Montag, 30. Juni 2014

Urlaub!!!

Verehrte Leserinnen und Leser!

Die nächsten drei Wochen wird es hier in diesem Blog recht still werden. Der Grund ist ganz einfach: Ich fliege in den Urlaub!

Vom 1.-21. Juli geht's für mich bzw. uns nach Kalifornien. :-) Von Lompoc (Nähe Santa Barbara) über San Francisco nach Las Vegas, Death Valley, Grand Canyon, tralalala. Wir haben uns viel vorgenommen, und ich bin sehr gespannt, was wir letzten Endes alles schaffen.

Natürlich halte ich die Augen offen, ob ich die ein oder andere hübsche Buchhandlung finde. :-) Da ich aber keinen Laptop, sondern nur mein Tablet mitnehme, werde ich vermutlich keine Bilder während des Urlaubs hochladen oder Posts schreiben, da mir das auf dem Tablet doch etwas zu mühselig ist. (Wir sind immer noch in der Kennenlernphase, und längere Texte tippen ist schon etwas nervig...)

Dank meines Tablets kann ich ja nun auch problemlos eBooks lesen, und deshalb wandern in meinen Koffer höchstens drei Printbücher. Ansonsten werde ich mich endlich mal mit eBooks anfreunden. Bisher hab ich ja immer gekniffen, aber wer weiß, vielleicht raufen wir uns doch noch zusammen. :-)

Bei den Prints habe ich mich für folgende Exemplare entschieden:


Es mussten Bücher sein, von denen ich mich nach der Lektüre leicht trennen kann (sprich: nicht mehr ganz taufrische, billig gekaufte Bücher mit durchschnittlich interessanter Handlung), denn da ich sicherlich ein bisschen shoppen gehen werde, will ich die 3 Bücher nicht unnötigerweise wieder nach Deutschland zurücknehmen. Beim Weischenberg-Buch bin ich nicht sicher, ob das so mein Fall ist, aber es geht um Urlaub und ist ein Frauenbuch, also ist es nicht ganz verkehrt. Das zweite Buch ist über Finnland, unser ursprüngliches Reiseziel dieses Jahr (Zur Sommerhütte von Schwiegermama, mein Freund ist nämlich Halb-Finne.). Und das dritte ist natürlich einfach nur passend. :-)

Auf meinem Tablet befinden sich dank meiner Vor-Tablet-Besitz-bereits-kostenlose-eBooks-Hamster-Mentalität auch viele nette Sachen. Dazu noch drei Hörbücher - also ich glaube, ich werde Flug und Autofahrten schon irgendwie überstehen. ;-)

Sodelich, morgen früh um 9.20 Uhr hebt der Flieger ab. Oh mann, ich bin echt aufgeregt...

Ich wünsch euch allen drei schöne Wochen ohne mich (Falls das geht. ;-)). Und wenn ihr auch zufällig wegfahrt, wünsche ich euch einen schönen Urlaub!

Freitag, 27. Juni 2014

Rezension: "A wie Asozial - So demontiert Hartz IV den Sozialstaat" von Franziska Reif und Tobias Prüwer

Daten zum Buch:
erschienen am: 24. April 2014
Verlag: Tectum Sachbuch
ISBN: 9783828832824
256 Seiten
Preis: 17,95 €

Zum Inhalt: 
„Wer Hartz IV bezieht, ist zu faul zum Arbeiten und will sich bloß in der sozialen Hängematte ausruhen!“ Solchen und ähnlichen Vorurteilen sehen sich Sozialleistungsempfänger in Deutschland tagtäglich ausgesetzt. Doch wie sieht es wirklich aus in den heiligen Hallen der Arbeitsagenturen? Wie erfolgreich ist die damals so stark angepriesene Hartz IV-Reform bislang gewesen, wie viele Menschen hat sie wieder in Lohn und Brot gebracht?

Franziska Reif und Tobias Prüwer haben das Schreckgespenst „Hartz IV“ in ihrem Buch bis auf die Knochen durchleuchtet. Sie führen uns durch „schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan“ und zeigen uns Regelungen auf, die uns am gesunden Menschenverstand unserer Politiker ein weiteres Mal stark zweifeln lassen. Am Ende kann man nur zu dem Schluss kommen: „Nicht die Langzeitarbeitslosen, sondern die Hartz-IV-Maßnahmen verdienen die Bezeichnung asozial.“ 

Meine Meinung: 
Ich entschuldige mich bereits vorab für die Länge dieser Rezension. Doch da in „A wie Asozial“ ein sehr komplexes Thema behandelt wird, wollte ich unbedingt meine ausführliche Meinung dazu darlegen.

