Sonntag, 30. November 2014

Rezension: "Überwiegend fabelhaft" von Fanny Wagner & Carolin Birk

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. Oktober 2014
Verlag: rororo
ISBN: 9783499268489
304 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
Endlich gibt es ein Wiedersehen mit Nina, Marie und den Wiestalern! 

Nach all den Turbulenzen ist Nina endlich in ihrem Wiestal angekommen. Mit den Schnepfen hat sie das erfolgreiche Modelabel „Zwiebellook“ aufgezogen, und auch mit ihrem Traummann Christian läuft alles bestens.

Das Leben könnte so schön sein, doch davon abgesehen, dass Nina vor lauter Arbeit rotiert, brechen plötzlich die Aufträge ein. Nina findet heraus, dass ihre „Zwiebellook“-Kollektion dreist kopiert und zu Dumpingpreisen verschleudert wird. Kommt der Spion etwa aus den eigenen Reihen? Und gerade in dieser schweren Zeit eilt Christian ans Krankenbett seines Sohnes, wo er mit seiner Exfrau mehr Zeit verbringt, als Nina lieb ist...

Meine Meinung:
Mit „Überwiegend fabelhaft“ bescheren uns Fanny Wagner und Carolin Birk endlich die langersehnte Fortsetzung des spritzigen Romans „Garantiert wechselhaft“. Die beiden sind ihrer Linie treu geblieben und entführen uns wieder in das leider fiktive Dörfchen Wiestal (Man möchte doch sofort den nächsten Urlaub dort verbringen!), das mit vielen schrägen, aber sehr liebenswerten Figuren bevölkert ist. Mittendrin die patente Nina, die sich mittlerweile mit Tochter Marie wunderbar eingefunden hat in ihrer fränkischen Heimat und scheinbar auch endlich die fränkische Grammatik mit all ihren Tücken verinnerlicht hat.

Wir treffen hier wieder die komplette Riege der Wiestaler, die nun um ein paar weitere Figuren ergänzt wird. Allen voran der kleine Julian, Christians Sohn, der nun ein fester Bestandteil von Ninas Familie ist. Der flotte Patrick, der als Ninas neuer Assistent für frischen Wind bei „Zwiebellook“ sorgt. Und der Theater spielende Uwe, der einer der „Schnepfen“ einen zweiten Frühling beschert. Nicht zu vergessen Gustls Zwillinge Bob und Ross! All diese Figuren passen sehr gut in die Geschichte und vervollständigen das bisherige Ensemble.

Wie bereits im 1. Band beginnt jedes Kapitel mit dem aktuellen Tagesdatum und einer Vorhersage der Emotionen.

Kenner des Vorgängerbandes haben sich vielleicht schon langsam an den fränkischen Dialekt gewöhnt, der zugegebenermaßen für Nicht-Franken nicht so leicht über die Lippen gehen und eventuell für kleine Hängerchen beim Lesen sorgen dürfte. Aber gerade der Dialekt sorgt für einige Zusatzlacher und macht auch viel vom Charme des Buches und der Figuren aus. Neu ist er aber in einer Fortsetzung natürlich nicht mehr. Ich bilde mir auch ein, dass in diesem Band gar nicht mehr so viel Fränkisch gesprochen wird wie in „Garantiert wechselhaft“.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass meiner Meinung nach der Plot um Christian und seine Exfrau überflüssig war, da er nicht so viel zur Story beigetragen hat und eher für mich was von Klischee hatte (À la: Ex des Traummanns der Protagonistin steht wieder auf der Matte, und gutmütiger Traummann springt scheinbar total drauf an. Protagonistin leidet still vor sich hin, statt Initiative zu ergreifen oder klärendes Gespräch zu führen.). Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Der Schreibstil ist gewohnt locker, spritzig, amüsant, und man fliegt einfach durch das Buch. Ich finde, man merkt dem Buch richtig an, dass die beiden Autorinnen beim Schreiben einen Heidenspaß hatten. Am Ende ist man enttäuscht, dass man Wiestal nun wieder verlassen muss. Diesmal übrigens wohl endgültig, eine weitere Fortsetzung ist nicht geplant, und des is fei scho arch schad! Aber es mag ein Trost sein, dass Nina und ihre Wiestaler sicherlich glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende sein werden.

„Überwiegend fabelhaft“ ist ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers und ein echtes Wohlfühlbuch. Empfehlenswert für alle, die bei dem ekligen Wetter sonst nichts zu lachen haben, aber auch für alle Anderen, die einfach Lust auf ein humorvolles und herzerwärmendes Buch haben. 

5 von 5 Schreiberpaletten

Freitag, 28. November 2014

Rezension: "Drei ist keiner zu viel" von Miina Supinen

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Oktober 2014
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 9783518465516
299 Seiten
Preis: 14,99 €

Zum Inhalt:
Eigentlich ist Victor Allcock ja tot, doch bevor er endlich ins Jenseits hinübergleiten kann, erzählt er dem Leser noch seine Geschichte.

Der Professor für Klassische Archäologie lebt in Thessaloniki und kennt in seinem Leben nur zwei Lieben: Die Antike und die Frauen. Doch die Jobsituation in Griechenland ist aufgrund der Wirtschaftskrise bescheiden, und so nimmt er widerstrebend das Angebot seiner alten Studienfreundin Voula an, in Helsinki eine für ihn eher uninteressante Grabung zu leiten. Allerdings besteht Vic darauf, seine ehemalige Studentin Stella als Grabungsassistentin einzustellen. Zwar besitzt diese keinerlei Talent für die Archäologie, doch die hübsche Finnin hat andere Qualitäten und es Vic seit ihrer Affäre in Griechenland besonders angetan.

Obwohl Stella mit dem emotionsarmen Computerfreak Antti zusammen ist, lässt sie sich sofort wieder auf Vic ein. Gemeinsam ziehen sie in die von der mysteriösen Voula geleitete Akademie, deren Bewohner, die „Oktoniten“, den finnischen Naturgöttern huldigen. Während Vic damit kämpft, dass seine Gefühle für Stella langsam ernste Formen annehmen, erliegt diese immer mehr Voulas Charme und dem Lebensstil der Sektenmitglieder.

Meine Meinung:
Bei diesem Roman fällt es mir wirklich schwer, eine Rezension zu schreiben, denn er passt für mich in kein bestimmtes Genre. Anhand des Klappentextes erwartete ich einen Liebesroman rund um eine Dreiecksbeziehung zwischen Vic, Stella und einer dritten Person. Nun, die Dreiecksbeziehung gibt es, aber nur am Rande. Was das Buch mir ansonsten sagen möchte, habe ich leider nicht verstanden. Vielleicht habe ich mich einfach nicht genug auf „Drei ist keiner zu viel“ eingelassen.

Es fängt damit an, dass ich in diesem Buch auch nach intensiver Suche keine Figur entdecken konnte, die ich richtig sympathisch fand. Victor Allcock ist eine kaputte Persönlichkeit, eine tragische Figur, bindungsunfähig und – hier ist der Name Programm – schwanzgesteuert. Einzig die Liebe zu seinem Beruf als Archäologe und besonders zur griechischen Antike verdiente bei mir Sympathiepunkte. Er tat mir meist leid, und von allen Protagonisten mochte ich ihn noch am meisten. Sein Ende hat er wirklich nicht verdient.

