Sonntag, 28. Dezember 2014

Neuzugänge

Nein, ich habe zu Weihnachten tatsächlich KEIN Buch geschenkt bekommen. Einerseits verwunderlich, denn jeder weiß, dass ich ein totaler Bücherwurm bin. Andererseits sagen immer alle, dass ich ja sowieso soooo viele Bücher habe, da brauch ich nicht noch mehr. Pffft...

Nun ja, ich hab trotzdem keinen Mangel - sehet selbst, werte Leser!

Rezensionsexemplare


- Juliane Brauer, "Klüger als wir denken. Wozu Tiere fähig sind": Ein sehr interessantes Buch über die Fähigkeiten von Tieren. Lese ich in einer Leserunde auf LovelyBooks.

- Paige Harbison, "Zur Hölle mit Bridget": Auf dieses Buch habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut, deshalb fand ich es total klasse, dass ich es für "Blogg dein Buch" rezensieren durfte. 


Gewonnen


- Jonathan Stroud, "Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel": Dieses tolle Buch habe ich bei der lieben Verena auf ihrem Blog "Books and Cats" bei ihrem November-Adventskalender gewonnen. Sie hat sogar noch die tolle Aktion gestartet, dass sie das Geld für einen wohltätigen Zweck spendet, wenn man das Porto für seinen Gewinn selbst übernimmt. Fand ich klasse, natürlich habe ich die 1,65 € gerne gezahlt.


Gekauft


- Kai Meyer, "Die Seiten der Welt": Schonmal von der tollen "Aktion Lieblingsbuch" gehört? Regionale Buchhandlungen verkaufen signierte Bücher - das Ganze soll kleinere Buchläden unterstützen. Leider macht kein Laden hier in der Nähe mit, aber man kann bei den meisten auch versandkostenfrei bestellen. Und das habe ich dann auch gemacht - der Kontakt war sehr nett, und ich habe das Buch sogar mit Widmung bekommen, da meine Bestellung just vor der nächsten Signieraktion eintrudelte. Klasse, oder? Wermutstropfen: Das Buch kam schlecht verpackt hier an, guckte schon durch einen langen Riss aus dem LuPo und wurde darüber hinaus auch noch vom Postboten runtergeschmissen oder so. Jedenfalls war es total lädiert. :-( Das hat mich echt angekotzt, aber na ja, der Buchladen war aber so lieb und hat mir das Buch dann für 'nen Appel und ein Ei überlassen - sie hätten es mir ersetzt, aber da es ja mit Widmung ist, wollte ich es auf jeden Fall behalten. Allerdings tat es mir total leid, weil ich ja dann irgendwie doch nicht den Buchhandel unterstützt habe. :-( Wieso habe ich eigentlich immer so viel Pech mit Büchersendungen in letzter Zeit? *seufz*


Geschenke


- Dani Atkins, "Die Achse meiner Welt": Dieses tolle Buch hat meine liebe Freundin Eva bei der Freundinnen-Aktion des Knaur-Verlages gewonnen. Leider sehen wir uns so selten, dass sie mir das Buch erst jetzt überreichen konnte - inklusive toller Filztasche.

- Eva-Maria Bast & Heike Thissen, "Würzburger Geheimnisse. 50 spannende Geschichten aus der Main-Metropole": Hach, ich mag ja so regionale Bücher, und das hier stand auf meiner Geburtstagswunschliste. Dies hier ist ein Nachzügler-Geburtstagsgeschenk von einer Freundin, die mich sogar noch in das passende Theaterstück eingeladen hat. :-)

- Norbert Golluch, "Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist damit die Dienstreise beendet. Meisterleistungen der Beamtensprache": Als angehende Beamtin ist dieses Buch natürlich unabdingbar für mich. ;-) Ebenfalls ein Geburtstagsnachzügler.


Ertauscht


- Jennifer Thompson-Cannino, "Zweimal lebenslänglich": Stand schon lange auf meiner Wunschliste, habe ich mir jetzt zusammen mit "Safa" für 2 Tickets geholt.

- Shari Shattuck, "Tage wie Salz und Zucker": Faszinierende Geschichte, da bin ich jetzt schon öfter drüber gestolpert und habe deshalb für 2 Tickets sofort zugeschlagen.

