Dienstag, 24. Februar 2015

Blogtour: "Herz in Scherben" von Kathrin Lange - Leseproben inkl. Gewinnspiel


Herzlich willkommen bei der Blogtour zu Kathrin Langes „Herz in Scherben“, die heute bei mir und meiner Blogtourpartnerin Sarah Halt macht.

Ich habe euch ein paar kleine Leseproben aus dem Roman herausgesucht, die euch hoffentlich (noch) neugierig(er) auf das Buch machen!

Zuerst einmal zur Einstimmung der Buchtrailer zum Auftakt der "Herz aus Glas"-Trilogie:




Seit den Geschehnissen auf Martha's Vineyard sind mehrere Monate vergangen. Juli und David leben jetzt in Julis Heimatstadt Boston, wo sie beide versuchen, die dramatischen Erlebnisse auf den Klippen zu verarbeiten. Ziemlich überraschend erhält David eine Einladung zu einer großen Feier anlässlich des 50. Geburtstages seines Vater Jason.

>>> Ich überlegte. „Wenn ihr so ein schlechtes Verhältnis habt, du und dein Vater, warum hat er dich dann eingeladen?“
Weil es nun mal zum guten Ton gehört“, sagte er seufzend. Seine Fingerspitzen krabbelten über meinen Rücken. „Ich werde irgendwann den Verlag übernehmen und darum hält er es für meine Pflicht, bei solchen Anlässen zu repräsentieren.“
Ich riss die Augen auf. „Du sollst den Verlag übernehmen?“
Er lächelte: „Warum nicht? Du weißt, dass ich Bücher mag. Genauso wie du.“
Ich nickte nachdenklich. Wir hatten bisher nur wenig darüber gesprochen, wie David sich seine eigene Zukunft vorstellte, das wurde mir in diesem Augenblick klar. Wir waren viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, mit der Gegenwart klarzukommen. Konnte ich mir David als Leiter eines großen Verlagshauses wie Bell Publishing vorstellen? Irgendwie schon. Er hatte eine natürliche Autorität, die es einem leicht machte, ihn sich als Chef von vielen Angestellten vorzustellen. Trotzdem: Er als Nachfolger von Jason? Ich hatte Mühe, das zu glauben.
Meinst du, er hat dich eingeladen, weil er sich mit dir versöhnen will?“, überlegte ich.
David schüttelte den Kopf. „Kaum denkbar.“
Warum nicht? Er...“
Jetzt legte er mir die Fingerspitzen auf den Mund. „Scht! Themawechsel, okay?“
Ich unterdrückte ein Seufzen, gab jedoch nach. „Okay.“
Eine Weile lang schwiegen wir beide, kuschelten uns nur aneinander und lauschten auf den Herzschlag des jeweils anderen.
Dein Vater“, rutschte es mir schließlich heraus. „Er...“
Ich spürte Anspannung in Davids Körper und verstummte.
Also?“, sagte er schließlich und schenkte mir ein kleines Lächeln. „Spuck schon aus, was du sagen wolltest, bevor du noch platzt!“
Ich hatte zwar ein schlechtes Gewissen, so in Davids Wunden zu bohren. Trotzdem arbeiteten so viele Fragen in mir, seit wir zurück in Boston waren. Ich dachte an die Ereignisse, die wir im Winter gemeinsam erlebt hatten – überlebt traf es wahrscheinlich besser. Ich dachte daran, wie mein Vater und Jason Bell mich gebeten hatten, mich um David zu kümmern, weil seine Verlobte Charlie kurz zuvor gestorben war. Ich dachte daran, wie ich herausgefunden hatte, dass Charlies Tod möglicherweise kein Unfall gewesen war, sondern Selbstmord. Ich dachte an die langen, kalten Wintertage an Davids Seite, die angefüllt waren mit Düsternis und Angst, mit dem Gefasel eines indianischen Dienstmädchens von dem Geist einer toten Frau und einem unheimlichen Fluch, mit eisigem Frösteln in der großen Halle des Herrenhauses und unheimlichen, gewisperten Stimmen draußen im Freien und auf den Klippen. Und ich dachte daran, wie das Ganze schließlich auf ebendiesen Klippen geendet hatte – erst mit dem Tod von Taylor und schließlich mit dem Mordversuch von Davids bestem Freund Henry an mir selbst.
David befand sich in Therapie seitdem. Ich selbst hatte eine Weile lang mit dem Gedanken gespielt, das ebenfalls zu tun, aber letztendlich hatte ich mich dagegen entschieden. Ich hatte das Gefühl, dass ich mit all diesen Ereignissen ganz gut allein zurechtkam. - Nun ja. Wahrscheinlich tat ich das, weil ein Freund von Dad, der Psychiater war und sich ab und an mit mir unterhielt, mir nicht unwesentlich dabei half.
Ich muss oft an alles denken“, murmelte ich.
David atmete so tief durch, dass mein Kopf an seiner Brust sich hob und senkte. Bevor ich ihn fragen konnte, woran er er dachte, sagte er etwas sehr Sonderbares: „Mein Vater, Juli... hat immerhin kein Blut an den Händen.“
Ich richtete mich auf und rückte ein Stück von David ab.
Was ist das denn für ein finsterer Spruch?“, empörte ich mich. „Du hast doch auch kein Blut an den Händen!“
Er lehnte den Kopf gegen die Wand hinter seinem Rücken und schloss die Augen. Auf einmal sah er erschöpft aus. „Lass gut sein, Juli, okay?“
Ich wollte protestieren, aber er legte sich selbst den Zeigefinger an die Lippen. „Scht!“ Als ich trotzdem weiterreden wollte, lehnte er sich vor und verschloss mir den Mund mit einem langen Kuss.
Versprich mir nur eins!“, stieß ich atemlos hervor, als er sich von mir löste.
Er nickte ergeben. „Was?“
Dass du nicht auf diese bescheuerte Insel zurückfahren wirst!“
Das Licht der Leselampe warf einen tiefen Schatten über seine Augen, als er den Kopf senkte. „Ich verspreche es“, sagte er leise.
Heute frage ich mich manchmal, ob er an diesem Abend tatsächlich noch entschlossen war, dieses Versprechen zu halten, oder ob mich da schon angelogen hat. Denn natürlich fuhr er kurz darauf nach Sorrow. Und ich konnte nichts dagegen tun. <<<
(S. 33-35)