Stella ist ein junges, naives Ding, das trotz fester Beziehung zu Antti recht unkritisch mit jedem Mann ins Bett springt und – aufgewachsen in einem streng wissenschaftlich denkenden Elternhaus – stets auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen ist. Sie nutzt ihr Aussehen aus, wickelt jeden um den Finger, aber ansonsten fällt mir nichts ein, was sie eigentlich kann. Ihre ursprüngliche Berufung als Archäologin hat ihr Vic – zu Recht – wieder ausgeredet. Allein die Szene, wo sie bei einer Grabung das einzige ungebrochene Fundstück aus Nachlässigkeit zerstört und noch nichtmal Reue dafür empfindet, war für mich einer von mehreren Gründen, sie richtig scheiße zu finden (Ich muss dazu sagen, ich bin selbst Archäologin!).

Voula ist eine dominante Frau mit einer geheimnisumwitterten Aura, die die ominöse Sekte anführt. Und Antti ist ein semi-autistischer Sonderling, dem Stellas Bettgeschichten herzlich egal sind, da er sie sowieso die meiste Zeit emotional von sich stößt. Die weiteren Figuren sind ebenfalls seltsam, keinesfalls sympathisch und mir persönlich auch irgendwie egal.

Nun ist es natürlich nicht so, dass ein Buch nur gut sein kann, wenn man alle Figuren darin lieb gewinnt. Aber in Kombination mit der seltsamen Geschichte fehlte mir doch irgendeine Person, für die ich Sympathien aufbringen kann.

Übrigens bezeichnen sowohl Stella als auch Antti Vic als fetten, alten Sack. Wieso dieser dann so einen Schlag bei Frauen hat, bleibt rätselhaft. Denn auch Stella ist ihm verfallen und geht längst nicht mehr nur aus Karrieregründen mit ihm ins Bett. Ich dachte erst, Vic sei ungefähr 50 Jahre alt, doch es stellte sich heraus, dass er gerade mal Ende 30 war. Soviel also zu „alt“… na ja, man muss bedenken, dass Stella und Antti gerade mal Anfang 20 sind. Ich muss sagen, dass ich alle Protagonisten beim Lesen als älter empfand.

Die Archäologie, die mich so sehr an diesem Buch gereizt hat, geriet leider komplett in den Hintergrund. Die Grabung in Finnland ist keine Grabung, es geht hier vielmehr um ein altes Objekt, das für die Sekte von großer Wichtigkeit ist. Auch der finnischen Mythologie wird keine große Bedeutung eingeräumt. Diesbezüglich war ich von dem Buch doch ziemlich enttäuscht.

Wie bereits erwähnt tritt auch die Dreiecksgeschichte ziemlich in den Hintergrund, die Geschichte wird dominiert von den Geschehnissen rund um Voulas seltsame „Waldmenschen-Sekte“ und von Stellas Suche nach… ja, was eigentlich? Dem Sinn des Lebens, der Antwort auf die Frage, ob es im Leben doch noch etwas Anderes gibt als die nackte Logik und die vernunftsbasierte Wissenschaft? Ich fand beides unspannend und nervig.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Vics (Ich-Erzähler) und Stellas (3. Person Singular) Sicht erzählt, zwischendurch gibt es mal Auszüge aus finnischen Sagen, Zeitungsartikel oder Chat-/SMS-Protokolle. An und für sich fand ich das gut gemacht, da es das Buch aufgelockert hat. Gerade aber die recht düsteren Sagen konnte ich irgendwie nicht in die restliche Geschichte einbauen. Der Schreibstil für sich alleine genommen verdient ein Lob. Das Buch liest sich trotz der (für mich) schweren, zähen Handlung recht flott und angenehm, die Sprache gefällt mir wirklich gut.

Aber es gab für mich keinen wirklichen Höhepunkt, die Geschichte dümpelte stellenweise vor sich hin, entwickelte sich kaum, und das Ende war dann irgendwie ernüchternd. Dass es kein Happy End gibt, zumindest kein typisches, ist nicht zu viel verraten, da Vic ja bereits auf der 1. Seite verrät, dass er tot ist. Immerhin hielt es ein bisschen die Spannung aufrecht zu erfahren, wie Vic eigentlich gestorben ist. Auch diese Auflösung war eher enttäuschend, andererseits immerhin auch realistisch.

Bis zum Schluss habe ich weder einen roten Faden, noch eine Richtung feststellen können. Es ist nicht so, dass mich das Buch gar nicht unterhalten hat, ich habe es halt einfach runtergelesen, hatte stellenweise das Gefühl, ich komme gar nicht so recht vorwärts. Ich fand es auch nicht schlecht, aber halt irgendwie… seltsam. Als ich fertig war, war ich erleichtert. Es hat mich null berührt, und auch Wochen später kann ich nicht sagen, ob ich „Drei ist keiner zu viel“ nun mag oder nicht.

Ich denke, die Autorin hat es zumindest geschafft, ein Buch zu schreiben, das sich in kein bestimmtes Genre drängen lässt. Dafür verdient sie ein Lob, ebenfalls für den Schreibstil. Ich denke, ich war einfach die falsche Leserin für dieses Buch. Z. B. habe ich von vielen Lesern gehört, dass sie das Buch lustig fanden – ich hingegen fand es durch und durch tragisch und ernsthaft. Es war wohl einfach nicht mein Fall. Wer sich aber darauf einlässt und nicht die (falschen) Erwartungen hat, die ich hatte, der kann diesem außergewöhnlichen Roman sicherlich viel mehr abgewinnen.

2,5 von 5 Schreiberpaletten

Mittwoch, 26. November 2014

Rezension: "Gesucht: Traummann mit Ente" von Alice Golding

Daten zum Buch:
erschienen am: 6. September 2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 9781500825645
246 Seiten
Preis: 9,90 € 

Zum Inhalt:
Die 33jährige Valerie Müller arbeitet als Rezeptionistin in einem Frankfurter Hotel, träumt aber von einer Karriere als Autorin. Dumm nur, dass sie selbst keine Bücher liest und so gar keinen Dunst davon hat, wie man schreibt und was einen spannenden Plot (für Valerie ein Fremdwort) ausmacht. Doch das hindert sie nicht daran, sich mit Feuereifer auf ihren Liebesroman rund um die perfekte Desiree zu stürzen und sich selbst zu jedem noch so absurden Einfall zu gratulieren. Die zu Hilfe gerufene Autorengruppe, die ihre ersten Schreibversuche in der Luft zerreißt, hat doch keine Ahnung, wovon sie spricht!


Dann trifft Valerie den attraktiven Erik und behauptet spontan, sie sei eine erfolgreiche Bestsellerautorin. Dass Erik prompt einen Verleger kennt, der gerne ihr Skript haben möchte, konnte sie ja wirklich nicht ahnen! Und so wird aus Valeries kleiner Notlüge ein Selbstläufer...  

Meine Meinung:
Der Roman wird aus Valeries Sicht erzählt, und ihre Gedankengänge sind schon sehr erheiternd. Sie ist eine nette, sympathische Frau, die ich auf Anhieb mochte. Ich persönlich fand es erfrischend, dass sie nicht die typischen Klischees erfüllte, die man in einem Frauenroman serviert bekommt. Valerie hat keine Probleme mit ihrem Aussehen bzw. ihrem Gewicht. Ok, dieser Aspekt gefällt mir eigentlich immer ganz gut, da ich die gleichen Probleme habe, aber es ist schon gut so, dass die Autorin hier eine Frau zeigt, die optisch mit sich im Reinen ist. Dann arbeitet Valerie nicht in einem Verlag, in einer PR-Agentur, im Marketing oder wo die Akademiker-Protagonistinnen der Chick Lit-Romane sonst alle immer arbeiten. Nein, Valerie hat noch nichtmal studiert und arbeitet als Rezeptionistin in einem Hotel! Wie herrlich normal! Zudem schöppelt sie nicht von früh bis spät Prosecco und Wein, sondern greift beherzt zu Apfelschorle, Tee und Leitungswasser. Danke, Alice Golding - ich dachte schon, die ganze Chick Lit-Welt besteht nur noch aus Geisteswissenschaftlerinnen, die ohne einen gewissen Alkoholpegel gar nicht erst den Tag beginnen können!

