Mittwoch, 30. Juli 2014

[Blogg dein Buch] Rezension: "Ein Mann, ein Ring" von Mathias Taddigs

Daten zum Buch:
erschienen am: 16. Mai 2014
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783404169689
256 Seiten
Preis: 8,99 €
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Zum Inhalt:
Nach fünf Jahren Beziehung will Felix endlich Nägel mit Köpfen und seiner Traumfrau Nina einen romantischen Heiratsantrag machen. Da kommt der gemeinsame Urlaub mit Arne und Anja auf Mallorca gerade recht! Doch auf der Insel angekommen, scheint nicht nur Felix' Talent, in jedes Fettnäpfchen zu treten, seine romantischen Absichten zu torpedieren. Auch das bescheidene Wetter sowie der Fakt, dass ein weiteres Pärchen mit nervigem Kleinkind die Reisegruppe ergänzt, verhageln Felix und Nina die Urlaubsstimmung. Dass Claudia, die Mutter des Kindes, seine Ex-Freundin ist, verschweigt Felix der eifersüchtigen Nina deshalb besser vorsorglich. Na, wenn das mal gut geht...

Meine Meinung:
Die Geschichte ist komplett aus Felix' Sicht geschrieben, und er ist tatsächlich ein Meister darin, in Fettnäpfchen zu treten. Dabei ist er noch nichtmal besonders blöde oder dreist, sondern hat einfach immer Pech, ein schlechtes Timing und ist ein dankbares Opfer unglücklicher Zufälle. Der Protagonist hat eine Art von Humor, die ich persönlich sehr gerne mochte, von ironisch bis auch mal sarkastisch, aber nie so böse, dass er jemanden damit (gewollt) verletzen würde. Er ist ein sympathischer und gutmütiger Kerl, dem man einfach nur wünscht, dass mal endlich alles richtig läuft.

Aber nicht nur Felix ist eine Nummer für sich, auch die anderen Figuren erheitern den Leser, so z. B. die reichen Öko-Eltern Stefan und Claudia, die ihr Kind ganz gesund und politisch korrekt erziehen wollen, aber ein ungesundes Verhältnis zu alkoholhaltigen Getränken haben. Auch der kleine Lenny trägt viel zur Geschichte bei. Am Anfang fand ich, dass ein Kleinkind so gar nicht in das Buch passt und vermutlich einfach nur alle nerven wird, aber gerade die Mischung "Lenny und Felix" sorgt für viele lustige Momente.

Nina bleibt ein bisschen blass, was nicht nur von der Fischvergiftung herrührt. Sie spielt eigentlich neben Felix die größte Rolle, aber außer dass sie die tollste Freundin der Welt ist mit dem tollsten Körper der Welt usw., erfährt man gar nicht so viel von ihr. Die Hälfte des Urlaubs liegt sie sowieso nur im Bett, und ansonsten wird sie von Felix irgendwohin mitgezogen und ist sauer auf ihn. Oder eifersüchtig auf Claudia. Ich kann bis jetzt nicht sagen, ob ich Nina sympathisch finde.

Hier wird dann wohl aber die Besonderheit dieses Romans mehr Aufschluss über Felix' Freundin geben: "Ein Mann, ein Ring" hat nämlich ein weibliches Pendant! "Eine Frau, ein Wort" wurde von Mathias Taddigs' Frau Haja Taddigs geschrieben und erzählt die Geschichte aus Ninas Sicht. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber generell finde ich die Idee sehr nett, so kann man beide Bücher z. B. an ein lesebegeistertes Pärchen verschenken.

Schreibstil und Humor gefielen mir auf Anhieb und ich musste mehrmals lachen, was bei mir tatsächlich eher selten vorkommt. Felix hat wirklich viel Pech, und trotzdem schafft es der Autor irgendwie, dass es nicht übertrieben wirkt oder schon in Richtung Slapstick geht. Nach ca. 200 Seiten allerdings zog sich die Handlung dann doch ziemlich hin. Es gibt keine wirklichen Höhepunkte mehr, obwohl man das Aufeinandertreffen von Felix und dem spanischen Prinzen als einen solchen werten könnte, aber dafür zieht sich die Sache zu sehr in die Länge. Ich hatte das Gefühl, dass das Pulver dann langsam verschossen war und man vielleicht die ein oder andere Stelle hätte kürzen können. Auch für mich ein Grund, "Eine Frau, ein Wort" wohl eher nicht zu lesen, da ich mir nicht so ganz erklären kann, was Nina so Spannendes im gleichen Zeitraum zu berichten hat, um den Leser für weitere 273 Seiten fesseln zu können.

Der Roman spielt (bis auf das Vorgeplänkel) auf Mallorca, und auch wenn bei der siebenköpfigen Truppe nicht so recht Urlaubsstimmung aufkommen will, lernt man doch ein paar Ecken dieser Insel kennen und bekommt Reisesehnsucht. (In der Hoffnung, dass der Urlaub nicht ganz so schief läuft wie dieser.) Ich hab das Buch an einem Tag weggelesen und fühlte mich gut unterhalten. "Ein Mann, ein Ring" ist eine kurzweilige Sommerlektüre, bleibt jedoch nicht lange im Gedächtnis, da die Geschichte hierfür zu oberflächlich ist.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an "Blogg dein Buch" und den Bastei Lübbe-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    eine schöne Rezension hast du geschrieben. Ich habe sowohl dieses Buch als auch das weibliche Pendant "Eine Frau, ein Wort" gelesen und muss sagen, dass mich die Bücher beide nicht wirklich vom Hocker gehaut haben, weil sie mir einfach zu übertrieben waren.
    Liebe Grüße und ein FB-Like für dich
    Sabrina

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