Freitag, 24. Oktober 2014

Iny Lorentz in Würzburg

Wie ja die meisten von euch sicherlich wissen, ist Iny Lorentz ein Pseudonym für das Autorenehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Ihr neuester Roman um die "Wanderhure" Marie heißt "Die List der Wanderhure" und ist im August im Knaur-Verlag erschienen. Dass Iny Lorentz am 23.10. Station hier gemacht haben, war besonders erfreulich, denn dieser Band spielt teilweise im mittelalterlichen Würzburg. Eigentlich sollte nach dem letzten Band Schluss sein mit der Wanderhure, aber da die Fans so gerne noch ein Abenteuer von Marie und Michel zusammen lesen wollten, entschlossen sie sich zu diesem Band.

Ich gebe es zu: Ich habe bislang noch kein einziges Buch von Iny Lorentz gelesen, ich kenne lediglich die beiden ersten Verfilmungen mit Alexandra Neldel. Ich bin generell kein Fan historischer Romane, und das Mittelalter finde ich zwar interessant, aber auch scheiße, weil es da so gewalttätig und unzivilisiert zuging. ;-) Für die Signierstunde habe ich mir dann aber im Buchantiquariat den 1. Band geholt.

Jedenfalls stellten die beiden am 23.10. um 17 Uhr beim hiesigen Hugendubel (Eintritt sogar frei!) ihr neuestes Werk vor, und da wollte ich unbedingt dabei sein.

Geduldig beantworteten Elmar und Iny Lorentz (Ich weiß, sie heißen eigentlich anders mit Nachnamen, aber da sie sich auch so auf ihrer Autogrammkarte nennen und mit diesem Namen unterschreiben, nenne ich sie jetzt mal so.) die Fragen des Moderators und des Publikums, und ihre Antworten waren sehr interessant und auch amüsant.


Die beiden haben unter Anderem verraten, wie sie zusammen einen Roman schreiben. Dabei wechseln sie sich so oft ab mit Schreiben und Kritisieren, dass ein Skript locker sieben Mal durch die Hand von jedem geht. Für einen Roman brauchen sie im Durchschnitt von der Konzeption bis zum Einreichen beim Verlag circa zwei Jahre.

Wie Iny Lorentz ihre Liebe für die Geschichte entdeckt haben, erzählen sie hier:


Der Moderator fragte auch nach, wie gut ihnen Alexandra Neldel als Marie Schärer gefällt, und sie gerieten sehr ins Schwärmen. Es war schon ein tolles Gefühl, zum ersten Mal ans Drehset zu kommen, aber Alexandra Neldel spielt nicht nur die Marie, sie lebt sie auch. Allerdings hatten sich die beiden beim Schreiben Marie immer anders vorgestellt, etwa in der Art der früheren Madonnenbilder, also mit rundem Gesicht und praller. Aber das wird heutzutage nicht mehr als attraktiv empfunden, und da der Fernseher sowieso nochmal 10-15 kg mehr draufschummelt, hatte man sich mit Alexandra Neldel für eine sehr schlanke Schauspielerin entschieden, bei der Iny Klocke beim Umarmen das Gefühl hatte, sie greife ins Nichts. ;-)

Übrigens tauchen im neuesten Wanderhuren-Band drei Figuren auf, die eigentlich von den Drehbuchautoren für den Film neu dazugeschrieben wurden. Diese drei Figuren haben die Autoren "abgekauft" - gegen einen Kasten Bier und ein Abendessen. :-D 

Und da wir schon beim Thema Verfilmung waren, verriet uns Elmar Lorentz auch noch, dass dieses Jahr in Prag "Das goldene Ufer" abgedreht wurde, u. a. mit Miriam Stein, Volker Bruch, Ulrike Folkerts (Der die Rolle des Bösewichtes viel Spaß gemacht hat.) und Walter Sittler. Der Film wird März 2015 im ZDF laufen.

Für ihre Recherchen kam das Autorenehepaar insgesamt vier Mal für je 4-14 Tage nach Würzburg, um die Gegend um Würzburg und Schweinfurt zu erkunden. Elmar Lorentz verriet dabei, dass er einen besonderen Bezug zur Region hätte, denn er selbst sei gebürtiger Unterfranke.

Im Anschluss wollten Iny Lorentz wissen, ob die Zuhörer denn gerne noch einen Auszug aus dem neuen Roman hören wollten, was natürlich kräftig bejaht wurde. Und so lasen beide eine Passage vor, die von der Bild-Zeitung neulich mit dem Titel "Wanderhure reitet Mann tot" versehen wurde, was die Autoren ziemlich witzig fanden. Diese Szene spielt sich passenderweise vor den Toren Würzburgs ab.

Danach nahm sich das Ehepaar Zeit für Autogramme. Natürlich ließ ich auch mein Exemplar signieren, das noch eine alte Weltbild-Ausgabe ist, in der Iny Klocke noch als alleinige Autorin des Romans vorgestellt wurde. Sie sagte dann zu mir, das sei ja noch ein richtig altes Exemplar, und als ich meinte, dass sie da noch ganz alleine drinstünde, meinte ihr Mann, ja, da wurde er noch verschwiegen, und sie sagte, oh ja, dafür hätte sie sehr gekämpft, dass beide genannt werden.

Ich fand die beiden äußerst sympathisch und bin froh, dass ich hingegangen bin, auch wenn ich kein Fan historischer Romane bin. Wer weiß, vielleicht fange ich ja doch noch irgendwann an, die Wanderhuren-Reihe zu lesen...

Kommentare:

  1. Hallöchen ;-)

    Ja, gell, das war ein spontanes Event (zumindest für mich), ich fand es toll, dass wir uns zufällig dort getroffen haben :-) Schade, dass ich meine Bücher zum Signieren nicht dabei hatte, es war wirklich ein interessanter und spannender Vortrag!

    Lieber Gruß
    KleinerVampir

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  2. Ich habe leider festgestellt, dass für die Bücher der Beiden "kennst du eines, kennst du alle" zutrifft. Hatte "Die Wanderhure" gelesen und fand es gar nicht mal schlecht, aber spätestens bei der Fortsetzung musste ich das Buch nach 50 Seiten abbrechen, weil es gar nicht mehr ging... Habe dann ein anderes von ihnen angefangen und es war das Gleiche in grün. Seitdem lese ich keine Bücher mehr von ihnen :-/.

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