kann die Gedanken Anderer lesen und verträgt keine gewöhnlichen Lebensmittel mehr – fortan muss sie sich von Blut ernähren und lernen, mit ihren Fähigkeiten nicht nur umzugehen, sondern sie auch vor allem zu verstecken. Als wären diese starken Veränderungen noch nicht schlimm genug, wird Sav auch weiterhin von den jüngeren Clann-Mitgliedern in der Schule gedemütigt.

Plötzlich geschehen in und um Jacksonville rätselhafte Morde. Die Opfer gehören allesamt dem Clann an, und alle wurden offensichtlich von Vampiren getötet. Ein neuer Krieg zwischen Zauberern und Vampiren scheint unvermeidbar, und am Ende sind Sav und Tristan die einzige Hoffnung, diesen zu verhindern.

Meine Meinung:
Wieder lernen wir die Geschichte abwechselnd aus Tristans und Savannahs Blickwinkel kennen, wobei ich das Gefühl hatte, dass Sav diesmal mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Was auch kein Wunder ist, denn in diesem Buch verwandelt sie sich nun nach und nach in eine Vampirin, und diese Entwicklung steht – bevor die Morde beginnen – erstmal im Mittelpunkt. 

In dieser Fortsetzung der Herzblut-Trilogie geht Melissa Darnell in die Vollen. Die fehlende Action, die ich im 1. Band bemängelt hatte, wird hier in hoher Dosis nachgereicht. So fängt das Buch bereits mit einem (traurigen) Höhepunkt an und endet auch mit einer starken, actionreichen Szene. Zwischendurch gibt es zwar ein paar Seiten, in denen mal wieder zu sehr auf diesem „Hach, wir können nicht zusammen sein, aber wir wären ja so gerne.“- bzw. „Hach, ich spüre seine/ihre Gegenwart so stark.“-Getue herumgeritten wird, das schon seit Band 1 bekannt und deshalb ziemlich langweilig ist und nichts Neues bietet. Aber alles in Allem ist das Buch sehr spannend gehalten. Es ist weitaus düsterer und actionreicher, aber auch viel trauriger als sein Vorgänger. Es gibt mehrere Tote, und sowohl Sav als auch Tristan haben einen schweren Verlust zu verkraften.

Einige Nebencharaktere von Band 1 spielen nun eine größere Rolle: Savannahs Dad, Tristans Schwester, Savs beste Freundin Anne. Dahingegen tritt Savs Mutter in den Hintergrund, da sie sich aufgrund von Savannahs entfalteten Blutdurst nun von ihrer Tochter weitestgehend fernhalten muss. Zudem gibt es einen weiteren Charakter, Ron, der eine weitere Spezies in die Geschichte einführt.

Ein paar Kritikpunkte habe ich aber wieder:

Manche Dinge finde ich unlogisch. Z. B. wieso Savannahs Vater nach Jacksonville zieht, statt dass Sav zu ihm zieht und sich so auch räumlich von Tristan fernhalten kann. Auf diese Weise sieht sie ihn jedoch täglich in der Schule und muss sich von den Clann-Mitgliedern demütigen und bedrohen lassen. Da sie sich auch körperlich stark verändert, wäre es klüger gewesen, in eine neue Schule zu wechseln, wo man ihr altes Aussehen nicht kannte und sich nicht über diese Veränderungen gewundert hätte. Die gegebene Erklärung, wieso sie in Jacksonville bleiben soll, war für mich nicht wirklich befriedigend. Aber natürlich würde die Geschichte nicht so spannend sein, wenn Sav nicht in Tristans Nähe geblieben wäre, klar. Trotzdem...

Zwar lernt man endlich mehr über die Fähigkeiten der Zauberer und Vampire. Aber manche Sachen werden dann doch viel zu oberflächlich abgehandelt. So bringt sich Sav selbst das Zaubern bei, doch darüber erfährt man kaum etwas. In einer Szene stirbt sie fast bei dem Versuch, Energie aus der Erde zu ziehen (Eine Übung, die andere Magier in ihrem Alter bereits problemlos beherrschen müssen.), und wenig später fertigt sie bereits selbstständig Schutzamulette für ihre Freundinnen an und heilt einen Knochenbruch. Es wird nicht darauf eingegangen, wie sie sich ihre magischen Fähigkeiten aneignet, irgendwann kann sie halt einfach zaubern. Darüber hätte ich gerne mehr erfahren.

