Mittwoch, 30. Oktober 2013

Rezension: "Möhrchenprinz" von Jutta Profijt


Daten zum Buch:
erschienen am: 23. September 2013
Verlag: dtv
ISBN: 9783423214711
352 Seiten
Preis: 9,95 € 

Zum Inhalt:
Leonie hat das große Los gezogen: Direkt nach ihrem Studium hat sie eine gutbezahlte Vollzeitstelle als Produktmanagerin in einem Großhandel für Delikatessenfleisch ergattert. Außerdem ist ihr Juniorchef zum Anbeißen süß! Allerdings ist Leo eigentlich bemüht, ihr Leben so ökologisch bewusst wie möglich zu führen - ganz im Gegenteil zu ihrem großen Bruder Daniel, der als Banker ein Jet Set-Leben führt und auf Nachhaltigkeit pfeift. Bis er eines Tages auf Leos WG-Party deren Mitbewohnerin Svenja trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Svenja ist Vegetarierin, macht Yoga und meditiert, studiert die Lehren Buddhas und ist auch ansonsten eine völlig ätherische Erscheinung. Obwohl Svenja am nächsten Tag zu ihrem Selbstfindungstrip nach Indien abreist, stülpt Daniel von heute auf morgen sein Leben radikal um. Er entdeckt nicht nur seine Liebe zu einer nachhaltigen Lebensweise, sondern wird zum Ökoaktivisten par excellance. So schlimm fände Leo das gar nicht, hat sie doch immer ihren Bruder für seinen bisherigen Lebensstil kritisiert. Doch plötzlich hat Daniel es auf Leos Arbeitgeber abgesehen und setzt damit ihren Job aufs Spiel...

Meine Meinung:
Viele kennen Jutta Profijt sicherlich schon als Autorin der „Kühlfach“-Krimiserie. Mit „Möhrchenprinz“ wechselt sie nun das Fach in (grobe) Richtung Chick-Lit. Wobei ich das Buch nicht direkt in diese Sparte stecken würde, da die Geschichte zwar aus Leonies Sicht geschrieben ist und die Liebesgeschichte um sie und ihren Juniorchef eine große Rolle spielt. Doch auch Daniels Part ist enorm wichtig für die Entwicklung der Geschichte. Für mich also kein typischer Frauenroman. 

Die Protagonistin Leo war mir generell sympathisch, jedoch hat es mich öfter mal geärgert, wie viel sie sich von ihren Mitbewohnern, ihrem Bruder, ihrer Mutter und ihrem Chef gefallen ließ. Aber natürlich wäre es kein richtiger Frauenroman, wenn die Protagonistin nicht auch eine (positive) Entwicklung im Laufe der Geschichte durchmachen würde.

Ich kann nicht sagen, dass ich Daniel überhaupt nicht mochte, aber seine Veränderung für meinen Geschmack viel zu schnell (Er sieht Svenja und verändert sich quasi von einer Sekunde auf die nächste.) und war mir auch zu krass. Natürlich trägt dieses überzogene Verhalten dazu bei, die Geschichte am Laufen zu halten und für viele lustige oder skurrile Momente zu sorgen, aber es war mir schon stellenweise etwas zuviel des Guten, und Daniel hat mich manchmal total genervt. Ungefähr ab der Hälfte des Buches konnte ich mich irgendwie mit ihm arrangieren, und erst dann konnte ich die Geschichte auch wirklich genießen.

Allerdings sind Daniels Aktionen tatsächlich bewundernswert. Er hat richtig gute Ideen, auf all die Probleme im Bereich Umwelt und Energie hinzuweisen, wobei er es hier dank seines Vermögens richtig krachen lässt und sich auch des Öfteren scharf an der Grenze zur Illegalität entlang bewegt. All dies ist nicht nur unterhaltsam, sondern so ganz nebenbei wird man auch noch in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit unterrichtet, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger.  

Aber man erhält auch interessante Einblicke in die Marketingstrategien einer großen Firma. Leonie macht trotz ihrer geringen Berufserfahrung ihren Job richtig gut, ist kompetent, eloquent und hat selbst in Stresssituationen noch tolle Ideen. Ich war wirklich beeindruckt von ihrer Professionalität, wenngleich sie sich ziemlich viel von ihrem Chef gefallen lässt und sich für ihre Firma total aufreibt, ohne dass es ihr gedankt wird.