Zuerst einmal: Dieses Buch polarisiert sehr stark, denn darin wird nicht erst diskutiert, ob Hartz IV sinnvoll ist, werden nicht die Vor- und Nachteile beleuchtet. Die Autoren sind ganz eindeutig contra Hartz IV und machen dies auch sehr deutlich. Dieses Buch will aufräumen mit den vielen Vorurteilen: Hartz IV-Bezieher sind faul, ruhen sich in der sozialen Hängematte aus, werden nur tätig, wenn sie dazu gezwungen werden, und verschwenden ihr Geld für Luxusgüter. Wir lernen, wie leicht es für Bezieher ist, selbst bei gutem Willen und absolutem Gehorsam Leistungen (unrechtmäßig) gekürzt zu bekommen, wie demütigend das Herumkommandieren seitens der Argen sein kann oder mit welch unsinnigen Maßnahmen sie in die Berufswelt wieder eingegliedert werden sollen.

Auch wenn ich schon einiges über Hartz IV wusste, so habe ich hier wahnsinnig viel gelernt. Fakt ist, dass man nach einem Jahr Hartz IV eigentlich keine Chance mehr hat, von der Arge vermittelt zu werden, und es nur aus eigenem Antrieb schaffen wird, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Denn nach einem Jahr wird man sowieso von den Behörden auf die Seite geparkt, nur die „frischen“ Fälle sind erfolgsverheißend, und es zählt nur die Statistik! Da werden Leute immer wieder gerne in nutzlose Maßnahmen (Strickkurse – hallo?!) oder unbezahlte bzw. vom Staat größtenteils subventionierte Praktika oder Saisonarbeiten gesteckt, nur um aus der Statistik zu fliegen. Denn Menschen sind keine Menschen, sie sind Fälle, und es gibt klare Zielvorgaben, wie viele dieser Fälle offiziell vermittelt werden müssen, um gut dazustehen. So passiert es, dass jemand immer mal wieder für ein paar Monate in einen doofen Job gesteckt wird, dann wieder ein paar Monate arbeitslos ist usw. Wenn die Arge das z. B. dreimal mit jemandem macht, dann kann sie tatsächlich behaupten, sie hätte drei Fälle vermittelt, denn ein Leistungsbezieher zählt nicht als ein Mensch, sondern als ein Fall. Übrigens: Selbst der Bundestag leiht sich gerne mal Hartz IV-Bezieher als billige Arbeitskräfte aus – wo soll das hinführen, wenn selbst die Obersten Deutschlands mit schlechtem Beispiel vorangehen?

Hier mal ein paar Beispiele, die mich besonders wütend gemacht haben:

- Ein Busfahrer, der monatelang ein unbezahltes Praktikum machen musste, und als dieses von der Firma vorzeitig gekündigt wurde, wurden IHM die Leistungen gekürzt.
- Die Tochter eines Leistungsempfängers, deren Fallmanager sie zwingen wollte, die Schule abzubrechen, und statt das Abitur zu machen, doch lieber mal eine Ausbildung anzufangen und Geld zu verdienen.
- Ein Akademiker, der sich bei der Erwerbsloseninitiative(!) anschreien lassen musste, er soll sich nicht so anstellen, andere Akademiker sind sich auch nicht zu schade für jeden Drecksjob. Er wollte sich nämlich dagegen wehren, als Saisonkraft bei Dauerausbeuter Amazon (zusammen mit Hunderten von  anderen Leistungsempfängern) verheizt zu werden.

Natürlich, schwarze Schafe gibt es überall. Und gerade diese fallen am meisten auf, weil die Medien viel lieber den faulen „Hartzer“ zeigen, der Leistungen in Deutschland bezieht und ein Luxusleben auf Mallorca führt, als den, der im Jahr 200 Bewerbungen schreibt, sich bis auf einige Tage im Jahr nicht von seinem Wohnort entfernen darf, um rund um die Uhr für potentielle, plötzlich aus dem Boden schießende Jobs zur Verfügung zu stehen und von seinem Sachbearbeiter zu einem psychologischen Test gezwungen wird und plötzlich als geistig behindert eingestuft wird, um auch die blödesten Jobs oder Tätigkeiten in Behindertenwerkstätten annehmen zu müssen (Was laut diesem Buch öfter passiert!).

