Sonntag, 30. November 2014

Rezension: "Überwiegend fabelhaft" von Fanny Wagner & Carolin Birk

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. Oktober 2014
Verlag: rororo
ISBN: 9783499268489
304 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
Endlich gibt es ein Wiedersehen mit Nina, Marie und den Wiestalern! 

Nach all den Turbulenzen ist Nina endlich in ihrem Wiestal angekommen. Mit den Schnepfen hat sie das erfolgreiche Modelabel „Zwiebellook“ aufgezogen, und auch mit ihrem Traummann Christian läuft alles bestens.

Das Leben könnte so schön sein, doch davon abgesehen, dass Nina vor lauter Arbeit rotiert, brechen plötzlich die Aufträge ein. Nina findet heraus, dass ihre „Zwiebellook“-Kollektion dreist kopiert und zu Dumpingpreisen verschleudert wird. Kommt der Spion etwa aus den eigenen Reihen? Und gerade in dieser schweren Zeit eilt Christian ans Krankenbett seines Sohnes, wo er mit seiner Exfrau mehr Zeit verbringt, als Nina lieb ist...

Meine Meinung:
Mit „Überwiegend fabelhaft“ bescheren uns Fanny Wagner und Carolin Birk endlich die langersehnte Fortsetzung des spritzigen Romans „Garantiert wechselhaft“. Die beiden sind ihrer Linie treu geblieben und entführen uns wieder in das leider fiktive Dörfchen Wiestal (Man möchte doch sofort den nächsten Urlaub dort verbringen!), das mit vielen schrägen, aber sehr liebenswerten Figuren bevölkert ist. Mittendrin die patente Nina, die sich mittlerweile mit Tochter Marie wunderbar eingefunden hat in ihrer fränkischen Heimat und scheinbar auch endlich die fränkische Grammatik mit all ihren Tücken verinnerlicht hat.

Wir treffen hier wieder die komplette Riege der Wiestaler, die nun um ein paar weitere Figuren ergänzt wird. Allen voran der kleine Julian, Christians Sohn, der nun ein fester Bestandteil von Ninas Familie ist. Der flotte Patrick, der als Ninas neuer Assistent für frischen Wind bei „Zwiebellook“ sorgt. Und der Theater spielende Uwe, der einer der „Schnepfen“ einen zweiten Frühling beschert. Nicht zu vergessen Gustls Zwillinge Bob und Ross! All diese Figuren passen sehr gut in die Geschichte und vervollständigen das bisherige Ensemble.

Wie bereits im 1. Band beginnt jedes Kapitel mit dem aktuellen Tagesdatum und einer Vorhersage der Emotionen.

Kenner des Vorgängerbandes haben sich vielleicht schon langsam an den fränkischen Dialekt gewöhnt, der zugegebenermaßen für Nicht-Franken nicht so leicht über die Lippen gehen und eventuell für kleine Hängerchen beim Lesen sorgen dürfte. Aber gerade der Dialekt sorgt für einige Zusatzlacher und macht auch viel vom Charme des Buches und der Figuren aus. Neu ist er aber in einer Fortsetzung natürlich nicht mehr. Ich bilde mir auch ein, dass in diesem Band gar nicht mehr so viel Fränkisch gesprochen wird wie in „Garantiert wechselhaft“.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass meiner Meinung nach der Plot um Christian und seine Exfrau überflüssig war, da er nicht so viel zur Story beigetragen hat und eher für mich was von Klischee hatte (À la: Ex des Traummanns der Protagonistin steht wieder auf der Matte, und gutmütiger Traummann springt scheinbar total drauf an. Protagonistin leidet still vor sich hin, statt Initiative zu ergreifen oder klärendes Gespräch zu führen.). Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Der Schreibstil ist gewohnt locker, spritzig, amüsant, und man fliegt einfach durch das Buch. Ich finde, man merkt dem Buch richtig an, dass die beiden Autorinnen beim Schreiben einen Heidenspaß hatten. Am Ende ist man enttäuscht, dass man Wiestal nun wieder verlassen muss. Diesmal übrigens wohl endgültig, eine weitere Fortsetzung ist nicht geplant, und des is fei scho arch schad! Aber es mag ein Trost sein, dass Nina und ihre Wiestaler sicherlich glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende sein werden.

„Überwiegend fabelhaft“ ist ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers und ein echtes Wohlfühlbuch. Empfehlenswert für alle, die bei dem ekligen Wetter sonst nichts zu lachen haben, aber auch für alle Anderen, die einfach Lust auf ein humorvolles und herzerwärmendes Buch haben. 

5 von 5 Schreiberpaletten

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