Sonntag, 29. Dezember 2013

Verlosung: "Jesusmariaundjosef!" von Ralf Günther

Die Weihnachtstage sind vorbei, und bestimmt lag bei dem ein oder anderen ein schönes Büchlein unterm Weihnachtsbaum. Bei mir hat sich das ja in Grenzen gehalten - genauer gesagt hat es gerade mal ein einziges Buch unter meine Weihnachtspräsente geschafft, wohingegen ich selbst 5 Stück verschenkt habe. Aber es ist ja nicht so, dass ich unter akutem Büchermangel leide und das jetzt so tragisch wäre. ;-)

Muss hier mal mein letztes Bild recyceln, denn leider
ist unsere Kamera über den Jordan gegangen...
Auf jeden Fall wollte ich mit meiner Verlosung bis nach Weihnachten warten aus zwei Gründen: Erstens wurde man im Dezember sowieso mit Adventskalendern und Blogverlosungen überhäuft, zweitens ist das Verschicken von Büchern vor Weihnachten sowieso keine gute Idee. (Momentane persönliche Statistik: 2 verloren gegangene Büchersendungen.:-( )

Erst vor wenigen Tagen habe ich ja meine Rezension zu Ralf Günthers "Jesusmariaundjosef!" online gestellt. (Einfach zum nächsten Beitrag runterscrollen.) Ich fand dieses Buch sehr unterhaltsam! Freundlicherweise hat der Verlag uns Leserundenteilnehmern sogar zwei Exemplare zukommen lassen, von denen ich jetzt eines verschenken möchte. Wie das kam? Also die ersten Exemplare ließen - Weihnachtsverkehr sei Dank - etwas auf sich warten, woraufhin einige in der Leserunde leicht hibbelig wurden. Der Verlag meinte daraufhin, dass sie es wirklich toll finden, wie ungeduldig wir sind, weil das ja zeigt, wie sehr wir uns auf das Buch freuen. Und deshalb schicken sie es jetzt einfach nochmal an alle los, dann können wir es ja auch einfach verschenken. :-D Sowas hab ich ja auch noch nie erlebt!

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer hat denn hier Lust, dieses lustige Buch über die Heiligen Drei Könige zu lesen und zu rezensieren? Das Buch ist neu und ungelesen.

Ihr müsst nicht nachweislich Leser meines Blogs sein, obwohl ich mich darüber sehr freuen würde. Aber ihr solltet in Deutschland wohnen. Wenn ihr im Kommentar mehr als "Ja, ich will!" schreiben wollt, könnt ihr mir ja z. B. erzählen, welche Bücher bei euch unterm Weihnachtsbaum lagen. :-)

Eine Bitte habe ich allerdings: Ich möchte gerne, dass ihr das Buch in absehbarer Zeit (Vielleicht innerhalb von 1-2 Monaten, wobei ich da nicht so streng bin.) dann auch rezensiert und die Rezi auch online stellt. Ob auf eurem Blog, bei Amazon, bei LovelyBooks, Was liest du?, o. Ä. ist mir erstmal egal. Aber da der Verlag so großzügig war, möchte ich ihm gerne ein bisschen was zurückgeben. (Und sollte die Rezi auch negativ sein, na ja, das ist Berufsrisiko. ;-))

Also, wer damit einverstanden ist, der darf sich ab sofort auf dieses feine Buch bewerben. Die Bewerbungsfrist lasse ich passenderweise am 6.1. enden, denn da ist - naaa? :-)

Den Gewinner gebe ich dann am 7.1. hier bekannt, bitte melde dich dann von dir aus innerhalb von 10 Tagen. Ihr müsst also keine Kontaktdaten im Kommentar angeben. Zwar habe ich schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass sich bei Verlosungen manchmal Gewinner nicht melden, aber ich finde immer noch, dass man das doch erwarten darf, dass die Leute selbst nachgucken, oder?

Also ran an die Tasten! :-)

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Rezension: "Jesusmariaundjosef!" von Ralf Günther

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. November 2013
Verlag: rororo
ISBN: 9783499257179
352 Seiten
Preis: 8,99 €

Zum Inhalt:
Was wissen wir eigentlich schon über die „Heiligen Drei Könige“, außer dass sie einem Stern folgten, um dem Jesuskind in seiner Krippe Gold, Weihrauch und Myrrhe darzubringen? Nicht wirklich viel, denn mehr wurde über diese drei weisen Männer nicht überliefert. Bis jetzt!

