Sonntag, 26. April 2015

Rezension: "Wir können doch nicht alle nehmen! Europa zwischen 'Das Boot ist voll' und 'Wir sterben aus'" von Livia Klingl

Daten zum Buch:
erschienen am: 1. März 2015
Verlag: Kremayr & Scheriau
ISBN: 9783218009683
190 Seiten
Preis: 22,00 € (HC)
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Zum Inhalt:
Tagtäglich werden Menschen über das Mittelmeer nach Europa geschleust. Tagtäglich ertrinken Flüchtlinge im Meer. Doch die tatsächlichen Zahlen werden nicht genannt, schlimmer noch – die breite Öffentlichkeit interessiert sich für die Toten im Mittelmeer schlichtweg nicht. Um das öffentliche Interesse zu wecken, bedurfte es erst einer Katastrophe größeren Ausmaßes: Im Oktober 2013 sank ein Flüchtlingsschiff vor der italienischen Insel Lampedusa, circa 400 Menschen kamen dabei ums Leben. Es war nicht das erste und blieb auch nicht das letzte Unglück dieser Art.

Dennoch bleibt Europa eine Festung, die mit allen Mitteln verhindern will, dass Flüchtlinge aus Afrika oder Asien Zutritt erhalten. Dabei ist die angebliche Flüchtlingsschwemme ein Märchen, denn Asylsuchende machen weniger als 0,1 Prozent der EU-Bevölkerung aus. 

Meine Meinung:
In ihrem Buch „Wir können doch nicht alle nehmen!“ will Livia Klingl mit den Vorurteilen über Flüchtlinge und Asylanten endgültig aufräumen. Sie tischt erschreckende Fakten über die Flüchtlingspolitik auf und berichtet schockierende Details über den Umgang mit Asylsuchenden. Im Anschluss werden dem Leser noch in 16 Einzelporträts Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt.

Das tragische Unglück vor Lampedusa hatte man mittlerweile fast schon wieder vergessen, doch dann wurde im April 2015 dieser traurige Rekord geschlagen: Innerhalb einer Woche starben über 1.000 Menschen im Mittelmeer, davon alleine an einem einzigen Tag circa 700. Wieder wurden Rufe laut nach einer neuen Flüchtlingspolitik. Die Thematik des Buches ist also momentan wieder hochbrisant.

Natürlich haben auch die wohlhabenden Länder Europas keine unbegrenzten Ressourcen. Doch es ist einfach nur pervers, wie mit Flüchtlingen umgegangen wird. Diejenigen, die die gefährliche Überfahrt überleben, werden so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat abgeschoben – wo sie dann wieder erneut unter Lebensgefahr die Flucht antreten. In der an Afrika angrenzenden spanischen Enklave Melilla spießen hohe Schutzzäune verzweifelte Afrikaner auf, während wohlhabende Pärchen vor dieser Kulisse Golf spielen. Spanische Schutzkräfte sind dazu übergegangen, zaunkletternde Afrikaner zu steinigen oder zu erschlagen und die Leichen in Marokko zu entsorgen.

Viele dieser Dinge waren mir bislang unbekannt. Man kennt nur die Zahlen und Fakten aus den Medien. Insofern hat mir dieses Buch durchaus viel Neues geboten. Wenn man z. B. das Kapitel „Was sie erwartet, auf der Flucht“ durchliest, so scheint es doch sehr zynisch, dass die EU den Friedensnobelpreis erhalten hat...

Die Autorin geht natürlich in erster Linie auf ihre Heimat Österreich ein, aber weitet die Zahlen und Fakten in der Regel auch auf Deutschland aus, so dass es nicht zu österreich-lastig ist. Der Schreibstil ist ok, manche Stellen fand ich etwas hochtrabend, doch alles in allem ist er gut lesbar.

Allerdings haben mich einige Dinge an diesem Buch doch ziemlich gestört:

1. Es sind leider fast keine Quellenangaben vorhanden, auch Literaturverweise fehlen gänzlich. Dafür habe ich gleich mehrere Male das Wort „Wikipedia“ gelesen, was mir sauer aufgestoßen ist. Nichts gegen Wikipedia per se, aber in einem Sachbuch sollte man es niemals als Quelle nennen, sondern sich zumindest die Mühe machen, die bei Wikipedia genannten Originalquellen nachzuprüfen. Wenn man ansonsten sowieso keine Quellen nennt, hätte man diese dann auch weglassen können, das wäre bei mir noch besser angekommen, als Wikipedia zu nennen.