Aber auch die andere Seite des Schreibtisches wird beleuchtet, was ich persönlich sehr wichtig finde. Auch Vorurteile gegenüber den Mitarbeitern der Argen werden abgebaut. Zwar gibt es durchaus Sachbearbeiter, die ihre Machtposition ausnutzen, gerne ihre „Kunden“ triezen, Bezüge ohne Sinn und Verstand kürzen und einen rauen Umgangston pflegen. Doch zahlreiche Berichte von Angestellten zeigen, dass auch sie machtlos sind, angekotzt von absurden Reglements, die ihnen immer wieder die Hände binden und sie oft dazu zwingen, Sanktionen durchzuführen, wo sie es selbst als unangebracht sehen. Etliche dieser Mitarbeiter geraten selbst oft durch befristete Verträge in die Hartz IV-Mühle, dürfen quasi beide Seiten des Schreibtisches austesten. Oft sind die Ämter so schlecht besetzt, dass ein Mitarbeiter für mehrere 100 Kunden verantwortlich ist, was es ihm unmöglich macht, auf die Situation des Einzelnen näher einzugehen.

Wir haben es hier übrigens nicht mit einer Sammlung von Anekdoten zu tun. Auch wenn hier öfter mal Leistungsbezieher und Angestellte zitiert werden, so ist dieses Buch ganz klar ein Sachbuch und kein Erlebnisbericht. Manche Absätze oder Seiten fand ich ziemlich anstrengend, da viele Fakten aufgetischt wurden. Die Autoren haben ihre Arbeit wirklich sehr ordentlich gemacht und alle Quellen angegeben. Was zwar manchmal dazu führte, dass der Text unübersichtlich wurde, aber seit Guttenberg wissen wir ja, dass man mit solchen Angaben nicht geizen sollte. Wer sich also noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, hat hier zahlreiche Quellen zum Nachlesen, die durch ein noch ausführlicheres Literaturverzeichnis ergänzt werden.

Zwei Kritikpunkte hätte ich aber noch: Erstens ist das Buch schon recht einseitig geschrieben. Hartz IV wird hier sehr verdammt, und die Bezieher allesamt als arme Opfer dargestellt. Nicht falsch verstehen – dass dieses System krankt, ist nicht erst nach Lektüre dieses Buches offensichtlich. Und die tatsächlichen Ausbeuter und Schmarotzer des Systems sind weit in der Unterzahl. Aber es ist mir doch manchmal zu sehr schwarz-weiß gezeichnet.

Zweitens: Die Autoren, die beide aus den Geisteswissenschaften kommen, schreiben sehr eloquent und anspruchsvoll, was zu einem Sachbuch mit wissenschaftlichem Anspruch auch durchaus passt. Aber dadurch empfand ich die Lektüre an vielen Stellen auch etwas trocken und mit Fakten überfrachtet, obwohl ich selbst Geisteswissenschaftlerin bin. Zudem hatte ich das Gefühl, dass sich einiges – in andere Worte gehüllt – wiederholte, eventuell hätte man den einen oder anderen Absatz etwas abspecken können.

Ich empfehle dieses Buch nicht vorrangig Betroffenen, denn die wissen ja selbst leider zur Genüge über die Tücken von Hartz IV Bescheid. Ich empfehle es Menschen, die sich für die Thematik und Problematik von Hartz IV interessieren, und vor allem möchte ich es denjenigen ans Herz legen, die gegenüber Sozialleistungsbeziehern Vorurteile haben, weil sie sich mit deren Situation noch nie auseinandergesetzt 
haben. 

4 von 5 Schreiberpaletten

Donnerstag, 26. Juni 2014

Besonderer Neuzugang

Als ich gestern so im Trödel-Café mit einer Freundin saß, da stolperte ich bereits zum zweiten Mal über eine dort erhältliche, mehrbändige Ausgabe von Goethes sämtlichen Werken. Was mich inhaltlich jetzt nicht so interessiert, da ich ein ziemlicher Literaturklassiker-Muffel bin. Aber irgendwie hat es mich total gereizt, so ein Buch zu kaufen. Warum? Schaut einfach selbst:

Von außen vielleicht nicht so der Megakracher, aber irgendwie mag ich's.

Der Buchschnitt - schaut euch den nur an. Ich liebe ihn! Ich kenne mich mit sowas ja nicht aus, aber ich denke, dass es sich hier um einen Marmorschnitt handelt, wie er hier beschrieben wird: http://de.wikipedia.org/wiki/Schnittverzierung

Altdeutsche Schrift - da ich mal für einen Job ein komplettes Buch in dieser Schrift abtippen musste, kann ich das ja zum Glück problemlos lesen. Wobei ich es sowieso nicht lese, ich will's ja nur besitzen, wär also auch egal. ;-)

Ein Ex Libris-Dingens, find ich ja irgendwie auch retro-schick.

Leider steht nirgendwo, wann genau die Reihe veröffentlicht wurde. Da aber auf der allerletzten Seite eine Auflistung von bis Oktober 1903 erschienenen Werken ist, gehe ich davon aus, dass das Buch Ende 1903 oder 1904 gedruckt wurde.