In diesem Buch erfahren wir endlich die Geschichte rund um Jesus aus Sicht der drei Weisen. Es blieb nämlich nicht bei der Huldigung im Stall von Betlehem, nein – Kaspar, Melchior und Balthasar entführten Jesus kurzerhand nach Alexandria, wo sie die Sekte „Wir sind Gott!“ gegründet hatten. Der kleine Jessie, von allen Religionen als zukünftiger Messias gelobpreist und deshalb heißbegehrt, soll dort zum zukünftigen Propheten der „Wir sind Gott!“-Sekte ausgebildet werden. Doch die Drei haben nicht nur vergessen, Maria und Josef Bescheid zu sagen, die ihrem entführten Kind kurzerhand nach Ägypten folgen und sich unverschämterweise ebenfalls in die Erziehung des Gottessohnes einmischen wollen.  Auch Jessie selbst hat seinen eigenen Kopf und will lieber seine eigene Religion gründen. Nicht zu vergessen Gott höchstpersönlich, dem die „Wir sind Gott!“-Idee nicht so recht schmecken will, und der alles tut, um seine Pläne für Jesus durchzuziehen.

Meine Meinung: 
Mit „Jesusmariaundjosef!“ hat Ralf Günther das Leben Jesus‘ neu geschrieben und gibt uns endlich mehr Informationen über die mysteriösen drei Weisen aus dem Morgenland. Wer wusste denn schon, dass Maria was mit Kaspar am Laufen hatte? Dass Jesus eigentlich lieber Kapitän statt Messias werden wollte? Oder dass die Kreuzigung eigentlich schon 20 Jahre früher stattfinden sollte, man aber blöderweise gerade unter Holzmangel litt?

Der Schreibstil des Autors gefiel mir auf Anhieb und das Buch liest sich sehr flüssig. Egal, ob Gott in seiner Feuererscheinung versehentlich halb Alexandria in Brand steckt oder Jesus Maria beim Badetag zur Verzweiflung treibt, weil er stur auf dem Wasser stehen bleibt, statt sich darin waschen zu lassen – Ralf Günther bietet hier ein regelrechtes Feuerwerk an Skurrilitäten, bei denen man sich ständig fragen muss, woher er nur diese ganzen Einfälle nimmt? Zugegeben: Der Humor war nicht immer ganz nach meinem Geschmack. Manche Gags empfand ich als too much, andere verstand ich nicht oder fand sie schlicht und ergreifend nicht witzig. Man muss sich schon auf diesen Humor einlassen können, und obwohl ich selten satirische Bücher lese, ist mir dies hier auf Anhieb gelungen.

Alle Figuren sind detailreich und liebevoll gezeichnet. V. a. Jesus, Maria und Josef, die Namensgeber dieses Buches, muss man einfach mögen! Trotz aller Satire kommt jedoch auch der ernste Teil der Geschichte nicht zu kurz. Ist das 1. Drittel noch herrlich skurril und schräg, geht es danach doch deutlich nachdenklicher zu, es gibt auch ein paar rührende Szenen, z. B. zwischen Jesus und Josef. Alle biblischen Figuren werden hier als Menschen mit Schwächen, Fehlern und Emotionen gezeigt. Und etliche Passagen regen an, über diese Figuren nachzudenken. Wir erleben Maria als fürsorgliche Mutter, die ihren Sohn vor allem Übel beschützen will. Josef als liebevollen Ziehvater, die 3 Weisen als Lehrer Jesu, die trotz aller Versuche, Jessie nach ihrem Wunsch zu formen, eigentlich nur das Wohl des Jungen im Sinn haben. Jesus selbst ist so liebenswert, dass man ihn einfach nur knuddeln möchte.

Sicherlich kein Buch für christliche Fundamentalisten oder Dogmatiker, aber man muss wiederum kein Atheist oder Nicht-Christ sein, um hier seinen Spaß zu haben. Insgesamt fühlte ich mich in diesem Buch mit seinen liebevoll gezeichneten Figuren sehr wohl und bin regelrecht durch die Geschichte geflogen. 

5 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten! Merry Christmas! Buon Natale! Prettige Kerstdagen!

Meine lieben Leser und versehentlich Vorbeiguckenden!