David bricht sein Versprechen und macht sich heimlich auf den Weg. Doch Juli, die mit ihrem Vater ebenfalls zur Feier eingeladen ist, folgt ihm kurzerhand, auch wenn sie eigentlich nie wieder einen Fuß auf die Insel setzen wollte.

Doch kaum angekommen, reißen die alten Wunden wieder auf. David leidet darunter, sich nicht an die Nacht von Charlies Tod erinnern zu können, und zieht sich von Juli zurück. Und Jason Bell ist immer noch der abweisende Vater, der David für einen Schwächling hält.

>>> Kaum waren sie fort, verzerrte sich Jasons Gesichtsausdruck erneut. Mir grauste es beim raschen Wechsel seiner Stimmungen.
David hatte noch immer die Fäuste geballt. Jason musterte ihn mitleidig. „Na, los doch!“, wisperte er kaum verständlich. „Das willst du doch schon so lange tun, nicht wahr? Seit diesem Tag, David, an dem Charlie...“
Diesmal wurde er unterbrochen, weil Davids Faust ihn in den Magen traf. Es war ein ansatzloser Schlag, hart und kompromisslos. Ein leises Ächzen kam aus Jasons Mund, er klappte vornüber, aber ich wusste in dieser Sekunde, dass er nicht ernsthaft verletzt war. Langsam richtete er sich wieder auf. „Ist das alles, was du draufhast?“ Seine Stimme troff vor Hohn.
David stand da, als wäre er zu Stein erstarrt, und auch ich war unfähig, mich zu rühren.
Aus irgendeinem Grund verlangsamte sich die Zeit. Ich sah, wie Jasons Arm zurückschwang, wie er mit der flachen Hand ausholte, so weit, wie es ging. Und dann sah ich seine Hand vorschnellen, in Davids Gesicht. Davids Kopf wurde herumgerissen. Das Klatschen der demütigenden Ohrfeige hallte in meinen Ohren.
David rührte sich nicht. Mehrere Sekunden lang stand er da, den Kopf nach links gedreht, die Haare in die Augen hängend, während sich Jasons Handabdruck auf seiner Wange und seinem Jochbein abzeichnete. In seinen Augen loderte es hasserfüllt.
Ich hielt den Atem an, als er erneut die Fäuste ballte. Schon sah ich ihn auf seinen Vater zufliegen, sah die beiden in einer blutigen Prügelei zu Boden gehen, sah die Gäste vor meinem geistigen Auge neugierig tuschelnd herbeistürmen. Aber etwas gänzlich Unerwartetes geschah. David schlug tatsächlich noch einmal zu – mit einem lang gezogenen Schrei. Aber seine Faust krachte nicht ins Gesicht seines Vaters. Sondern auf die Glasplatte des kleinen Tisches, der neben ihm stand. Das Glas zersprang mit einem Knall. Als habe das irgendeinen Bann gebrochen, der über Jason gelegen hatte, blinzelte er irritiert.
Dann warf er sich abrupt herum und wankte genauso unsicher über den Rasen davon, wie er sich uns vor wenigen Minuten genähert hatte.
Ich wandte mich David zu. Und erschrak.
Blut troff von seiner Handkante, rann ihm als breiter Strom in den Ärmel. Aber das war es nicht, was mich in Panik versetzte. Es war der Ausdruck auf seinem Gesicht. Ich hatte erwartet, dort noch immer den flammenden Zorn auf seinen Vater zu sehen. Doch da war etwas völlig anderes.
David starrte auf das Blut. Er sah aus, als hätte ihn eine plötzliche Erkenntnis durchzuckt. Dann wurde der Ausdruck auf seinem Gesicht abgelöst von so tiefem Entsetzen, dass meine Knie anfingen zu zittern. Er taumelte, tastete mit der unverletzten Hand nach Halt. Ich griff zu, fasste seinen Arm und er stützte sich schwer auf mich. Ich kannte den Grund für sein Entsetzen. Wusste, was ihn beinahe zu Boden gehen ließ.
Er hatte sich an irgendwas erinnert. <<<
(S. 135-137)

Juli leidet nicht nur unter Davids Zurückweisung, sondern auch unter sonderbaren, schaurigen Albträumen. Auf unerklärliche Weise fühlt sie sich stark von den Klippen angezogen.

