Montag, 23. Juni 2014

Rezension: "Katertage zum Verlieben" von Ilona Schmidt

Daten zum Buch:
erschienen am: 16. April 2014
Verlag: Planet Girl
ISBN: 9783522504171
224 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt: 
Menschen sind gefährlich, deshalb darf man ihnen auf keinen Fall zu nahe kommen, geschweige denn vertrauen! Diese Lebensweisheit wird dem kleinen Kater Tiger von seiner Mama mitgegeben. Doch eines Tages wird Tigers Neugier ihm zum Verhängnis, denn er fällt der tierlieben Jana direkt vor die Füße, die ihn prompt gegen seinen Willen mit nach Hause nimmt.

Schlimmer kann es fast nicht kommen, doch da ist auch noch der Basset Brutus, Janas Hund, mit dem sich Tiger ständig in die Haare kriegt. Von seinem Gefängnis aus beobachtet Tiger die Menschen und ihre komischen Eigenheiten. Da sind Janas Großeltern, die gerade dabei sind, ihren geliebten Bauernhof an skrupellose Geschäftsmänner zu verlieren. Und der eingebildete Dennis, der Jana den Hof macht, die sich aber mehr für den sympathischen Marcel interessiert, was wohl ganz auf Gegenseitigkeit beruht.

Doch dann sieht es so aus, als sei Marcel in die Intrigen rund um den Bauernhof verstrickt. Bei so viel Chaos beschließen Brutus und Tiger, die Sache einfach selbst in die Pfoten zu nehmen!

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erstes Buch, das aus Sicht eines (Haus-)Tieres geschrieben wurde. Ich kenne bereits die Hercules- und Winston-Reihen von Frauke Scheunemann, die ich beide sehr mag. Auch Ilona Schmidt hat sich hier einfühlsam in das Innenleben eines Tieres hineinversetzen können. Nachprüfen kann man das zwar nicht, aber Tigers und Brutus‘ Gedanken und Dialoge passen einfach zu gut zu dem Verhalten, das man bei Katzen und Hunden beobachten kann.

Katerchen Tiger steht hier ganz klar im Vordergrund, die Geschichte rund um Jana und ihre Großeltern wird ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Wir erleben diese auch komplett aus der Sicht von Tiger, der Dialoge anhört und Handlungen beobachtet, die er teilweise nicht oder falsch versteht, was öfter zu lustigen Missverständnissen bzw. Fehlinterpretationen führt. Hier sieht man sehr schön, wie ein Tier erstmal mit den menschlichen Eigenheiten und Errungenschaften zurechtkommen muss. Da Tiger bislang ein Streuner war, findet er sich nicht so einfach zurecht in der Menschenwelt. So sind Fensterscheiben für ihn ein rätselhaftes, festes Nichts und Autos fahrbare Häuschen. Welche Dinge für Tiger komplett neu sind, und welche Dinge er ganz selbstverständlich benennen kann, ist nicht immer ganz nachzuvollziehen, aber man muss eben einfach davon ausgehen, dass er schon von seiner Katzenmama einiges gelernt hat.

Tigers Sicht auf die Welt ist nicht nur amüsant, sondern teilweise auch rührig, z. B. wenn er sich daran erinnert, wie seine Geschwisterchen ertränkt wurden, oder wenn er sich nach seiner Mutter sehnt. Er hat einen eigenen Kopf und lässt Jana wirklich lange zappeln, bevor sie sein Vertrauen gewinnen kann.

Neben Tiger sorgt auch Brutus für viele Schmunzler. Die Schlagabtäusche zwischen Hund und Katze sind sehr amüsant, beide sind sehr großmäulig, und so entstehen zahlreiche Diskussionen, u. a. welche Tierart die Bessere ist, aber trotzdem raufen sich die beiden recht schnell zusammen.

Das menschliche Personal hat es hier nicht einfach, denn die Tiere sind nunmal eindeutig die spannenderen Charaktere. Dennoch mochte ich auch Jana auf Anhieb. Hier hatte ich es mal im Vergleich zu den anderen „Frauenromanen“, die ich so gelesen habe, mit einer sehr jungen Protagonistin zu tun, denn Jana ist gerade mal 18 Jahre alt. Sie wirkt jedoch für ihr Alter sehr vernünftig, und manchmal hat sie mir fast schon ein bisschen zu erwachsen geklungen und Formulierungen verwendet, die bei einer 18Jährigen eher altbacken klingen.

Das Ende war offensichtlich und vorausschaubar, aber hier war vor allem der Weg das Ziel – es geht ja in erster Linie um den kleinen Tiger, wie er die Welt sieht und sich an sein neues Zuhause gewöhnt. Allerdings war das Ende (bei den Menschen) dann doch ein bisschen zu rasant, die Auflösung aller Probleme zu leicht.

Mit „Katertage zum Verlieben“ bietet Ilona Schmidt dem Leser eine nette, unterhaltsame Geschichte um einen frechen kleinen Kater, einen besserwisserischen Hund und eine sympathische junge Frau, die dank des flotten, humorvollen Schreibstils ein kurzweiliges Lesevergnügen für Jung und Alt garantiert.
 
4 von 5 Schreiberpaletten

Kommentare:

  1. Hallo!

    Bei dem Buch ist es mir so ähnlich ergangen, ich fand es herrlich erfrischend und Brutus und Katerchen war ich sofort verfallen. Ist normalerweise gar nicht mein Genre aber manchmal tut die Abwechslung eben gut.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)