Zwar entwickeln sich Savannah und Tristan in diesem Buch sehr stark weiter, aber in manchen Dingen sind sie dann doch extrem begriffsstutzig, z. B. Savannah bei der Sache mit Ron und den Hütern und Tristan bei der Sache mit Bethany. 

Leider strotzt das Buch nur so vor Fehlern. Das hat mich persönlich stellenweise wirklich gestört. Nur ein paar Beispiele:
- „Ich gar mir alle Mühe.“
- „Ich flüsternd hektisch.“
- „fiel“ statt „viel“
Hier hätte nochmal ein aufmerksamer Korrektor drüberlesen müssen...

Alles in Allem habe ich das Buch jedoch supergerne gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Umso schlimmer, dass der 2. Band dieses Mal mit einem echt fiesen Cliffhanger endet. Das schreit nach einem verdammt spannenden 3. Teil, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt!

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an "Blogg dein Buch" und den Darkiss-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 20. August 2013

Verlosung: "Hühner Voodoo" und "Frettnapf"

UPDATE:

Aufgrund der etwas mauen Teilnehmerzahl und um es noch ein bisschen spannender zu machen, werde ich die Bewerbungsfrist um eine weitere Woche verlängern, nämlich bis zum 8. September. Sorry an die bisherigen Teilnehmer, die jetzt etwas länger hibbeln müssen. 
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Nachdem meine erste und bislang letzte Verlosung zum "Welttag des Buches" nun schon etwas her ist und ich seitdem voller Stolz die magische 50 an Lesern geknackt habe, dachte ich mir, es wird mal wieder Zeit für ein kleines Gewinnspiel!

Deshalb verlose ich zwei Bücher:


Das 1. Buch ist der aktuelle Roman "Hühner Voodoo" von Hortense Ullrich. Meine Rezension dazu findet ihr hier. Ich war zugegebenermaßen nicht so begeistert von diesem Roman, habe allerdings schon viele positive(re) Rezensionen dazu gelesen, und auch eine gute Freundin von mir fand "Hühner Voodoo" total klasse. (Ihre Rezi findet ihr hier.)

Als zweites Buch verlose ich "Frettnapf" von Murmel Clausen. Auch dieses Buch traf nicht ganz meinen Humor, wie man hier nachlesen kann. Aber auch hier gibt es viele gegensätzliche Meinungen zu dem Buch. Vielleicht lag es auch daran, dass ich den 1. Teil ("Frettsack") nicht kannte. Wer also den 1. Teil gut fand, wird dieses Buch bestimmt auch mögen.

Da es also schade wäre, wenn diese beiden Bücher im Regal einer Dame verstauben, die sie nicht so recht zu würdigen weiß, würde ich sie gerne an zwei meiner lieben Leser/innen weitergeben. Ich sage allerdings gleich dazu, dass beide Bücher einmal von mir gelesen wurden. Ich gehe zwar sehr pfleglich mit meinen Büchern um, aber "Hühner Voodoo" ist eines der Bücher, wo man es auch bei einmal vorsichtig Lesen nicht vermeiden kann, dass der Buchrücken danach nach innen gewölbt ist. :-/ "Frettnapf" sieht da schon ungelesener aus, aber ich bilde mir ein, dass der Schnitt noch etwas heller war, als ich das Buch erhielt.

Wen das aber nicht stört und wer sich trotzdem über ein kostenloses Buch freut, über dessen Teilnahme freue ich mich sehr! :-)

Voraussetzungen:

1. Ihr seid über 18 Jahre alt (bzw. habt das Einverständnis eurer Eltern) und wohnt in Deutschland (bzw. seid bereit, den Aufpreis für Auslandsporto zu zahlen).

2. Ihr lest meinen Blog. Dafür habt ihr prinzipiell drei Möglichkeiten:

- Ihr folgt mir über GFC.
- Ihr folgt mir über LovelyBooks (Hier entlang.).
- Ihr listet mich auf eurer Blogroll.

Es gibt keine Lose und es reicht völlig, mir auf nur eine der drei genannten Varianten zu folgen. Ich weiß, es ist doof für diejenigen, die weder bei GFC und LB sind noch einen eigenen Blog haben. Aber ich möchte gerne nachweislich an meine Leser verlosen und nicht an Leute, die einmal wegen des Gewinnspiels kommentieren und dann meinen Blog nie wieder angucken.

3. Ihr kommentiert unter diesem Post. Bitte schreibt mir, welches Buch ihr haben wollt. (Bitte nur eins aussuchen.) Und wie bzw. unter welchem Namen ihr mir folgt.