2. Die Autorin differenziert nicht zwischen Flüchtlingen und Arbeitsmigranten. Sie zeigt die furchtbaren Situationen von Flüchtlingen auf, plädiert für eine offene Flüchtlingspolitik, doch wenn sie positive Beispiele für Integration wie z. B. den wirtschaftlichen Nutzen für die Aufnahmeländer aufzeigt, dann handelt es sich hier fast ausnahmslos um Arbeitsmigranten oder ehemalige Gastarbeiter, die freiwillig nach Europa gekommen sind, hier arbeiten (dürfen) und nicht abhängig vom Staat sind. Teilweise werden Beispiele aus der längst vergangenen Zeit der Gastarbeiter genannt, und Zuwanderung wird stellenweise arg romantisiert. Dieser Sprung zwischen beiden Gruppen und das Vermischen zu einem Einheitsbrei, nur um die Message „Ausländer sind gut für Europa!“ durchzudrücken, ist für mich nicht nachvollziehbar und unprofessionell.

3. Gerade einmal drei der 16 Porträtierten waren Asylanten bzw. Flüchtlinge, die erst vor Kurzem nach Österreich kamen. Alle Anderen sind schon -zig Jahre in Europa oder wurden hier (als Kinder von Immigranten) geboren. Ich hätte mir hier mehr aktuelle „Fälle“ gewünscht. Dieser Teil ist eher allgemein der Immigration in den letzten circa 30 Jahren gewidmet und deshalb in meinen Augen eine Themaverfehlung.

Dieses Buch will über die Situation von Flüchtlingen aufklären und für mehr Fremdenfreundlichkeit und Offenheit sowie ein starkes Umdenken in der Asylpolitik plädieren. Auch wenn ich generell die Meinung der Autorin teile, so hätte ich mir doch mehr Reflexion gewünscht. Livia Klingl zeigt keinerlei Lösungen auf, sondern betont lediglich die Schlechtigkeit der Asylpolitik einerseits und die vielen angeblichen Vorteile für Europa durch die Aufnahme von Flüchtlingen andererseits. Auch wenn ich das Buch an und für sich interessant finde und viel dazugelernt habe, so fallen die oben genannten Kritikpunkte für mich so stark ins Gewicht, dass ich nur 3 Sterne vergeben kann.

Ich spreche dennoch eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus, denn dieses Thema geht uns alle an, ob wir wollen oder nicht!

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Kremayr & Scheriau für dieses Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 23. April 2015

Welttag des Buches: Verlosung

Und auch dieses Jahr ist es wieder so weit: Heute, am 23. April, feiern wir den Welttag des Buches! Es machen wieder viele viele Blogger bei der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" mit - und "Schatz, ich will ein Buch von dir!" ist natürlich auch dabei!!!

Hunderte von (Bücher-)Blogs verlosen heute mehr als 1.000 Bücher! Da hat man natürlich die Qual der Wahl...

Was gibt es also hier auf meinem rosa Blögchen zu gewinnen?

Natürlich nur Dinge, die mit Lesen zu tun haben! ;-) Und da habe ich mir die folgenden drei Preise ausgesucht:

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Preis A - für Erwachsene: "Das Leben ist ein listiger Kater"  (Hardcover)

>>> Jean-Pierre wacht auf und kann sich an nichts erinnern. Er ist in die Seine gefallen, ein junger Mann hat ihm das Leben gerettet. Jetzt liegt er im Krankenhaus, ein Alptraum für den menschenscheuen Einzelgänger. Über zu viel Besuch kann sich der verwitwete Rentner "ohne Kinder oder Hund" eigentlich nicht beklagen. Aber alleine ist er trotzdem nie, ständig fällt ihm jemand auf die Nerven: Die vierzehnjährige Maëva hat es auf seinen Laptop abgesehen, um "schnell mal Facebook zu checken". Maxime, ein junger Polizist, versucht herauszufinden, wie Jean-Pierre in der Seine gelandet ist - und schon bald entdecken die beiden ihre gemeinsame Leidenschaft für Schwarzweißfilme. Der gutherzigen Krankenschwester Myriam wächst der alte Griesgram mit Galgenhumor so ans Herz, dass sie ihn zu ihrem Lieblingspatienten ernennt. Und dann ist da noch Camille, der Student, der Jean-Pierre aus der Seine gefischt hat. Allen zusammen gelingt es nach und nach, Jean-Pierre zurück ins Leben zu holen - und für einen Neuanfang ist es bekanntlich nie zu spät. <<<
Das Buch ist noch original eingeschweißt.