- Waris Dirie, "Safa. Die Rettung der kleinen Wüstenblume": Ich interessiere mich ja sehr für Waris Dirie und für das Thema Beschneidung, deshalb wollte ich das Buch sehr gerne mal lesen.


Sodele, das war's für heute. Meine Rebuy-Bestellung zeige ich vielleicht besser ein anderes Mal... *hust*

Dienstag, 23. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!!!

Meine lieben Leser,

wie jedes Jahr sind wir alle wieder ganz erstaunt, dass am 24.12. ja schon Weihnachten ist! Ich hoffe, ihr habt schon alle Geschenke gekauft und verpackt, alle Plätzchen gebacken (und vielleicht schon gegessen ;-)), den Weihnachtsbaum aufgestellt und könnt euch jetzt, eingemummelt auf dem Sofa, den schönen Dingen des Lebens widmen: Ein gutes Buch lesen und sich morgen Abend reichlich beschenken lassen. :-)

In diesem Sinne:

Ich habe tatsächlich erst mit 33 Lenzen meinen ersten Weihnachtsstern ausgeschnitten.

Freitag, 19. Dezember 2014

[Blogg dein Buch] Rezension: "Zur Hölle mit Bridget" von Paige Harbison

Daten zum Buch:
erschienen am:
Verlag: Darkiss
ISBN: 10. Oktober 2014
352 Seiten
Preis: 12,99 €
HIER bestellbar!

Zum Inhalt:
Bridget ist das beliebteste Mädchen an ihrer High School. Alle Jungs wollen mit ihr ausgehen, alle Mädchen mit ihr befreundet sein. Doch eigentlich ist die 17jährige ein intrigantes Miststück, das niemand zum Feind haben möchte. Sie mogelt sich durch die Schule, stößt ihre Freundinnen vor den Kopf und macht ihrer aufopferungsvollen Stiefmutter das Leben zur Hölle.

Der Einzige, bei dem Bridget ganz weich wird, ist ihr Ex-Freund Liam. Doch der verbringt immer mehr Zeit mit dem Neuzugang Anna Judge. Und nicht nur deshalb ist Anna Bridget ein Dorn im Auge – sie ist nicht nur wunderschön, sondern auch ansonsten perfekt und droht Bridget, den Rang als beliebteste Schülerin abzulaufen.

Bridget ist so wütend, dass sie einen Unfall baut. Sie erwacht in einem geschlossenen Raum – und Anna Judge eröffnet ihr, dass sie in einer Art Zwischenwelt ist. Bridget muss auf die harte Tour lernen, was für eine unerträgliche Zicke sie zu Lebzeiten war. Wird Bridget Einsicht zeigen und die Chance erhalten, wieder zurückzukehren? 

Meine Meinung:
Die Sprache ist eher einfach gehalten, so liest sich das Buch sehr flüssig und ist für die jugendliche Zielgruppe sicherlich angemessen. Ein kleiner Wermutstropfen waren die zwar nicht allzu häufigen, aber doch auffälligen Fehler. Bei Schreibweisen wie „blindlink's“ rollen sich bei mir die Zehennägel ein! Oder wenn bei einer Verneinung das wichtige Wörtchen „nicht“ vergessen wird. Für eine weitere Auflage würde ich mir hier einen strengeren Korrektor wünschen, der nochmal drüberguckt.

Die Geschichte wird aus Bridgets Sicht erzählt, und so erfährt man recht schnell, dass Bridget eigentlich nicht wirklich richtig bösartig ist. Sie tut und sagt vieles, ohne sich der Konsequenzen ihrer Worte und Taten bewusst zu sein. Manchmal hat sie sogar Schuldgefühle, die sie jedoch stets erfolgreich unterdrücken kann. Klar, sie ist schon in 1. Linie egoistisch, aber das sind wohl viele Kinder in diesem Alter. Bridgets Geltungsbedürfnis ist jedoch so hoch, dass sie nicht über ihren Schatten springen kann. Jedoch lernt der Leser schnell, dass Bridget im Endeffekt ein unsicheres, einsames Mädchen ist, das sich in die Idee verrannt hat, dass Beliebtheit am glücklichsten macht, und das um jeden Preis.