Dies ist das 1. Buch, das ich von Jutta Profijt gelesen habe, aber ihr Schreibstil gefiel mir auf Anhieb. Die Sprache ist locker und witzig, das Buch liest sich richtig flüssig. Auf jeden Fall eine kurzweilige Unterhaltung, die, wenn man sich an die teils überzogenen Personen und Gegebenheiten gewöhnt hat, richtig Spaß macht!

4 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 26. Oktober 2013

Urlaub!!!

Endlich ist es so weit: 2 Wochen Urlaub vom stressigen Job! Ich bin auch wirklich urlaubsreif!

Jedenfalls geht es vom 27.10.-5.11. nach Kreta, und ich bin schon aufgeregt, denn das ist unser erster richtiger Strandurlaub!

Und natürlich müssen auch Bücher mit in den Koffer. Allerdings möchte ich in den Urlaub keine neuen oder teuren Bücher mitnehmen bzw. Bücher, die ich auf jeden Fall behalten will. Also hab ich mal meinen SuB durchgeforstet nach gammeligen Büchern, die ich danach auch bedenkenlos in die Tonne kloppen kann. Ich weiß, das klingt grausam, aber manchmal holt man sich halt gebrauchte Bücher, die wirklich abgefuckt aussehen und die man nach dem Auslesen loswerden will.

Hier also meine Auswahl:


Ich denke, es ist eine nette Mischung. Ein Arena-Thriller (bzw. mehrere kurze), ein magischer Krimi, ein lustiges Buch (Das ich nur mitnehme, weil ich gerade mittendrin bin, denn ich möchte es behalten und es ist auch neu.), ein Griechenland-Krimi (sehr passend!) und zwei Autobiographien. Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich das alles schaffe, da wir ja auch mal Ausflüge machen wollen, aber ich bin doch zuversichtlich, da die Hälfte der Bücher recht dünn sind.

So, und jetzt werde ich noch die letzten Urlaubsvorbereitungen angehen, denn morgen geht's schon richtig früh los.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Rezension: "Profiler. Auf der Spur von Serientätern und Terroristen" von Joachim Käppner


Die Blogbetreiberin garantiert allen Lesern, dass diese Szene
nur gestellt ist. Während der Lektüre kam kein Buch zu Schaden!
Daten zum Buch:
erschienen am: 26. August 2013
Verlag: Hanser Berlin 
ISBN: 9783446243682
352 Seiten
Preis: 21,90 €

Zum Inhalt: 
In 11 Kapiteln wird anhand ausgewählter Kriminalfälle ein umfassender Überblick über die Entwicklung der Operativen Fallanalyse (OFA) - dem korrekten Begriff für das Profiling - gegeben. Hierbei wird selbstverständlich der Schwerpunkt auf das Profiling in Deutschland gelegt, aber auch den Kollegen in den USA (wo das Profiling seinen Anfang nahm) oder Österreich wird kurz über die Schulter geguckt. Joachim Käppner zeigt nicht nur den Alltag der Fallanalytiker auf und die Probleme, mit denen diese zu kämpfen haben, sondern er räumt auch mit den durch einschlägige amerikanische Krimiserien verursachten Mythen über die Arbeit des Profilers auf. 

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, anspruchsvoll, aber mit jeglichem Verzicht auf komplizierten Fachjargon. So kommt man durch das Buch generell recht schnell durch, andererseits habe ich persönlich nie mehr als ca. 40 Seiten am Stück geschafft. "Profiler" steckt voller Informationen, von denen ich mich phasenweise regelrecht erschlagen fühlte. V. a. bei den vielen Namen der Beteiligten schwirrte mir öfter mal der Kopf. Die meisten der Fälle waren mir unbekannt, von ein paar davon hatte ich jedoch in den Nachrichten gehört. Der berühmteste Fall, der hier näher analysiert wird, ist wohl der NSU-Prozess, bei dem der Autor sehr detailliert aufzeigt, welche Schlampigkeiten dazu führten, dass die mit dem Unwort "Dönermorde" betitelte Mordserie erst Jahre später aufgeklärt werden konnte.