So, jetzt würde ich mich freuen, wenn ihr euch zahlreich beteiligt. Eine Teilnahme ist möglich bis zum 30. August, ich werde dann am darauffolgenden Wochenende auslosen und die Gewinner hier bekannt geben, die dann eine Woche Zeit haben, sich zu melden.

Samstag, 17. August 2013

Rezension: "Winston - Ein Kater in geheimer Mission" von Frauke Scheunemann

Daten zum Buch:
erschienen am: 15. August 2013
Verlag: Loewe
ISBN: 9783785577806
232 Seiten
Preis: 12,99 €

Zum Inhalt:
Rassekater Winston ist entsetzt: Seine geliebte Olga, Haushälterin bei ihm und seinem Herrchen Werner, hat ihren Job gekündigt! Stattdessen soll nun zukünftig ihre Schwester Anna den Stubentiger kulinarisch verwöhnen. Ob sie allerdings mit Olgas Kochkünsten mithalten kann? Und dann auch noch das: Anna hat eine Tochter – und mit Kindern hat’s Winston ja nun wirklich nicht so... Zu allem Überfluss ziehen Anna und Kira auch noch spontan in den Männerhaushalt ein, nachdem sich Anna von ihrem kriminellen Freund Vadim getrennt hat.

Wider Erwarten freundet sich Winston jedoch sofort mit Kira an. Die hat es nicht leicht an der neuen Schule und wird von der fiesen Leonie und deren Freundinnen gemobbt. Aber auch Winston hat ein Problem: Die hübsche Straßenkatze Odette hält nicht sonderlich viel von ihm. Als sich Kira und Winston gleichzeitig wünschen, jemand Anderes zu sein, werden sie vom Blitz getroffen und finden sich plötzlich im Körper des jeweils Anderen wieder. Fortan muss Winston das Leben eines Teenagers führen und nebenbei noch einen Kriminalfall aufklären...

Meine Meinung:
Mit „Winston – Ein Kater in geheimer Mission“ hat Frauke Scheunemann, die v. a. durch ihre Hercules-Reihe und (zusammen mit ihrer Schwester )als Anne Hertz für ihre Chick-Lit-Romane bekannt ist, zum ersten Mal ein Buch für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Dass hier vorrangig eine jüngere Zielgruppe ab ca. 11 Jahren angesprochen werden soll, hat mich als Erwachsene jedoch nicht weiter gestört! Da ich die Hercules-Romane sehr mag, wollte ich auch dieses Buch aus Sicht eines Haustiers unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. 

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, locker und leicht. Das Buch lässt sich in einem Wisch lesen und man legt es ungern aus der Hand. Natürlich ist aber das Sprachniveau den jungen Lesern angepasst und nicht 1:1 mit den bisher von Frauke Scheunemann/Anne Hertz veröffentlichten Frauenromanen zu vergleichen. 

Jedes Kapitel hat eine eigene, auf den Kapitelinhalt hinweisende Überschrift (z. B. „In der Höhle des Löwen. Nee, falsch: In der Schule von Kira!“) und ist mit einer süßen Winston-Illustration verziert. 

Das Buch ist aus Sicht des Katers Winston geschrieben. Winston ist nicht so typisch Katze, wie ich es vermutet hätte. Zwar ist er ein bisschen snobistisch, da er eine Rassekatze ist mit einem Uniprofessor als Herrchen, kein gewöhnliches Katzenfutter isst, sondern von der Haushälterin bekocht wird, und freiwillig nicht das Haus verlässt. Aber die Katzen nachgesagte Arroganz fehlt ihm dann doch. Er hängt durchaus emotional an seinen Menschen, ist empathisch und selbstkritisch.
Mit dem Körpertausch kommen Winston und Kira erstaunlich gut klar. Die Autorin macht es Winston relativ einfach, indem er Kiras Fähigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen usw.) ebenfalls übernimmt. Hier hätte ich mir ein paar größere Probleme gewünscht, das ging mir alles zu einfach mit dem Körpertausch. Aber ansonsten gab es ja immer noch genug Schwierigkeiten wie das fiese Mobbing durch Leonie und Vadims kriminelle Machenschaften, deshalb drücke ich mal ein Auge zu. Abgesehen von den neuen Fähigkeiten denkt Winston jedoch weiterhin wie ein Kater, ist recht naiv und weltfremd und resistent gegen jegliche Art von Ironie.

