Donnerstag, 3. April 2014

Rezension: "Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" von Robin Sloan

Daten zum Buch:
erschienen am: 3. März 2014
Verlag: Karl Blessing Verlag
ISBN: 9783896674807
352 Seiten
Preis: 19,99 €

Zum Inhalt:
Als Clay Jannon seine Stelle als Webdesigner verliert, bleibt ihm nichts Anderes übrig, als sich in San Francisco auf Jobsuche zu begeben. Er wird fündig in Mr. Penumbras Buchhandlung: Das rund um die Uhr geöffnete Geschäft sucht noch einen Mitarbeiter für die Nachtschicht. Der Job klingt zwar langweilig, aber auch nach leicht verdientem Geld.

Schnell merkt Clay, dass es sich hier um keinen normalen Buchladen handelt, denn neben dem Verkaufsraum gibt es noch haushohe Regale mit codierten Büchern, die nicht gekauft, sondern nur ausgeliehen werden. Außerdem soll Clay die wenigen Kunden, die sich nachts in den Laden verirren, in einem geheimnisvollen Buch dokumentieren. Was haben sie an, wie verhalten sie sich, welches Buch haben sie ausgeliehen?

Clay merkt schnell, dass er hier etwas Spannendem auf der Spur ist. Zusammen mit seinen Freunden versucht er, Mr. Penumbras Geheimnis zu lüften.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Clays Sicht erzählt. Das erste Drittel zog sich ziemlich. Die Handlung dümpelte vor sich hin, ich kam kaum vorwärts und legte das Buch öfter mal weg, da ich mich langweilte. Zum Glück nahm die Handlung danach an Fahrt auf. Man braucht also einen langen Atem, bis es endlich spannend wird.

Clay ist ein sympathischer junger Mann, der mir aber erst im Laufe des Buches ans Herz wuchs. Anfangs war mir seine Fixierung auf alles, was mit Computern zu tun hat, etwas zu viel. Aber es legte sich zum Glück wieder – bzw. es relativierte sich, nachdem ich die Google-verstrahlte Kat kennenlernte, die wohl von niemandem zu toppen ist. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mochte Kat einfach nicht. Mr. Penumbra ist ein liebenswerter, anfänglich jedoch sehr undurchsichtiger Kauz. Am tollsten fand ich eigentlich Clays besten Freund Neel, der dank seines Reichtums für Clay eine große Hilfe ist in der Auflösung des Geheimnisses. Auch alle anderen Nebencharaktere sind weit entfernt vom normalen 08/15-Spießbürger.

Im Endeffekt sind alle Figuren in diesem Buch Nerds – egal, ob nerdig in Bezug auf Computer oder Bücher. Hierbei fand ich die ganzen technischen Details schwierig. Da ich kein Informatiker bin und mich auch wenig für so etwas interessiere, fand ich manche Beschreibungen von Programmen, Codes etc. etwas anstrengend und langweilig. Für Technikfreaks ist das vielleicht interessant, für mich nicht.

Viele Leser kritisieren den großen Stellenwert von Google. Ich bin in dieser Sache etwas zwiegespalten. Clay ist nunmal ein PC-Freak und arbeitet gerne mit Google. Dann arbeitet Kat auch noch dort, so dass Google einfach eine große Rolle spielt beim Entdecken des Geheimnisses. Letzten Endes war es mir zwar zwischendurch etwas zu auffällig, wie oft der Laden erwähnt wurde, andererseits nutzen wir doch alle tagtäglich Google oder all die anderen erwähnten Medien (Amazon, Kindle, Facebook u.a.), es ist also durchaus realistisch, dass diese in Clays und Kats Nerd-Leben so wichtig sind.

Nur ist es vielleicht etwas ungünstig, ganz groß auf dem Buchrücken damit zu werben, dieses Buch sei „eine bezaubernde Liebeserklärung an die Welt der Bücher“. Hier scheinen die neuen Medien im Mittelpunkt zu stehen, von einer Liebeserklärung an die Bücherwelt erstmal keine Spur. Erst gegen Ende des Buches habe ich persönlich es so empfunden, dass die neuen Medien die alten (Bücher) nicht ersetzen können, sie spielen gleichermaßen eine wichtige Rolle, und es wird die Botschaft vermittelt, dass sich beide ergänzen und zusammen eingesetzt werden können, um füreinander einen Mehrwert zu erzielen. Mit dem Ende konnte ich deshalb leben, das Geheimnis wurde gelüftet, (fast) alle sind glücklich und zufrieden.

Das Buch ist ein abgeschlossener Einzelband, worüber ich mich wirklich freue bei all den Buchreihen, die auf den Markt geschmissen werden. Es gibt jedoch noch für 99 Cent ein ca. 64 Seiten starkes eBook mit dem Titel „Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra“, das die Geschichte des jungen Penumbra erzählt, also zeitlich vor diesem Buch angesiedelt ist.

3,5 von 5 Schreiberpaletten

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