Ich bin gerade von der Arbeit gekommen (Musste um 7 Uhr anfangen, wäch!) und lege mich wohl erstmal noch eine Runde aufs Ohr, bevor es weitergeht zu meinen Eltern. Dieses Jahr wird in etwas dezimierter Form gefeiert, da mein Schwager Grippe hat und meine Schwester und er deshalb zu Hause bleiben müssen.

Ich wünsche euch ein schönes, stressfreies, harmonisches Weihnachtsfest mit lieben Menschen und Geschenken, über die ihr euch freut. :-) Sicherlich wird das ein oder andere Buch den Weg unter den Weihnachtsbaum finden, ne? ;-)

Liebe Grüße

Eure Bianca

Sonntag, 22. Dezember 2013

Rezension: "Vier Pfoten und das Weihnachtsglück" von Petra Schier

Daten zum Buch:
erschienen am: 4. Oktober 2013
Verlag: Rütten & Loening
ISBN:
176 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
Leser von Petra Schiers „Vier Pfoten unterm Weihnachtsbaum“ können sich hier über ein Wiedersehen mit Tessa Lamberti freuen, die jedoch als glückliche Mutter und Ehefrau nur noch eine Nebenrolle spielt.

Protagonistin ist diesmal ihre kleine Schwester Sophie. Die Fotografin freut sich über einen lukrativen Auftrag für ein Hochglanzmagazin. Zusammen mit dem Journalisten Carsten darf sie eine Fotostrecke zum Thema „Weihnachten“ machen. Zu dumm nur, dass Carsten der arrogante Kotzbrocken ist, mit dem sie sich bereits auf dem Supermarktparkplatz kräftig in die Wolle gekriegt hat. Das kann ja heiter werden!

Auch Carsten ist nicht begeistert von seiner neuen Kollegin. Überhaupt hält er nicht viel von Frauen, denn als Sproß einer reichen Verlegerfamilie ist er es gewöhnt, dass die Frauen ihm des Geldes wegen zu Füßen liegen, ihn aber nicht wirklich lieben. Deshalb bleibt er bei Sophie lieber gleich inkognito, zumal zwischen den Beiden sowieso nur die Fetzen fliegen. Dass ihm seine Schwester auch noch ihren Cockerspaniel Lulu aufs Auge drückt, ist dann noch die Krönung. Carsten weiß überhaupt nicht mit der verwöhnten Hundedame umzugehen und zieht sich so nicht nur Lulus Zorn zu, sondern auch den der tierlieben Sophie.

Nur der Weihnachtsmann persönlich kann hier noch das größte Chaos verhindern...

Meine Meinung:
Dies ist mein 1. Roman von Petra Schier, und ich war zugegebenermaßen ziemlich überrascht, als gleich zu Anfang der Weihnachtsmann samt Frau und Elfen in der Geschichte auftauchte. Das war schon ein recht interessantes Stilmittel und hält in diesem Buch auf jeden Fall den „Weihnachtsspirit“ hoch. Wirklich gestört hat es mich dann auch nicht weiter, allerdings hätte man darauf auch verzichten können. Die Eingriffe von Santa und seinen Elfen empfand ich nicht als so gravierend, als dass die Geschichte nicht auch ohne diese Figuren seinen Verlauf hätte nehmen können. Aber da es sich hier um eine „magische Weihnachtsgeschichte“ handelt, sollte dies den Leser nicht weiter verstören.

Nachdem man die beiden Hauptfiguren kurz kennengelernt hat, weiß man bereits, wie das Buch enden wird. Das gibt’s ja bei vielen Romanen und Filmen, die sich um die Liebe drehen. Ich denke, ich nehme nichts vorweg, wenn ich verrate, dass es ein Happy End geben wird. Der Weg dorthin hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Das Knistern zwischen Sophie und Carsten konnte ich wirklich nachempfinden. Allerdings hat mich zeitweise das enorme Gekeife zwischen den Beiden gestört, da es manchmal wirklich nur noch albern war, um welche Nichtigkeiten die beiden sich bis aufs Blut streiten konnten.

Im krassen Gegensatz hierzu dann die harmonischen Nebenfiguren, die allesamt sympathisch und liebenswert waren. Die Geschichte brauchte keinen Bösewicht, aber ein paar mehr Ecken und Kanten hätte ich nicht schlecht gefunden.