Das Buch ist wirklich hochinteressant, doch manchmal fand ich die Schilderungen, wie sich das Profiling in den verschiedenen Ländern entwickelte, langatmig und auch verwirrend. Viele Namen fallen, mal sind wir in den USA, mal in Deutschland, mal in Österreich, mal besucht jener Profiler diesen Profiler und umgekehrt. Ich verlor hier irgendwann den Überblick. Ungefähr ab dem 3. Kapitel hatte ich zudem das Gefühl, dass sich vieles wiederholte, z. B. gewisse Entwicklungen in der OFA, das Misstrauen der „gestandenen“ Polizisten gegenüber ihren Kollegen der OFA, was die Arbeit eines Profilers ausmacht usw. Hier fehlt mir definitiv ein roter Faden, der – falls doch vorhanden – für mich nicht ersichtlich war. Vermutlich kam es gerade deshalb auch zu den vielen Wiederholungen, da der Autor wohl Kapitel für Kapitel geschrieben hat, ohne dass diese aufeinander richtig aufbauen. Im Endeffekt hätte man so meiner Meinung nach das Buch etwas abspecken können.
Faszinierend und auch schlimm finde ich die Schilderungen der Mordfälle. Dieses Buch ist ein Manifest darüber, was es für kranke Menschen gibt! Aber das wusste man ja auch schon vorher... Dennoch ist es wohl nichts für sanfte Gemüter – der Autor verzichtet zwar auf blutrünstige Einzelheiten, kann jedoch nicht völlig auf Mordschilderungen verzichten. Dass hier auch viele Opfer Kinder sind, ist besonders tragisch. Es ist tatsächlich die Faszination des Grauens, die einen fesselt, wenn man dieses Buch liest.
Interessant fand ich, dass in einem Kapitel, in dem es um den sehr gewaltsamen Tod einer Dreijährigen geht, auch die Psyche angesprochen wurde, d.h. wie ein Profiler eigentlich all die Gräuel verarbeitet, die er im Laufe seiner Arbeit mitbekommt. Für meinen Geschmack wurde dieser sehr interessante Aspekt jedoch zu wenig behandelt. Vielleicht erhielt der Autor hierüber auch zu wenig Auskunft von den Betroffenen, die vermutlich lieber über ihre Fälle als über ihr psychisches Befinden erzählen wollten. Dennoch bedauerlich.

In der Mitte des Buches findet sich ein 8 Seiten langer Bildteil, auf dem einige der erwähnten Fallanalytiker und Täter ein Gesicht erhalten. Das fand ich zwar nett, aber generell hätte ich mir noch mehr Bildmaterial gewünscht.

Das Buch vermittelt den Eindruck, dass der Autor fundierte Recherchearbeiten betrieben hat. Im Anhang bietet er weitergehende Informationen für diejengen, die es ganz genau wissen wollen. Neben einem praktischen Abkürzungsverzeichnis und Quellenangaben findet sich noch ein vierseitiges Literaturverzeichnis. Zuletzt folgen die Anmerkungen zu wortgetreuen Zitaten. Dieses Verzeichnis habe ich allerdings nicht genutzt, da ich es sehr unpraktisch fand. Im Text finden sich keinerlei Fußnoten an den entsprechenden Stellen, so dass ich erstmal gar nicht wusste, dass es Erläuterungen dazu gibt. Als ich dann die Anmerkungen hinten entdeckte, war es mir zu mühselig, immer erst die zitierte Stelle im Text herauszusuchen. Sowieso ist dieser Anhang nur für Leute, die ganz genau wissen wollen, woher der Autor seine Zitate nimmt. Spätestens seit dem Fall Guttenberg wissen wir alle, dass dies auch so sein muss, wenn man Ärger vermeiden will. Für mich als "normaler" Leser allerdings nicht weiter von Interesse.

Anstrengend könnte für ältere Leser bzw. Leser mit Sehschwäche vielleicht die kleine Schrift sein.