Hier treten alle Personengruppen auf, die man sich in einem Buch wünschen kann. Die beiden Protagonisten Winston und Kira, beide gutmütig, treu und mutig und dem Leser sofort sympathisch. Die fürsorgliche Mama. Der intelligente Professor, der immer eine Lösung findet. Die besten Freunde, die in der Not zusammenhalten. Die gemeine Zicke, die Kira/Winston das Leben schwer macht und dabei wirklich oberfiese Tricks anwendet. Und ein richtiger Bösewicht in Gestalt des kriminellen Vadim. Leider alles ein bisschen stereotyp, aber das hat mich bei diesem Buch nicht weiter gestört, da es ja eben in 1. Linie ein Kinderbuch ist. Schade fand ich es allerdings, dass die Erwachsenen sehr in den Hintergrund gedrängt wurden. Ich hätte gerne mehr über Anna und Werner erfahren.

Das Buch ist abgeschlossen, so wie ich es von Frauke Scheunemanns Romanen kenne. Der Grundstein wäre allerdings gelegt für eine Fortsetzung. Es bleibt also spannend, ob es noch ein weiteres Abenteuer von Winston und Kira geben wird!

Frauke Scheunemann hat mit „Winston – Ein Kater in geheimer Mission“ ein schönes Kinderbuch über Mut und den Wert echter Freundschaft geschrieben, das auch großen Lesern viel Freude bereiten wird.

4 von 5 Schreiberpaletten

Donnerstag, 15. August 2013

Bücher verleihen

Aus gegebenem Anlass muss ich mal das Thema "Bücher verleihen" aufgreifen. Ich lese ja nunmal sehr viel und habe dementsprechend eine ordentliche Sammlung an Büchern. Dass da mal jemand aus meinem Freundeskreis durch die Regale guckt und fragt, ob er sich dieses oder jenes Buch ausleihen kann, sage ich natürlich nicht nein. Aber manchmal bereue ich es dann doch...

Ich habe momentan drei Freundinnen, mit denen ich regelmäßig Bücher austausche. Das klappt auch alles wunderbar. Wir sind alle sehr darauf bedacht, Bücher gut zu behandeln. Es bereitet mir keinerlei Bauchschmerzen, wenn ich diesen Damen meine Bücher anvertraue.

Bei manchen Leuten hatte ich allerdings auch schon Pech. Da kam das Buch dann zurück und sah stark gelesen aus. Ecken und Kanten bestupst, Buchrücken stark gewölbt, zahlreiche Leserillen. Eine Freundin hat mal gemeint, bei Kerzenschein lesen zu müssen, und hat dann prompt die Kerze umgekippt auf mein schönes Hardcover-Buch. *seufz* (Sie hat mir dann auch Ersatz angeboten, aber das hab ich dann abgelehnt, weil es ein 22 €-Hardcover-Buch war und ich das übertrieben fand, sowas zu fordern. Aber trotzdem war ich dann natürlich schon sehr frustriert.) Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, dass man einem Buch ansieht, dass es gelesen wurde. Oder dass mal was passiert - man lässt das Buch fallen oder macht versehentlich einen Fleck drauf. Wenn es den Leuten auch ehrlich leid tut und es nur ein Unfall war, dann sag ich ja auch nichts. Doch es gibt meiner Meinung nach einfach auch Dinge, die sich vermeiden lassen, wenn man ein Buch, das einem Anderen gehört, einigermaßen mit Respekt behandelt.

Noch mehr aufgeregt hat mich übrigens der Kommentar meines Freundes, als neulich ein ausgeliehenes Buch von mir mit einem ganz fetten Knick im Buchcover zurückkam: "Na ja, hast du explizit dazu gesagt, dass sie das Buch gut behandeln muss?" Ähm, wie bitte?! Ist das etwa nicht selbstverständlich, wenn man sich etwas ausleiht, egal ob Buch, DVD, Klamotten oder sonstiges? Jetzt bin ich also auch noch schuld, weil ich nicht gesagt habe: "Aber bitte behandle das Buch gut, zum Beispiel knick nicht die Seiten um oder sowas." Ich wäre zutiefst beleidigt, wenn mir jemand sowas sagen würde, während er mir ein Buch in die Hand drückt, denn für mich ist das selbstverständlich. Aber ich sehe schon, dass das jeder anders sieht... Was meint ihr denn dazu?