Vom Duft kann ich leider kein Bild machen, aber es riecht nach altem Buch. :-) Nicht nach muffigem altem Buch, auch nicht so geil, dass ich den ganzen Tag die Nase reinstecke und tief inhaliere - aber irgendwie einfach speziell.

Dafür, dass es circa 100 Jahre alt ist, ist es in einem wirklich guten Zustand. Hach, allein der Buchschnitt! (Kommt auf dem Bild evtl. gar nicht so rüber, aber er ist toll.) Ok, 100 Jahre sind eigentlich ein Witz für eine Archäologin, aber 5000 Jahre alte Papyri krieg ich leider nicht auf legalem Weg bzw. für diesen Preis. Es hat übrigens 5 € gekostet, was ich echt total in Ordnung finde. Ist jetzt also nicht so, dass ich haufenweise Geld für Antiquitäten ausgeben würde. Eigentlich ist das auch meine erste Anschaffung in diese Richtung. Aber für 5 € musste ich einfach zuschlagen! Wenn ich dann mal meine eigene Bibliothek habe, stelle ich da eine Vitrine rein mit den ältesten Schinken, die ich habe.

Und, findet ihr auch alte Bücher irgendwie interessant, selbst wenn euch der Inhalt nicht wirklich interessiert? Oder bin ich seltsam? :-P

Mittwoch, 25. Juni 2014

Neuzugänge

Ich war diesmal echt brav!!!

Rezensionsexemplare


- Franziska Reif & Tobias Prüwer, "A wie Asozial. So demontiert Hartz IV den Sozialstaat": Für eine Leserunde auf LovelyBooks bekommen. Interessantes Thema, aber leider ist die Leserunde mit nur 5 Teilnehmerinnen sehr lahm, da irgendwie keine Diskussionen aufkommen und ich so ein bisschen ins Blaue kommentiere. Schade. Rezi folgt die nächsten Tage.


Gewonnen


- Emma Healey, "Elizabeth wird vermisst": Dieses Hörbuch habe ich beim Gewinnspiel "Pinnwand der unvergesslichen Momente" vom Bastei Lübbe-Verlag gewonnen. Die Story um eine Alzheimerpatientin, die ihre verschwundene Freundin sucht, klingt wirklich spannend.


Gekauft

- Rumen Ivanov & Gerda von Bülow, "Thracia. Eine römische Provinz auf der Balkaninsel": Ein Archäologie-Bildband von Zabern, niegelnagelneu für 4 € - wer würde da nicht zugreifen?! (Also zumindest, wenn er Archäologe ist.) Wandert gleich auf den Stapel meiner ungelesenen Fachbücher, die ich gar nicht mehr brauche.

Ertauscht


- Katrin Bauerfeind, "Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag": Nachdem ich eine Leseprobe in die Finger bekam, landete das Buch sofort auf meiner Wunschliste. Jetzt konnte ich es mir für 3 Tickets holen.

- Tina Wolf, "Mit zwei Pampelmusen auf den Himalaya": Das Buch klingt ganz lustig, außerdem ist es signiert für 1 Ticket ein Schnäppchen gewesen. :-)


Und, was für euch dabei oder kennt ihr schon etwas davon? Ich finde ja, für einen Zeitraum von fast 4 Wochen habe ich mich gut gehalten, oder? ;-)

Montag, 23. Juni 2014

Rezension: "Katertage zum Verlieben" von Ilona Schmidt

Daten zum Buch:
erschienen am: 16. April 2014
Verlag: Planet Girl
ISBN: 9783522504171
224 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt: 
Menschen sind gefährlich, deshalb darf man ihnen auf keinen Fall zu nahe kommen, geschweige denn vertrauen! Diese Lebensweisheit wird dem kleinen Kater Tiger von seiner Mama mitgegeben. Doch eines Tages wird Tigers Neugier ihm zum Verhängnis, denn er fällt der tierlieben Jana direkt vor die Füße, die ihn prompt gegen seinen Willen mit nach Hause nimmt.

Schlimmer kann es fast nicht kommen, doch da ist auch noch der Basset Brutus, Janas Hund, mit dem sich Tiger ständig in die Haare kriegt. Von seinem Gefängnis aus beobachtet Tiger die Menschen und ihre komischen Eigenheiten. Da sind Janas Großeltern, die gerade dabei sind, ihren geliebten Bauernhof an skrupellose Geschäftsmänner zu verlieren. Und der eingebildete Dennis, der Jana den Hof macht, die sich aber mehr für den sympathischen Marcel interessiert, was wohl ganz auf Gegenseitigkeit beruht.