Die Protagonistin macht – erwartungsgemäß – eine große Wandlung durch und wird so auch dem Leser von Seite zu Seite sympathischer. Die Geschichte ist nicht wirklich neu und erinnert, gerade jetzt so kurz vor der Weihnachtszeit, ein bisschen an Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte mit Ebenezer Scrooge. Nur dass wir hier keine drei Geister haben, sondern die perfekte Anna Judge, bei der der Name Programm ist (Judge ist das englische Wort für „Richter“.).

Natürlich, es ist weitgehend vorhersehbar, wie die Geschichte verlaufen und enden wird. Doch sollte man gerade als erwachsener Leser nicht vergessen, dass „Zur Hölle mit Bridget“ ein Jugendbuch ist. Ich finde die Geschichte gerade für junge Menschen, die wie Bridget noch nicht so recht wissen, wer und wie sie sein wollen, eine gute Hilfestellung. Sicherlich regt es bei den meisten Lesern zum Nachdenken über das eigene Verhalten an. 

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an "Blogg dein Buch" und den Darkiss-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! :-) 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Rezension: "Die Liebe zu so ziemlich allem" von Christine Vogeley

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. September 2014
Verlag: Knaur HC
ISBN: 9783426653470
464 Seiten
Preis: 19,99 €

Zum Inhalt:
Carlotta Goldkorn, alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter, hat den schönsten Beruf der Welt: Sie ist Kuratorin des Gayette-Museums im heimeligen Fichtelbach, dessen exzentrischer Gründer so ziemlich alles gesammelt hat, was er mochte. Und so sind hier Bonbonarmbänder neben etruskischem Goldschmuck, berühmte Gemälde neben Kinderzeichnungen zu sehen. Highlight der Sammlung ist jedoch zweifellos die Sammlung großflächiger Gemälde des berühmten Malers Jasper Johansson. 

Als dessen Urenkel, Gösta Johansson, für eine Sonderausstellung aus Schweden anreist, ist es zwischen ihm und Carlotta Liebe auf den ersten Blick. Zusammen verbringen sie wunderbare Tage in Göstas schwedischem Sommerhaus, wo sie bald eine spannende Entdeckung machen, die die Kunstwelt auf den Kopf stellen könnte. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren einer faszinierenden Persönlichkeit.

Währenddessen bleibt auch in Fichtelbach die Welt nicht stehen, und Carlottas in der Heimat gebliebene Lieben haben so ihre ganz eigenen Probleme und Geheimnisse... 

Meine Meinung: 
Der Schreibstil ist sehr lebendig und eloquent mit viel Liebe zum Detail und viel Bildsprache, liest sich aber dennoch sehr luftig-locker, so dass man förmlich durch das Buch fliegt. Auch wenn es hier viele ernste Themen gibt, schwingt doch meist ein heiterer Grundton mit, und ich musste an der ein oder anderen Stelle doch mal lachen oder schmunzeln, was bei mir sonst nicht so oft der Fall ist beim Lesen.

Die Autorin selbst bezeichnete in der Leserunde, in deren Rahmen ich das Buch gelesen habe, ihren Schreibstil u. a. als „barock“, was sehr treffend ist, denn tatsächlich wirkt die gesamte Handlung sehr überladen. Mehr als einmal dachte ich mir bei einer neuen Enthüllung, einem neuen Handlungsstrang: „Na jetzt isses aber langsam zu viel – das musste jetzt doch eigentlich nicht mehr sein.“. Und trotzdem: Es passt einfach! Ich kann es nicht erklären - rational betrachtet war mir die Geschichte eigentlich zu überladen mit zu vielen Nebensträngen und Geheimnissen und Begebenheiten, aber es war insgesamt einfach stimmig und hat nicht gestört, sondern die Geschichte noch zusätzlich belebt.

Interessant fand ich übrigens, dass die im Klappentext angekündigte Love Story schon nach wenigen Kapiteln ihr Happy End findet und der Roman hier eigentlich erst richtig losgeht. Das hatte ich nicht erwartet, hat mir aber wirklich gut gefallen! Die beiden anfänglichen Protagonisten Carlotta und Gösta treten ab da ein bisschen in den Hintergrund und machen Platz für weitere Figuren und Handlungen, so dass man das Gefühl hat, von Seite zu Seite wird es bunter, lebendiger, vielfältiger.