Preis B - für Kinder: "Plötzlich Zombie - Hier ist was faul!" (Hörbuch + Give-Aways)

>>> Nathan hat sich mittlerweile fast an sein Zombie-Dasein gewöhnt und will unbedingt ein Superheld werden! Schließlich kann ihm niemand Schmerzen zufügen, höchstens ein paar Gliedmaßen abreißen. Doch vorher verdonnert der fiese Sportlehrer die ganze Klasse zum Ringen! Dabei alle Körperteile zu behalten, ist denkbar schwierig. Und außerdem spioniert ein komisches Männchen Nathan hinterher, das sich bald als ein Mitglied des "Büros für ungemein nützliche Missgeschicke" entpuppt. Anscheinend gibt es noch mehr arme Socken, die sich wie Nathan mit "besonderen Fähigkeiten" herumschlagen - und als Spione arbeiten! Aber kann man den Leuten vom BUM wirklich trauen? <<<
Das Hörbuch ist noch original einschweißt.


Preis C - für Fans: Iny Lorentz-Autogrammkarte


Von beiden unterschrieben - ich war dabei. ;-)

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Wenn ihr einen der Preise gewinnen wollt, dann hinterlasst mir einfach hier oder im entsprechenden Beitrag auf Facebook einen Kommentar, gerne auch mit Kontaktmöglichkeit im Gewinnfall. (Ansonsten müsst ihr selbst nachgucken, ob ihr gewonnen habt.) Sagt mir unbedingt, für welchen Preis ihr in den Lostopf hüpfen wollt! Teilnahme ist bis zum 30. April (23:59 Uhr) möglich!

Ich freue mich immer riiiiiesig über neue Leser, also falls ihr neu hier seid, folgt mir doch über GFC oder liked mich auf Facebook. :-) Ist aber natürlich keine Voraussetzung, um beim Welttag-Gewinnspiel mitzumachen!

Ich wünsche euch noch einen schönen Welttag des Buches mit vielen schönen Schmökerstunden! :-)

Montag, 20. April 2015

Bloggeburtstagsgewinnspiel: Auslosung!

Es hilft ja nix, heute muss ich auslosen! 15 Leute - allesamt Damen - haben mitgemacht. Das ist zwar bei drei Preisen keine große Teilnehmerzahl, aber nachdem das Gewinnspiel doch seeehr schleppend anfing, hatten es sich doch noch ein paar Leute in dem Lostopf gemütlich gemacht, worüber ich mich sehr gefreut habe! Vielen Dank fürs Gratulieren, Teilen, Liken! <3

So, without much further ado:
Hier sind:
 

Preis 1 geht an:

Preis 2 geht an:

Preis 3 geht an:

Die Gewinnerinnen habe ich bereits angeschrieben.

Das Doofe ist immer, dass man nicht jedem einen Preis geben kann. :-( Ich hoffe, dass die Nicht-Gewinnerinnen nicht allzu traurig sind, es tut mir sooo leid, dass ich nicht jedem eine Freude machen konnte!

Aber: Diesen Donnerstag ist "Welttag des Buches", und da bin ich auch wieder mit einer Verlosung dabei. Vielleicht versucht ihr da nochmal euer Glück? 

Samstag, 18. April 2015

Rezension: "Ausgerechnet Kabul. 13 Geschichten vom Leben im Krieg" von Ronja von Wurmb-Seibel

Daten zum Buch:
erschienen am: 2. März 2015
Verlag: DVA
ISBN: 9783421046765
256 Seiten
Preis: 17,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
„Ausgerechnet Kabul!?“ - das war die Reaktion von Ronja von Wurmb-Seibels Familie und Freunden, als die junge Journalistin 2013 verkündet, in die afghanische Hauptstadt ziehen zu wollen. Seit ihrem ersten Besuch hat sie dieses faszinierende Land gepackt, und trotz der Gefahr wird Kabul für mehr als ein Jahr ihre neue Heimat.

