Dienstag, 8. September 2015

Rezension: "Cottage mit Kater" von Hermien Stellmacher

Daten zum Buch:
erschienen am: 6. Juli 2015
Verlag: insel taschenbuch
ISBN: 9783458360889
253 Seiten
Preis: 8,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Krimiautorin Nora macht gerade eine schwierige Phase durch: Ihre geliebte Mutter ist gestorben, ihr Lebensgefährte lässt sie in ihrer Trauer alleine. Das Angebot eines Freundes, sein Cottage im beschaulichen Cornwall während seiner Abwesenheit zu bewohnen, kommt daher zum richtigen Zeitpunkt. Hier will Nora die Ruhe finden, um ihren längst überfälligen Krimi zu vollenden.

Als sie jedoch einen kleinen Kater an den Klippen vor dem sicheren Tod rettet, weicht ihr die kleine Samtpfote nicht mehr von der Seite. Dabei wollte Nora sich um nichts und niemanden mehr kümmern! Sie versucht, den kleinen Smuggler wieder loszuwerden, doch der Kleine bleibt hartnäckig und erobert mit seinem Charme nach und nach das Herz der Autorin. Und dann ist da auch noch der tierliebe Nachbar Phil...

Meine Meinung:
Von Hermien Stellmacher habe ich bereits "George Clooney, Tante Renate & ich", "Garantiert wechselhaft" sowie "Überwiegend fabelhaft" gelesen, drei humorvolle Romane, die sie unter ihrem Pseudonym Fanny Wagner veröffentlicht hat. Da mir ihre Bücher bislang sehr gut gefielen, war "Cottage für Kater" ein Muss für mich!

Im Gegensatz zu den Fanny Wagner-Büchern ist Noras Geschichte etwas ernster, wenngleich der typische Humor und die kleinen Augenzwinker auch hier nicht fehlen. Nora ist eine nachdenkliche Person, die nach all den Ereignissen in ihrem Leben auf Abstand zu Anderen gehen möchte. Sie will sich an niemanden mehr binden, weder an Mensch noch Tier. Deshalb möchte sie Smuggler sofort wieder loswerden. Wie sie anfänglich diesem charismatischen Kater widerstehen und mit ihm böse sein kann, ist mir rätselhaft, aber zum Glück fällt Noras Schutzpanzer dann ja doch noch. Dennoch blieb sie mir leider die meiste Zeit eher fremd, wenngleich sie mir nicht unsympathisch war.

In "Cottage mit Kater" stehen meiner Meinung nach drei Dinge im Fokus: Das Leben mit einer Katze, die Landschaft Südenglands und die Arbeit als Autorin. Man erhält viele interessante Einblicke in den Alltag einer Schriftstellerin und die Entstehung eines Buches. Hier kann Hermien Stellmacher dank viel Erfahrung natürlich aus den Vollen schöpfen.

Neben den Landschaftsbeschreibungen, die Lust auf einen spontanen Abstecher nach Cornwall machen, fand ich aber vor allem die Beschreibungen von Smuggler sehr schön. Man merkt der Autorin an, dass sie selbst begeisterte Katzenmutter ist. Der kleine Kater, sein Verhalten und die wachsende Zuneigung zwischen ihm und Nora werden liebevoll beschrieben.
"Smuggler konnte meine Fragen zwar nicht beantworten, doch glaubte ich, ihn von Tag zu Tag besser verstehen zu können. Mau war nicht Mau, so viel hatte ich bereits gelernt. Und er wurde immer gesprächiger.
Wenn er frühmorgens durch das Haus fegte, stieß er begeisterte Schreie aus, die wie 'Rah-wau!' klangen. So, als wolle er mir mitteilen, dass ein neuer Tag geliefert worden war und wir das auf der Stelle feiern sollten. Es gab Momente, in denen er leise vor sich hinmurmelnd durchs Haus tigerte, als würde er das Für und Wider einer Sache mit sich selber diskutieren. Und es gab das Begrüßungsmiauen, das oft so fragend klang, dass ich ihm automatisch erzählte, wo ich gewesen war." (S. 87)
Neben Smuggler darf natürlich auch ein neuer Mann in Noras Umfeld nicht fehlen, der uns in Form des gut aussehenden, charmanten, tierlieben und in der Küche begabten Phil serviert wird. Ehrlich gesagt war mir Phil zu glatt und die Entwicklung zwischen Nora und ihm etwas zu klischeehaft bzw. voraussehbar. Auch das Ende ist für alle Beteiligten sehr wohlwollend ausgefallen. Hier hätte ich ein paar Überraschungen oder Reibereien begrüßt. Auch der egozentrische Ex-Freund, der noch spontan auftaucht, konnte da nicht mehr viel drehen.

Alles in Allem ist "Cottage mit Kater" eine schöne, abgerundete Geschichte mit Happy End, bei der man sich wohlfühlt.

Tipp: Wer das Glück hat, mit einer Samtpfote zusammenleben zu dürfen, sollte sich diese während der Lektüre schnappen. Bei Bedarf kraulen, so dass das Fell unter den Händen und das wohlige Schnurren für einen netten 3D-Effekt sorgen. ;-)

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Insel-Verlag für das Rezensionsexemplar und an Hermien Stellmacher für die gewohnt intensive Betreuung der Leserunde!

Kommentare:

  1. Hey :D

    Das klingt ja wirklich nach einer niedlichen Geschichte. Ich bin selbst Katzenmama von zwei tollen Stubentigern und mag natürlich Geschichten, in denen Katzen eine größere Rolle einnehmen. Vielleicht werde ich mal danach greifen :)

    Liebe Grüße,
    Diana

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  2. Hey ♥

    Klingt nach einer seeehr schönen Geschichte für Zwischendurch :o)
    Leider habe ich keine Samtpfote zu Hause (Tierhaarallergie *snief*), aber ich kann mir vorstellen, dass der 3D-Effekt wirklich was kann *smile*

    Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende! ♥
    Nana (alias Leserin No. 165!) :o)

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