Doch dann sieht es so aus, als sei Marcel in die Intrigen rund um den Bauernhof verstrickt. Bei so viel Chaos beschließen Brutus und Tiger, die Sache einfach selbst in die Pfoten zu nehmen!

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erstes Buch, das aus Sicht eines (Haus-)Tieres geschrieben wurde. Ich kenne bereits die Hercules- und Winston-Reihen von Frauke Scheunemann, die ich beide sehr mag. Auch Ilona Schmidt hat sich hier einfühlsam in das Innenleben eines Tieres hineinversetzen können. Nachprüfen kann man das zwar nicht, aber Tigers und Brutus‘ Gedanken und Dialoge passen einfach zu gut zu dem Verhalten, das man bei Katzen und Hunden beobachten kann.

Katerchen Tiger steht hier ganz klar im Vordergrund, die Geschichte rund um Jana und ihre Großeltern wird ein bisschen in den Hintergrund gerückt. Wir erleben diese auch komplett aus der Sicht von Tiger, der Dialoge anhört und Handlungen beobachtet, die er teilweise nicht oder falsch versteht, was öfter zu lustigen Missverständnissen bzw. Fehlinterpretationen führt. Hier sieht man sehr schön, wie ein Tier erstmal mit den menschlichen Eigenheiten und Errungenschaften zurechtkommen muss. Da Tiger bislang ein Streuner war, findet er sich nicht so einfach zurecht in der Menschenwelt. So sind Fensterscheiben für ihn ein rätselhaftes, festes Nichts und Autos fahrbare Häuschen. Welche Dinge für Tiger komplett neu sind, und welche Dinge er ganz selbstverständlich benennen kann, ist nicht immer ganz nachzuvollziehen, aber man muss eben einfach davon ausgehen, dass er schon von seiner Katzenmama einiges gelernt hat.

Tigers Sicht auf die Welt ist nicht nur amüsant, sondern teilweise auch rührig, z. B. wenn er sich daran erinnert, wie seine Geschwisterchen ertränkt wurden, oder wenn er sich nach seiner Mutter sehnt. Er hat einen eigenen Kopf und lässt Jana wirklich lange zappeln, bevor sie sein Vertrauen gewinnen kann.

Neben Tiger sorgt auch Brutus für viele Schmunzler. Die Schlagabtäusche zwischen Hund und Katze sind sehr amüsant, beide sind sehr großmäulig, und so entstehen zahlreiche Diskussionen, u. a. welche Tierart die Bessere ist, aber trotzdem raufen sich die beiden recht schnell zusammen.

Das menschliche Personal hat es hier nicht einfach, denn die Tiere sind nunmal eindeutig die spannenderen Charaktere. Dennoch mochte ich auch Jana auf Anhieb. Hier hatte ich es mal im Vergleich zu den anderen „Frauenromanen“, die ich so gelesen habe, mit einer sehr jungen Protagonistin zu tun, denn Jana ist gerade mal 18 Jahre alt. Sie wirkt jedoch für ihr Alter sehr vernünftig, und manchmal hat sie mir fast schon ein bisschen zu erwachsen geklungen und Formulierungen verwendet, die bei einer 18Jährigen eher altbacken klingen.

Das Ende war offensichtlich und vorausschaubar, aber hier war vor allem der Weg das Ziel – es geht ja in erster Linie um den kleinen Tiger, wie er die Welt sieht und sich an sein neues Zuhause gewöhnt. Allerdings war das Ende (bei den Menschen) dann doch ein bisschen zu rasant, die Auflösung aller Probleme zu leicht.

Mit „Katertage zum Verlieben“ bietet Ilona Schmidt dem Leser eine nette, unterhaltsame Geschichte um einen frechen kleinen Kater, einen besserwisserischen Hund und eine sympathische junge Frau, die dank des flotten, humorvollen Schreibstils ein kurzweiliges Lesevergnügen für Jung und Alt garantiert.
 
4 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 21. Juni 2014

Niemals einschränken lassen!

Mein Freund mit Blick auf meine Bücher: "Duuu...? Wie wär's... wenn wir uns mal auf irgendeine Zahl eini..."

Ich, hysterisch: "Nein!!!!"

Mein Freund: "Irgendeine Zahl, damit man sich da mal einschränk..."

Ich, hysterischer: "Neiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!!!!!"

Mein Freund: "Irgendeine Zahl! Meinetwegen 3 Millionen!"

Ich: "Okay!!!" :-)

Auch wenn mein Freund gerade meinte, ich soll doch mal zählen, bin ich sicher, dass bis zu 3.000.000 Büchern noch ordentlich Luft ist. Hehe. Klassisches Eigentor.