Als großer Hundefan fand ich natürlich den heimlichen Star dieses Romans, Cockerspaniel Lulu, sehr entzückend. Ihre Gedanken haben mich immer wieder amüsiert.

Das ersehnte und erwartete Happy End gab es so, wie ich es mir gewünscht habe. Es war vorhersehbar und teilweise schon ziemlich kitschig, aber in diesem Fall hat mich das nicht gestört, denn genau das erwarte ich auch bei so einem Buch!

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir wirklich gut. Sie schreibt humorvoll und emotional, und ich bin regelrecht durch das Buch geflogen. Trotz einiger Schwächen für mich eine schöne, kurzweilige Weihnachtslovestory, die den Leser mit einem Lächeln zurücklässt. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten!


4 von 5 Schreiberpaletten

Sonntag, 15. Dezember 2013

Rezension: "...und was kann man damit später mal machen?" von Alex Burkhard

Daten zum Buch:
Und im Hintergrund der Beweis,
dass ich tatsächlich Magistra bin. ;-)
erschienen am: 1. November 2013
Verlag: Satyr Verlag
ISBN: 9783944035154
157 Seiten
Preis: 11,90 €

Zum Inhalt:
Mit Skandinavistik hat Alex Burkhard einen eher exotischeren Studiengang gewählt und muss dies fortan durch die immer wieder gestellte Frage büßen: „Und was kann man damit später mal machen?“, auf die er meist keine zufriedenstellende Antwort parat hat. Seine Erlebnisse als geisteswissenschaftlicher Student verarbeitet der Poetry Slammer in 26 Kurzgeschichten über das Uni-, WG- und Liebesleben.

Meine Meinung:  
Nachdem ich mir als Geisteswissenschaftlerin die Titelfrage selbst gefühlte 1.000.000mal anhören musste, hat das Buch natürlich sofort Begeisterungsstürme in mir ausgelöst. Endlich ein Leidensgenosse, der über Wohl und Wehe eines geisteswissenschaftlichen Studiums schreibt! Eins vorweg: Der Titel „...und was kann man damit später mal machen? 26 Geschichten von A bis Z für Geisteswissenschaftler und alle Anderen, die auch nichts Anständiges gelernt haben“ ist meiner Meinung nach recht unglücklich gewählt, da er suggeriert, es ginge hier primär um Geisteswissenschaftler. Dies ist allerdings nicht der Fall, wie man nach ein paar Kapiteln feststellen muss. Vielmehr schreibt Alex Burkhard einfach kunterbunt über alles, was ihm einfällt. Was nicht schlecht ist, im Gegenteil. Nur muss man sich eben dessen bewusst sein, um nicht enttäuscht zu sein von dieser „Themaverfehlung“. Die meisten Geschichten könnten auch von einem BWL-, Jura-, Lehramts- oder sonstigen Studenten stammen, zumal die wenigsten direkt in der Uni spielen. Und so wird auch im Klappentext gewarnt: „Dieses Buch ist kein Ratgeber!“ 

Der Titel wird allerdings durchaus am Anfang und Ende des Buches aufgegriffen, wenn der Autor z. B. erzählt, wie er versehentlich auf einer Unimesse potentielle Skandinavistik-Studenten in die Arme der erfolgsorientierten BWLer treibt oder nach seiner (fiktiven) Magisterabschlussfeier seinen (fiktiven) Autoren-Vorschuss für eine irrwitzige Taxifahrt auf den Kopf haut.

Wenn man sich nun also von dem Titel löst, begegnen wir einem interessanten, smarten, etwas wunderlichen jungen Mann, der von einer skurrilen Situation in die nächste stolpert. Egal, ob er seinem Umfeld mit Cliffhangern den Atem stocken lässt, seltsame Bewerbungsgespräche in Cafés führt, seinem Hund eine Liebeserklärung macht oder ein christliches Monopoly erfindet – der Leser kann hier viel Spaß haben. Der Protagonist war mir von Anfang an sehr sympathisch.