Demjenigen, der zu diesem Buch greift, muss klar sein, dass es sich hier nicht um einen Krimi oder Thriller handelt, sondern um ein Sachbuch. Zuweilen kommt der Schreibstil trocken und sachlich rüber, dennoch ist "Profiler" eine spannende Lektüre, nicht nur für Krimifans!

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Bridget Jones is back!!!

Die Spatzen pfeifen's von den Dächern: Bridget Jones ist wieder zurück! Diesmal ohne Mark Darcy, was ich persönlich - so wie die meisten Bridget-Fans - echt furchtbar finde. Aber mal sehen, wie gut das Buch ist.

LovelyBooks veranstaltet jedenfalls eine große Leserunde am kommenden Wochenende, die auch über Twitter und Facebook läuft. Dafür wurden 75 Bücher verlost, darunter 15 Bloggerpäckchen für Blogger. Natürlich musste ich mich darauf unbedingt bewerben, und ich wurde tatsächlich ausgelost! Mann, hab ich mich gefreut wie bolle! :-)

Heute kam dann mein Päckchen an, und natürlich möchte ich euch das unbedingt zeigen.

So sah das Päckchen, das von Karla liebevoll gepackt wurde, im Urzustand aus:

Schönes Geschenkpapier, gelle?

Das war dann letztendlich drin:

Ein Bridget Jones-Shirt, eine Tafel Galaxy-Schoki (Kenn ich gar nicht, bin schon total gespannt und hab sie nur nicht schon angefressen, weil mein Freund mich tadelnd anguckte! Allein deshalb wird er davon auch nix abkriegen, so! Wenn du das hier liest: Pech gehabt!), eine Wohlfühlmaske, putzige Eulentaschentüchter, ein Duftteelicht, drei Teebeutel (als Deko für das Geschenk), ein persönlicher Gruß von LovelyBooks und natürlich das Buch im hübschen Hardcover!

Und das Beste:

Es ist signiert!!! :-)

Übrigens sitzt das Shirt in Größe L etwas stramm, aber das ist halt der Bridget Jones-Wurstpellen-Look. :-D


Ich freu mich schon auf die Leserunde! Ist von euch noch jemand dabei? :-)

Dienstag, 15. Oktober 2013

Neuzugänge

Sodele, wird mal wieder Zeit für einen Neuzugänge-Thread, sonst verliere ich langsam den Überblick. Die armen Kerlchen liegen mittlerweile auf dem Bügelbrett, weil ich sonst überhaupt keinen Platz mehr habe. Ich brauche eine neue Wohnung! :-(

Rezensionsexemplare

- Jutta Profijt, "Möhrchenprinz": Eine von der Autorin begleitete Leserunde auf LovelyBooks. Klang einfach lustig, dreht sich um die junge Leonie, die eigentlich ziemlich Öko ist, aber nach ihrem Studium bei einem großen Fleischlieferanten anheuert. Während ihr Yuppie-Bruder, der nur ans Kohlescheffeln denkt, plötzlich der Liebe wegen zum totalen Oberöko mutiert. Ich habe hier zwei von Jutta Profijts "Kühlfach"-Büchern liegen, die ich gerne mal lesen möchte, aber das ist jetzt erstmal das 1. Buch, das ich von ihr lese.


Gewonnen

Also diesmal kann ich mich bei meiner Glücksfee wirklich nicht beschweren! :-)

- Sina Trinkwalder, "Wunder muss man selber machen": In einer sehr interessanten Fragerunde lernte ich Sina Trinkwalders interessantes Projekt kennen, in dem sie Arbeitssuchenden eine neue Chance gibt und fair hergestellte Kleidung in Deutschland vertreibt. Bin schon sehr gespannt auf ihre Autobiographie, die ich beim Fragefreitag gewonnen habe.