Doch es gab auch Szenen, da hätte ich sie einfach schütteln und ohrfeigen können! Sie macht einerseits oft einen recht vernünftigen Eindruck, dann wiederum verhält sie sich völlig unlogisch, egoistisch und richtiggehend dumm. Vor allem in punkto Schreiberei stellt sie sich so naiv, kritikresistent und teilweise dreist an, dass ich ihr permanent Kopfnüsse geben wollte.

Erik hingegen ist natürlich der absolute Traummann – beruflich erfolgreich, wohlhabend, charmant und extrem gutaussehend. Ich hätte ihm ein paar mehr Ecken und Kanten gegönnt.
Wir haben hier viele Aspekte, die ein unterhaltsames, lockeres Buch für mich ausmachen. Ein sympathisches Pärchen, das lange umeinander schwänzelt, obwohl es sich eigentlich von Anfang an ganz dufte findet. Die solide, beste Freundin, die die Protagonistin erdet, wenn sei zu sehr abhebt. Der schrille schwule Freund, der zwar laut nach Klischee ruft, aber doch irgendwie dazugehört. Die dominante Mutter, die das Kind unterbuttert und zur Weißglut treibt. Und die überirdisch schöne Rivalin, die permanent am Traummann mit Ente zu kleben scheint. Und nebenbei lernt der Leser noch, wie man einen Beststeller (nicht) schreibt. Dazu noch eine Handvoll Missverständnisse und Notlügen.

Dass uns hier ein ordentliches Happy End erwartet, nach dem man als Leserin eines solchen Buches lechzt, ist – denke ich – nicht zu viel verraten. Ein bisschen übertrieben war mir die Auflösung um den Roman, an dem Valerie extrem stümperhaft schrieb. Das Buch ist an sich abgeschlossen, aber es bleiben ein, zwei Dinge offen, die zwar nicht maßgeblich sind für die Handlung, die ich jedoch schon gerne erfahren hätte. Im Nachwort dann der Hinweis der Autorin, dass sich die Auflösung dieser „Mini-Cliffhanger“ in einer Fortsetzung finden wird. Wer also Valerie & Co. lieb gewonnen hat und jetzt schon vermisst, der darf sich auf ein Wiedersehen, äh, Wiederlesen freuen!

Mein Fazit: „Gesucht: Traummann mit Ente“ ist ein solider Frauenroman mit einem hohen Spaß- und Unterhaltungsfaktor. Natürlich, Alice Golding erfindet das Rad nicht neu, und das schreibt sie sich ja auch nicht auf die Fahnen. Die Geschichte bleibt größtenteils oberflächlich, und die meisten Dinge sind einfach vorhersehbar. (Wie nunmal in den meisten Liebesromanen.) Aber als ich zu diesem Buch griff, erwartete ich locker-luftige, leichte, humorvolle Unterhaltung, die ich auch bekommen habe. 

4 von 5 Schreiberpaletten

Montag, 24. November 2014

Rezension: "Christiane F. - Mein zweites Leben" von Christiane V. Felscherinow & Sonja Vukovic

Daten zum Buch:
erschienen am:
Verlag: Deutscher Levante Verlag
ISBN: 9783943737127
336 Seiten
Preis: 17,90 €

Zum Inhalt:
Wer kennt sie nicht, die „Kinder vom Bahnhof Zoo“, die in den 1980ern durch das gleichnamige Buch zu trauriger Berühmtheit gelangten? In vielen Schulen stand die Geschichte der jugendlichen Drogensüchtigen rund um die Berlinerin Christiane F. als Pflichtlektüre auf dem Lehrplan. Doch was ist aus dem frechen, gewieften und doch auch so kaputten Mädchen von damals geworden?

In „Christiane F. - Mein zweites Leben“ erzählt Christiane Felscherinow, wie es ihr seit damals ergangen ist. Dank der Tantiemen aus dem Buch- und Filmprojekt kommt sie bis heute noch finanziell gut über die Runden, ohne arbeiten zu müssen. Ein ereignisreiches, bewegendes Leben liegt hinter ihr, ihr Körper ist gezeichnet von ihrer Sucht, ganz losgekommen ist sie davon nie. Und doch begegnen wir einer starken Frau, die sich stets ins Leben zurückgekämpft hat. 

Meine Meinung:
Zuerst einmal vorweg ein Geständnis: Natürlich ist mir die Geschichte um die drogenabhängigen Jugendlichen vage bekannt, aber ich habe „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ leider bislang weder gelesen noch den Film gesehen. Dies werde ich auf jeden Fall noch nachholen, denn die Lektüre von „Christiane F. - Mein zweites Leben“ hat mich sehr neugierig auf den Vorgänger gemacht!

Wer aber so wie ich zweifelt, ob er dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, der sei beruhigt: Ja, das kann man problemlos! Zumal hier sowieso nochmal auf Christianes Jugend Bezug genommen wird und man viel über die Zeit vor, während und kurz nach der Entstehung des 1. Buches bzw. Films erfährt.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erschien 1982, und mittlerweile ist Christiane Felscherinow 52 Jahre alt. Ihr Körper ist vom ständigen Raubbau gezeichnet, sie leidet u. a. an Hepatitis C und einer damit einhergehenden Leberfibrose. Wie sie selbst schreibt, ist es eigentlich ein Wunder, dass sie noch lebt. Tatsächlich ist ihr Zustand besorgniserregend, und es ist ernüchternd zu erfahren, dass sie nie dauerhaft von den Drogen losgekommen ist.

Christiane erzählt nun in diesem Buch also, wie es ihr ergangen ist, seit sie durch die Kinder vom Bahnhof Zoo berühmt wurde. Sie hatte viele Höhen und Tiefen und hat wahnsinnig viel erlebt, führte ein unstetes Leben in verschiedenen Städten und Ländern. Faszinierend, welche Persönlichkeiten sie als junge Frau zuhauf getroffen hat. Berühmte Musiker wie die Toten Hosen, David Bowie oder Iggy Pop, aber auch Literaten wie Patrick Süskind, Patricia Highsmith und gar Friedrich Dürrenmatt. Ein bisschen Angeberei ist hier schon im Spiel, auch wenn die Autorin es so erzählt, als sei es das Normalste der Welt gewesen.

Christianes Felscherinows Erzählungen sind so kunterbunt, kreuz und quer wie ihre Gedankengänge. Teilweise fiel es mir schwer nachzuvollziehen, in welchem Jahr wir uns befinden, in welcher Stadt die Autorin gerade lebt, wer ihr aktueller Partner ist, ob sie gerade Drogen nimmt oder clean bzw. in einem Substitutionsprogramm ist. Stellenweise fand ich diese Sprunghaftigkeit anstrengend, aber sie spiegelt nunmal ihre echten Gedankengänge wider – wer sich nach einem langen, sehr aufregenden und ereignisreichen Leben zurückerinnert, der kommt von Pontius zu Pilatus. Und ich bin eigentlich froh, dass die Co-Autorin Sonja Vukovic Christiane F.s Erzählstil trotz dieser Mängel authentisch wirken lassen und ihn nicht merklich verändern wollte.

