Montag, 2. November 2015

Rezension: "Pikkolo und Panettone. Famiglia Maiotti tischt auf" von Astrida Wallat

Daten zum Buch:
erschienen am: 12. Oktober 2015
Verlag: Atlantik
ISBN: 9783455650662
288 Seiten
Preis: 14,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Familie – Fluch und Segen zugleich. Das denkt sich auch Dauersingle Anna Maiotti. Die ruhige, 23jährige Zahnarzthelferin lebt zusammen mit ihren Eltern, ihrer launischen Schwester Maura und den italienischen Großeltern unter einem Dach. Hier ist immer was los, und ganz besonders zur Weihnachtszeit, wenn auch der Rest der Verwandtschaft eintrudelt! Denn nicht alle in der italienisch-fränkischen Familie sind sich wohlgesonnen.

Während daheim in der Küche das Chaos und die Frauen der Familie um die Vorherrschaft am Herd toben, leidet Maura an Liebeskummer. Auf dem Weihnachtsmarkt geht Nonna verloren, dafür trifft Anna den sympathischen Peter, der zukünftig noch öfter ihre Wege kreuzen wird. Nebenbei soll sie noch ihren 8jährigen Patensohn Ugolino bespaßen und deckt zufällig ein Familiengeheimnis auf – mit ungeahnten Folgen... 

Meine Meinung:
Eins ist schonmal klar: Bei Familie Maiotti wird es sicherlich nie langweilig! Genauso turbulent wie das Familienleben der italo-fränkischen Meute ist auch Astrida Wallats Schreibstil: Sehr lebendig, spritzig und lustig, dabei aber auch immer eloquent und nicht ins Klamaukige abdriftend. Dementsprechend liest sich das Buch angenehm und flott.

Die Geschichte wird aus Annas Sicht erzählt, die mir auf Anhieb sympathisch war. Im Gegensatz zu den anderen Frauen in der Familie – allen voran Maura und Nonna – ist sie eher ruhig und wirkt sehr vernünftig. Nur manchmal dachte ich mir, dass sie öfter mal ganz schön lange auf dem Schlauch steht. Die restlichen Familienmitglieder haben alle ihre eigenen Charaktere und sind meist liebenswürdig bis skurril. Echte Bad Boys gibt es hier nicht, nur ein paar spießige Deutsche wie Oma Lieselotte und die schwäbischen Nachbarn mit ihrer Kehrwoche. Aber selbst diesen Spielverderbern kann man noch Gutes abgewinnen.

Ein paar Klischees müssen einfach sein, sie kommen ja nicht von ungefähr. Hier gibt es sowohl die typischen Italiener als auch die typischen Deutschen. Es gab aber auch ein paar erfreuliche Details, die sich für mich von anderen, oft in Romanen mit weiblicher Protagonistin zu findenden Stereotypen abhoben. So fand ich es erfrischend, dass Anna einen stinknormalen Beruf ausübt und nicht Journalistin/PR-Frau/Innenarchitektin etc. ist. Und dass Schwester Maura die in Liebesdingen erfolgreichere Schwester ist, obwohl sie übergewichtig ist und Anna schlank. Oder dass der schweigsame Nonno Tarotkarten legt, was ich eher der Großmutter zugetraut hätte.

Wer Italienisch lernen will, ist hier gut bedient, denn die bilinguale Familie Maiotti lässt viele italienische Wörter und Redewendungen fallen. Keine Sorge, diese werden auch immer noch in deutscher Übersetzung wiedergegeben, entweder wortwörtlich oder sinngemäß, so dass es kein Nachteil für den Leser ist, der des Italienischen nicht mächtig ist. Man muss sich für die Lektüre also nicht mit dem Wörterbuch bewaffnen.

Dafür sollte man aber kein Problem mit haarsträubenden Zufällen haben, denn gerade im letzten Drittel wird es sehr turbulent, und hier entwickelt die Geschichte dann eine kuriose Eigendynamik, man möchte fast sagen, hier sind mit der Autorin nochmal die Gäule durchgegangen. Dafür ist es dann aber auch saukomisch.

Übrigens darf man nicht auf Diät sein, wenn man dieses Buch liest, denn vor allem Nonna wartet hier mit köstlichen italienischen Spezialitäten auf. Hier wird viel gekocht und verspeist, so dass es schwerfällt, beim Lesen keinen Hunger zu bekommen.

„Pikkolo und Panettone“ ist eine herrlich komische Familienkomödie mit viel italienischem Charme, die von ihren liebenswürdigen Charakteren und vielen Verwicklungen und Zufällen lebt. Die Liebesgeschichte um Anna und Peter rückt hier eindeutig in den Hintergrund, hier geht es ganz klar um la famiglia. Es macht richtig Spaß, sich unter die Maiottis zu mischen, und ja, man wird auch etwas neidisch, dass man selbst nicht mit solch einer Familie gesegnet bzw. verflucht ist. Ich könnte mir dieses Buch auch gut als turbulente Familienkomödie im Fernsehen vorstellen.

Und wer nicht genug von Anna und ihrer Sippe bekommen kann: Eine Fortsetzung ist laut Autorin bereits in Planung.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Atlantik-Verlag für dieses Rezensionsexemplar und an die Autorin für die intensive Betreuung der Leserunde!

Kommentare:

  1. Hallo,

    dieses Buch kannte ich noch gar nicht. Es klingt nach einer lustigen Geschichte und musste gleich auf meinen Wunschzettel :)

    Liebe Grüße
    Diana

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  2. Hallöchen :)
    Ich freue mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ich war leider nicht so überzeugt von dem Buch, weil mir alles zu durcheinander war, aber so unterschiedlich sind die Geschmäcker eben. :D
    Ich habe deine Rezension bei mir verlinkt und hoffe, dass ist okay. :D

    Liebst, Lotta

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