- Barbara Kreißl, "Langenscheidt Unwörterbuch Behördisch": Da ich mich gerade bemühe, einen Ausbildungsplatz als Beamtenanwärterin zu bekommen, ist das natürlich die passende Vorbereitungslektüre für mich. :-) 

- Ben Aaronovitch, "Ein Wispern unter Baker Street": Dieses Buch habe ich auf Anjas Druckbuchstaben-Blog gewonnen (Nochmal vielen Dank, liebe Anja!) und mich sehr darüber gefreut. Diese Buchreihe möchte ich schon länger lesen. Den 1. Band konnte ich mir mittlerweile auch sichern (siehe weiter unten), an den 2. komme ich auch noch ran. ;-)

- Belinda Olsson, "Knallbonbon": Dieses Buch habe auf Steffis Seitenzauber-Blog gewonnen, auch hier vielen Dank, liebe Steffi! Für Chick Lit war ich schon immer zu haben. :-) Und dann noch ein Hund auf dem Cover - da konnte ich wirklich nicht widerstehen!


Prämie von "Was liest du?"

- Fulvio Ervas, "Wenn ich dich umarme, hab keine Angst": Seit ich zum 1. Mal von diesem Buch gehört habe, das ein Vater über seinen autistischen Sohn geschrieben hat, war es auf meiner Wunschliste, deshalb hat es mich sehr gefreut, dass ich es mir als Prämie bei "Was liest du?" holen konnte.


Gekauft bzw.aus dem Tauschregal

- Ben Aaronovitch, "Die Flüsse von London": Musste ich natürlich mitnehmen, auch wenn es ziemlich abgegrabbelt aussieht. :-) Wollte ich schon immer mal lesen.

- Oliver Kuhn & Michaela Moses, "Deutschland einig Deppenland. Wie doof die Deutschen wirklich sind": Ach, das klang einfach so lustig, da ist es eben gleich mitgewandert. :-D

- Anthony Bourke & John Randall, "Der Löwe Christian. Unser verrücktes Leben mit einem Löwen in London": Eine schöne, wahre Geschichte über zwei Männer, die in Harrods ein Löwenbaby kauften, es großzogen mitten in der Metropole London und es dann schweren Herzens in Afrika auswilderten.

- "Mainfränkisches Museum Würzburg. Riemenschneider-Sammlung": Als Würzburgerin und Museumsfan muss ich mir natürlich diesen Museumsführer zu Gemüte ziehen. Immerhin ist Riemenschneider weltberühmt und hat lange Zeit in Würzburg gewirkt!

- Morton Rhue & Hans-Georg Noack, "Die Welle": Auch wenn jetzt alle hier gleich Schnappatmung kriegen, aber ich muss zugeben, ich habe dieses Buch noch nie gelesen (so wie viele andere Klassiker auch). Von meiner Freundin, die mich in den Umsonstladen begleitete, wurde ich daraufhin erstmal ausgelacht, also hab ich mir gleich das Buch geschnappt. Ist ja wirklich eine Bildungslücke... (He, immerhin hab ich schon den Film gesehen!)

- Adelheid Fangrath, "Gehen Sie ins Kloster! Und 9 weitere ungewöhnliche Alternativen zur kleinen Rente": Da ich momentan auch zu den Damen gehöre, die dank eines unsinnigen Studiums vorerst keine nennenswerten Beträge in die Rentenversicherung einzahlen können, muss ich mich ja mal informieren, welche Alternativen es gibt, damit man mit 67 nicht komplett ohne Rente dasteht. ;-)

So, das war's mal wieder für dieses Mal. Kennt jemand von euch irgendwelche Bücher davon?

Sonntag, 6. Oktober 2013

Rezension: "Und konnten es einfach nicht fassen" von Sabine Thomas

Daten zum Buch:
erschienen am: 13. September 2013
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783550080371
240 Seiten
Preis: 16,99 €

Zum Inhalt:
Sabine Thomas ist seit 1984 als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht tätig. In ihrem Buch „Und konnten es einfach nicht fassen“ erzählt sie in 16 Kurzgeschichten einige ihrer interessantesten, tragischsten Fälle nach, von Ehekrisen, Sorgerechtsstreitigkeiten, Kindesmissbrauch, Alkoholismus, Mord, gescheiterten Existenzen und schmerzlichen Erinnerungen.