>>> Ich wartete, bis Dad fortgegangen war, und danach stand ich noch eine ganze Weile unschlüssig in der Halle herum. Schließlich entschied ich mich, nach oben in mein Zimmer zu gehen. Meine Hand berührte den Handlauf der Treppe und ein Frösteln überfiel mich, ein eisiger Schauer, der in meinem Genick begann und von dort aus über mein gesamtes Rückgrat rieselte. Bevor ich wusste, wie ich damit umgehen sollte, sagte hinter mir eine leise Stimme: „Sie wissen, dass Madeleine da ist, nicht wahr? Sie können sie spüren, genauso wie ich.“
Ich drehte mich um.
Vor mir stand Grace. Ihr Gesicht war weiß und leer wie eine Leinwand, bevor der Maler den Pinsel hob. Aber in ihren Augen funkelte etwas, das mich zornig machte. „Fangen Sie nicht schon wieder mit diesem Geisterzeug an!“, fuhr ich sie betont unfreundlich an, um mein eigenes Unbehagen zu überspielen.
Ich habe Sie davor gewarnt, zurück auf die Insel zu kommen.“ Sie lächelte. Ich wusste nicht so recht, ob herablassend oder mitleidig. Überhaupt schien mir jedes bisschen gesunder Menschenverstand abhandengekommen zu sein. Ich meine: Warum hörte ich mir Grace' Gerede nur immer wieder an? Konnte es sein, dass ich den Schauder inzwischen genoss? Können wir uns an das Furchtbare in unserem Leben so sehr gewöhnen, dass wir es herbeisehnen, wenn es nicht da ist?
Im Traum hatte ich mich darauf gefreut, in die Tiefe zu springen. Vielleicht war das ja Ausdruck meines geistigen Zustands. Vielleicht war ich ja auf die Insel zurückgekommen, weil ich leiden wollte.
Genau wie David.
Sie wollten nicht auf mich hören“, redete Grace weiter. „Madeleine hat Sie einmal entkommen lassen. Sie wird es nicht ein zweites Mal tun.“
Ich weiß“, stieß ich hervor. „Ich werde sterben.“
Grace' Lächeln veränderte sich, wurde höhnisch. Sie öffnete den Mund, aber bevor sie etwas sagen konnte, wurde die Tür zu Jasons Arbeitszimmer aufgerissen und David stürmte an uns vorbei.
Grace machte ein Geräusch, das irgendwie triumphierend klang.
Ich ließ sie stehen und rannte hinter David her. Erst draußen auf der Eingangstreppe erwischte ich ihn. Ich packte seinen Unterarm und zwang ihn, sich zu mir umzudrehen.
Seine Augen...
Ein Ausdruck flackerte darin, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Horror. Das war das einzige Wort, das mir dazu einfiel. „Was ist passiert?“, hauchte ich und ließ ihn los.
Er stand ganz aufrecht, regungslos, so, als habe sich seine Wirbelsäule in Stein verwandelt. Ich konnte den Pulsschlag sehen, der unter der dünnen Haut an seinem Hals klopfte. „David?“, flüsterte ich. Ich wollte diesen Ausdruck von seinem Gesicht wischen, aber natürlich ging das nicht. Alles, was ich tun konnte, war, die Hand nach ihm auszustrecken und seine Wange zu berühren.
Da endlich fing er sich.
Er packte meine Hand. Umklammerte sie so fest, dass es wehtat. Ich beklagte mich nicht.
Die Worte fielen aus seinem Mund und vor meine Füße wie scharfkantige Scherben.
Sie haben Charlies Leiche gefunden.“ <<<
(S. 164-165)

Und wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und wissen wollt, wie die Geschichte um Juli, David und den Fluch von Madeleine Bower weitergeht, dann ab in die Buchhandlung und „Herz in Scherben“ kaufen!

Alternativ könnt ihr auch versuchen, das Buch zu gewinnen, denn der Verlag verlost unter allen, die auf den 14 teilnehmenden Blogs kommentieren, ein Exemplar: Hinterlasst mir einfach bis zum 2. März einen Kommentar, wie euch die Leseproben gefallen haben. Oder/Und schaut bei Sarah vorbei und macht bei ihrem kleinen Rätsel mit.