Dienstag, 13. August 2013

Neuzugänge

Also erst einmal muss ich  mich entschuldigen: Ich habe längst nicht so oft gepostet, wie ich wollte! Das liegt unter Anderem daran, dass ich vor 2,5 Wochen wieder seit langer Zeit in die Berufswelt zurückgekehrt bin. Die Zusage kam sehr spontan (2 Wochen vor Arbeitsaufnahme), deshalb fällt auch der geplante Sommerurlaub mit meinem Freund ins Wasser, der morgen alleine fliegt. *schnief* Ist jetzt erstmal nicht so schlimm, da wir noch nichts gebucht hatten und es "nur" der jährliche Familienurlaub mit der Schwiegerfamilie in Schwiegermamas Heimat Finnland ist, für den wir nichts stornieren mussten. Aber trotzdem blöd. Der Job ist auch nur ein Notnagel, um halt Geld zu verdienen. Aber natürlich geht das trotzdem vor Urlaub!

Dementsprechend habe ich nun gerade viel viel weniger Zeit zum Lesen. Ich muss das jetzt erstmal koordinieren, wie ich meine Freizeit sinnvoll ausfülle. Momentan bin ich noch etwas knülle, wenn ich von der Arbeit heimkomme (6 Stunden am Stück Stehen ist nicht so meine Sache.), aber ich hoffe, dass sich bald alles einpendelt und ich dann wieder durchstarten kann lesetechnisch!

Meine Neuzugänge halten sich "zum Glück" dieses Mal in Grenzen, aber es sind wieder schöne Stücke dabei.

Rezensionsexemplare

  - Sandra Roth, "Lotta Wundertüte. Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl": Dieses Buch darf ich für Vorablesen rezensieren. Ich bin dort schon länger angemeldet, aber habe mich schon lange nicht mehr auf ein Buch beworben, da mich die Auswahl nicht so interessierte. Mit "Lotta Wundertüte" gab es mal eine Biographie, auf die ich mich unbedingt bewerben musste.
- Frauke Scheunemann, "Ein Kater auf geheimer Mission": Da ich die Herkules-Bücher der Autorin liebe, konnte ich es einfach nicht übers Herz bringen, mich nicht auf die Leserunde bei LovelyBooks zu bewerben. Ich bin auch schon durch mit dem Buch und werde mich die Tage an die Rezension machen.


Im Umsonstladen mitgenommen

- Holly-Jane Rahlens, "Prinz William, Maximilian Minsky und ich": Das Buch hatte ich schon öfter in diversen Läden in der Hand, war mir aber nie 100%ig sicher, ob es was für mich ist. Im Umsonstladen habe ich dann aber doch zugegriffen. Wenn es mir nicht gefällt, kann ich's ja wieder zurückbringen. ;-)


Ertauscht

- David Safier, "Muh!": Ich habe bislang alle Bücher dieses Autors gemocht und wollte "Muh!" schon lange lesen. Leider ist es in meiner Bibliothek dauerverliehen, weshalb ich mich sehr gefreut habe, als ich es für 2 Tickets bei Tauschticket ergattern konnte.

- Laurie Kilmartin et al., "Rabenmütter. Solange die Kinder überleben, ist alles erlaubt": Ich bin über dieses Buch beim Stöbern gestolpert und fand es einfach witzig. Bin zwar weder Mutter noch plane ich dies für die nahe Zukunft, aber man kann ja trotzdem schonmal vorfühlen, wie weit man gehen kann, ohne das eigene Kind versehentlich umzubringen. ;-)


Dass ich mir noch diverse tolle Bücher wie den aktuellen Oksa Pollock-Band oder "Romeo für immer" ausgeliehen habe, verschweige ich jetzt mal besser. Das wäre ja auch irre, sich bei so vielen Neuanschaffungen auch noch was in der Bibliothek auszuleihen, gell? ;-) Aber unser Bibliothek muss wegen Sanierungsarbeiten 4 Wochen schließen und hat förmlich darum gebettelt, so viele Bücher wie möglich auszuleihen, damit sie so wenig wie möglich schleppen müssen. Ich war also nur hilfsbereit!