Meine Meinung:
Den Titel ihrer Kurzgeschichtensammlung hat sich die Autorin von Erich Kästners Gedicht „Sachliche Romanze“ ausgeliehen. Bis auf dieses Gedicht, das quasi als Vorwort dient, gibt es keine weiteren Erläuterungen. Ich hätte ein Vor- oder Nachwort der Autorin begrüßt, in dem sie z. B. über ihre Ambitionen für dieses Buch geschrieben hätte, aber vielleicht wollte sie einfach die Geschichten ohne jegliche Erläuterungen für sich stehen und wirken lassen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Niveauvoll und eloquent, dennoch leicht verständlich, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt. Sabine Thomas stellt die Schicksale ihrer Mandanten in den Vordergrund, bleibt dabei aber sachlich und bewertet nicht. Ich bin ihr dankbar, dass sie auf kompliziertes Rechtsvokabular verzichtet und für Leser ohne jegliche Jurakenntnisse leicht verständlich geschrieben hat. Dennoch kann man das ein oder andere aus dem Rechtsbereich von ihr lernen. Z. B. wusste ich nicht, dass im deutschen Recht bis vor wenigen Jahren verheiratete Paare, bei denen sich ein Ehepartner einer Geschlechtsumwandlung unterziehen möchte, gesetzlich zur Scheidung gezwungen wurden. 

Da Sabine Thomas als Anwältin die Anonymität ihrer Mandanten wahren muss, sind die Geschichten nicht 1:1 nacherzählt, sondern wurden basierend auf echten Begebenheiten rekonstruiert und modifiziert. Die Stories sind inhaltlich völlig voneinander losgelöst und haben nichts miteinander zu tun, außer dass die Wege der Betroffenen irgendwann in die Kanzlei von Sabine Thomas führen. Sie schreibt nicht nur darüber, was mit ihren Mandanten passiert, während sie sie rechtlich vertritt, sie erzählt auch deren Lebensgeschichten davor und die genaueren Umstände, die überhaupt dazu führten, dass diese Menschen letztendlich zu ihr kamen.

Schade ist es, dass die Kurzgeschichten eben nur Kurzgeschichten sind, denn die Schicksale müssen meist offen bleiben, und oft genug wollte ich zu gerne wissen, wie es denn nun weiterging. Vermutlich hätte man aus fast jeder dieser Kurzgeschichten ein eigenes Buch machen können. 

Meine Reaktionen auf die einzelnen Geschichten waren sehr unterschiedlich. Nur wenige konnten mich wirklich berühren, wie z. B. die Geschichte von Katja, die bei einem Unfall entsetzlich entstellt wird, was zu einer enormen Belastung für ihre bis dahin sehr glückliche Ehe führt. Oder die Erinnerungen einer ehemaligen KZ-Insassin. Andere Stories wiederum fand ich eher langweilig und nichtssagend. Z. B. die Teenagermutter, die sich mit ihrem Ex-Freund vor Gericht um das Sorgerecht streitet. Oder der alkoholkranke Möchtegern-Charmeur, der wegen sexueller Belästigung vor Gericht steht, was ihn jedoch ziemlich kalt lässt. Die meisten Fälle sind nicht sonderlich spannend, haben keine Highlights in dem Sinne, sind jedoch sehr interessant und oft erschütternd, insbesondere wenn man sich vor Augen führt, dass sie so oder so ähnlich tatsächlich passiert sind. 

Die Geschichten regen zum Nachdenken an und wirken noch lange nach. Zum Glück enden nicht alle von ihnen schlecht, aber zum Schmunzeln und Lachen wird man hier dennoch nichts finden.

4 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 5. Oktober 2013

Neuzugänge

Ups, da will ich eine Rezension einstellen und stelle fest, dass ich das Buch noch nichtmal bei meinen Neuzugängen gezeigt habe. Ich hab diesen Punkt wohl schon etwas länger vernachlässigt, also wird es Zeit, mal wieder meine Errungenschaften vorzustellen. Diese halten sich diesmal sogar für meine Verhältnisse in Grenzen, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Zeitraum von 3 Wochen handelt...