Sonntag, 22. Februar 2015

Neuzugänge

Und ich denk mir so: "Bianca, mach doch die Neuzugänge-Threads öfter, dann sammelt sich das nicht so an und deine Leser denken nicht, dass du ein ernsthaftes Problem hast..." Aber ich hab's mal wieder nicht geschafft, die letzten Wochen zu zeigen, welche Schätzchen in letzter Zeit bei mir einziehen durften. Also wenn es nach viel aussieht, dann ist das nur... eine optische Täuschung... *hust*

Rezensionsexemplare


- Kathrin Lange, "Herz in Scherben": Dieses Buch habe ich vom Arena-Verlag für die Blogtour erhalten, die heute startet und für die ich am Dienstag auch etwas bloggen werde. :-)

- Jed Staunton, "Who I am not. Von Lügen und anderen Wahrheiten": Die liebe Daniela vom Arena-Verlag hat mir noch spontan dieses Leseexemplar angeboten, als ich mein "Herz aus Scherben"-Exemplar abgeholt habe. (Der treue Leser weiß, dass ich gerade mal 3 Minuten Fußweg zu Arena habe.;-)) Ich bin mal gespannt, wie es mir gefällt.

- Judith Döker, "Judith goes to Bollywood": Dieses Buch habe ich für eine Leserunde auf LovelyBooks gewonnen. Freu mich schon drauf, und die Autorin ist auch dabei!


Gekauft


- Rachel Cohn, "Beta": Steht schon lange auf meiner Wunschliste, und als ich es im Sozialkaufhaus für gerade mal 50 Cent gesehen habe, hab ich natürlich sofort zugeschlagen! (Ok, fairerweise muss man sagen, dass meine Freundin das Buch zuerst gefunden hatte und es mir netterweise abgetreten hat, als ich ein bisschen gewinselt habe.)

- Matthew Dicks, "Der beste Freund, den man sich denken kann": Dieses Buch möchte ich auch mal gerne lesen, hatte es sogar schon seit Ewigkeiten ausgeliehen, aber kam nie dazu. Jetzt habe ich es zurückgegeben an die Besitzerin, und prompt hab ich es für 50 Cent ebenfalls im Sozialkaufhaus entdeckt und natürlich mitgenommen. Megaschnäppchen!


Geschenke


Nein, ich hatte weder Geburtstag noch Namenstag noch Verlobung noch sonstwas. Ich bin nur drei netten Menschen begegnet, die mir eine Freude machen wollten. :-)

- Ben Fletcher, "Total geniale Maschen": Bei der Leserunde auf LB hatte ich leider kein Glück, doch als ich bei Verena von "Books and Cats" ihre Rezension kommentierte und meinte, dass ich das Buch auch noch lesen möchte, hat sie es mir geschickt. Einfach so! Ist das nicht total lieb, einer mehr oder minder völlig Fremden ein Buch zu schenken?! Ich hab mich echt sehr gefreut über soviel Großzügigkeit!

- Sabine Neuffer, "Herr Bofrost, der Apotheker und ich": Dieses Büchlein hat mir meine Freundin Agnes geschenkt mit den Worten: "Bei diesem Buch musste ich an dich denken." Meine Freunde vergleichen mich mit Möpsen, ist das nicht... ähm... lieb? ;-) Aber ich hatte das Buch tatsächlich schon 2x in der Hand und jedes Mal überlegt, ob ich es mir kaufen soll. Insofern war es ein schöner Zufall!

- Lilly Lindner, "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin": Eva und ich hatten uns beide auf die Leserunde zu diesem Buch beworben, aber nur Eva hatte Glück. Aber spontan hat sie mir das Buch nach dem Lesen geschenkt, weil sie es scheiße fand. Und natürlich, weil sie mir eine Freude machen wollte! ;-)


Ertauscht


- Bastian Bielendorfer, "Mutter ruft an. Mein Anschiss unter dieser Nummer": Auf dieses Buch bin ich über den Fragefreitag auf LB aufmerksam geworden. Das klang so lustig, da hab ich bei Tauschticket für 2 Tickets zugeschlagen.

- Lori Nelson Spielman, "Morgen kommt ein neuer Himmel": Steht schon sehr lange auf meiner Wunschliste, deshalb war ich froh, dass ich es endlich mal für 2 Tickets ergattern konnte.

- Eckhart von Hirschhausen, "Glück kommt selten allein...": Ich mochte schon "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" sehr, deshalb wird mir dieses Buch bestimmt auch gut gefallen, denn ich mag Hirschhausens Humor. Mitgenommen aus dem Tauschregal um die Ecke, als ich ein paar Sachen hingebracht habe. 

- Claudia Brendler, "Fette Fee": Ein Elefant auf dem Cover, eine dicke Protagonistin - mehr braucht es nicht, um mich für ein Buch zu begeistern. ;-) Und ich mochte "Paarungszeit" der Autorin. (1 Ticket)

- Rainbow Rowell, "Eleanor & Park": Klingt einfach sehr nett, deshalb habe ich es mir für 4 Ticket noch eingeschweißt geholt.

- Heike Kühn, "Schlangentöchter": Klingt ebenfalls interessant, auch wenn ich nicht sicher bin, ob der Schreibstil mein Fall ist. Kann man ja mal ausprobieren. Vom Tauschregal mitgenommen.

- Fredrik Backman, "Ein Mann namens Ove": Das Buch will ich schon lesen, seit ich davon zum 1. Mal gehört habe. Deshalb habe ich bei 3 Tickets sofort zugeschlagen!


