Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension: "Der Pfauenfedernmord" von Ulrike Busch

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. Dezember 2015
Verlag: Amazon Publishing
ISBN: 9781503954588
278 Seiten
Preis: 9,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Jedes Jahr treffen sich die Ehepaare Wiederkehr, Bitterstein und Geier zum Sommerurlaub auf der Insel Sylt. Dieses Jahr können gleich zwei Jubiläen begangen werden: Das 25jährige Bestehen der Clique sowie die Silberhochzeit von Schönheitschirurg Dr. Claus Wiederkehr und seiner 20 Jahre jüngeren Frau Valerie, die nicht nur eine erfolgreiche Kunstgaleristin, sondern auch Claus' beste Kundin ist...

Während sich Claus und Valerie schon lange nichts mehr zu sagen haben, fallen zwischen Karin und Konrad Bitterstein umso mehr Worte - jedoch keine sonderlich freundlichen. Günther und Armgard Geier wiederum plagen Existenzängste. Was von der einstmaligen Freundschaft übrig geblieben ist, sind Gezicke, Gezanke, Neid und Eifersucht. Und der junge Italiener Marian, der angeblich mit Valeries bester Freundin Ilona zusammen ist, spielt in der illustren Runde eine genauso fragwürdige Rolle wie die Malerin Marla van Daalen, Valeries neuer Star am Künstlerhimmel.

Als eines Tages am Strand eine Frauenleiche gefunden wird, ist sofort klar: Hier handelte es sich weder um Selbstmord noch um einen Unfall. Hauptkommissar Kuno Knudsen, der mit dem Ehepaar Wiederkehr befreundet ist, leitet die Ermittlungen ein und merkt schnell, dass es an Tatverdächtigen nicht mangelt...

Meine Meinung:
Ich bin ja nicht so die typische Krimitante. Zwar ist der sonntägliche "Tatort" Pflichtprogramm, aber zu einem Krimi in Buchform greife ich nicht so oft, und wenn, dann eher zu etwas Lockerem, gerne mit Regionalbezug.

Von Ulrike Busch habe ich bereits "Himmelhochjauchendhellblau" gelesen, das sich um rüstige Rentner in einem Seniorenheim dreht. Da ich ihren leichten, humorigen Schreibstil sehr schätze, wagte ich mich auch an ihren ersten Krimi heran. Und eins vorweg: Ich fand ihn sehr gut.

In diesem Roman ermittelt erstmalig Kriminalhauptkommissar Kuno Knudsen mit seinem Assistenten Arne Zander. Kuno ist ein sympathischer Ermittler mit Herz. So richtig in Aktion tritt er jedoch erst nach circa der Hälfte des Buches.

Im Mittelpunkt steht das wohlhabende Society-Pärchen Claus und Valerie Wiederkehr mit seinem Bekanntenkreis. Es wird schnell klar, dass die Paare nicht mehr als die jährlichen Treffen verbinden, an denen eigentlich fast alle eher widerwillig teilnehmen. Umso erstaunlicher, dass die Clique wider Willen bereits seit 25 Jahren besteht.

Der Roman spielt in einem Zeitraum von 17 Tagen. Zu Beginn wird die Leiche entdeckt, danach erfolgt ein Zeitsprung fünf Tage zurück und die Beteiligten werden vorgestellt, die Handlung nimmt ihren Lauf, bis die Geschichte wieder beim Fund der Leiche einsetzt und die Ermittlungsarbeiten beginnen.

Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, so dass man nach und nach alle Figuren gut kennenlernt und auch an deren Gedanken und Gefühlen teilhaben kann. Fast alle Charaktere haben für den Mord ein Motiv, und tatsächlich ist der Kreis der Verdächtigen nicht gerade klein. Dies hat mir gut gefallen, da man als Leser nicht sofort weiß, wer der Täter ist, sondern selbst miträtseln kann. (Letztendlich war ich auf der richtigen Spur, aber hatte mehrere mögliche Täter in Verdacht.) Selbst die Identität der Leiche bleibt eine Zeitlang offen, ist aber recht schnell klar. Dennoch ist es ein guter Einfall, den Leser am Anfang noch etwas im Zweifel zu lassen, ob das Mordopfer wirklich die Person ist, die man vermutet.  

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Das Buch ist sehr flüssig zu lesen, und es gibt viele humorvolle bzw. ironische Stellen, die die an sich ernste Geschichte auflockern. Oberflächlichkeit kann man der Autorin nicht vorwerfen, ihre Charaktere werden teilweise sehr tief gezeichnet, so dass man auch die Beweggründe für Handlungen sehr gut nachvollziehen kann. Action- oder blutrünstige Szenen sucht man hier vergebens, ich habe sie auch nicht vermisst. Hier geht es voll und ganz um die agierenden Figuren und die Ermittlungsarbeiten.

"Der Pfauenfedernmord" ist ein gut durchdachter Krimi mit vielen Wendungen und interessanten Charakteren, der mich sehr gut unterhalten hat. Nicht nur für Krimi- und Syltfans ein Lesevergnügen erster Klasse!

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Ulrike Busch für das Rezensionsexemplar und die intensive Betreuung der LovelyBooks-Leserunde!

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    das Buch klingt echt spannend, auch wenn ich eher der Thriller- statt Krimileser bin.

    LG
    Sonja

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