Manchmal konnte ich die Autorin nicht verstehen. Natürlich ist das generell schwierig, da ich selbst mit Drogensucht noch nie in Berührung kam – wie soll ich also das Leben einer schwer Drogenabhängigen, die noch dazu berühmt ist, nachvollziehen können? Doch manchmal hatte ich das Gefühl, sie redete sich vieles selbst schön. Christiane Felscherinow ist zweifellos eine sehr starke Persönlichkeit! Nie versinkt sie im Selbstmitleid oder verfällt ins Jammern, ist durchaus auch selbstkritisch und erzählt eigentlich Hochemotionales eher sachlich-nüchtern. Aber dass sie z. B. ihre Zeit im Frauengefängnis trotz all der schlimmen Dinge als richtig gute Zeit betrachtet, finde ich befremdlich. Auch, dass sie aus purer Sturheit lieber 10 Monate ins Gefängnis geht, als an einem Suchtprogramm teilzunehmen. Teilweise verklärt sie ihren Drogenkonsum geradezu, schreibt z. B., dass es nichts Geileres gibt, als nach der Einnahme von Drogen über der Kloschüssel zu hängen und sich die Seele aus dem Leib zu reihern.

Auch später als Mutter eines Sohnes klingt mir zu sehr die Supermutti durch. Scheinbar macht sie im Gegensatz zu anderen Müttern alles richtig in der Erziehung – und es ist schön, dass ihr Sohn so prächtig gelungen ist und sie ihn über alles liebt. Aber dann verliert sie ihn doch an das Jugendamt, u. a. weil sie mit einem zwielichtigen Drogenbaron-Sohn nach Amsterdam ziehen möchte, ihr Kind aus dem Jugendamt entführt und dann, nachdem man ihn ihr wieder weggenommen hat, sich sofort mit Drogen komplett abschießt und sofort aufgibt, anstatt zumindest zu versuchen, um das Kind, das ihr Leben erst lebenswert macht, zu kämpfen.

Natürlich, es ist einfach schwierig, solch ein Verhalten nachzuvollziehen, und es liegt mir wirklich fern, sie zu kritisieren. Es ist halt nur befremdlich für mich als Leserin. Dabei gibt die Autorin ja selbst zu, dass sie es aufgrund der Tantiemen aus ihrem Buch besser hatte als andere Junkies, denn sie hatte immer genug Geld, um eigentlich ein normales Leben führen zu können. Sie nahm an mehreren Entzugs- bzw. Substitutionsprogrammen teil, und doch griff sie oft teils sehr unüberlegt sofort wieder zu Drogen, wenn sich ihr die Gelegenheit bot. Es ist einfach so schade, dass Christiane Felscherinow ihre Chancen nie richtig wahrgenommen hat.

Mit diesem Buch will sie auch mit dem schlechten Image aufräumen, das ihr dank schlechter Publicity anhaftet. Sie rechnet mit den Journalisten ab, die sich an ihrem Elend laben, Geschichten erfinden und ihr überall auflauern. Dennoch denke ich, dass sie mit diesem sehr intimen Buch eher nochmal unfreiwillig(?) ins große Rampenlicht tritt und den Journalisten noch mehr Futter zuwirft.

Neben den Erzählungen der Autorin finden sich zwischendurch ausführliche Kapitel über die Thematik der Drogensucht und -kriminalität. Diese Einschübe von Sonja Vukovic, der wir diese Biographie durch zahlreiche Interviews und Treffen mit Christiane Felscherinow zu verdanken haben, sind sehr aufschlussreich und informativ, wenngleich sie mir manchmal etwas lang vorkamen. Stellenweise wiederholten sich auch manche Dinge. Meine Ungeduld lag aber auch u.a. daran, dass ich unbedingt Christiane F.s Erzählungen weiterlesen wollte!

Trotz meiner Kritikpunkte erhält „Christiane F. - Mein zweites Leben“ die volle Punktezahl von mir, denn ich möchte mir hier nicht anmaßen, diese Autobiographie, das Leben eines Menschen in Sternen o. Ä. bewerten zu wollen. Sowieso spreche ich für dieses faszinierende Lebensporträt eine unbedingte Leseempfehlung aus!

5 von 5 Schreiberpaletten

Sonntag, 23. November 2014

Die besten Ideen kommen im Bett

Geht's euch eigentlich auch so? Ich brauche immer ziemlich lange, bis ich eine Rezension geschrieben habe. Ich versäume es meist, mir Notizen während des Lesens zu machen, außer natürlich, ich kommentiere die Leseabschnitte sowieso in einer Leserunde. Aber selbst dann brauche ich nochmal locker eine Stunde oder so, bis ich eine zufriedenstellende Rezi beisammen habe.

Manchmal hocke ich an einer Rezi und habe ein Brett vor dem Kopf. Dann weiß ich partout nicht, was ich schreiben soll und bin total unzufrieden mit allem.

Und oft passiert es mir, dass ich im Bett liege und plötzlich in Gedanken eine eloquente, tolle Rezension verfasse. Natürlich habe ich nichts zu schreiben neben dem Bett (Vielleicht sollte ich das ändern?), und bis ich mich dann irgendwann dazu aufraffen kann, das Bett nochmal zu verlassen, sind die Gedanken schon wieder größtenteils weg.

Neulich hab ich mir mal mein Handy geschnappt und meine Audio-Aufnahmefunktion zum 1. Mal benutzt. Aber wenn mein Freund nebendran liegt, finde ich das ja irgendwie peinlich. ;-)

Argh!!! Wieso kommen denn die besten Ideen immer genau dann, wenn's gerade nicht so passt? Im Bett kurz vor dem Einschlafen, unter der Dusche, auf dem Klo bei einer längeren Sitzung,...

Ich mach mich mal an die nächste Rezi... *seufz*

Samstag, 22. November 2014

Rezension: "Sie konnten mich nicht töten. Als Afghanin im Einsatz für die Bundeswehr" von Soraya Alekozei

Daten zum Buch:
erschienen am: 30. September 2014
Verlag: Econ
ISBN: 978-3430201742
272 Seiten
Preis: 18,00 €

Zum Inhalt:
Soraya Alekozei liebt ihre Heimat Afghanistan. Wohlbehütet aufgewachsen in einer liebevollen Familie, die gebildet und tolerant ist, entwickelt sie sich zu einer selbstbewussten Frau mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aus Liebe zu ihrem Mann Walid, der in Deutschland studiert, verlässt sie ihre Heimat. Die Sehnsucht nach Afghanistan und ihrer Familie lastet schwer auf ihr, doch als die Russen einmarschieren und Familienmitglieder verfolgt, inhaftiert und gefoltert werden, entscheidet sich die mittlerweile zweifache Mutter endgültig für ein Leben in Deutschland.

Nach und nach lernt sie, dieses Land zu lieben und als ihre neue Heimat zu betrachten. Doch wirft sie sich selbst immer vor, ihre Landsleute im Stich gelassen zu haben. Und so beschließt sie, als Sprachmittlerin für die Bundeswehr zu arbeiten. Als Soldatin im Flecktarn nimmt sie sich an mehreren Afghanistan-Einsätzen teil, wird als „Stimme der Freiheit“ Mittlerin zwischen Deutschen und Afghanen. Die Unterstützung sozialer Projekte wird ihr eine Herzensangelegenheit.