Meine Meinung:
In diesem Buch erzählt die Autorin nun von ihren Erlebnissen in diesem Land, über die Menschen, die sie kennen- und schätzen gelernt hat, aber auch über die Hintergründe der Einsätze westlicher Truppen. Sie begleitet einerseits die Bundeswehr und trifft sich andererseits mit vielen Einheimischen. Die Autorin hat großen Respekt für das Land und seine Menschen, sie stellt nicht sich und ihre journalistische Arbeit in den Vordergrund, sondern die Menschen, über die sie erzählt. Sie lernt die Landessprache Dari, bewegt sich fernab der Sicherheitszonen und mischt sich unter das einheimische Volk.

Das Buch ist in drei Hauptteile gegliedert: In „Wir und Die“ erzählt sie von den Afghanen, von den Unterschieden zwischen Einheimischen und Ausländern, die in Afghanistan arbeiten. In „Wir Gehen“ dreht sich vieles um den Einsatz der NATO-Truppen und der Bundeswehr. Ein Kapitel z. B. dreht sich um die besondere Freundschaft zwischen einem deutschen Soldaten und seinem afghanischen Übersetzer. In „Die bleiben“ geht es um die Einheimischen, wie es ihnen nach dem Rückzug der westlichen Truppen ergeht, was sie tun, um ihr Land in den Frieden zu führen. Um ehemalige Auswanderer, die nun wieder nach Afghanistan zurückkehren, um ihrem Land zu helfen.

Ronja von Wurmb-Seibel gibt Gespräche und Interviews so weit wie möglich in der direkten Rede wieder, so dass sie die Leute für sich sprechen lässt. Sie selbst versucht relativ neutral zu schreiben, so dass die Erzählungen nie zu weinerlich oder rührig daherkommen. Emotional wird es bei der Autorin vor allem dann, wenn sie von ihrer Faszination und Liebe zu diesem Land spricht. Ich denke, es tut dem Buch nur gut, dass die Verfasserin so viele positive Gefühle für Afghanistan hegt und dadurch dem Leser auch die schönen Seiten eines Landes aufzeigt, das wir aus den Nachrichten nur als kaputtes, terrorisiertes Kriegsgebiet kennenlernen.

Sie will klarmachen, dass die Afghanen nicht prima mit dem Krieg klarkommen, wie es viele unwissende Westler unterstellen, denn es kann ja nicht anders sein, wo sich die Einheimischen ja schon längst daran gewöhnt haben. Der Unterschied ist einfach: Die Afghanen haben genauso Angst vor Terror und Tod wie wir, doch irgendwie müssen sie damit klarkommen, denn bei ihnen ist das Alltag. Kein Einheimischer, den die Autorin trifft, der nicht schon ein Familienmitglied oder einen Freund verloren hat oder zumindest Augenzeuge eines Anschlags geworden ist.

Sie will aufklären, dass die NATO und die Bundeswehr den Menschen in diesem Land nicht nur helfen. Ich wusste z. B. nicht, dass die Deutschen (und auch die Heere anderer Länder) nach ihrem Abzug Tausende von Minen einfach liegen gelassen haben und sich nun aus der Verantwortung ziehen für die zahlreichen Minenopfer, unter ihnen vor allem Kinder.

Hierzu ein Auszug aus dem Gespräch zwischen der Autorin und R. Wolski, General bei ISAF:
„Haben Sie keine Bedenken, dass es dem Ruf der ISAF-Mission schaden könnte, wenn Blindgänger Zivilisten töten?“
„Der Großteil der zivilen Opfer in Afghanistan geht immer noch auf das Konto der Taliban.“
„Die Taliban sind hoffentlich nicht der Maßstab für die NATO?“
„Nein. Aber man muss das ja im Gesamten betrachten. Außerdem haben die Afghanen einen ganz anderen Umgang mit dem Tod als wir. Wenn jemand stirbt, ist das nicht so schlimm. Die regen sich eher darüber auf, wenn jemand den Koran verbrennt.“
[…]
Ich merke, wie ich sauer werde, beschließe aber, mich zusammenzureißen. „Ich habe mit vielen Familien gesprochen, die jemanden verloren haben“, sage ich. „Mein Eindruck ist nicht, dass sie einen anderen Umgang haben als wir. Sie weinen, sie trauern. Und viele von ihnen sind wütend, auch Jahre später noch.“
„Das kann ja sein, dass Ihr Eindruck so ist“, sagt Wolski. „Mein Eindruck ist ein anderer.“
(S. 158/159)
Ich habe viel von diesem Buch gelernt, und habe mit der Autorin viele interessante Persönlichkeiten getroffen. Durch die Autobiographie „Sie konnten mich nicht töten.Als Afghanin im Einsatz für die Bundeswehr“ von Soraya Alekozei habe ich schon einiges über das Land Afghanistan und die Hintergründe zu dem langjährigen Krieg gelesen. „Ausgerechnet Kabul“ hat mein Wissen über Afghanistan nun erweitert und mir die Einheimischen und ihre Lebensumstände noch näher gebracht.