Sodele, das war's jetzt aber auch für dieses Mal. Reicht ja auch, ne? Obwohl man nie genug Bücher haben kann - aber das sieht mein Freund irgendwie anders... *seufz*

Samstag, 21. Februar 2015

Blogtour: "Herz in Scherben" von Kathrin Lange

www.herzausglas-trilogie.de

Morgen startet sie endlich, die bereits angekündigte Blogtour zu Kathrin Langes "Herz in Scherben", dem zweiten Teil der Trilogie um Juli und David und die unheimlichen Ereignisse auf der Insel Martha's Vineyard.

In der kommenden Woche werdet ihr viele Hintergrundinformationen zu dem Buch erhalten, und natürlich könnt ihr auch was gewinnen!

Über folgende Berichte, die täglich von einem Bloggerpärchen veröffentlicht werden, könnt ihr euch freuen:

22.02.
Interview mit Kathrin Lange
bei "About Books" & "Yvonnes Bücherecke"

23.02.
Vorstellung der Charaktere/Schicksale
bei "Eulengewisper" & "Tanjas Rezensionen"

24.02.
Leseproben & Kreuzworträtsel
bei mir & "Sarahs Bücherwelt"

25.02.
Fiktives Interview
bei "Schmökereck" & "Book Seduction"

26.02.
Schauplatz & Schiffsunglück
bei "Marys Bücherwelten" & "Fusselige Bücherwürmer"

27.02.
Zitate
bei "Bücherwürmchens Welt" & "Girl with the books"

28.02.
Legenden
bei "Bücherjunkie Sunnyle" & "Thrillertante"

Der Verlag stellt ein Gewinnexemplar zur Verfügung unter allen, die bei den teilnehmenden Blogs einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich sehr, wenn ihr vorbeischaut! :-)

Donnerstag, 19. Februar 2015

Rezension: "Zum Glück bemerkt mich niemand... dachte ich" von Liv Marit Weberg

Daten zum Buch:
erschienen am: 19. Februar 2015
Verlag: FISCHER Sauerländer
ISBN: 9783737351706
224 Seiten
Preis: 12,99 €

Zum Inhalt:
Endlich geschafft! Mit dem Schulabschluss in der Tasche zieht es die 19jährige Anne Lise weg vom Elternhaus ins große, geschäftige Oslo. Erstmal ein bisschen studieren und das Großstadtleben genießen. Doch der Anschluss zu den Kommilitonen erweist sich als schwierig, denn Anne Lise hat ein Problem: Sie ist schüchtern. So schüchtern, dass sie nur ungern mit Menschen redet und den Tag am liebsten damit verbringt, von ihrer Wohnung aus die Straße zu beobachten und dabei selbst unsichtbar zu bleiben.

Dann tritt Tore in ihr Leben und verliebt sich in sie. Doch Anne Lise kann Tores Erwartungen an eine Beziehung nicht erfüllen, und so steht sie nach wenigen Monaten wieder alleine da. Was ja gar nicht so schlecht ist, denn sie will ja ohnehin nur ihre Ruhe. Doch als der Studienkredit ausläuft und auch die Eltern keinerlei Ambitionen zeigen, ihre Tochter finanziell zu unterstützen, hat Anne Lise nur zwei Möglichkeiten: Weiterhin zuhause bleiben und verhungern, oder vor die Tür treten und einen Job suchen...

Meine Meinung:
Es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch zu rezensieren. Als ich den Klappentext las, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich erwartete eine schräg-komische Geschichte um ein schüchternes Mädchen. Aber wenn man mich jetzt nach der Lektüre fragt, was ich von der Protagonistin und der Story halte, dann muss ich erstmal spontan mit den Achseln zucken und etwas länger überlegen...

Alles ist aus Anne Lises Sicht geschrieben. Die Kapitel sind extrem kurz, teilweise nur eine halbe Seite, teilweise nur wenige Sätze, meist so zwischen 1-2 Seiten.

Die Protagonistin ist irgendwie anstrengend. Sie ist nicht nur einfach sehr schüchtern – das hätte ich ja noch liebenswert gefunden. Sie ist nahezu emotionslos, an anderen Menschen desinteressiert und überhaupt desillusioniert. Sie hat stellenweise autistische Züge, wenn ich auch vom Gesamtbild her nicht denke, dass sie Autistin sein könnte. Anne Lise ist einfach nur... seltsam. Ich konnte gar keinen Bezug zu ihr herstellen, sie war mir regelrecht unsympathisch. Circa bis zur Hälfte fand ich das Buch dann auch einfach nur total langweilig.

Der Job in der Autobahnraststätte verspricht dann etwas mehr Action. Anne Lise ist echt skurril, und was sie so vom Stapel lässt – v. a. gegenüber Chef und Kunden –, ist stellenweise dann doch recht witzig. Dann aber wirkt es doch wieder zu befremdlich, und ihren Gedankengängen kann ich nicht im Geringsten folgen. Ich verstehe, dass man manchmal unsichtbar sein und auf alles pfeifen möchte, dass man von der Welt nichts sehen und hören möchte. Aber die Protagonistin wirkt nicht wie eine schüchterne 19-Jährige, sondern eher wie eine desillusionierte Mittdreißigerin, die keinen Bock mehr auf die Gesellschaft hat. Wieso sie so ist, bleibt ein Geheimnis. Anne Lises Überlegungen sind kindlich-naiv bis nahezu pseudo-poetisch – allerdings fand ich keinen Zugang zu ihrer Handtaschenphilosophie.

