Mittwoch, 29. Januar 2014

[Blogg dein Buch] Rezension: "Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers" von Christian Ritter

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. November 2013
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453410633
288 Seiten
Preis: 8,99 €
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Zum Inhalt:
Der Mittdreißiger Paul führt ein beschauliches, ja geradezu stinklangweiliges Leben. Er wohnt auf einem Bauernhof in einem kleinen Kaff und leitet dort den Dorfsupermarkt. Höhepunkte in seinem Leben sind die beiden Abende in der Woche, in denen er zusammen mit seinem Mitbewohner Herr Müller „Wer wird Millionär?“ anguckt. Noch keine einzige Folge hat Paul verpasst, und sein größter Traum ist es, eines Tages selbst als Kandidat auf diesem Stuhl zu sitzen.

Und plötzlich ist es so weit! Der ersehnte Anruf kommt endlich, und nach einem harten Aussiebverfahren sitzt Paul als Auswahlkandidat im Studio – und versagt... Völlig geknickt kehrt er in sein Dorf zurück und sieht sich dem alten Trott wieder gegenüber. Doch da hat Herr Müller DIE Idee: Wie wäre es, wenn sie einfach Günther Jauch entführen und sich so die Million erpressen? Mit einer gefakten Einladung zur Preisverleihung für den „Strumpfträger des Jahres“ soll der beliebte Moderator in eine Falle gelockt werden...

Meine Meinung:
Das Buch liest sich sehr flüssig und flott, die Sprache ist einfach gehalten und erwartungsgemäß sehr humorvoll. Die Charaktere, allen voran Paul, Herr Müller und Katja (Herrn Müllers Freundin) sind herrlich eigen und liebenswürdig. Die Geschichte wird aus Pauls Sicht erzählt, wir nehmen Anteil an seinen Gedanken und Emotionen, und ich mochte seine ironische Sichtweise der Dinge sehr. Günther Jauch ist so gar nicht, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Auch er bleibt durch und durch ein sympathischer Kerl – einen Imageschaden wird der echte Herr Jauch also durch das Buch sicherlich nicht davontragen, auch wenn man ihn sich nur schwerlich beim Kühereiten vorstellen kann. Auch die Nebenfiguren wie Frau Rottenbauer oder Etienne muss man einfach mögen.

Nachdem man am Anfang regelrecht die Langeweile in Pauls Leben spürt und hofft, dass mal langsam was passiert, steigert sich die Spannung von Seite zu Seite. Erst das leicht schräge Auswahlverfahren am Telefon, dann Pauls Teilnahme an der Quizshow – Höhepunkt des Ganzen ist natürlich die Entführung von Günther Jauch und sein anschließender Aufenthalt auf Pauls und Herrn Müllers Bauernhof. Von da an muss man jeglichen Anspruch auf Realität fahren lassen, dann kann man mit diesem Buch wirklich seinen Spaß haben.

Gegen Ende wird es dann nochmal richtig skurril, und mir war es fast schon ein Ticken zuviel des Guten. Dennoch fand ich es recht amüsant und einfallsreich, und die Entführung an sich bzw. das Verhalten von Günther Jauch war ja bereits schon total überzogen und unrealistisch, da war es vermutlich sowieso schwierig, die absurde Situation noch irgendwie so aufzulösen, dass es logisch und nachvollziehbar wird. Und ehrlich gesagt: So ein bisschen wünscht man sich ja, dass das im echten Leben auch so ablaufen würde mit der Entführung eines Promis. Mehr kann ich aber nicht verraten, ohne zu spoilern.

Alles in Allem ist „Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers“ ein herrlich schräger Roman über einen Langweiler, der das Abenteuer seines Lebens hat. Und mittendrin: Günther Jauch.



4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an "Blogg dein Buch" und den Heyne-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    schöner Blog und tolle Rezi! Da musste ich gleich mal Leserin werden! Vielleicht magst du ja mal bei mir vorbeischauen: http://garfieldsbuecherecke.blogspot.co.at/ würde mich freuen!
    LG Cornelia

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)