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, vor allem denjenigen, die über Afghanistan nichts oder nur sehr wenig wissen. Denjenigen, die sich für Zeitgeschichte, Politik und fremde Länder interessieren. Und ich lege es vor allem den Menschen ans Herz, die dagegen sind, dass der Westen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten wie Afghanistan aufnimmt, da es ja uns in Deutschland auch nicht soooo dolle geht und die Leute sich „da drüben“ doch eh schon an den Krieg gewöhnt haben...

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 17. April 2015

Rezension: "Who I Am Not. Von Lügen und anderen Wahrheiten" von Ted Staunton

Daten zum Buch:
erschienen am: 5. Januar 2015
Verlag: Arena
ISBN: 9783401600451
232 Seiten
Preis: 12,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Kerry. Sean. Peter. Frank. Er hatte bereits viele Identitäten - so viele, dass er schon gar nicht mehr weiß, wer er eigentlich in Wirklichkeit ist. Zusammen mit seinem "Vater" Harley lügt und betrügt er sich durch die USA. Doch dann wird Harley Opfer eines Unfalls, und er steht plötzlich alleine da.

Spontan gibt er sich als der seit Jahren vermisste 15jährige Danny Dellomondo aus. Doch das Rollenspiel wird zum Selbstläufer, und ehe er sich versieht, holt ihn seine "Schwester" Shan zu sich nach Kanada. Die Familie scheint zu glauben, dass er der echte Danny ist. Doch dann merkt er, dass auch die Familie Dellomondo dunkle Geheimnisse hat. Was ist wirklich mit dem echten Danny passiert?

Meine Meinung:
Laut Klappentext diente dem Autor für diesen Jugendroman die wahre Geschichte eines jungen Hochstaplers als Vorlage.

Der jugendliche Protagonist hat keinen Namen und eigentlich auch keine eigene Identität. (Ich nenne ihn der Einfachheit halber "Danny".) Er kennt seine Eltern nicht und hatte nie eine Familie. In Rückblenden erfährt der Leser lediglich, dass er von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht und dort schlecht behandelt wurde. Er nennt diese Phase die "Böse Zeit". Erst bei Harley fühlt er sich wohl, auch wenn die beiden ihren Lebensunterhalt durch Gaunereien finanzieren.

Der Protagonist lässt uns durch die Ich-Perspektive Anteil an seinen Gedanken und Gefühlen nehmen. Gerade die Rückblenden lassen mehr Verständnis für "Dannys" Betrügereien und Lügen aufkommen. Doch auch wenn er mir generell nicht total unsympathisch war - er ist eigentlich kein schlechter Kerl und bedient sich unlauterer Mittel nur zum Selbstschutz, ist aber schon ganz schön abgebrüht -, so hat er mich trotz seiner schweren Kindheit nie wirklich emotional berühren können. Er bleibt die ganze Zeit über distanziert, und ich konnte nicht viel mit ihm anfangen.

So hat mich eigentlich die ganze Geschichte nicht berühren können. Natürlich fragt man sich als Leser, ob Dannys Familie tatsächlich sofort glaubt, dass dieser 15jährige Junge ihr vermisster Sohn/Bruder/Enkel ist. Nicht nur "Danny" spielt ihnen etwas vor, auch die Familie hat ihre Geheimnisse. Es gibt Ansätze für eine tiefgründigen, spannenden Plot. Die Geheimnisse um Dannys Verschwinden, der gewalttätige Bruder, die drogenkranke Mutter. Die vorsichtige Freundschaft zwischen "Danny" und Gillian. "Dannys" Vergangenheit und seine wahre Herkunft. Doch alles bleibt recht oberflächlich, mir fehlte überall die Tiefe. Ich hatte beim Lesen eigentlich immer das Gefühl, es passiert nicht wirklich was und die Geschichte plätschert so vor sich hin.