Manche Sachen gehen so hoppla-di-hopp. Anne Lise trifft Tore gleich am Anfang des Buches, und nach zwei Seiten sind sie schon zusammen. Man fragt sich, wie sie das gemacht hat, wo sie weder eine Frau der großen Worte noch Taten ist. Und Tore scheint ja nun relativ normal zu sein. Was das dann letztendlich für eine Beziehung sein soll, fragt sich nicht nur er, sondern auch der Leser. Und da ist es nicht weiter verwunderlich, dass Tore nach wenigen Monaten einen verzweifelten Schlussstrich zieht. Später kommt dann Stian, der für seine Geduld und Unermüdlichkeit in punkto Anne Lise den Friedensnobelpreis erhalten sollte... Aber ich will ja nicht alles vorwegnehmen.

Ich schätze, es war nicht meine Art Humor, und ich möchte diesem Buch selbigen auch nicht absprechen. Es kann sein, dass andere sich über Anne Lise totlachen können und ihre Lebensweisheiten total genial finden. 

Aber ich bin einfach nicht reingekommen in die Geschichte und mochte die Protagonistin überhaupt nicht. Ich war ehrlich gesagt froh, dass das Buch so flott zu lesen ist. Und so kann ich Tore leider nur beipflichten, der das Resümee zieht: „Sorry, echt. Aber aus so Leuten werd ich nicht schlau.“ Schade.

2 von 5 Schreiberpaletten

Samstag, 14. Februar 2015

Ankündigung: Blogtour zu Kathrin Langes "Herz in Scherben"

Seit Januar gibt es endlich die Fortsetzung von Kathrin Langes Jugendthriller "Herz aus Glas":

Taadaa!!!


Kathrin Lange, "Herz in Scherben"
erschienen: Januar 2015 
Verlag: Arena
ISBN: 9783401600055
400 Seiten
Preis: 16,99 €


>>> Komm mir näher, und du wirst es bereuen.  
Ein Schuss hallt in Davids Kopf wider. Plötzlich ist die Erinnerung da und er weiß nicht, ob sie etwas mit Charlies Tod und den schrecklichen Ereignissen auf Martha’s Vineyard zu tun hat. Fünf Monate sind seitdem vergangen, aber nun zieht eine dunkle Ahnung David mit Macht auf die Insel zurück. Seine Freundin Juli folgt ihm voller Sorge. Doch entgegen aller Befürchtungen ist es nicht der Inselfluch, der den beiden das Leben schwer macht, sondern die arrogante Lizz. Sie tut alles, um Juli von Davids Seite zu verdrängen. Als dann plötzlich eine Mädchenleiche auftaucht, beginnt Juli zu zweifeln. Was geschah wirklich im Winter auf den Klippen? Und welche Rolle hat David dabei gespielt? <<<


Der 1. Band gefiel mir ja schon richtig gut, und als die liebe Daniela Kern vom Arena-Verlag herumgefragt hat, welche Blogger denn gerne bei einer Blogtour dabei wären, hab ich sofort "Hier!!!" geschrien. Das ist übrigens meine allererste Blogtour, juhu! :-)

Die Themen stehen noch nicht alle fest, deshalb kann ich da noch nicht so viel verraten. Ich kann aber schonmal sagen, dass wir diesmal in Pärchen arbeiten, d.h. jeden Tag stellen gleich zwei Blogger einen Artikel online, der sich mit "Herz in Scherben" in irgendeiner Weise beschäftigt. Die zwei Berichte sind natürlich inhaltlich miteinander verknüpft. Als Blogtourpartnerin wurde mir Sarah von "Sarahs Bücherwelt" zugeteilt, und wir haben da schon so eine Idee. ;-)

Station macht die Blogtour bei Sarah und mir übrigens am 24. Februar. Dann müsst ihr auf jeden Fall vorbeischauen!!!

Und da heute Valentinstag ist, habe ich ein Glasherz auf meinem Blog versteckt. Ganz findige Leser dürften kein Problem haben, den Blogeintrag (Ist es vielleicht gar eine Rezension?) zu finden, auf dem ich das Herz versteckt habe. Viel Spaß beim Suchen & einen schönen Valentinstag bzw. ein schönes Wochenende bzw. Helau!

Sonntag, 8. Februar 2015

Rezension: "Changers - Drew" von T Cooper & Allison Glock

Daten zum Buch:
erschienen am: 5. Februar 2015
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 9783440143629
352 Seiten
Preis: 16,99 €

Zum Inhalt:
Der 14jährige Ethan ist gerade erst mit seinen Eltern widerwillig vom coolen New York in die Pampa gezogen und steht vor seinem ersten Jahr auf der Highschool. Auf seiner To do-Liste ganz oben: Unbedingt dieses Jahr ein Mädchen klarmachen.