Die Hauptfiguren, von denen es reichlich gibt (Kommt natürlich darauf an, wen man selbst zum Protagonisten und wen zur Nebenfigur erklärt.), sind eigentlich allesamt auf Anhieb sympathisch. Auch hier dachte ich mir erst: „Das gibt’s doch nicht, ich mag die alle, das ist ja schon fast langweilig, das geht doch nicht!“, aber auch hier das gleiche Phänomen: Es ist einfach stimmig. Echte Bösewichte gibt es keine, nur ein paar – sagen wir mal – unangenehme Charaktere. Und selbst denen konnte man teilweise noch Positives abgewinnen.

Mich persönlich hat es wirklich gefreut, dass dem Museum so ein hoher Stellenwert eingeräumt wurde, da ich mich sehr für Museumsarbeit interessiere. Das kuriose Museum, in das sicherlich jeder nach dieser Lektüre sofort hineingehen möchte, wird detailreich beschrieben, man macht Rundgänge, schaut sich mit den Figuren Werke an und erforscht mit Carlotta und Gösta die spannende Biographie des lange verstorbenen Museumsinhabers, August Gayette, seines Künstlerfreundes Jasper Johansson und dessen Frau Lovisa. Man spürt förmlich die Neugier, Ergriffenheit und Aufregung, wenn die beiden mal wieder etwas entdeckt haben, und wird davon richtig angesteckt.

Überhaupt kommen Emotionen hier nicht zu kurz. Liebe, Lust, Sehnsucht, Verzweiflung, Wut, Freude – hier kommt nichts zu kurz. Barock eben – und wie gehabt dennoch stimmig.

„Die Liebe zu so ziemlich allem“ ist ganz klar ein Wohlfühlbuch, in das ich eingetaucht bin wie in ein schönes, heißes Schaumbad. Der tolle Schreibstil, die sofort vertraut wirkenden und detailreich gezeichneten Figuren und das (wechselnde) Setting in Deutschland und Schweden schaffen eine angenehme Atmosphäre für den Leser, und ich habe es wirklich bedauert, als das Buch zu Ende war.

5 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 9. Dezember 2014

Rezension: "Mein langer Weg nach Hause. Wie ich als Fünfjähriger verloren ging und 25 Jahre später meine Familie wiederfand" von Saroo Brierley

Daten zum Buch:
erschienen am: 10. Oktober 2014
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN: 9783548375632
256 Seiten
Preis: 11,99 €

Zum Inhalt:
Der kleine Saroo wächst mit seinen drei Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen in Indien auf. Während die alleinerziehende Mutter Schwerstarbeit auf dem Bau leistet, müssen sich die Kinder gegenseitig versorgen, täglich wird ums Überleben gekämpft. Dann geschieht das Unfassbare: Als Saroo seinen ältesten Bruder bei einer Betteltour begleitet, schläft er im Abteil eines Zuges ein und wacht erst wieder im weit entfernten Kalkutta auf!

Unfähig sich auszudrücken und ohne zu wissen, wie sein Heimatort heißt, irrt der Fünfjährige umher, lebt von Abfall und schlägt sich – wie viele andere Kinder – mehrere Wochen durch die gefährliche Millionenmetropole, in der er niemandem trauen kann. Als er in ein Waisenhaus kommt, wird er vom Fleck weg von dem australischen Ehepaar Brierley adoptiert, bei dem er wohlbehütet aufwächst.

Doch seine Vergangenheit und seine indischen Wurzeln kann und will er nicht vergessen. Und so setzt Saroo als Erwachsener alles daran, seinen Heimatort zu finden und seine leibliche Familie wiederzusehen.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich in einem Rutsch gelesen. Die Sprache ist sehr angenehm, die Geschichte liest sich flüssig. Der Autor erzählt von seinem Leben als Kind, wie er in Indien aufgewachsen ist, wie er verloren geht, was er in Kalkutta erlebt, von seiner Adoption und seinem neuen Leben in Australien. Der Leser erfährt von seiner langwierigen, Jahre andauernden Suche nach seinem Heimatort, an dessen Namen und grobe Lage er sich auch später nie richtig erinnern konnte.

Er erzählt auch von seinen Familien, und man spürt sehr stark, wie dankbar er seinen Adoptiveltern ist. Saroo Brierley zeigt uns, dass man auch zu zwei eigentlich völlig unterschiedlichen Familien gehören kann, ohne zerrissen zu sein.