Alex Burkhards niveauvoller Schreibstil ist gespickt mit Humor und (Selbst-)Ironie, teilweise findet man hier regelrechte Sprachexplosionen. Man sollte im Gedächtnis behalten, dass die Geschichten des Poetry-Slammers in 1. Linie auch für die Ohren gedacht sind. So hatte ich das Gefühl, dass das ein oder andere Kapitel gedruckt irgendwie nicht so wirkt, wie es wohl vorgetragen wirken würde. So hat mich z. B. das Kapitel „Kunst“ ziemlich verstört und gestresst und ratlos zurückgelassen. Generell war es ein Auf und Ab. Manche Kapitel gefielen mir gut, manche nicht so. Generell ist jedoch zu sagen, dass der Autor einen speziellen Humor hat, der mir persönlich zusagte. Und dennoch sind nicht alle Geschichten kurios oder lustig, es gibt auch durchaus nachdenklichere Passagen, allen voran die intimeren Beziehungsgeschichten.

Was letztendlich wahr, selbst erlebt und was nur erfunden ist, bleibt offen. Da der Autor zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch vor seinen Abschlussprüfungen stand, ist z. B. das Kapitel über seine Abschlussfeier fiktiv. Und sicherlich auch die Anrufe seines Verlegers, der immer dann in die Geschichte reingrätscht, wenn sie ihm nicht gefällt, was ich als kurioses, aber sehr lustiges Stilmittel empfand. Diese wiederkehrenden Gags mochte ich besonders, ich fand es gut, dass der Autor immer mal wieder kleine Andeutungen auf vorherige Kapitel macht, die ansonsten thematisch voneinander losgelöst sind. Ob erfunden oder nicht, man erlebt herrlich skurille Dinge mit Alex und fühlt sich ihm in gewisser Weise verbunden.

Alles in allem ein kurzweiliger Spaß für jedermann, allen voran  natürlich Studenten. Jedoch sollte man sich wirklich nicht so sehr auf das Thema „Geisteswissenschaften“ versteifen, um eine Enttäuschung zu vermeiden.

4 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 10. Dezember 2013

Neuzugänge

Seit meinem letzten Neuzugänge-Post ist schon wieder ein ganzer Monat vergangen. Die Zeit fliegt grad irgendwie total an mir vorbei. Doofe Arbeit... Da ich diesen Monat aufgrund des "Weihnachtsstarkverkehrs" eindringlich gebeten wurde, meine Stunden zu erhöhen, komme ich total wenig zum Lesen, obwohl sich die Bücher auch weiterhin stapeln. (Das Projekt "Größere Wohnung mit eigener Bibliothek" schreitet irgendwie nicht voran.)

Auch in den letzten 4 Wochen gab es wieder tolle Neuzugänge bei mir!

Rezensionsexemplare

- Florina Herbein & Kathrin Wiehle, "Fünf-Jahres-Buch": Das darf ich für "Blogg dein Buch" rezensieren. Ein wirklich schönes Buch, das was hermacht. Aber ich möchte es gerne erst ab dem 1. Januar anfangen und nicht mitten im Jahr. Deshalb wird es wohl noch etwas dauern, bis ich es rezensiere.

- Alex Burkhard, "...und was kann man damit später mal machen?": Für eine Leserunde auf LovelyBooks. Als Geisteswissenschaftlerin hat mich dieser Buchtitel natürlich total angesprochen. ;-)

- Petra Schier, "Vier Pfoten und das Weihnachtsglück": Ebenfalls eine Leserunde auf LB, begleitet von der Autorin, die das Buch freundlicherweise signiert geschickt hat. :-)


Gewonnen

- Sebastian Gehrmann, "Stresstest": Gewonnen habe ich dieses signierte Buch beim Novemskalender auf Steffis Bücherfee-Blog. Nochmal dankeschön, liebe Steffi!

- Jojo Moyes, "Eine Handvoll Worte": Gewonnen beim Argon-Adventskalender auf Facebook. "Ein ganzes halbes Jahr" steht hier noch ungelesen im Regal *schäm*, aber ich hoffe, dass ich es bald schaffe.

Außerdem habe ich bei Deborahs Bücherhimmel ein kleines Überraschungs-Trostpflaster-Päckchen gewonnen, das sie wirklich sehr liebevoll zusammengestellt hat. Vielen Dank nochmal, Deborah! 



Gekauft

- Kathrin Weßling, "Drüberleben": Stand schon lange auf meiner Wunschliste, da hab ich für 2 € bei Hugendubel gleich zugeschlagen.

- Susanne Falk, "Das Wunder von Treviso": Dito, ebenfalls bei Hugendubel für 2 €. 

