Sonntag, 8. November 2015

Rezension: "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon

Daten zum Buch:
erschienen am: 17. September 2015
Verlag: Dressler
ISBN: 9783791525402
336 Seiten
Preis: 16,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Die 18jährige Maddy leidet an SCID, einem seltenen Immundefekt, durch den sie schon bei der kleinsten Berührung mit Keimen sterben kann. Deshalb hat sie ihr Leben lang nicht das Haus verlassen und fristet ihr Dasein zwischen Fernunterricht und Spieleabenden mit ihrer Mutter, einer alleinerziehenden Ärztin. Nur wenige Menschen dürfen Maddy unter strengen hygienischen Auflagen besuchen.

Maddy hat sich in ihr "SCID-Gefängnis" eingefügt und ist trotzdem ein lebensbejahender Mensch geblieben, wenngleich ihr etwas fehlt. Als dann im Haus gegenüber der geheimnisvolle Olly einzieht, entwickelt sich aus anfänglichen Chats eine tiefe Verbundenheit. Dank Maddys Krankenschwester Carla können sich die Teenager regelmäßig sehen, wenngleich sie sich nicht berühren dürfen. Doch als diese heimlichen Treffen auffliegen und Maddys Mutter den Kontakt zu Olly komplett unterbindet, merkt Maddy, dass sie mehr will, als ihr ganzes Leben zwischen weißen Wänden zu verbringen...

Meine Meinung:
Als ich dieses Buch erhielt, gab es bereits viele lobende Stimmen, die sich beinahe überschlugen, wie toll und berührend die Geschichte ist. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Und ja, sie wurden erfüllt, aber mit Einschränkungen.

Das Buch liest sich sehr schnell durch die kurzen Kapitel. Die verschiedenen "Arten" der Erzählung (Chats, Mails, Lexikoneinträge etc.) machen das Ganze abwechslungsreich und noch lebendiger.

Die Geschichte wird aus Maddys Sicht erzählt. Obwohl sie nicht das Haus verlassen darf und die Welt draußen nur über das Internet und aus ihrem Zimmerfenster beobachten kann, macht sie wirklich das Beste aus ihrer Situation. Eine große Hilfe sind ihr hierbei auch ihre Pflegerin Carla und ihre Mutter, mit der Maddy ein sehr inniges Verhältnis hat.

Maddy war mir von Anfang an sympathisch, und man wünscht sich für sie, dass ein Wunder geschehen möge und sie endlich ein normales Leben führen darf. Auch Olly ist ein liebenswerter Junge, der trotz Maddys "Handicap" alles tut, um ihr Herz zu erobern und mit ihr zusammen sein zu können. Die aufkeimende und dann intensive Liebe zwischen den beiden ist wirklich etwas Besonderes und regelrecht beneidenswert.

Mit der Wendung im letzten Teil ist der Autorin eine Überraschung gelungen, denn ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass sich die Geschichte so entwickelt, wenngleich es schon vorher ein paar Hinweise gab.

Alles in allem war es ein kurzweiliges Buch, das ich gerne gelesen habe. Aber wenn ich an die sich überschlagenden Rezensionen anderer Leser denke, muss ich ehrlich sagen, dass mich "Du neben mir" nicht in meinem tiefsten Inneren berührt hat und ich nicht total überwältigt bin von der Geschichte und den Emotionen darin. Eine gewisse Distanz blieb einfach zwischen mir und Maddy, die ihre Gefühle manchmal richtig nüchtern formulierte. Und auch Olly wäre kein Junge, in den ich persönlich mich verlieben könnte. Ich denke, dass die Charaktere und ihre Gefühlswelt die eigentliche Zielgruppe, also Jugendliche, noch einen Ticken mehr ansprechen als mich als Erwachsene. Es ist aber auf alle Fälle ein schönes Buch mit einer interessanten Story und zwei liebenswerten Protagonisten.

4 von 5 Schreiberpaletten




Vielen Dank an "Was liest du?" für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Stimmt, die begeisterten Stimmen überschlugen bzw. überschlagen sich bei diesem Buch wirklich! Ich finde die Aufmachung von Du neben mir so besonders toll... Ich kann deine "Kritik" allerdings auch verstehen, so lange bleibt das Buch dann doch nicht in Erinnerung.

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    1. Da bin ich ja beruhigt, zumal du ja zur Zielgruppe gehörst. Die Aufmachung ist wirklich sehr schön, und vielleicht führt das ja ein bisschen dazu, dass man das Buch gleich noch toller findet. ;-) Aber du hast wirklich Recht, das Buch ist jetzt auch nicht permanent im Hinterkopf bei mir. LG

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  2. Ich geb dir recht was das Hineinfühlen in Maddy und Olly angeht; die Distanz bleibt schon. Ich fand Maddy etwas zu eingebildet, gerade am Anfang. "Niemand hat mehr Bücher gelesen als ich!" Bitch, please...
    Hat mich aber beim Lesen eigentlich nicht arg gestört, dass ich mich meistens nicht mit ihr identifiziert hab.
    lg

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