Montag, 5. Januar 2015

Rezension: "Hummeln im Herzen" von Petra Hülsmann

Ist es psychologisch betrachtet bedenklich, dass ich
ständig die Flausche-Hummel auf dem Cover streichle???
Daten zum Buch:
erschienen am: 16. September 2014
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 9783404171682
397 Seiten
Preis: 9,99 €

Zum Inhalt:
„Ich habe mich verliebt. Ich kann dich nicht heiraten. Du bist halt eher... gemütlich.“ Mit diesen Worten wird Lena Klein von ihrem Verlobten Simon Knall auf Fall verlassen. Eine Woche vor ihrem 30. Geburtstag – und eine Woche vor ihrer Hochzeit! Als ob das nicht schon eine Katastrophe wäre, verliert Lena auch noch kurz darauf durch unglückliche Umstände ihren Job.

Ohne Mann, ohne Wohnung und ohne Geld bleibt ihr nichts Anderes übrig, als bei ihrem geliebten Bruder Michel und dessen Freundin Juli einzuziehen. Wäre da nur nicht dieser aufgeblasene Macho Ben, der mit den beiden in der WG lebt. Ben ist zwar unverschämt gutaussehend, aber auch unverschämt frech und respektlos gegenüber Lena, und er wechselt die Frauen wie Andere ihre Unterhosen.

Nach einer Phase des Selbstmitleids fasst Lena einen Entschluss: Sie will sich rundum erneuern. Neuer Mann, neuer Job, neue Lena! Doch das ist leichter gesagt als getan. Die große PR-Karriere endet hinter dem Tresen eines Buchantiquariats inklusive mürrischem Chef, und Lenas neuer Schwarm Jan scheint mehr an seiner nicht-existenten Karriere als Autor interessiert zu sein als an Lena. Und dann ist da noch Ben, dieser elendige Mistkerl, der sie ständig auf die Palme bringt. Oder ist er doch gar nicht so übel? Hm...

Meine Meinung:
Man taucht sofort in die Geschichte ein. Lena, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, war mir auf Anhieb sympathisch, sie ist zwar etwas tollpatschig, aber hat das Herz auf dem rechten Fleck. Je länger ich sie aber begleiten durfte, desto öfter wollte ich sie schütteln. Sie ist oft ziemlich begriffsstutzig, gerade wenn es um Ben geht.

Lena geht am Anfang durch ein Jammertal, und ich habe wirklich mitgelitten. Dennoch sind selbst die traurigen Stellen humorvoll geschrieben. Lena hat einen Hang zu Selbstkritik und Ironie, und wie sie die Dinge sieht, ist oft zum Schießen. Außerdem schafft sie es, mit Anlauf in jedes noch so kleine Fettnäpfchen zu springen, was für weitere komische Situationen sorgt.

Ben ist mir anfangs ziemlich unsympathisch, aber zusammen mit der Protagonistin lernt man seine positiven Seiten nach und nach kennen und merkt, dass er gar kein so übler Kerl ist. Es ist wirklich gut geschrieben, wie es zwischen den beiden kracht und funkt, und es gab viele schöne "Hach"-Momente. Dennoch muss ich sagen: Einerseits fand ich das Herumgeschwänzel recht amüsant, und Lenas Herzklopfen konnte ich sehr gut nachvollziehen. Doch nach 200, 300 Seiten gehen einem die ständigen Reibereien und Missverständnisse langsam auf den Keks. Diesbezüglich hätte man ein bisschen abspecken dürfen meiner Meinung nach.

Wie bei den meisten Chick Lit-Romanen ist eigentlich schon von Anfang an klar, wie sich die Geschichte entwickelt bzw. wie sie endet. Aber es ist ja meist keine Frage, ob sich das Paar findet, sondern wie. Und Lena hat noch viele andere Baustellen, die es zu bewältigen gibt. Auch hier lag ich mit meinen Vermutungen, wie sich die Geschichte entwickelt, auf Anhieb richtig. Aber langweilig wurde es deshalb sicherlich nicht!

Alles in allem ist „Hummeln in Herzen“ ein typischer Gute Laune-Frauenroman, der mir mit sympathischen Charakteren, viel Humor und einer abwechslungsreichen Storyline kurzweiligen Lesespaß bescherte. Empfehlenswert für alle, die locker-leichte Chick Lit mögen!

4 von 5 Schreiberpaletten

1 Kommentar:

  1. Mir hat die Aussage "wie sie die Dinge sieht, ist oft zum Schießen" gerade den letzten Schubs gegeben, den ich gebraucht habe, um dieses Buch lesen zu wollen:-) aktuell lese ich nämlich "Das Rosie-Projekt", das ebenfalls einen Protagonisten mit sehr lustigen Ansichten hat und mich gerade täglich auf dem Hin- und Rückweg zur/von der Arbeit super unterhält.

    Liebe Grüße
    Melanie
    www.meinmedienguide.wordpress.com

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