- Melis Özcan, "45 Sekunden Erdbeben": Ein autobiographischer Roman in Tagebuchform von einer türkischen Teenagerin, die ein schweres Erdbeben miterlebt hat. Klingt sehr interessant, für 1 € im 1-Euro-Shop entdeckt.

- Werner Felten, "Allein unter Türken": Mein einziges Schnäppchen beim letzten Büchereiflohmarkt für 50 Cent. Ich bin ja schon 30 Minuten nach Beginn des Flohmarktes gekommen, trotzdem war das meiste schon abgegrast und für mich war irgendwie gar nix dabei. Wenn ich da an manche Büchereiflohmärkte zurückdenke, wo ich kaum alles tragen konnte, was ich mitnahm. *seufz* 

- Kathrin Lange, "In den Schatten siehst du mich": Meine Bewerbung für die Leserunde zu "Septembermädchen" hat leider nicht geklappt, aber dieses putzige Arena-Thrillerchen hab ich mir dann spontan für 2,99 € mitgenommen. Kannte die Miniatur-Thriller noch gar nicht.


Ertauscht

- Jodi Picoult & Samantha van Leer, "Mein Herz zwischen den Zeilen": Steht auf meiner Wunschliste, seit ich davon gelesen habe. Für 3 Tickets hab ich mir das mal gegönnt.


Geburtstagsgeschenke

Auch dieses Jahr konnte ich es leider nicht verhindern, wieder ein Jährchen älter zu werden. *fiep* Eigentlich hatte ich Bücherberge erwartet, doch stattdessen haben sich dieses Jahr Familie und Freunde auf Non-Book-Geschenke konzentriert. Vielleicht, weil man einem gewissen Suchtverhalten den Riegel vorschieben will? *unschuldig guck* Hier die magere Ausbeute:

 - Günter Huth, "Der Schoppenfetzer und der tödliche Rausch": Ich liebe diese Krimireihe, die in meiner Stadt Würzburg spielt. Sicherlich nicht jedermanns Sache, da der Ermittler ein knorriger, alter Junggeselle ist. Aber ich liebe die Bücher einfach und laufe immer in Gedanken die Orte ab. Auf dem Cover seht ihr übrigens die Festung Marienberg, die allein schon einen Besuch in Würzburg wert ist. 

Kurioserweise bekam ich das Buch von meinem Freund, der mir nach 9 Jahren Beziehung wohl zum 1. Mal ein Buch schenkte. Er ist halt doch der Beste. ;-) Dazu von meiner Schwester ein handgearbeitetes Lesezeichen (aber ohne Buch) und von meiner Schwiegermama ein Hugendubel-Gutschein. :-)

Sodele, das sieht zwar erstmal viel aus, aber für 4 Wochen ist das doch ziemlich gemäßigt, oder? ;-)

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Rezension: "Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen" von Jennifer Teege und Nikola Sellmair


Daten zum Buch:
erschienen am: 20. September 2013
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783498064938
272 Seiten
Preis: 19,95 €

Zum Inhalt:
Kurz nach ihrer Geburt im Juni 1970 wird Jennifer von ihrer alleinerziehenden Mutter Monika in ein Kinderheim gegeben. Zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches: Die Mütter müssen arbeiten und holen ihre Kinder an den Wochenenden wieder zu sich. Doch die regelmäßigen Besuche bei der ihr gegenüber sehr reservierten Mutter werden immer weniger, mit 3 Jahren kommt Jennifer in eine liebevolle Pflegefamilie, mit 7 Jahren wird sie von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben und von ihren Pflegeeltern adoptiert. Der Kontakt zu ihrer leiblichen Familie bricht ab, doch obwohl sie nun in einer liebevollen Familie aufwächst, lassen Jennifer ihre Wurzeln einfach nicht los und ihr ganzes Leben lang leidet sie unter der Abweisung ihrer biologischen Mutter. 

Viele Jahre später, als Jennifer selbst eine Familie hat, stößt sie durch reinen Zufall auf ein Buch mit dem Titel „Ich muss doch meinen Vater lieben, oder?“. Es ist die Geschichte von Monika Göth, Jennifers Mutter! Und so erfährt die Autorin, dass ihr leiblicher Großvater niemand Anderer als Amon Göth, ehemaliger KZ-Kommandant, ist. Der Amon Göth, der den Beinamen „Der Schlächter von Plaszow“ erhielt und dessen Grausamkeiten sogar in Spielbergs „Schindlers Liste“ eindrücklich dargestellt wurden. 