Rezensionsexemplare

- Sabine Thomas, "Und konnten es einfach nicht fassen": Die Rezi zu dieser Sammlung von Kurzgeschichten, die ich in einer interessanten Leserunde mit der Autorin bei LovelyBooks gelesen habe, stelle ich die Tage noch ein.
- Joachim Käppner, "Profiler. Auf der Spur von Serientätern und Terroristen": Meine aktuelle Lektüre, die ich für eine Leserunde bei "Was liest du?", der neuen Literaturplattform der Mayerschen Buchhandlung, erhalten habe. 


Gewonnen

- Jodi Picoult, "In den Augen der Anderen": Diesen Wälzer habe ich beim Jubiläumsgewinnspiel von Bastei Lübbe im August gewonnen. Die Geschichte klingt sehr spannend, aber ich muss zugeben, dass ich aufgrund der Dicke des Buches vorerst lieber nicht dazu greifen werde.


Gekauft

Neulich auf dem Flohmarkt... so fängt jede gute Geschichte eines Bibliophilen an, nicht wahr? ;-) Da ich ja dank des Bloggerworkshops vor Kurzem meinen 1. Arena-Thriller geschmökert habe und ihn als Einstieg in das Thriller-Genre ziemlich gelungen fand, bekam ich an dem Flohmarktstand mit über 20 Arena-Thrillern erstmal Schnappatmung. Jedes Buch nur 1 € - wah! Da ich aber einen ultrahohen SuB zu Hause habe, unter Platzmangel leide, Thriller gar nicht so mein Fall sind, die Bücher in eher mäßigem Zustand waren, ich nicht so viel Geld auf einmal ausgeben wollte und mein Freund als Buchrausch-Stimmungskiller neben mir stand, entschied ich mich schweren Herzens mal "nur" für 5 Bücher, die ich eher willkürlich auswählte. In zwei Büchern lagen dann auch noch Autogrammkarten der Autorinnen drin, juhu! Natürlich habe ich fairerweise diese zurückgeben wollen, aber die Standbesitzer waren sich sicher, dass ihre Teenagertochter diese nicht vermissen würde. Ich heiße zwar nicht Amelie, aber ich freue mich trotzdem über diese Zugaben für meine Autogrammkartensammlung. :-)

- Susanne Mischke, "Rosengift"
- Krystyna Kuhn, "Aschenputtelfluch"
- Krystyna Kuhn, Susanne Mischke, Beatrix Gurian & Manuela Martini: "Totentänze"
- Susanne Koster, "Flammenkuss"
- Susanne Mischke, "Zickenjagd"

Und, gibt es hier einen Arena-Thriller-Fan, der unter den hier aufgeführten Autorinnen eine Favoritin hat, die er besonders empfehlen kann?

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Rezension: "Schattenflügel" von Kathrin Lange

Daten zum Buch:
erschienen im: März 2012
Verlag: Arena
ISBN: 9783401067940
264 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
Die 15jährige Kim gilt in ihrer Schule als Sonderling. Seit ihre geliebte Schwester Nina vor zwei Jahren ermordet aufgefunden und der Täter nie gefasst wurde, leidet sie unter Panikattacken. Als ihr der geheimnisvolle Lukas in der Schule über den Weg läuft und echtes Interesse an ihr zeigt, schafft es Kim seit Ninas Tod zum 1. Mal, sich wieder auf einen Jungen einzulassen. Alles könnte so schön sein, doch irgendetwas an Lukas ist seltsam. Was ist dran an dem Gerücht, er hätte die letzten zwei Jahre im Gefängnis gesessen?

Dann verschwindet auch noch Kims Freundin Marie, die schon öfter von zu Hause ausgerissen ist. Deshalb nimmt auch niemand Kims Befürchtung ernst, Ninas Mörder könne erneut zugeschlagen haben...

Meine Meinung: 
Ein Tipp vorab: Wer sich die Spannung bei diesem Buch bestmöglich erhalten möchte, sollte auf das Lesen des Klappentextes verzichten. Dieser verrät bedauerlicherweise bereits ein paar Details, die der Leser besser selbst im Laufe der Story herausfinden sollte. (In meiner Inhaltsbeschreibung kommen sie nicht vor!)