Und irgendwann sieht's dann bei uns so aus:

Mittwoch, 18. Juni 2014

Rezension: "Kein Gott wie jeder andere" von Chris Lind

Man beachte bitte die formschönen Gipsabdrücke von Zeus und Hermes!
Daten zum Buch:
erschienen am: 1. April 2014
Verlag: Sieben-Verlag
ISBN: 9783864433498
200 Seiten
Preis: 14,90 €

Zum Inhalt:
Dr. Cassandra Leda, genannt Cassie, ist nicht nur frisch geschieden, auch beruflich läuft es nicht so optimal. Ihre neu gegründete Ein-Mann-PR-Firma in Kassel wirft nichts ab, Kunden sind bislang nur Wunschdenken. Da kommt es ihr gerade recht, als eines Tages vier neue, zahlungskräftige Herren unangekündigt ihr Büro stürmen. Doch der Geldsegen muss hart erarbeitet werden, denn bei den neuen Kunden handelt es sich um die olympischen Götter höchstpersönlich! Nachdem diese irgendwie die letzten zweitausend Jahre verpennt haben, müssen sie sich auf der Erde nun neu zurecht finden. Und nachdem Griechenland bankrott ist,  bietet es sich einfach an, in ein anderes Land zu ziehen, in dem es sich die Bewohner noch leisten können, Denkmäler für die Götter zu bauen – wenn sie denn noch an sie glauben würden...

Cassie sieht sich nicht nur vor das Problem gestellt, sich mit 12 teils sehr launischen Göttern und Göttinnen herumzuärgern, die sie unauffällig in die Bundesrepublik und ihren Talenten entsprechend in die Arbeitswelt integrieren und deren Fehltritte sie ausbügeln muss. Noch dazu verdreht ihr Apollon, Gott des Lichts und vielem mehr, den Kopf. Doch sollte man sich wirklich auf einen Gott einlassen, wenn man Gefahr läuft, in einen Buchsbaum oder Mops verwandelt zu werden? Und zu allem Überfluss nervt Cassie der attraktive, aber aufdringliche Journalist Lennert, der sich in den Kopf gesetzt hat, unbedingt einen Artikel über sie und ihre interessanten Klienten zu schreiben...

Meine Meinung:
Die Autorin Christiane Lind ist schon seit ihrer Kindheit fasziniert von den alten Mythen und Sagen, wobei sie hier ein besonderes Faible für die griechischen Olympioi entwickelte – so zu entnehmen aus dem Nachwort. Auch ich habe mich als Altertumswissenschaftlerin intensiv mit den griechischen Mythen beschäftigt und war sehr erfreut, dass die Autorin sich hier nicht kopflos irgendwelcher mythischen Figuren bedient hat, sondern sich auch tatsächlich sehr gut mit den doch teilweise sehr komplexen griechischen Sagen auskennt. Gleich auf der ersten Seite dachte ich mir bei der Erwähnung des Satyrs Marsyas: „Hm, ob jeder etwas mit diesem Namen anfangen kann bzw. weiß, welche Geschichte dahinter steckt?“ Doch auch hier hat Frau Lind vorgesorgt und einen ausführlichen Anhang beigefügt, in dem man alles über die agierenden Götter, alle erwähnten mythischen Wesen sowie die Liebschaften von Zeus und Apollon nachlesen kann. Ich betone dies gleich zu Beginn, denn ich bin auf diesen Anhang nur durch Zufall gestoßen (Man schlägt ja normalerweise das Buch nicht von hinten auf.), lege ihn aber jedem ans Herz, der nicht 100%ig sicher in der altgriechischen Mythenwelt unterwegs ist oder das ein oder andere Detail schon wieder vergessen hat.

Der Schreibstil hat mir auf Anhieb gefallen, sehr witzig, aber nie albern oder zu gewollt. Das Buch liest sich sehr flüssig, und ich bin richtig durchgedüst. Die Geschichte ist aus Cassies Sicht geschrieben, und ihre Gedanken sind meist sehr amüsant zu lesen. Sie neigt zu (Selbst-)Ironie, mitunter Sarkasmus, und weiß nach dem ersten Schock mit den launischen Göttern kompetent und konsequent umzugehen. Alleine ihre (körperliche) Reaktion auf Hades, Gott der Unterwelt, ist jedes Mal ein Lacher.

Generell mochte ich Cassie, aber im Laufe der Geschichte entwickelte sie ein paar Eigenschaften, die mich leicht annervten. So wird sie dank des Geldsegens eine kleine Markensau, und am meisten gestört hat mich, wie sehr sie auf Sex fixiert war. Letzteres könnte man damit entschuldigen, dass sie immerhin von einem echten Gott verführt wurde. So wie ich die göttliche Einwirkung bei allem vorschiebe, was mir etwas zu schnell, zu problemlos und zu unlogisch ablief.

