Donnerstag, 28. Mai 2015

Rezension: "Die sechste Farbe des Glücks" von Johanna Wasser

Daten zum Buch:
erschienen am: ? 2015
Verlag: Petit Coeur Verlag
ISBN: 9783981651522
313 Seiten
Preis: 9,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Als Teenager flüchtete sich Isabell immer wieder in das von ihr erfundene Rainbowland. Als Jugendroman wurde die Geschichte um die Elfe Violett und den sensiblen Jungen Luca zum Bestseller und Isabell zur gefeierten Autorin.

Doch heute, 16 Jahre später, leidet Isabell unter einer Schreibblockade. Und das, wo der Verlag immer mehr darauf drängt, die geplante Rainbowland-Trilogie so bald wie möglich zum Ende zu führen. Deshalb hat er sich eine besondere Aktion einfallen lassen: Sechs junge Buchbloggerinnen sollen eine Woche bei der menschenscheuen Autorin verbringen.

Dabei lernt Isabell die junge Bloggerin Sara kennen, die sie nicht nur an ihre Protagonistin Violett erinnert, sondern auch eine magische Anziehungskraft auf sie ausübt. Zur gleichen Zeit verliebt sich Isabell in den charmanten Alex. Dabei hatte sie den Glauben an die Liebe schon längst verloren.

Meine Meinung:
Der Roman „Die sechste Farbe des Glücks“ dreht sich um die Autorin Isabell und die 16jährige Buchbloggerin Sara, deren Leben sich kreuzen und die daraufhin schnell eine intensive Freundschaft miteinander verbindet. Die Geschichte wird abwechselnd aus Isabells (1. Person) und Saras Perspektive (3. Person) erzählt.

Die Protagonistinnen sind sehr liebevoll und detailliert gezeichnet, und auch Isabells Rainbowland ist gut durchdacht. Durch die Ich-Perspektive bei Isabell erfährt man so einiges über die Autorin und ihr Innenleben, wenngleich vieles erstmal offen bleibt bzw. nur angedeutet wird. Ich konnte zu Isabell jedoch leider keinen Bezug herstellen, kann aber nicht sagen, woran das lag. Sara war mir da schon eher sympathisch, aber auch hier gelang es mir nicht, eine Beziehung aufzubauen.

Ich muss zugeben, dass ich mich lange Zeit doch ziemlich gelangweilt habe. Man bekommt nur Erinnerungsfetzen und Andeutungen bei Isabell hingeworfen, und das hat mich etwas genervt. Es passiert eigentlich nichts, außer dass sie die Liebe ihres Lebens kennenlernt, aber mit Alex wiederum ging mir alles viel zu schnell. Der Besuch der Bloggerinnen ist auch sehr unspektakulär. Und wieso Isabell so ein starkes Band zu Sara entwickelt, war mir auch erstmal unbegreiflich und mutete etwas seltsam an. Zumindest dies wird später verständlich.

Die Liebesgeschichte um Sara und Mo wiederum war auch nicht sonderlich spannend. Mit gutem Willen könnte ich also die ersten zwei Drittel des Buches als leise und unaufdringlich bezeichnen. Wenn ich böse wäre, würde ich sie einfach als langweilig bezeichnen.

Die Autorin hat es dann für mich persönlich im letzten Drittel wieder rausgerissen. Hier werden Geheimnisse gelüftet, Andeutungen endlich weiter ausgeführt, die Geschichte hinter Rainbowland wird endlich deutlicher, und die Story gewinnt an Fahrt. Zum ersten Mal wurde ich dann auch emotional von dem Buch mitgerissen, wenngleich es ganz schön kitschig wurde, aber irgendwie gefiel mir das. Auch wenn ich bis zum Schluss keine Beziehung zu Isabell oder Sara aufbauen konnte, hab ich hier doch ein paar Tränchen verdrückt.

Der Schreibstil ist ganz gut, aber auch Geschmackssache. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin gerade bei Beschreibungen oder auch emotionalen Szenen gerne poetisch wird. Ich denke, das könnte vielen Lesern gefallen, ich bin aber leider gerenell nicht so der Poesie-Fan. Gerade am Anfang bin ich doch ab und an über Formulierungen gestolpert, die für mich etwas holprig bzw. zu gewollt klangen. Zudem habe ich gerade im letzten Teil des Buches öfter Fehler gefunden. Es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn hier nochmal jemand über das Skript schaut und die gröbsten Schnitzer verbessert; auch die Kommasetzung ist in diesem Buch etwas eigenwillig.

Alles in Allem hatte ich ein bisschen mehr von der Geschichte erwartet. Erst im letzten Drittel konnte es die Autorin für mich wieder rausreißen. Auch wenn ich mich ehrlich gesagt am Anfang ziemlich gelangweilt habe, bin ich mir sicher, dass es viele Leserinnen geben wird, die das Buch von Anfang an ganz bezaubernd finden. Man merkt die Liebe der Autorin zu ihren Figuren und deren Geschichte einfach an, und das fand ich sehr sympathisch. Ich denke aber, dass Johanna Wasser noch viel mehr Potential hat und freue mich schon auf ihre nächsten Buchprojekte.

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an "Blogg dein Buch" und Johanna Wasser für dieses Rezensionsexemplar im Rahmen der Lovely Selfies-Aktion!

P.S.: Das Buch gibt es gerade als eBook für unglaubliche 99 Cent! Da kann ich nur sagen: Zuschlagen!

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