Doch als Ethan am Morgen des ersten Schultages aufwacht, steckt er selbst im Körper eines Mädchens! Seine Eltern eröffnen ihm, dass er – wie sein Vater – ein Changer ist. In jedem seiner vier Highschool-Jahre wird Ethan seinen Körper und seine gesamte Persönlichkeit wechseln, um sich anschließend zu entscheiden, welcher dieser Charaktere er für immer sein möchte.

Ethan ist jetzt Drew, sein altes Ich ist ausgelöscht. Und Drew muss nicht nur damit klarkommen, dass sie jetzt ein Mädchen ist, sondern sich auch den strengen Regeln der Changers unterwerfen: Vertraue dich niemandem an, schließe keine Freundschaften, bandel auf keinen Fall mit einem anderen Changer an. Doch da ist der süße Chase, ebenfalls ein Changer. Und Audrey, Drews neue beste Freundin, die Drews Gefühlsleben ganz schön auf Trab hält...

Meine Meinung:
„Changers -Drew“ ist der Beginn einer vierteiligen Reihe über den 14jährigen Changer Ethan. Die Geschichte ist aus seiner Sicht erzählt. Wir lernen zuerst einmal Ethan kennen am Abend vor seiner Verwandlung in seine „V“ (= Changers-Version) Drew. 

Ethan war mir sofort sympathisch, er ist clever, witzig und gutmütig. Mir persönlich fiel es sehr schwer, ihn nach über 40 Seiten als Mädchen Drew zu sehen, für mich war er bis zum Schluss der Junge Ethan. Dieser Effekt hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich seine Verwirrung gut nachvollziehen konnte. Andere Leser haben Drew wiederum nur als Mädchen gesehen und den Jungen in ihr ausgeblendet. Interessant, oder?

Ich fand es doch erstaunlich, wie schnell Drew sich an ihre neue Situation anpasst. Der erste Schock ist natürlich groß. Aber nachdem die Eltern, die sich über ihre neue Tochter sehr freuen, ihr eine kurze Einführung in die Welt der Changers geben, die so ziemlich jede Frage offen lässt, muss Drew auch direkt in die neue Schule. Sie gewöhnt sich an ihren Körper recht schnell und agiert nach wenigen Tagen bereits sehr feminin. Dieser Anpassungsprozess ging mir etwas zu schnell.

Was es mit den Changers auf sich hat, wird lange Zeit nicht wirklich thematisiert, und auch Drew bleibt darüber im Unklaren. Die Changers haben etwas Sektenhaftes an sich, dem Drew misstrauisch gegenüber steht. Es gibt einen Rat der Changers, eine Changers-Bibel mit strengen Regeln, jeder junge Changer bekommt einen so genannten Adovakten zur Seite gestellt, der aufpasst, dass er die Regeln einhält. Dann gibt es noch die Radikalen Changers, die sich im Untergrund dafür einsetzen, dass die Changers an die Öffentlichkeit treten und sich nicht mehr verstecken müssen. Außerdem gibt es die Getreuen, die gegen jegliche Andersartigkeit sind und deshalb die Changers vernichten wollen.

Alle Gruppen bleiben in diesem Band weitestgehend im Dunkeln. Man erfährt nur das Nötigste – klar, es muss ja noch ein bisschen Spannung bleiben für die nächsten drei Bände. Aber schade fand ich das schon, so blieb vieles unklar und teilweise auch unlogisch.

Der Schreibstil gefiel mir gut, Ethan/Drew hat eine lässige Art und ist sehr ironisch, teils sarkastisch, was mir öfter ein paar Schmunzler entlockt hat. Das Buch liest sich dank des lockeren Schreibstils sehr flüssig.

Es geht viel darum, wie Drew in ihrem neuen Körper zurechtkommt, was meist recht witzig ist. (Beispiel: „Ich fühle mich fett. Was zum Teufel soll das jetzt?“) Es geht auch viel um Drews Gefühlsleben, die sich gleichermaßen zum rebellischen Chase, aber auch und vor allem zu ihrer besten Freundin Audrey hingezogen fühlt. Dadurch, dass Drew nun ein Mädchen ist, aber die letzten 14 Jahre als Junge gelebt hat, gibt es viel Gefühlschaos. Lange Zeit kommt mir die Geschichte eher etwas flapsig rüber, aber dann wird plötzlich das Ruder u.a. durch ein schockierendes Erlebnis von Drew herumgerissen und die Geschichte wird deutlich ernster. Doch dann endet sie auch fast schon wieder, und der Leser darf sich bis Herbst 2015 gedulden, wenn der zweite Band erscheint.

Übrigens gibt es noch einen Anhang, in dem einige Aspekte der Changers etwas ausführlicher beschrieben sind. Vielleicht sollte man diesen Anhang ab circa Mitte des Buches mal durchlesen und nicht erst ganz zum Schluss.