Die Götter fand ich sehr passend und mit einem liebevollen Augenzwinkern charakterisiert. Christiane Lind hat die Eigenschaften, die den Göttern in den Mythen zugesprochen werden, sehr gut herausgearbeitet und in die moderne Welt übertragen. Während z. B. Zeus als ewig notgeiler Göttervater seine Berufung als Jurymitglied einer Model-Castingshow findet, versucht der dauerbesoffene Dionysos, sich den Ballermann untertan zu machen. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen - herrlich! Die Götter sind alle grundverschieden, unterschiedlich (un)sympathisch und (un)kooperativ, so dass sich hier ein kunterbunter Haufen findet, den Cassie wie einen Sack Flöhe hüten muss. Sowohl die Protagonistin als auch manche der Götter machen im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, was ich recht spannend fand.

Das Ende bezüglich Cassies Liebesleben war keine Überraschung, aber für mich stand das auch nie so sehr im Vordergrund, sondern die Geschichten rund um die Götter. Leider mochte ich Lennart irgendwie nicht, obwohl er hier sicherlich die Rolle des „good guy“ innehat. Aber ich fand ihn ziemlich uninteressant, und er ist Cassie bereits nach dem 1. Treffen wie ein liebestolles Hündchen hinterhergewackelt – ganz ohne Einwirkung der Götter. Irgendwie hatte ich keinen Respekt vor ihm. Für mich persönlich hätte die Geschichte auch ohne ihn funktioniert.

„Kein Gott wie jeder andere“ ist ein in sich abgeschlossener Roman, doch sowohl die letzte Seite als auch das Nachwort der Autorin lassen auf ein weiteres Abenteuer hoffen. Vielleicht sind ja nun die nordischen Götter dran? Sollte es zu einer Fortsetzung kommen, bin ich auf jeden Fall gerne wieder dabei bei diesem im wahrsten Sinne des Wortes göttlichen Spaß!
 
5 von 5 Schreiberpaletten

Montag, 16. Juni 2014

Rezension: "Die Geschwister Gadsby" von Natasha Farrant

Daten zum Buch:
erschienen am: 21. Februar 2014
Verlag: Carlsen
256 Seiten
ISBN: 9783551583116
Preis: 15,90 €

Zum Inhalt:
Die Familie Gadsby aus London ist keine gewöhnliche Familie. Während die Eltern wochenlang abwesend sind und arbeiten, sind die vier Kinder Flora, Bluebell, Jasmin und Twig weitgehend auf sich alleine gestellt. Deshalb soll fortan der Student Zoran auf die Rasselbande aufpassen, doch vor allem die zickige Flora und die eigenwillige Bluebell, die am liebsten ihr Umfeld durch die Kamera beobachtet, lassen sich nicht gerne etwas vorschreiben. Als dann auch noch der charismatische Joss bei den Nachbarn einzieht und sowohl Blue als auch Flora den Kopf verdreht, ist das Chaos komplett.

Meine Meinung: 
Die Geschichte wird aus Bluebells Sicht erzählt, in kurzen Kapiteln abwechselnd in Form von Tagebucheinträgen und Transkriptionen von Kurzfilmen. Ich mochte Blue auf Anhieb. Sie ist clever, einfühlsam und eigenwillig. Sie tut alles für ihre Familie und kümmert sich liebevoll um ihre beiden kleineren Geschwister. Ihre verletzliche Seite ist Iris, ihre verstorbene Zwillingsschwester, deren Tod sie noch nicht verarbeitet hat. Vor allem die Erinnerungen an Iris sorgen für die berührendsten Momente in diesem Buch.

Obwohl in dieser Familie viel Chaos, Streit und Unstimmigkeiten herrschen, fühlte ich mich bei den Gadsbys sehr wohl, denn im Kern halten doch alle fest zusammen.  Jedes Familienmitglied hat seinen eigenen Charakter. Die zickige Flora ist einerseits stets genervt von ihren Geschwistern und Eltern, steht für ihre Familie aber jederzeit ein wie eine Löwin. Joss, der geheimnisvolle und selbstbewusste Nachbarsjunge, der Blue ihr Selbstvertrauen zurückgibt und ihr Gefühlsleben auf den Kopf stellt. Die liebevolle Mutter, die jedoch fast nur auf Reisen ist und so vor ihrer Trauer davonläuft; der zerstreute Vater, ein Geschichtsprofessor, der unermüdlich an seinem geheimen Projekt arbeitet. Zoran, der selbst im größten Chaos noch einen kühlen Kopf bewahrt und sich redlich bemüht, den Kindern Vater, Mutter und Freund zu sein. Jasmin und Twig, die einfach nur süß sind. Die resolute Oma in Devon, die der Meinung ist, Kinder brauchen einen strengen Zeitplan voller Outdoor-Aktivitäten.