Die Geschichte wird einerseits dominiert von Kims Trauma, und in Rückblenden erfahren wir nach und nach mehr über die Umstände und Hintergründe von Ninas Tod. Andererseits steht die Liebesgeschichte zwischen Lukas und Kim stark im Vordergrund. 

Die beiden Hauptcharaktere Kim und Lukas sind gut ausgearbeitet. Die Geschichte ist aus Kims Perspektive geschrieben, so dass wir mit ihr die schlimmen Erinnerungen an Ninas Tod miterleben, wie sich ihre Gefühle für Lukas entwickeln und sie langsam anfängt, ihr Trauma aufzuarbeiten. Sie ist ein sympathisches, nettes, vernünftiges Mädchen. Oft ist es so, dass gerade junge Menschen in Büchern oder Filmen aus falscher Scham oder Sorge Dinge verheimlichen und so viele Missverständnisse entstehen, die die Geschichte künstlich in die Länge ziehen können und die mich manchmal verzweifelt wünschen lassen, diese Person an den Schultern zu rütteln und anzuschreien. Deshalb fand ich es sehr gut, dass Kim nicht so war. Sie hatte ein gutes Gespür dafür, wann es angebracht war, etwas besser nicht zu verschweigen und mit der Sprache herauszurücken, da sie verstand, dass die Erwachsenen ihr nur helfen wollten. 

Dennoch gelang es mir nicht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Ich kann allerdings nicht sagen, woran es lag. Auch Lukas konnte mich nicht begeistern, irgendwie ging mir die Liebesgeschichte zwischen Kim und Lukas zu schnell. In einem Moment treffen sie sich zum 1. Mal in der Schule, und wenige Tage später sagt er schon, dass er sie liebt. Auch Kims Freundschaften konnte ich nicht nachvollziehen, denn Marie und Sabrina werden aus Kims Sicht als nervig, unsensibel und – in Maries Fall – missgünstig porträtiert. Wieso also ist sie noch mit ihnen befreundet? Aber vielleicht ist das ja für Mädels in diesem Alter normal, dass man gerne über seine Freundinnen schimpft.

Die Sprache ist einfach gehalten, auf lange, verschachtelte Sätze wird verzichtet und altersgemäße Umgangssprache verwendet. Das fand ich auch absolut ok, denn das Buch richtet sich in 1. Linie an Teenager ab 12, so dass ich hier keine gehobenen, anspruchsvollen Formulierungen erwartete, die auch nicht angebracht gewesen wären.

Den tatsächlichen Mörder hatte ich bereits in der 1. Szene, in der er auftauchte, im Verdacht. Mein 1. Verdacht war also auch gleich richtig, doch zwischendurch wurde ich dann doch unsicher, und gegen Ende des Buches war ich so paranoid, dass ich so ziemlich jeden Mann in Kims Umfeld verdächtigte. Selbst während des Showdowns zwischen zwei potentiellen Tätern schwankte ich noch. Ich wusste nicht, wer beschützt Kim, wer will sie töten? Und so blieb es bis zum Schluss für mich – und auch für Kim! – recht spannend. 

Das Buch wird für Leser ab 12 Jahren empfohlen, und ich denke doch, dass dies eine gute Einschätzung ist. Zwar handelt es sich hier um einen Thriller, aber in diesem Buch finden sich keine Grausamkeiten oder verstörende Schilderungen, und die Morde geschehen „im Off“, d.h. wir erfahren nur davon und sind nicht live dabei. Auch wenn das Buch als Thriller ausgewiesen ist, ist es doch auch vorrangig eine Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen und schlägt eigentlich die meiste Zeit eher ruhige Töne an, erst gegen Ende gibt es dann den großen Showdown. Wer also auf eklige Details, Folter und Grausamkeiten steht, sollte nicht zu diesem Jugendthriller greifen, sondern zu den üblichen Verdächtigen der Erwachsenenliteratur. Für alle Anderen, die es gerne spannend, aber dennoch nicht zu aufregend und plastisch möchten, ist dieses Buch genau richtig. Für mich als Thriller-Unerfahrene ein sanfter Einstieg in dieses Genre.

4 von 5 Schreiberpaletten