Doch die Taliban werden immer aggressiver, die deutschen Soldaten werden zu Zielscheiben. Soraya verliert zahlreiche Kameraden. Und doch beschließt sie trotz der Gefahr und der Bedenken ihrer Familie, auch 2011 wieder nach Afghanistan zu fliegen. Doch in diesem Jahr wird sie selbst Opfer eines feigen Anschlages...

Meine Meinung:
In „Sie konnten mich nicht töten“ beschreibt die Autorin nicht nur ihre Einsätze in Afghanistan bis hin zum verhängnisvollen Attentat im Mai 2011, bei dem mehrere Menschen getötet und Soraya Alekozei selbst schwer verletzt wurde. Sie erzählt auch viel aus ihrer Kindheit und Jugend in Afghanistan, als das Land noch in Frieden lebte. Dank Soraya Alekozei begegnet dem Leser ein Afghanistan, das den meisten von uns völlig neu sein wird. Afghanistan kennen viele nur noch als Kriegsschauplatz und Ort der Zerstörung. Doch dies war nicht immer so, und die Autorin zeichnet ein lebhaftes Bild von einem wunderschönen Land voller gastfreundlicher, fröhlicher Menschen.

Umso schlimmer wirkt die Veränderung Afghanistans seit Einzug der roten Armee und anschließend der Schreckensherrschaft der Taliban auf den Leser. Zwar lebt die Autorin dann schon in Deutschland, konstruiert aber die Veränderungen auf Grund von Erzählungen von Verwandten und Freunden sowie aus Erlebnissen bei kurzen Besuchen in ihrer Heimat. Wer sich noch nicht so intensiv mit Afghanistan und den politischen Entwicklungen in diesem Land auseinander gesetzt hat, lernt in diesem Buch viel Neues.

Soraya Alekozei ist eine warmherzige, emotionale, sehr starke Frau. Auch nach dem Anschlag kämpft sie sich ins Leben zurück. Die Autorin bringt ihre Liebe zu ihrer Heimat Afghanistan, aber auch zu ihrer Wahlheimat Deutschland stets deutlich zum Ausdruck. Sie zeigt auf, dass die Afghanen eigentlich ein sehr gastfreundliches, offenes Volk sind, sich dies jedoch mit dem Einzug der Russen und später der Schreckensherrschaft der Taliban geändert hat. Auch sie muss von ihrem geliebten Afghanistan, wie sie es kannte, langsam Abschied nehmen. Und der Leser begleitet sie hierbei.

Diese Biographie ist vieles auf einmal: Bedrückend, informativ, emotional, traurig und zugleich hoffnungsvoll. Trotz ihres Traumas, ihrer schweren Verletzungen, die sie ein Leben lang zeichnen werden, ist Soraya Alekozei zu keiner Zeit verbittert. Für ihren unermüdlichen Einsatz kann man diese Frau nur bewundern.

Die Sprache ist eloquent und dennoch leicht verständlich, das Buch liest sich sehr flüssig und schnell. Ich habe es ungern weggelegt, da mich Soraya Alekozeis Erzählungen sehr gefesselt haben.

Im Innenteil finden sich zahlreiche Farbabbildungen, die das Buch zusätzlich aufwerten. Ich persönlich finde Fotos in einer Biographie wichtig, da sie dem Autor, erwähnten Personen und Orten ein Gesicht geben.

„Sie konnten mich nicht töten“ ist ein aufrüttelnder Bericht einer starken Frau, die sowohl Afghanistan als auch Deutschland als ihre Heimat betrachtet, dem Leser dieses uns nur als Kriegsschauplatz bekannte Land näher bringen, eine Brücke zwischen den Nationen schlagen will. Nicht nur für Leser, die sich für Afghanistan interessieren oder Biographien starker Persönlichkeiten mögen, eine absolute Leseempfehlung!

5 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 18. November 2014

Rezension: "Einmal sterben und zurück. Wie man seinen eigenen Tod überlebt und das Herz neue Adern wachsen lässt" von Peter Riese

Daten zum Buch:
erschienen im: September 2014
Verlag: Goldegg
ISBN: 9783902991065
248 Seiten
Preis: 19,95 €

Zum Inhalt:
Der 56jährige Peter Riese ist gerade dabei, ein neues Geschäft aufzubauen und erwartet die Geburt seines zweiten Kindes, als er mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird. Noch vor der notwendigen OP hat er einen Herzstillstand und ist 20 Minuten lang klinisch tot, bevor ihn die Ärzte wieder zurück ins Leben holen können. Es folgt eine Odyssee durch Krankenhäuser und Arztpraxen, mehrere Versuche, einen Bypass zu legen, scheitern.

Doch ein kleines medizinisches Wunder rettet ihn: Um die in einer Länge von 5 cm vollständig verstopfte Hauptarterie entstanden auf ganz natürliche Weise im Laufe der Jahre kleinere Arterien, die eine Art natürliche Bypässe bilden – eine sogenannte Arteriogenese. Fortan setzt sich Peter Riese zum Ziel, mit einem speziellen Lauftraining eine biophysikalische Reaktionskette auszulösen und weitere Arterien in seinem Herzen aufzubauen. 

Meine Meinung: 
Mit dem Schreibstil kam ich gut zurecht, er ist auf der einen Seite eloquent, aber auch nicht so hochgestochen, dass man es nicht flüssig lesen könnte. Genau das gesunde Mittelmaß. Ich fand den Autor sehr sympathisch. Er versinkt nicht im Selbstmitleid, sondern betrachtet sich, sein Verhalten und die Geschehnisse um sich herum nüchtern, kritisch und stellenweise mit viel Humor und Selbstironie. Ich mochte es sehr, dass diese doch eigentlich recht schwere und ernste Thematik in einer gewissen Leichtigkeit hier verarbeitet wurde. V. a. die Situationen im Krankenhaus fand ich amüsant. So durfte man auch einfach mal lachen und musste sich nicht beklemmt und traurig durch die Geschichte schleppen.

Dennoch gab es auch einige Kapitel, die für mich nicht so einfach zu lesen waren. Einerseits waren das die hin und wieder eingestreuten medizinischen Exkurse, die der Autor für wichtig befindet und die teilweise wohl auch einfach dazu gehören. Ich kenne mich aber mit Medizin gar nicht aus und hatte auch keine Lust, mich da groß reinzudenken oder gar Begriffe nachzulesen. Peter Riese versucht, die medizinischen Aspekte so einfach wie möglich zu erklären, so dass auch Laien alles verstehen, was aber gemäß der komplexen Natur der Sache nicht immer möglich ist. Wer sich aber so wie ich schwer tut damit, kann diese Stellen meiner Meinung nach getrost querlesen und so für sich stehen lassen. Für das Verständnis des Buches sind die medizinischen Zusammenhänge nicht unbedingt wichtig, wenn man sich nicht intensiv mit der Arteriogenese beschäftigen möchte.

