Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: "Dat Leben is kein Trallafitti. Der Fenster-Rentner erklärt die Welt" von Otto Redenkämper

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. September 2014
Verlag: Fischer Taschenbuch
ISBN: 9783596030866
208 Seiten
Preis: 8,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
So kann's gehen: Kaum hat Otto Redenkämper, ein echter Ruhrpottler aus Gelsenkirchen-Buer, gerade mal 40 Jahre auf der Zeche malocht, da isser auch schon Rentner. Und jetzt?

Der leidenschaftliche Schalke-Fan richtet sich seinen neuen „Arbeitsplatz“ am Fenster ein und mischt sich fortan in Dinge ein, die ihn nicht unbedingt etwas angehen. Und wenn er nicht gerade am Fenster sitzt, raubt er seiner geliebten Frau Wilma die letzten Nerven oder hängt mit seinen Kumpels in Jupps Kiosk ab. Dass diesem wegen einer ungeheuren Mieterhöhung die Schließung droht, kann Otto nicht so einfach hinnehmen! Also krempelt er die Ärmel hoch und sammelt nochmal alle Lebenssäfte, um Jupp aus der Klemme zu helfen.

Meine Meinung:
Allein der Titel lässt erahnen, dass es sich hier um ein humorvolles Buch handelt, bei dem es nicht so sehr um die Geschichte an sich geht, sondern um den Spaß dabei. „Dat Leben is kein Trallafitti“ entstand aus dem Blog „Ottos Revier“, der im Juli 2010 online ging. In diesem Band versammeln sich zahlreiche Kurzgeschichten, die allerdings einen roten Faden haben und miteinander verbunden sind.

Otto ist auf jeden Fall ein sympathischer Zeitgenosse. Das Herz am rechten Fleck, stolpert er von Abenteuer zu Abenteuer. An Ottos Seite gibt es noch Ehefrau Wilma, die hier auch eindeutig eine große Sympathieträgerin ist. Egal, was ihr Otto auch anstellt, Wilma verzeiht ihm einfach alles. Dann gibt es noch Ottos beste Freunde Erwin und Jupp, die auch für jede Menge Wirbel und flotte Sprüche sorgen, sowie zahlreiche Nebenfiguren. Echte Bösewichte gibt’s in der Welt der rüstigen Rentner nicht, selbst dem fiesen Bocksprung-Blag erteilt Otto im wohlverdienten Happy End die Absolution.

Der Schreibstil ist sehr locker und einfach gehalten, so dass man richtig flott durch das mit 200 Seiten ohnehin nicht sehr dicke Buch flutscht. Selbstverständlich steht hier der rheinländische Humor im Mittelpunkt. Der Ruhrpott-Dialekt ist stets präsent, aber nicht so stark ausgeprägt, dass man als Nicht-Ruhrpottler Verständnisprobleme hat. Nur ab und zu kannte ich ein Wort nicht, aber generell mochte ich den Dialekt und vor allem die vielen schönen Wörter, die ich dank Otto und Konsorten erlernen durfte. Sonst hätte mich ja auch der Titel nicht so sehr angesprochen - „Trallafitti“ ist zur Zeit mein Lieblingswort.

Otto Redenkämper ist, wie ich schätze, eine Kunstfigur. Ob sich dahinter wirklich ein „Fenster-Rentner“ versteckt oder z. B. ein junger Mann (oder gar eine Frau?), bleibt wohl offen, aber die Illusion ist absolut gelungen. Und egal, ob es Otto nun wirklich gibt oder nicht, er hat sich in die Herzen seiner Leser geschlichen. Ob als Kioskvertretung, die großes Chaos anrichtet, als unfreiwilliger Springbock für unverschämte Blagen oder Müllschlucker im Schwimmbad – mit diesem alten Herrn wird einem sicherlich nicht langweilig.

Ich denke, man hat noch viel mehr Spaß mit dem Buch, wenn man selbst aus dem Ruhrpott kommt bzw. einen Bezug dazu hat und wenn man Schalke-Fan ist. Beides trifft leider nicht auf mich zu, es war jetzt nicht so, dass ich mir während des Lesens den Bauch vor lauter Lachen halten musste. Aber amüsant und unterhaltsam war es auf jeden Fall und konnte mir den ein oder anderen Schmunzler entlocken.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar und an Otto Redenkämper für die launige Betreuung der Leserunde!

Kommentare:

  1. Hahaha, was für ein genial passendes Foto!
    Respekt! :-)
    Dass ich deine Rezis eh mag, ist ja kein Geheimnis ;-)

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  2. Das Buch ist mir schon mehrfach ins Auge gestochen... ich denke es wandert jetzt mal auf meine Wunschliste ;-)

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)