Ich habe schon viele Autobiographien aus fremden Kulturen gelesen, die mich schockiert haben. Trotzdem musste ich bei Saroos Schilderungen oft den Kopf schütteln, da es für uns in Deutschland einfach unvorstellbar ist, was er durchmachen musste. Allein, dass ein fünfjähriges Kind einfach verloren geht, ist eigentlich unfassbar. Doch im riesigen, überbevölkerten Indien die Familie eines Jungen ausfindig zu machen, der nicht weiß, wo er herkommt und nicht richtig sprechen kann, ist die wortwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Auch hatte Saroos bitterarme Familie keinerlei Zugang zu Medien, um ihren Jungen weiträumig zu suchen oder die damals – allerdings nicht im ganzen Land – geschaltete Anzeige zu entdecken.

Der zweite Schock war für mich, was Saroo als Fünfjähriger alles erleben musste in Kalkutta! Bereits in seiner Heimatstadt ist er es von klein auf gewöhnt, jeden Tag betteln zu gehen, essbaren Müll zu sammeln und sich um seine jüngere Schwester zu kümmern. Selbst Kleinkinder werden von den Eltern stundenlang unbeaufsichtigt gelassen, weil sie arbeiten müssen. Solche Zustände sind bei uns gar nicht vorstellbar, in Indien sind sie leider normaler Alltag.

Jedenfalls schlägt sich Saroo wochenlang durch das dreckige und gefährliche Kalkutta, wo er mehr als einmal in Lebensgefahr gerät. In Indien ist es nicht weiter schlimm, wenn eines der vielen Straßenkinder getötet wird, denn niemand will sie, niemand beschützt sie. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass ein Kind von fünf(!!!) Jahren bereits fähig ist, in solch einem Moloch zu überleben, zu wissen, wo man Essen findet und zu spüren, wann man besser die Beine in die Hand nehmen sollte, selbst wenn die Aussicht auf ein warmes Bett und Essen extrem verlockend ist. Dies zeigt, in welch schlimmen Verhältnissen Saroo aufwachsen und wie schnell er erwachsen werden musste.

Der Autor wird nie weinerlich oder versinkt im Selbstmitleid, dennoch überträgt dieses Buch starke Emotionen. Die Verzweiflung des kleinen Saroo, als er seine Familie und seine Heimat verliert; die Liebe der Brierleys zu ihrem Adoptivsohn und dessen Dankbarkeit für seine neuen Eltern; die Zerrissenheit des erwachsenen Saroo, die Verbissenheit, mit der er nach seiner indischen Familie sucht; und das emotionale Wiedersehen nach so vielen Jahren mit seiner leiblichen Mutter.

Aufgewertet wird das Buch noch mit mehreren Farbaufnahmen von Saroo und seinen beiden Familien, was mir bei Biograhien immer sehr gut gefällt, da man so auch Gesichter zu den Namen hat.

Bei dieser Biographie fährt man zusammen mit dem Autor eine lange und aufregende Achterbahn der Gefühle. Saroo Brierleys Geschichte ist so unglaublich, dass nur das Leben selbst sie schreiben konnte. Ich bin mir sicher, dass „Mein langer Weg nach Hause“ jedem Leser noch lange in Erinnerung bleiben wird.

5 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 2. Dezember 2014

Neuzugänge

Wenn ihr im Duden den Begriff "Maßlosigkeit" aufschlagt, werdet ihr ein Bild von mir daneben finden! *seufz*

Rezensionsexemplare


- Sarah Diehl, "Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich": Habe ich in einer Beilage entdeckt und mir sofort vorgemerkt. Klasse, dass es hierzu nun eine Leserunde auf LovelyBooks gibt, bei der ich mitmachen darf. Sehr interessante Diskussionen!

- Ulrike Busch, "Himmelhochjauchzendhellblau": Ein Liebesroman "freigegeben ab 45 Jahren", aber ich darf trotzdem bei der Leserunde mitmachen. ;-)


Gewonnen


- Nele Neuhaus, "Die Lebenden und die Toten": Dass ich dieses signierte Buch bei LB gewonnen habe, freut mich total, denn ich wollte mir eigentlich schon auf der Buchmesse von Nele Neuhaus ein Autogramm holen, kam aber viel zu spät dort an.


Gekauft


- Martina Seifert (Hrg.), "Aphrodite. Herrin des Krieges. Göttin der Liebe": Die Archäologin in mir hat bei 4 € für diesen Zabern-Bildband sofort zugegriffen.