Auch die Erlebnisse des Autors während seines 20minütigen Todes blieben für mich weitestgehend abstrakt. Die vielen Überlegungen, die unterschiedlichen Ansatzpunkte (wissenschaftlich, philosophisch, Halluzination etc.?) fand ich interessant, aber ich verstand nicht wirklich viel von dem, was er da schildert, was er gefühlt und erlebt und erkannt hat. Und das ist auch ok, denn ich glaube, so ein Zustand ist furchtbar schwer in Worte zu fassen, geschweige denn so in Worte zu fassen, dass es für Außenstehende greifbar wird. Ich hatte noch nichtmal ansatzweise ein Erlebnis, das diesem gleichkommen könnte, und deshalb liegt es jenseits meiner Vorstellungskraft. Auch hier habe ich die Dinge für sich so stehen lassen, ohne sie mit aller Macht verstehen zu wollen. In erster Linie ging es mir bei der Lektüre des Buches darum zu lesen, was dieser Mensch erlebt und wie er es verarbeitet hat. Und diese Erwartung wurde auch erfüllt.

Für Freunde der Esoterik spreche ich keine Kaufempfehlung aus, denn dies ist kein Sachbuch, das auf esoterische, religiöse oder was-auch-immer Weise eine Nahtoderfahrung seziert. Hier stehen der Autor und seine Erlebnisse im Vordergrund, das vorübergehende Tot-Sein spielt natürlich eine essentielle Rolle und wird öfter aufgegriffen, wirkt aber eher wie ein Kern, um den sich die Geschichten spinnen – das Leben vor, während und nach dem Herzinfarkt. „Einmal sterben und zurück“ ist eher eine Autobiographie mit vielen Hintergrundinformationen über Herzinfarkte und die Arteriogenese, wobei hier immer die persönlichen Erlebnisse des Autors dominieren.

Übrigens kann man auch noch nach Lektüre des Buches weiterhin dem Autor auf seinem Blog www.peter-riese.com bei seinem ehrgeizigen Projekt, den Wien-Marathon 2016 mitzulaufen und noch mehr Arterien wachsen zu lassen, folgen. 

4 von 5 Schreiberpaletten

Sonntag, 16. November 2014

Rezension: "Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!" - Die wahre Macht der Datensammler

Daten zum Buch:
erschienen am: 21. August 2014
Verlag: Droemer
ISBN: 9783426276464
272 Seiten
Preis: 19,99 €

Zum Inhalt:
„Stellen Sie sich vor, Sie unternehmen einen Stadtbummel. Doch Sie sind nicht allein, ein Unbekannter ist Ihnen dicht auf den Fersen. Bei jedem Schritt spüren Sie seinen Atem in Ihrem Nacken. Das ist eine unheimliche Vorstellung? Dieses Bild sollten Sie beim Surfen im Netz stets im Kopf haben.“

In seinem Buch „Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!“ klärt uns Markus Morgenroth darüber auf, wie sehr das Internet mittlerweile unser Leben dominiert, uns ausspioniert, ohne dass wir es wissen und wollen, und welche perfiden Mittel heutzutage Datensammlern zur Verfügung stehen. Seine Ausführungen belegt er nicht nur mit Fakten und Zahlen, sondern er schöpft aus seinem reichen Erfahrungsschatz, denn er hat selbst jahrelang als Software-Ingenieur für eines der international führenden Unternehmen im Bereich der verhaltensbasierten Datenanalyse gearbeitet. Mittlerweile berät der Autor Unternehmen zu Fragen rund um das Thema Datenschutz. 

Meine Meinung:
So locker-flockig und flott wie einen Roman liest man das Buch nicht durch, zumindest ich nicht, aber das hatte ich bei einem Sachbuch wie diesem auch erwartet. Ich habe es auch deshalb immer wieder weggelegt und zwischendurch amüsantere Geschichten gelesen, denn die Informationen, die auf mich einprasselten, waren mir manchmal zu viel, und ich musste sie erst einmal sacken lassen.

Der Schreibstil ist angenehm und auch für Leser, die sich mit der Materie nicht oder nur wenig auskennen, gut verständlich. Dennoch gab es viele Zahlen und Fakten, die mein IT-resistentes Hirn nicht immer verstehen oder verarbeiten konnte. Es prasseln stellenweise nicht nur viele Zahlen auf den Leser ein, man erfährt auch so ungeheuerliche Dinge, dass man sich manchmal fragt, ob das ein schlechter Scherz sein soll oder ob man bereits in einem schlechten Science Fiction-Film lebt, ohne es mitzukriegen.

Da die meisten von uns ja eine grobe Ahnung haben, was Hacker, Internetkriminelle etc. mittlerweile alles anstellen können, hatte ich mich schon auf viele Schocker eingestellt. Aber was man hier auf knapp 270 Seiten erfährt, ist beängstigend.

Die Methoden, um an Adressen und Daten heranzukommen und damit ein Verhaltensmuster zu erstellen, fand ich schockierend - was da für hochtechnische Methoden benutzt werden, die die Firmen ein Heidengeld kosten, nur um Adressen und Konsumentenverhalten auszuspionieren, ist schon der Wahnsinn! Ich frage mich auch, ob sich diese horrenden Kosten und der ganze Aufwand wirklich lohnen, um dann doch teilweise sehr ungenaue Profile zu erhalten. Aber scheinbar tun sie das, sonst würden nicht so viele Unternehmen diese Methoden nutzen.

Wer jetzt denkt: „Macht nichts, ich meide das Internet, ich nutze keine Kundenkarten, ich halte mich aus dem ganzen Zeug sowieso heraus!“, der wird enttäuscht werden. Big Brother ist auch im „Offline-Alltag“ überall. Vielleicht besitzen Sie ja einen Fernseher, in dem eine Kamera eingebaut ist, die heimlich Informationen über Sie sammelt? Oder ein hochmoderner Mülleimer sammelt über Ihr Smartphone Daten über Sie, während Sie an ihm nichtsahnend vorbeigehen? Ein Idiot hackt sich in Ihr Babyphone ein und schreit Ihr Kind nachts an? Das ist alles längst keine Zukunftsmusik mehr!

Zudem haben Sie dann auch schlechte Karten bei der Jobsuche, denn wer gar keine Spuren im Internet hinterlässt, der kann ja nicht ganz koscher sein. Viele Arbeitgeber vertrauen nicht mehr auf den gesunden Menschenverstand, sondern auf teilweise falsch zusammengestückelte Profile, die von Analyseunternehmen für viel Geld verkauft werden. Das Fazit? Wie man's macht, macht man's falsch, und sobald man atmet, wird man ausgewertet.

Manche Zahlen lassen einem die Ohren schlackern. Z. B. dass in 2013 in 10 Minuten das gleiche Datenvolumen verbraucht wurde wie bis 2006 insgesamt. Stellenweise wird man mit sehr vielen Zahlen und Statistiken konfrontiert. Ich gebe zu, ich habe manche Fakten einfach nicht verstanden bzw. meine Vorstellungskraft ließ mich hier einfach im Stich. Deshalb fand ich es zeitweise auch anstrengend, das Buch zu lesen. Manche Dinge wiederholten sich meines Erachtens auch öfter mal.

Im letzten Kapitel erhält man Tipps, wie man sich wenigstens etwas vor den ganzen Internetspionen schützen kann, wenngleich ein solcher Schutz leider nie vollständig gewährt ist, da die Methoden immer ausgereifter und perfider werden. Einige der Tipps waren mir bereits bekannt (z. B. dass man jährlich kostenlos eine Auskunft über seine Schufa-Einträge einholen kann.), andere wiederum waren auch für mich neu. Abgerundet wird das Ganze mit einem ausführlichen Quellenverzeichnis zur Erläuterung der zahlreichen Fußnoten sowie einer Liste von nützlichen Links, die auf der Verlagsseite auch zukünftig aktuell gehalten werden soll.

„Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich!“ ist ein schockierendes und wachrüttelndes Buch, das jeder mal gelesen haben sollte, der sich auch nur annähernd dafür interessiert, was mit seinen Daten geschieht und wie stark die Technik mittlerweile unser Leben steuert. Denn: „Es gibt in Deutschland nur zwei Arten von Menschen, die, deren Leben das Internet verändert hat, und die, die nicht wissen, dass das Internet ihr Leben verändert hat.“ 

4 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 11. November 2014

Auslosung: "Tickst du richtig?"

Hoppala, da hätte ich glatt die Auslosung verbummelt vor lauter Arbeit! Ich habe nämlich nach 2 Monaten Verwaltungsschule endlich mal angefangen zu arbeiten. Und meine 1. Dienststelle ist echt der Kracher, denn ich darf in die Buchhaltung in unserem großen Stadttheater reinschnuppern! Theater - geil, oder?! :-) Damit hab ich echt den Jackpot geknackt! Schon cool, wenn man da so an seinem Schreibtisch sitzt und Leute durch den Gang laufen, die laut vor sich hinsingen. (Ich liiiiebe Gesang!)

Ok, abgeschweift... Ich wollte hier ja die Gewinnerin bekanntgegeben. Es haben ja 6 Leute mitgemacht, da hat das mit dem Auslosen auch nicht so lange gedauert. ;-) Am liebsten hätte ich euch natürlich allen ein Buch gegeben, aber leider habe ich nur eines übrig.

Gewonnen hat...


Liebe Aletheia, ich hoffe, dass das Buch dir mehr bringt als der VHS-Kurs! Ich bin übrigens auch jemand, der ständig zu früh da ist und sich dann ärgert, dass er sich die Beine in den Bauch steht.

Sonntag, 9. November 2014

Neuzugänge - Das Finale (vorerst)

Ich erwarte zwar schon wieder haufenweise neue Bücher, weil es mich bei Tauschticket in letzter  Zeit zu sehr in den Fingern gejuckt hat und ich auch wieder bei ein paar Leserunden Glück hatte, aber mit diesem Posting lasse ich es vorerst für die nächsten 1-2 Wochen gut sein. Ich will ja auch niemanden überfordern. ;-)

Hier sind also meine tollen

Rezensionsexemplare


- Saroo Brierley, "Mein langer Weg nach Hause": Man muss sich das mal vorstellen: Da schläft ein kleiner indischer Junge in einem Zugabteil ein, und als er aufwacht, befindet er sich in einer fremden Stadt weit weg von zu Hause, und keiner weiß, zu wem er gehört, so dass er in einem Waisenhaus landet und später von einem australischen Ehepaar adoptiert wird! Die Geschichte dieses Kindes, das später als erwachsener Mann seine leibliche Familie sucht und dieses Buch geschrieben hat, fasziniert mich sehr. Das Rezensionsexemplar habe ich auf vorablesen.de gewonnen.

- Miina Supinen, "Drei ist einer zuviel": Eine ménage á trois um einen Archäologen und zwei Kolleginnen. Beim Wort "Archäologie" hab ich natürlich gleich die Ohren gespitzt und musste mich unbedingt auf die Leserunde bei LovelyBooks bewerben. Meine aktuelle Lektüre, und ich kann gerade noch gar nicht sagen, wie ich das Buch finde, es ist schon etwas außergewöhnlich.

- Hilde Kerer, "Ich war ein Blitzmädel. Frauenkameradschaft in der Wehrmacht": Kennt ihr eigentlich den Raetia-Verlag aus Südtirol? Nein? Dann schaut euch den mal genauer an, die haben nämlich ein tolles Sortiment von Sachbüchern und Biographien! Eine Freundin hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Verlag Rezensenten sucht, also habe ich ihn angeschrieben und mitgeteilt, was mich aus dem Programm interessieren würde. Der Kontakt war supernett, und schon wenige Tage später bekam ich mein Wunschbuch! :-)

- Christine Vogeley, "Die Liebe zu so ziemlich allem": Jetzt mal abgesehen von dem tollen Cover - das Buch spielt in einem Kuriositätenmuseum. Museum?! Und wieder die Ohren gespitzt! Die Leserunde auf LB findet in Begleitung der Autorin statt, und ich freue mich schon sehr auf dieses Buch!

- Alice Golding, "Traummann mit Ente": Mal so ein richtig schöner Chick Lit-Roman zwischendurch, darauf hatte ich total Lust, als ich mich auf dieses Buch beworben habe. Die Autorin hat es mit einer persönlichen Widmung versehen und noch Gummibärchen beigelegt - total süß! :-)

- Petra Hülsmann, "Hummeln im Herzen": In dieses Buch hatte ich mich ja schon auf den 1. Blick verknallt. :-) Dass ich nun bei einer Leserunde auf LB mit der Autorin Glück hatte, freut mich besonders!

- Peter Riese, "Einmal sterben und zurück": Eine Autobiographie über einen Mann, der einen Herzinfarkt überlebte, dabei aber 20 Minuten klinisch tot war. Gelesen bei einer begleiteten Leserunde auf LB, bei der viel diskutiert wurde und sich der Autor sehr viel eingebracht hat. Habe ich heute beendet und werde hoffentlich bald die Rezension dazu hinkriegen, finde es nur nicht so einfach bei diesem Thema.

- Walter Erdelitsch (Hrg.), "Die Stadt, in der ich lebe. ORF-Korrespondenten erzählen": Ein schönes, reich bebildertes Buch über verschiedene Städte auf der ganzen Welt, die uns von ORF-Korrespondenten näher gebracht werden. Ebenfalls für eine Leserunde bei LB gewonnen.

- René Freund, "Mein Vater, der Deserteur": Der Autor hat hier u. a. die Geschichte seines Vaters aus dem 2. Weltkrieg zusammengeschrieben, und sowohl Klappentext als auch Video haben mich so begeistert, dass ich mich gerne auf die Leserunde auf LB beworben und genialerweise gewonnen habe. 


Das war es jetzt aber mal vorerst. Ist ganz schön was zusammengekommen, ne? Vielleicht denkt ihr jetzt: "Boah, hat die Olle sich da auf jede Leserunde beworben oder was?" Nee, hab ich nicht, ich wollte mich echt zusammenreißen und mich nur auf Bücher bewerben, die ich wirklich supergerne lesen möchte. Da kamen aber recht viele in letzter Zeit rein, und dann hab ich mich zwar wirklich nur gezielt beworben, aber auch fast bei allen Glück gehabt, ausgewählt zu werden! Verrückt, oder?

Letzte Woche hatte ich jeden Tag Klausur - unsere Ausbildung ist in Blöcke eingeteilt: Ein paar Monate Verwaltungsschule, ein paar Monate Arbeiten, ein paar Monate Schule usw.usf. Und nach jedem Schulblock müssen wir 6-8 Prüfungen schreiben. Das war jetzt also der harte Einstieg, und deshalb bin ich in den letzten Wochen nicht so viel zum Lesen gekommen, wie ich wollte. Aber das wird jetzt alles nachgeholt! :-)

Mittwoch, 5. November 2014

Neuzugänge - Es geht weiter!

Bauernweisheit des Monats: "Bringt der November für Bianca viel Buch, ist's für den Simo* hingegen ein Fluch."