Montag, 5. August 2013

Rezension: "Hühner Voodoo" von Hortense Ullrich

Daten zum Buch:
erschienen am: 19. Juli 2013
Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805250535
288 Seiten
Preis: 14,95 €

Zum Inhalt:
Der Tag fängt nicht gut an für die wohlhabende Witwe Gwendolyn Herzog von Wohlrath: Ihr Vermögensverwalter hat sich mit ihrem gesamten Vermögen abgesetzt. Jetzt ist guter Rat teuer. Doch Gwendolyn ist schon immer eine Hochstaplerin gewesen, und so lügt, betrügt und schnorrt sie sich ab jetzt eben einfach komplett durchs Leben. Durch einen Zufall kommt sie auf die Idee, eine Psychologiepraxis zu eröffnen. Dass sie gar keine Psychologin ist, ist da nur zweitrangig. Finanzielle Unterstützung erhält sie durch die gutmütige Bernadette, die ihr selbst ausgedachtes Hühner Voodoo nur allzu gerne und gar kostenlos unter die Leute bringen möchte. Gwendolyns erster Patient lässt auch nicht lange auf sich warten. Es ist der Bestattungsunternehmer Frederick Ackermann, dessen Problem es ist, dass alle Damen, denen er die Ehe anträgt, sofort das Zeitliche segnen. Zuerst findet Gwendolyn diesen Fall amüsant und nicht ernstzunehmend, doch als auch Fredericks aktuelle Freundin verstirbt, rät Gwendolyn dem verzweifelten Mann, nie wieder einen Heiratsantrag auszusprechen. Problem gelöst! Doch dann verliebt sich Frederick in Gwendolyns Nichte Britta, und das passt Gwendolyn überhaupt nicht!

Meine Meinung:
Auf Grund des Klappentextes ist natürlich bereits klar, dass man diese Story nicht allzu ernst nehmen darf. Und unter diesem Aspekt kann man sicherlich mit diesem Buch seinen Spaß haben. Der Schreibstil von Hortense Ullrich hat mir gut gefallen, die Sprache ist luftig-locker, so dass man regelrecht durch das Buch gleitet. 

Leider konnte ich jedoch mit den Figuren wenig anfangen, sie waren mir zu oberflächlich und unsympathisch. Angefangen mit der Hauptfigur Gwendolyn. Eine rücksichtslose, gierige Person, die sich absolut dreist durchs Leben schlägt und ihre Betrügereien auch noch gutheißt. Egoismus pur, und für mich schon zu überzogen, als dass ich darüber noch hätte lachen können. Anfänglich war Gwendolyn noch so skurril, dass ich sie interessant fand, doch bald fiel mir ihre unverschämte Art einfach nur noch auf die Nerven. Frederick ist nicht direkt unsympathisch, aber ich habe mich doch etwas gewundert, wie schnell der ach so trauernde Frederick schon wieder den nächsten Heiratsantrag im Kopf hatte. Menschen, die alle paar Monate die Liebe ihres Lebens finden, sind mir einfach suspekt... Ergo mochte ich auch Britta nicht, bei der es nicht sonderlich viel bedarf, dass sie einem Mann hoffnungslos verfällt, und deren oberstes Lebensziel es zu sein scheint, endlich unter die Haube zu kommen. Die Einzige, die ich wirklich mochte, war Bernadette. Sie ist jedoch viel zu gutgläubig, ja nahezu dumm, und wird von Gwendolyn so schamlos ausgenutzt, dass ich sie öfter hätte schütteln können. Dazu noch ein paar Nebencharaktere, die natürlich auch alle irgendeinen Knall haben mussten. Im Endeffekt bleiben alle Charaktere unausgereift und entwickeln sich auch überhaupt nicht im Laufe der Geschichte. 

Der Humor ist nicht jedermanns Sache. Ich bin generell ein humorvoller Mensch, mag auch Sarkasmus und richtig schwarzen Humor. Doch in diesem Fall hat einfach nichts gezündet. Selten habe ich mal müde gelächelt, richtige Lacher blieben komplett aus. 

Gefehlt hat mir ein richtiger Höhepunkt. Es geht um Gwendolyns Betrügereien, Fredericks Fluch und die Liebesgeschichte zwischen Frederick und Britta (die erwartungsgemäß ebenfalls sehr oberflächlich war). Das Ganze bietet durchaus Potential für eine lustige, turbulente Geschichte, aber irgendwie tröpfelt alles so vor sich hin. Der Weg zum Happy End  war zwar einfallsreich, aber ich habe einfach einen Höhepunkt vermisst, der auch zum Schluss nicht kam. Beim Lesen der letzten 20 Seiten bin ich tatsächlich eingeschlafen... 

Alles in allem ein sehr kurzweiliger Roman mit oberflächlichen Charakteren, der meinen Humor leider nicht getroffen hat. Allerdings gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut, deshalb gibt es noch 3 Schreiberpaletten von mir.

3 von 5 Schreiberpaletten