Donnerstag, 26. März 2015

"Einschließen und genießen" - Ein Abend in der Buchhandlung

Welcher Büchernarr fände es nicht toll, eine Nacht oder zumindest einen Abend lang in einer Buchhandlung eingesperrt zu werden und sich dort hemmungslos durchschmökern zu können? Mittlerweile bieten schon einige Buchläden solche Aktionen an, und ich dachte mir, das ist doch eigentlich eine coole Sache, aber natürlich gab es sowas in meiner beschaulichen Heimatstadt nicht.

Vor Kurzem habe ich dann aber zufällig gelesen, dass es dieses Angebot nun auch endlich in Würzburg gibt, und zwar bei der Buchhandlung KNODT. Für einen Unkostenbeitrag von 7,50 € kann man sich von 19-22 Uhr einsperren lassen – Verpflegung inklusive. Deshalb heißt das Ganze auch „Einschließen und genießen“. Das wollte ich unbedingt ausprobieren!

Für die 1. Nacht am 24.03. habe ich mich dann auch spontan mit meiner Freundin Agnes angemeldet. Wir waren echt gespannt, was da auf uns zukommt. Um 19 Uhr stiefelten wir also zur Buchhandlung,...


... wo uns schon die Inhaberin, Frau Stein-Salomon, erwartete. Nach einer kurzen Erklärung, wie das Ganze ablaufen soll, bot sie uns Wein (bzw. Apfelsaft) sowie Häppchen an. 

Baguette mit lecker Dips und Zuckerschock-Himbeer-Schoko-Sahne-Dessert

Neben Agnes und mir war noch eine weitere Dame dabei. Zu dritt hatten wir jede Menge Platz!


Vor einiger Zeit gab's die Aktion schonmal, damals aber ohne Essen und
übers komplette Wochenende. Ging leider ein bisschen schief...

Die Buchhandlung KNODT ist eine akademische Buchhandlung. Im Erdgeschoss findet sich Unterhaltungsliteratur jedes Genres, während das Untergeschoss Fachbücher aus dem medizinischen Bereich feilbietet. (Deshalb auch die Skelette - für alle, die sich gerade über diese "Deko" gewundert haben.) Die Fachbücher waren recht uninteressant für uns, so dass wir uns die ganze Zeit im Erdgeschoss aufhielten. Ok, nicht die ganze Zeit... ;-)

Sein oder Nicht-Sein!
Passendes Buch zum vorherigen Bild...

Zuerst machten wir uns über die Häppchen her, dann über die Bücher (und dann wieder über die Häppchen...). Zwischendurch plauderten wir mit unserer „Mitgefangenen“, einer netten 75jährigen Büchernärrin. 

Ich wusste gar nicht, dass Griechenlands Finanzminister
ein Buch veröffentlicht hat...

Um 21.15 Uhr kam Frau Stein-Salomon zurück, unterhielt sich noch mit uns ein bisschen, und gegen 22 Uhr sind wir dann nach Hause gegangen.

Mein Fazit: Es war wirklich sehr liebevoll organisiert mit den leckeren Häppchen und der sehr freundlichen Betreuung. Allein dafür hat es sich schon gelohnt. ;-) Es hat auf jeden Fall seinen Reiz, sich völlig ungehemmt und ungestört in einer Buchhandlung durchzuschmökern. Die drei Stunden waren aber wirklich ausreichend, da wir ja nur ein Geschoss zum Entdecken hatten (Für Mediziner ist sicherlich auch noch das Untergeschoss spannend, für den Rest eher nicht.). Falls ich das nochmal mache, dann mal in einer größeren, mehrgeschossigen Buchhandlung, wo man richtige Erkundungstouren machen kann. Für den Einstieg war das aber wirklich nett.

Ich hoffe, dass sich viele Leute zu "Einschließen und genießen" anmelden und auch, dass diese Aktion viele Nachahmer findet.

Hier geht's übrigens zu Agnes' Bericht auf ihrem Blog "Lesemaus im Schafspelz"!


1 Kommentar:

  1. Vor einiger Zeit gab's die Aktion schonmal, damals aber ohne Essen und
    übers komplette Wochenende. Ging leider ein bisschen schief...

    muaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaaa... ich hab erstmal gestutzt und dann herzlich gelacht :)
    Bianca, du hast da ja einen Traum erlebt! :) ob es sowas auch in Berlin gibt? Das google ich jetzt sofort.
    Danke für den klasse Bericht, und sind wir nicht alle ein bisschen psycho??? *grins*
    Liebe Grüße
    Claudia

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