Jennifer Teege ist dunkelhäutig, hat mehrere Jahre in Israel gelebt und studiert, spricht Hebräisch und hat zahlreiche jüdische Freunde. Allein dies erklärt wohl den Untertitel "Mein Großvater hätte mich erschossen". Diese Entdeckung stürzt sie in tiefe Verzweiflung, doch sie gibt ihr letzten Endes auch den Anstoß, nach ihren Wurzeln und der Vergangenheit ihrer leiblichen Familie zu suchen sowie sich mit den Gräueltaten ihres Großvaters und der Abweisung ihrer Mutter auseinanderzusetzen.

Meine Meinung:
Als ich zum 1. Mal von diesem Buch hörte, konnte ich mir nicht so genau vorstellen, wovon uns die Autorin eigentlich erzählen möchte. Sie selbst hat ihren Großvater, der kurz nach Ende des 2. Weltkrieges hingerichtet wurde, nie kennengelernt und erfuhr erst sehr spät von dessen Identität. Ich fand es deshalb eher vermessen, ein ganzes Buch über diese Person schreiben zu wollen. Doch die Autorin legt ihre Beweggründe offen und nachvollziehbar dar, und ich habe dieses Buch wirklich verschlungen.

Die Schreibstile von Jennifer Teege und ihrer Co-Autorin Nikola Sellmair sagen mir beide sehr zu. Weder unnötig gekünstelt noch zu sehr auf Rührseligkeiten abzielend, wechseln sich die beiden ab: Jennifer Teege erzählt ihre Familiengeschichte aus ihrer Perspektive und ist für den emotionalen Teil des Buches zuständig. Nikola Sellmair versorgt den Leser mit wichtigen, interessanten Informationen, um die Zusammenhänge und Hintergründe besser verstehen zu können. Dieser Wechsel zwischen der persönlichen, emotionalen Ich-Perspektive der Autorin und der nüchternen, sachlichen Erzählerperspektive der Co-Autorin gefällt mir gut. Ich denke, Jennifer Teege hätte die harten Fakten nicht so richtig in ihre eigene Geschichte einflechten können, so dass dies eine gute Lösung war. Die abgebildeten Fotos machen Jennifer Teeges Geschichte noch etwas anschaulicher.

Das Buch ist logisch gegliedert. Zuerst die Entdeckung des Buches und was es in der Autorin ausgelöst hat. Dann ein Kapitel über ihr eigenes Leben, weitere Kapitel, in denen es jeweils um Amon Göth, Ruth Irene Kalder (Jennifers geliebte Großmutter und die Lebensgefährtin Amon Göths) und Monika Göth geht. Im Anschluss berichtet die Autorin davon, wie sie ihren jüdischen Freunden die Wahrheit sagt, ein Schritt, vor dem sie sich sehr gefürchtet hat. Das Buch schließt mit einer von Jennifer begleiteten Klassenreise israelischer Kinder nach Polen, während der Jennifer nicht nur Aufklärungsarbeit leisten, sondern letzten Endes auch mit den Dämonen ihrer Vergangenheit abschließen kann. Wer sich danach noch weiter informieren möchte, erhält im Anhang noch eine ausführliche Literaturliste an die Hand.

Das Buch hat mich emotional sehr gefesselt, wenngleich Jennifer Teege trotz aller Offenheit weder rührselig, noch verbittert oder voller Selbstmitleid wirkt. Ich fand es gut, dass sie so offen über ihre Depressionen spricht, und dass sie dazu steht, ihre Großmutter sehr geliebt zu haben, selbst wenn diese Frau an Amon Göths Seite die Augen verschloss vor dessen Gräueltaten. Viele dieser Taten wurden denn auch von Nikola Sellmair beschrieben, und selbst wenn man hier auf Details verzichtete, so musste ich mich ständig fragen, wie ein einziger Mensch so grausam sein kann. Ich habe „Schindlers Liste“ damals abgebrochen, u. a. eben wegen der eindringlichen Szenen mit Ralph Fiennes, der Amon Göth in diesem Film verkörperte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist zu erfahren, dass man mit solch einem Menschen blutsverwandt ist. Letzten Endes hat dies auch Monika Göth, die ihren Vater ebenfalls nie kennenlernte, ihr Leben lang so beschäftigt, dass sie sich nur noch auf dieses Thema konzentrierte und darüber selbst ihr eigenes Kind vergaß. Und doch ist trotz aller Grausamkeiten und Trauer mit dem letzten Kapitel ein Punkt gesetzt, der einen versöhnt und hoffnungsvoll zurücklässt nach der Lektüre dieses Buches.