Ich bin durch dieses Buch regelrecht geflogen. Bluebell und ihre Familie sind so chaotisch und toll, und es hat viel Spaß gemacht, ihre vielen kleinen Abenteuer mitzulesen. Ich musste öfter schmunzeln, aber es gab auch einige ergreifende Momente, die vor allem in Zusammenhang mit der verstorbenen Iris stehen. Man kann Blues Schmerz förmlich spüren. Aber auch die seltenen Momente zwischen den Kindern und ihrer Mutter waren teilweise sehr rührig – wenn nicht gerade gestritten wurde.

Die Geschichte ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch spannend, denn es stehen viele offene Fragen im Raum, die nach und nach beantwortet werden: Wie ist Iris gestorben und wieso fühlt sich Blue schuldig an ihrem Tod? Wieso sind Blue und ihre ehemalige beste Freundin Dodi zu solchen Feindinnen geworden? Warum wurde Joss zu seinen Großeltern geschickt? Werden sich die Eltern trennen, und warum kommt Dad kaum noch nach Hause?

Das Ende ist dann voller Überraschungen und fast schon einen Ticken zu sehr „Happy End“. Aber irgendwie gönnt man dieser Familie das auch von Herzen, und zumindest für eine Person geht die Geschichte nicht zu ihrer vollsten Zufriedenheit aus. Außerdem sind wir hier noch nicht am Ende mit der Familie Gadsby. „Die Geschwister Gadsby“ ist zwar ein abgeschlossener Roman, bildet jedoch den Auftakt einer Reihe. Der 2. Band „Flora in love“ ist im Juni 2014 auf Englisch erschienen – ich freue mich auf jeden Fall auf ein Wiedersehen mit dieser einzigartigen Familie!

4,5 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 14. Juni 2014

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt!

Ich habe leider schon seit über zwei Wochen nichts mehr gepostet, aber 1. hatte das einen Grund, und 2. wird sich das ab jetzt wieder ändern. :-)

Die letzten Wochen habe ich mich nochmal ziemlich durch die Arbeit in der Postbank gequält, in der ich seit August 2013 gearbeitet habe. Es waren die letzten drei Wochen dort, und obwohl die Vorfreude auf die Zeit danach groß war, war es trotzdem nochmal ein kleiner Kraftakt, sich jeden Tag aufzuraffen und die Stunden abzuarbeiten.

Aber jetzt ist es endlich vollbracht, und ganz offiziell darf ich nun verkünden: Ich bin frei!!! Ich habe meine Arbeit dort zum 15. Juni gekündigt, und das Einzige, was ich nach fast einem Jahr dort vermissen werde, sind die Kollegen. Ich werde aber weder die Arbeit an sich, das stundenlange Stehen, die launischen Kunden noch vor allem den massiven Verkaufsdruck von oben vermissen!

Wie es jetzt weitergeht mit mir? Ich mache erstmal 2,5 Monate Urlaub! Diese lange Auszeit habe ich nach langem Überlegen einfach beschlossen, weil ich es mir wert bin. Drei Wochen davon werde ich im Juli wegfahren, ansonsten werde ich die Zeit einfach nur genießen, viel lesen, rezensieren, gammeln, die Seele baumeln lassen, mich regenerieren!

Am 1. September fange ich dann meine Ausbildung zur Verwaltungswirtin im Mittleren Dienst an. Was ganz Neues, aber ich komme ja ursprünglich aus dem kaufmännischen Bereich und weiß, dass mir Organisieren und Verwalten Spaß macht. Und auch wenn es schade ist, dass ich nie was im Bereich Altertumswissenschaften machen werde, so bin ich doch einfach nur froh und dankbar, nach der jahrelangen Jobflaute ein lohnenswertes Ziel vor Augen zu haben. Ich kann noch nicht sagen, wie die Ausbildung werden wird, ob mir alle Aspekte meiner neuen Tätigkeit zusagen, aber ich bin mir sicher, dass ich mich reinhänge und diese Chance nutzen werde! Außerdem bin ich dankbar dafür, gegen angemessene Bezahlung zu vernünftigen Bürozeiten (im Sitzen!) arbeiten zu dürfen!

Ich freue mich einfach nur tierisch auf diesen neuen Lebensabschnitt!!!!!!!!!!! :-))))))))))))