Freitag, 23. Januar 2015

Rezension: "Die Stadt, in der ich lebe. ORF-Korrespondenten erzählen" von Walter Erdelitsch (Hrg.)

Daten zum Buch:
erschienen am: September 2014
Verlag: Kremayr & Scheriau
ISBN: 9783218009270
240 Seiten
Preis: 24,90 €

Zum Inhalt:
Jeder, der schon einmal Nachrichten im österreichischen TV-Sender ORF gesehen hat, kennt sie: Die zahlreichen Korrespondenten, die über die politische Lage aus aller Herren Länder berichten.

In diesem Buch stellen 14 dieser Auslandskorrespondenten des ORFs "ihre" Stadt in einzigartigen Porträts vor. Sie informieren den Leser über Politik und Zeitgeschehen sowie historische Hintergründe und Entwicklungen, stellen interessante Persönlichkeiten vor und zeigen uns faszinierende Orte fernab des Massentourismus.

Meine Meinung:
In diesem Buch stellen 14 ORF-Korrespondenten (u. a. Karim El-Gawhary, Christian Schüller und Bettina Prendergast) die folgenden Städte vor, in denen sie leben und arbeiten: London, Paris, Brüssel, Berlin, Madrid, Rom, Budapest, Belgrad, Moskau, Istanbul, Kairo, Tel Aviv, Washington und Peking.

Der Leser erhält einen einmaligen Einblick nicht (nur) in die gängigen Touristengegenden, sondern erfährt hier auch viel über Lebensstil, Wirtschaft und andere Dinge, die man in den Standardreiseführern in der Regel nicht finden wird. 

Einige der Erzähler/innen verbindet mit ihrer Stadt eine Hassliebe, denn sicherlich hat es auch Nachteile, in einer großen Metropole zu leben: Lärm, Dreck, Kriminalität, Baustellen etc. können gewaltig nerven. Und so werden auch die negativen Seiten so mancher Stadt angesprochen. Ich persönlich mochte diese kritische Komponente gern, und das macht die einzelnen Berichte auch gleich nochmal besonders, da hier nicht einfach die Werbetrommel für London, Paris & Co. gerührt wird, sondern die Erzähler durchaus differenzieren. Man merkt ihnen die Liebe zum kritischen Journalismus an, denn auch in den Städteporträts werden die politischen und gesellschaftlichen Missstände offen angesprochen.

Am Ende eines Städteporträts verrät jeder Korrespondent noch seine persönlichen Tipps: Das originellste Museum, der schönste Park, wohin zum Essen, der spannendste Markt, "Österreich in..." sowie ein Geheimtipp. So hat man gleich ein paar Ideen, wo man sich beim nächsten Besuch dieser Stadt fernab der Touristenströme das echte Flair einverleiben kann. Auch wer die ein oder andere Stadt bereits kennt, wird sicherlich viel Neues erfahren und sich denken: "Oh, da muss ich das nächste Mal unbedingt hin!"

Aufgewertet werden die Porträts durch zahlreiche Farbfotos, die meist nicht die gängigen Sehenswürdigkeiten zeigen, sondern unbekannte Orte und Personen.

Einziges Manko: Das hochwertige Hardcover ist leider etwas zu schwer und zu groß, um es in der Handtasche mitzuführen. 

Ich muss zugeben, dass ich eher deutsche Nachrichtensender schaue und bis auf Karim El-Gawhary leider keinen der Korrespondenten in diesem Buch vorher kannte. Ich kann mir aber umso besser vorstellen, dass es für ORF-Zuschauer, denen die Namen und Gesichter bekannt sind, eine doppelte Freude sein wird, die Journalisten von ihrer privaten Seite kennenzulernen. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, zukünftig öfter mal Auslandsnachrichten im ORF zu schauen.

5 von 5 Schreiberpaletten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)