Eine gelungene Autobiographie, die nicht nur für Leser interessant ist, die sich mit dem 2. Weltkrieg beschäftigen wollen. 

5 von 5 Schreiberpaletten

Montag, 2. Dezember 2013

Advent, Advent,...

Ja, ich weiß, ich bin einen Tag zu spät dran. Aber gestern war ich ganz adventslaunisch faul und phlegmatisch und brachte einfach keinen Post zu Stande.

Jedenfalls wollte ich euch mal zeigen, welch tolle Adventskalender ich dieses Jahr jeden Tag bis Weihnachten öffnen darf. Ja, Plural, denn ich habe dieses Jahr sogar zwei Kalender gekriegt! Muss dazu sagen, dass ich am 24. November Geburtstag habe und es sich da schon fast anbietet, mir einen Adventskalender zu schenken. ;-) Obwohl ich bis wenige Jahre zuvor tatsächlich nie einen gekriegt habe, bis ich mir irgendwann erfolgreich den ersten erjammert hatte.

Hier sind meine beiden Prachtstücke:

Oh mein Gott, der Weihnachtsmann hat sich in unserer Wohnung aufgehängt!!!

Diesen Kalender hat eine *hüstel* liebe Freundin für mich gemacht. Die, von der ich mir meinen ersten selbstgebastelten Adventskalender vor einigen Jahren erbettelt hatte und die sich seitdem nicht mehr traut, mir keinen mehr zu machen. :-D Letztes Jahr hat sie mir diesen Filznikolaus geschenkt, dieses Jahr hat sie ihn neu aufgefüllt mit verlockenden Süßigkeiten. Das Tolle ist, dass sie sogar alles doppelt reinhat, damit mein Freund nicht leer ausgehen muss. Ist das nicht lieb? Das einzig Doofe an dem Teil ist, dass ich genau sehe, was wann drin ist, und mich am liebsten ständig daran vergreifen würde. Eine gute Übung, wie man standhaft bleibt...

Meine Mutter sagt Folgendes dazu: "So ein altes Rindvieh wie du braucht doch sowas nicht!?" Ich sage dazu: "Aber hallo brauch ich den!" Außerdem darf sie nichts sagen, denn sie ist ja wohl schuld an meiner Überraschungseier-Sucht, die sie während meiner Kindheit geradezu heraufbeschworen hat, nachdem sie uns Kindern regelmäßig Ü-Eier mitgebracht hat. Seit meiner Kindheit bin ich süchtig, nicht so sehr nach der Schokolade, sondern nach den Sammelfiguren. :-) Für die ich selbstverständlich nirgendwo Platz habe, aber egal, ich brauche sie trotzdem! *unschuldig zu meinem Freund rüberguck, der gerade nach einer größeren Wohnung sucht*
Auf jeden Fall wünsche ich mir den jedes Jahr zum Geburtstag, und es findet sich tatsächlich immer jemand, der sich erbarmt. :-D Dieses Jahr hab ich ihn sogar mangels Absprache zweimal gekriegt! Aber ich habe den 2. an meine Schwester abgetreten, ebenfalls ein altes Rindvieh, das durch meine Mutter zum Ü-Eier-Süchtling wurde.

Natürlich habe ich auch selbst welche verschenkt. Leider keine selbstbestaltelten, aber dafür fehlt mir wirklich die Zeit und die Muse. Unter Anderem hat mein Freund einen Conrad-Kalender für echte Männer gekriegt. ;-) "Und, was war heute drin?" - "Ein LED-Dingens."***
- "Ah, hm, ja, schön... schau mal, in meinem Ü-Ei ist ein Pinguin!"

Und, habt ihr auch einen Adventskalender? Findet ihr auch, dass man dafür nie zu alt ist? 

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***) Selbstverständlich würde mein Freund niemals "LED-Dingens" sagen, sondern das Kind beim korrekten Namen nennen. Aber mein Hirn kann sich leider nicht mehr an die exakte Bezeichnung des LED-... na ja... -Dingens erinnern.