Sonntag, 27. Juli 2014

Rezension: "Endlich Schnurrlaub. Katzen auf Reisen" von Christiane Lind

Unser Model heute: Das kalifornische
Berglöwenbaby "Cliff".
Daten zum Buch:
erschienen am: 2. Juni 2014
Verlag: rororo
ISBN: 9783499268335
224 Seiten
Preis: 8,99 €

Zum Inhalt:
Eine Katze muss tun, was eine Katze tun muss! In acht Kurzgeschichten begleiten wir pfiffige und mutige Samtpfoten auf ihren Abenteuern rund um den Globus. Da haben wir zum Beispiel Hope, die aus Sehnsucht nach ihrer alten Heimat einmal quer durch Australien reist und dabei die Bekanntschaft von Wombats, Kängurus und Dromedaren macht. Oder den Straßenkater Lucky, der zwar seine neue Besitzerin in Braunschweig sehr gern hat, aber als alter Berliner unbedingt wieder in die Hauptstadt zurück möchte. Das verwöhnte Stadtkätzchen Mimi lernt das Leben auf einem Bauernhof kennen, und der vorwitzige Linus schlägt seinen überfürsorglichen Dosenöffnern ein Schnippchen und erkundigt mutig die Welt jenseits der Kellertüre.

Meine Meinung:
In acht Kurzgeschichten erzählt Christiane Lind von abenteuerlustigen Katern und Katzen. Hierbei bereist der Leser die ganze Welt - von Australien, den USA über Venedig und Madeira bis nach Berlin. Schön fand ich, dass man nicht nur neue Orte kennenlernt, sondern auch noch nebenbei Wissenswertes aufschnappt, z. B., dass es in Australien wilde Dromedare gibt und ein Wombat-Hintern hart wie Stein ist.

Alle Geschichten handeln um eine oder mehrere Samtpfoten. Die kleinen Kerlchen haben alle ihren eigenen Charakter und eins gemeinsam: Sie waren mir auf Anhieb sympathisch! Menschen spielen hier natürlich auch eine Rolle - es gibt böse und gute Menschen, wobei doch das gute, liebevolle Verhältnis zwischen Mensch und Katze eindeutig überwiegt und auch in vielen Geschichten im Vordergrund steht.

Die Geschichten sind aus Sicht der Katzen geschrieben. Manche sind sehr realistisch, manche ein bisschen fantasievoller. Leider können wir Menschen nicht in die Köpfe von Tieren schauen, aber der Autorin ist es meiner Meinung nach gut gelungen, den typischen Katzencharakter einzufangen, den man als Mensch immer wieder beobachten kann, und ich konnte mir immer gut vorstellen, dass eine Katze genau so denken oder reagieren würde.

Die Autorin unterhält nicht nur, sie regt auch zum Nachdenken an, z. B. wenn sie über Straßentiere oder das Leben im Tierheim schreibt. Die letzte Geschichte ist nochmal ein kleiner Stilbruch, da sie als einzige nicht aus der Sicht eines Tieres erzählt wird. Gerade aber diese letzte Story hat mich emotional - zusammen mit "Ein Zuhause für Struppi" - am meisten berührt. Im Anhang gibt es noch Erläuterungen zu den Geschichten, denn manche haben einen realen Hintergrund, so z. B. Hopes Wanderung quer durch Australien oder Luckys Reise von Braunschweig nach Berlin.

Dies ist das zweite Buch, das ich von Christiane Lind gelesen habe. Bereits in "Kein Gott wie jeder andere" mochte ich ihre humorvolle Art auf Anhieb. Auch hier wurde ich diesbezüglich nicht enttäuscht: Alle Katzen verfügen über einen feinen Humor und haben ein Pfötchen für Ironie und Sarkasmus, worüber ich oft schmunzeln musste. Der Schreibstil ist lebendig, luftig-locker, die acht Geschichten lesen sich wie im Flug und machen gute Laune. "Endlich Schnurrlaub" ist kurzweilige Unterhaltung für Groß und Klein, und für Katzenliebhaber nicht nur als Urlaubslektüre wärmstens zu empfehlen.

Übrigens: Zehn Prozent der Einnahmen aus diesem Buch fließen in Tierschutzprojekte - also kaufen, kaufen, kaufen!

4,5 von 5 Schreiberpaletten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)