Weiter geht es mit:

Ertauscht
 

In letzter Zeit habe ich dank diverser DVD-Tauschs (Täusche? Ah, laut Wictionary: Tausche! Echt jetzt? Klingt irgendwie schräg...) ordentlich Tickets angesammelt, so dass ich in den letzten Wochen ziemlich die Spendierhosen anhatte. ;-)
 
- Britta Sabbag, "Das Leben ist kein Ponyhof": Da ich "Pinguinwetter" und "Pandablues" schon sehr gerne gelesen habe, wollte ich das nächste Buch von dieser Autorin unbedingt auch mal lesen. (2 Tickets)

- Colleen Hoover, "Weil ich Layken liebe": Ein Jugendroman, den ich schon länger auf meiner Wunschliste habe. (1 Ticket)

- Marah Woolf, "Bookless. Wörter durchfluten die Zeit": Auf diese Reihe bin ich durch die "52 Wochen, 52 Buchreihen"-Reihe auf "KaSas Buchfinder" aufmerksam geworden. (3 Tickets)

- Frl. Krise & Frau Freitag, "Übertrieben tot": "Der Altmann ist tot", der 1. Krimi der beiden Lehrerinnen, gefiel mir schon sehr gut, da muss ich natürlich die Fortsetzung lesen. (3 Tickets)

- Matt Haig, "Ich und die Menschen": Ich war eigentlich erst skeptisch, aber eine Freundin fand das Buch so toll, dass ich es jetzt nun auch lesen möchte. (Leseneid nennt man das, oder? ;-)) (2 Tickets)

- Adnan Maral, "Adnan für Anfänger": Ich mag den Schauspieler, seit ich ihn in "Türkisch für Anfänger" gesehen habe, deshalb möchte ich gerne mal seine Biographie lesen, zumal ich solche kulturübergreifenden Bücher eh sehr gerne mag. (2 Tickets)

- Edward St Aubyn, "Der beste Roman des Jahres": Klingt einfach zu lustig und schräg, für echte Buchfans doch ein Muss, oder? (3 Tickets)

- Oliver Kuhn & Alexandra Reinwarth, "BGB: Besseres Gesetzbuch": Da ich mich in der Verwaltungsschule mit sehr viel Recht und u. a. auch mit dem BGB beschäftige, fand ich die Idee eines Alternativ-BGBs ganz lustig. (2:1-Tausch)

- Hans-Jürgen Heinicke, "Was vom Leben übrig bleibt, kann alles weg": Der Bericht eines Wohnungsauflöser, das klingt doch ganz interessant, ich mag solche Berichte. (2:1-Tausch)

- Haja Taddigs, "Eine Frau, ein Wort": Da ich die Idee, dass ein Ehepaar zwei zusammengehörende Bücher veröffentlicht, ganz witzig finde, und das Buch von Mathias Taddigs schon gelesen habe, möchte ich jetzt auch noch die weibliche Variante lesen. (1 Ticket)

- Renate Bergmann, "Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker": Davon habe ich auch schon viel gehört, da hab ich einfach spontan zugeschlagen. (1 Ticket)

- Kai Twilfer, "Schantall, tu ma die Omma winken!": Den Titel ist ja schon recht witzig, und die Erlebnisse eines Sozialarbeiters sind bestimmt sehr interessant. (1 Ticket)


So, das waren jetzt also meine ertauschten Bücher. Schalten Sie auch wieder nächstes Mal ein zu einer neuen Folge "Bianca fröhnt hemmungslos ihrer Büchersucht"! (Es fehlen u. a. noch die Rezensionsexemplare, und ich sag nur so viel: Ich hatte in letzter Zeit echt unverschämt viel Glück...)

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* Simo, der = armer Kerl, der mit einer Büchersüchtigen namens Bianca in einer Zweizimmerwohnung mit gefühlten 5.000 Büchern hausen muss

Sonntag, 2. November 2014

Neuzugänge

Da lässt man das mit den Neuzugängen einmal wochenlang schleifen, und dann stapeln die sich so sehr, dass man sich schämen muss... Deshalb habe ich beschlossen, diesmal meine Neuzugänge auf mehrere Beiträge aufzuteilen, sonst denkt ihr am Ende, ich sei total bekloppt!

Also heute erstmal diese Schätzchen hier:

Gekauft


- Erin Hunter, "Warrior Cats 2-4": Diese Reihe wollte ich schon immer mal irgendwann anfangen, und als sie da im Buchantiquariat lagen, so gut wie neu und für je 2 €, konnte ich nicht widerstehen! Jetzt fehlt mir noch Band 1, aber den hole ich mir bei Gelegenheit auch noch irgendwo.

- Jacqueline van Maarsen, "Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank": Ich finde Anne Frank eine sehr faszinierende Persönlichkeit, deshalb habe ich das Buch hier beim Bücherflohmarkt der Stadtbibliothek spontan mitgenommen. (Die Bücher kosten da im Schnitt 50 Cent.)

- Anne Frank Stiftung, "Anne Frank": Ein schönes, dünnes Büchlein mit vielen Fotos. Auch vom Bücherflohmarkt.

- Anna Sam, "Fragen Sie die Kassiererin!": Ein hoffentlich lustiges Hörbuch mit Überlebenstipps für Kunden. Für 1 € im 1-Euro-Shop mitgenommen. Seit "Selection" habe ich meine Sympathien für Hörbücher entdeckt.

- Maximilian Dorner, "Mein Dämon ist ein Stubenhocker": Autobiographie eines Mannes, der an MS leidet. Klang sehr interessant, und für 1 € sehr gerne mitgenommen. 

- Daniela Matijevic, "Mit der Hölle hätte ich leben können": Bericht einer deutschen Soldatin im Kosovo. Trifft ganz klar meinen Lesegeschmack, ebenfalls beim Bücherflohmarkt mitgenommen.

- Rainer Hunold, "Ich bin nun mal dick": Das fand ich irgendwie ganz witzig, ich hab ja auch ein paar Kilos zu viel auf den Rippen, deshalb hab ich das Buch mal spontan mitgenommen (auch im 1-Euro-Shop).

- Günter Huth, "Der Schoppenfetzer und das dunkle Geheimnis": Der neueste Würzburg-Krimi von Günter Huth - ich liebe die Schoppenfetzer-Bücher! :-) Diesmal geht es um kommunale Wahlen - ganz ganz heißes Thema, denn ich arbeite ja jetzt im Rathaus, in dem die Bücher manchmal auch spielen, und muss mich zwangsläufig mit Dingen wie Kommunalwahlen beschäftigen. ;-)

- Germund Mielke, "Die verflixten Fälle aus Ägypten": Auch spontan mitgenommen beim Bücherflohmarkt. Ägypten geht ja immer bei mir. ;-)

- Yves Grevet, "Méto - Die Insel" & "Méto - Die Welt": Den 1. Band habe ich ja schon vor mehreren Jahren gelesen, und da habe ich die Nachfolger spontan bei Hugendubel für je 3,99 € mitgenommen.

- Rick Riordan, "Die Kane-Chroniken - Die rote Pyramide": Gelesen habe ich die Trilogie schon, aber den 1. Band habe ich mir damals nur ausgeliehen. Da ich Band 2 und 3 habe, wollte ich unbedingt auch den 1. Band noch fürs Regal. Im Buchantiquariat (zusammen mit den Warrior Cats-Büchern) lag es in super Zustand für 2 € da und rief: "Nimm mich mit!" Wer kann da widerstehen?!

- China Keitetsi, "Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr": Die Biographie eines Mädchens aus Uganda, das als Kindersoldatin zwangsrekrutiert wurde. Ebenfalls im Antiquariat für 2 € gekauft.


So, das waren die gekauften Bücher der letzten Woche. Und das war erst der Anfang... *droh*