Freitag, 17. April 2015

Rezension: "Who I Am Not. Von Lügen und anderen Wahrheiten" von Ted Staunton

Daten zum Buch:
erschienen am: 5. Januar 2015
Verlag: Arena
ISBN: 9783401600451
232 Seiten
Preis: 12,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Kerry. Sean. Peter. Frank. Er hatte bereits viele Identitäten - so viele, dass er schon gar nicht mehr weiß, wer er eigentlich in Wirklichkeit ist. Zusammen mit seinem "Vater" Harley lügt und betrügt er sich durch die USA. Doch dann wird Harley Opfer eines Unfalls, und er steht plötzlich alleine da.

Spontan gibt er sich als der seit Jahren vermisste 15jährige Danny Dellomondo aus. Doch das Rollenspiel wird zum Selbstläufer, und ehe er sich versieht, holt ihn seine "Schwester" Shan zu sich nach Kanada. Die Familie scheint zu glauben, dass er der echte Danny ist. Doch dann merkt er, dass auch die Familie Dellomondo dunkle Geheimnisse hat. Was ist wirklich mit dem echten Danny passiert?

Meine Meinung:
Laut Klappentext diente dem Autor für diesen Jugendroman die wahre Geschichte eines jungen Hochstaplers als Vorlage.

Der jugendliche Protagonist hat keinen Namen und eigentlich auch keine eigene Identität. (Ich nenne ihn der Einfachheit halber "Danny".) Er kennt seine Eltern nicht und hatte nie eine Familie. In Rückblenden erfährt der Leser lediglich, dass er von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht und dort schlecht behandelt wurde. Er nennt diese Phase die "Böse Zeit". Erst bei Harley fühlt er sich wohl, auch wenn die beiden ihren Lebensunterhalt durch Gaunereien finanzieren.

Der Protagonist lässt uns durch die Ich-Perspektive Anteil an seinen Gedanken und Gefühlen nehmen. Gerade die Rückblenden lassen mehr Verständnis für "Dannys" Betrügereien und Lügen aufkommen. Doch auch wenn er mir generell nicht total unsympathisch war - er ist eigentlich kein schlechter Kerl und bedient sich unlauterer Mittel nur zum Selbstschutz, ist aber schon ganz schön abgebrüht -, so hat er mich trotz seiner schweren Kindheit nie wirklich emotional berühren können. Er bleibt die ganze Zeit über distanziert, und ich konnte nicht viel mit ihm anfangen.

So hat mich eigentlich die ganze Geschichte nicht berühren können. Natürlich fragt man sich als Leser, ob Dannys Familie tatsächlich sofort glaubt, dass dieser 15jährige Junge ihr vermisster Sohn/Bruder/Enkel ist. Nicht nur "Danny" spielt ihnen etwas vor, auch die Familie hat ihre Geheimnisse. Es gibt Ansätze für eine tiefgründigen, spannenden Plot. Die Geheimnisse um Dannys Verschwinden, der gewalttätige Bruder, die drogenkranke Mutter. Die vorsichtige Freundschaft zwischen "Danny" und Gillian. "Dannys" Vergangenheit und seine wahre Herkunft. Doch alles bleibt recht oberflächlich, mir fehlte überall die Tiefe. Ich hatte beim Lesen eigentlich immer das Gefühl, es passiert nicht wirklich was und die Geschichte plätschert so vor sich hin.

Auch das Ende fand ich persönlich unbefriedigend, auch wenn es wohl eigentlich zum Protagonisten passt. Aber es bleiben zu viele Fragen offen.

Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gern gelesen habe, da ich dank des einfachen Schreibstil recht flott durchgekommen bin und die Story "ganz nett" war. Außerdem falle ich mit 33 Jahren auch nicht mehr wirklich unter die anvisierte Zielgruppe. Aber mir hat die Geschichte nicht viel gegeben, und es blieb das Gefühl, dass man in eine Geschichte hineingeworfen wurde und dann wieder einfach herausgezerrt. Es war einfach keine runde Sache für mich. Aus der Story hätte man sicherlich mehr herausholen können.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Arena-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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