Ich habe „Changers“ sehr gerne gelesen, finde Ethan/Drew sehr sympathisch und möchte gerne erfahren, wie es mit ihm/ihr weitergeht. Über die Changers gibt es noch so vieles zu erfahren. Zwar kommt man in diesem Buch nicht gerade vor Spannung um, aber ich denke, es gibt hohes Potenzial, dass es in den Folgebänden deutlich mehr zur Sache geht.

WARNUNG: Wer sich die Spannung für die nächsten Bände erhalten möchte, sollte NICHT die allerletzte Seite aufblättern, denn dort werden bereits die Cover aller vier Bände gezeigt, und damit auch die Namen (und das Geschlecht) der nächsten drei Vs. Dies führt zudem zu einem Spoiler bezüglich Audrey. Mich persönlich hat das nicht gestört, eher neugierig gemacht, aber manche Leute mögen ja keine Spoiler, deshalb möchte ich es explizit erwähnen.

4 von 5 Schreiberpaletten

Dienstag, 3. Februar 2015

Rezension: "Mein Herz hämmert, dass es wehtut" von Brynjulf Jung Tjonn

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Januar 2015
Verlag: Dressler
ISBN: 9783791519999
122 Seiten
Preis: 12,99 €

Zum Inhalt:
Simon ist für Henrik nicht nur der beste Onkel der Welt, er ist auch sein bester Freund und der Vater, den er nie hatte. Als Simon schwer erkrankt, wird er von Henriks Mutter liebevoll gepflegt. Für Henrik ist es furchtbar schmerzhaft, Simons Verfall mit ansehen zu müssen, der bald nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Gleichzeitig verliebt sich Henrik in die fröhliche Kjersti, die seine Gefühle erwidert. Und so ist es für Henrik – hin- und hergerissen zwischen Trauer und Verliebtheit – gleichzeitig die schlimmste und auch schönste Zeit in seinem jungen Leben. 

Meine Meinung:
Das Buch ist aus Henriks Sicht erzählt, und er war mir sofort sympathisch. Es ist rührend, wie sehr er seinen Onkel liebt, und durch zahlreiche Rückblicke erfährt der Leser auch, welch enges Verhältnis die beiden zueinander haben. Und es ist süß, wie er von Kjersti schwärmt und die erste Liebe entdeckt. Freud und Leid liegen so dicht beieinander, und Henrik findet meiner Meinung nach mit der Zeit das richtige Gleichgewicht, um den Schmerz zuzulassen und gleichzeitig die Zeit mit Kjersti zu genießen.

Simons Krankheitsverlauf wird realistisch und auch sehr plastisch dargestellt. Man sieht den ausgemergelten Körper regelrecht vor sich, spürt Henriks Schmerz und die Verzweiflung seiner Mutter, die sich für ihren kleinen Bruder liebevoll aufopfert. Simons Gesundheitszustand ist am Ende so erbärmlich, dass der Leser – so hart es klingen mag – regelrecht zusammen mit ihm auf den gnädigen Tod wartet, um ihn erlöst zu sehen, denn bereits zu Beginn des Buches wird schnell klar, dass es keine Hoffnung mehr auf Genesung gibt.

Das Buch liest sich in einem Rutsch. Es ist recht dünn, und nach jedem Satz beginnt eine neue Zeile, was natürlich schneller die Seiten füllt als ein Fließtext. Dadurch wirkt der Schreibstil auch etwas abgehakt, doch es passt gut zu Henriks Gedankenwelt. Die Sprache ist recht einfach gehalten, gut verständlich gerade für jugendliche Leser. Der Autor schafft eine gelungene Balance zwischen unaufgeregt und hoch-emotional. Manchmal hätte ich mir Anführungszeichen für die wörtliche Rede gewünscht, da es ein paar Stellen gab, an denen ich unsicher war, ob Henrik nun etwas laut ausgesprochen oder nur gedacht hat. Aber im Großen und Ganzen war dies nicht so wichtig für die Erzählung.

Es wurde viel diskutiert über die Altersempfehlung ab 13. Ich bin ja nun schon über 30 und kann das nicht beurteilen, aber meine Meinung dazu: Natürlich, das Buch ist knallhart, weil es eine schlimme Krankheit so beschreibt, wie sie nunmal ist: Hart, unschön, ekelhaft, beängstigend, traurig. Ich denke, jeder Jugendliche bzw. jeder Elternteil soll selbst entscheiden, ob er bzw. sein Kind schon bereit für dieses Buch ist. Aber wer z. B. in irgendwelchen Dystopien problemlos damit klarkommt, wie sich Menschen gegenseitig abschlachten oder ganze Völker von Seuchen dahingerafft werden, wird sich auch mit diesem realistischen Buch auseinander setzen können, das nunmal (leider) die Realität widerspiegelt.

„Mein Herz hämmert, dass es wehtut“ behandelt ein sehr tragisches Thema, nämlich den Verfall und Tod eines geliebten Menschen. Gleichzeitig zeigt es in leisen Tönen, wie die erste Liebe in zwei jungen Menschen heranreift. Dieses kleine Büchlein wird so manchen Leser sicherlich nachdenklich und auch etwas traurig zurücklassen.

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