- Helmut Fischer, "Franken. Bilder einer Landschaft": Man muss Gott danken, auch für die Franken! Als echte Fränggin ist dieses Bilderbuch bei den 1 €-Büchern von Jokers gerne in den Warenkorb gewandert.

- Rada Biller, "Meine sieben Namen und ich": Auch eines von mehreren 1 €-Büchern, auf Jokers entdeckt.

- Gabrijela Mecky Zaragoza, "Meine andere Welt. Mit Autismus leben": Der Erfahrungsbericht einer Autistin, sowas finde ich immer interessant. Auch bei Jokers für 1 € bestellt.

- David Clay Large, "Einwanderung abgelehnt. Wie eine deutsche Familie versuchte, den Nazis zu entkommen": Die Judenverfolgung und den 2. Weltkrieg finde ich immer sehr spannend, und dieses Buch, basierend auf Originaldokumenten, habe ich deshalb ohne Zögern aus dem 1 Euro-Shop mitgenommen.

- Otto Diederichs, "Polizei": Ein kleines Handbuch über die Organisation der Polizei in Deutschland. Als frische Beamtin muss ich mich ja informieren, wie unser Staat und seine Behörden so funktionieren. Auch aus dem 1 Euro-Shop.


Ertauscht


- Chris Columbus & Ned Vizzini, "House of Secrets. Der Fluch des Denver Kristoff": Steht schon lange auf meiner Wunschliste, jetzt hab ich es mir endlich ertauscht. Leider hat der Hermes-Bote das Päckchen mit diesem Buch und "Holy Shit!" fallen lassen, so dass die eigentlich neuen Bücher total eingedellt sind. (Auch wenn man's auf dem Bild nicht sieht.) Das hat mich echt übelst angekotzt! (Beide Bücher zusammen 5 Tickets)

- Jennifer Gooch Hummer, "Der Tag, an dem Chad ging und Daisy kam": Das Buch fiel mir mal im Laden auf, weil es so ein schönes Cover hat. Die Story klingt auch interessant, also hab ich es mir mal geholt. (3 Tickets)

- Barry Jonsberg, "Das Blubbern vom Glück": Nach einer sehr überzeugenden Rezension einer Freundin wollte ich dieses Buch unbedingt haben. Leider hat meine Tauschpartnerin alte Klammern im Umschlag vergessen, die den unteren Buchschnitt total eingeritzt haben. Ich habe momentan einfach kein Glück bei Tauschticket. :-( (2 Tickets)

- Siobhan Vivan, "Nur eine Liste": Möchte ich schon länger haben, also hab ich es mir mal endlich ertauscht. (2 Tickets)

- Rolf-Bernhard Essig, "Holy Shit! Alles übers Fluchen und Schimpfen": Ich fluche verdammt viel, deshalb spricht mich dieses Buch natürlich sehr an. ;-) Zusammen mit "House of Secrets" der Gewalt eines Hermes-Boten zum Opfer gefallen. *grummel*

- Jonathan Crown, "Sirius": Und hier wurde mir ein hässlicher Aufkleber auf der Rückseite verschwiegen, der beim Versuch, ihn abzulösen, Teile des Covers abgerissen hat. Yeah. Ich sag's ja, hab grad einfach kein Händchen mit Tauschticket... (3 Tickets)

- Francois Saintonge, "Dolfi und Marilyn": Dieses Buch fiel mir schon auf LB auf, ungewöhnlicher Titel, ungewöhnliches Cover, irre Story. Hab's mir mal aus Neugierde geholt. (2 Tickets)

- Latifa Nabizada, "Greif nach den Sternen, Schwester! Mein Kampf gegen die Taliban": Zusammen mit ihrer Schwester war die Autorin eine der ersten Hubschrauberpilotinnen des afghanischen Militärs. Spannend, oder? (3 Tickets)


Es wird echt Zeit, dass mir die Tickets ausgehen... Andererseits muss man ja seine Wunschliste nach und nach abarbeiten, oder? ;-) Und obwohl ich diese Woche Geburtstag hatte, hab ich kein Buch gekriegt, weil bei einem Bücherfreak wie mir jeder denkt, dass er ja eh in Büchern ertrinkt (Aber neiiiiiin...). Und nee, auch keine Büchergutscheine. *schnief*