Auch das Ende fand ich persönlich unbefriedigend, auch wenn es wohl eigentlich zum Protagonisten passt. Aber es bleiben zu viele Fragen offen.

Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gern gelesen habe, da ich dank des einfachen Schreibstil recht flott durchgekommen bin und die Story "ganz nett" war. Außerdem falle ich mit 33 Jahren auch nicht mehr wirklich unter die anvisierte Zielgruppe. Aber mir hat die Geschichte nicht viel gegeben, und es blieb das Gefühl, dass man in eine Geschichte hineingeworfen wurde und dann wieder einfach herausgezerrt. Es war einfach keine runde Sache für mich. Aus der Story hätte man sicherlich mehr herausholen können.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Arena-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 16. April 2015

Rezension: "Bridgets und Joans Tagebuch. Verrückt nach dem Toyboy" von Bridget Golightly & Joan Hardcastle

Daten zum Buch:
erschienen am: 14. Juli 2014
Verlag: Manhattan
ISBN: 9783442547487
205 Seiten
Preis: 14,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Bridget (89) und Joan (86) verbringen gemeinsam ihren Lebensabend im Altersheim. Schon seit ihrer Jugend sind sie beste Freundinnen, wenngleich sie oft unterschiedlicher Meinung sind. Während die vernünftige, spießige Joan ihre Zeit gerne mit Puzzlen verbringt, möchte die junggebliebene Bridget am liebsten den ganzen Tag auf den Putz hauen. Dies führt nicht selten zu verstörenden Momenten, und mehr als einmal ist es die resolute Joan, die ihrer besten Freundin und gleichzeitig dem größten Nervfaktor in ihrem Leben aus der Klemme helfen muss.

Meine Meinung:
Dass es sich hier um eine Parodie des meiner Meinung nach überflüssigen dritten Bridget Jones-Bandes "Bridget Jones. Verrückt nach ihm" handelt, ist eigentlich auf den ersten Blick ersichtlich. Im englischen Original wird dies noch etwas deutlicher im Titel "Bridget & Joan's Diary. Mad about The Toy Boy" bzw. "Bridget Jones. Mad about The Boy". Auch der Tagebuchstil ahmt die Bridget Jones-Bücher nach. Allerdings ist das Buch natürlich auch für Leser ohne Vorkenntnisse der Parodie-Vorlage geeignet!

Die Tagebucheinträge sind sehr kurz und sowohl aus Bridgets als auch Joans Sicht verfasst. Joan ist die vernünftige Spießerin, die von ihrer Freundin unendlich genervt ist, aber doch nicht ohne sie kann. Bridget ist hingegen für ihr stolzes Alter extrem wild, kindisch und sex-fixiert. (Auch wenn sie keinen mehr hat.). Es ist durchaus amüsant, ihre Erlebnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, denn meist entpuppen sich Bridgets grandiose Abenteuer aus Joans Sicht als Katastrophen und Peinlichkeiten.

Ein paar Schmunzler konnte mir das Buch schon entlocken, aber ich muss sagen, dass mir alles arg übertrieben war. Bridget ist eine sehr extreme und auch unrealistische Person. Alles was sie tut, wird heillos übertrieben, und ich glaube nicht, dass eine 89jährige Frau tatsächlich im Stande ist, all die Dinge zu tun, die Bridget tut. Ich will kein Spielverderber sein, Parodien dürfen natürlich übertreiben. Aber ein bisschen weniger wäre hier für mich mehr gewesen. Bridget ist einfach eine total verkalkte Frau, die alles falsch versteht. Sie als naiv zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahres, man muss hier leider schon von grenzenloser Dummheit sprechen. Joan hingegen fand ich amüsanter, sie hat einen sehr trockenen Humor und kann ganz schön gemein sein.

Immerhin liest sich das Buch dank der kurzen Einträge und der eher einfach gehaltenen Sprache sehr flüssig und schnell. Viele haarsträubende Begebenheiten werden nur angeschnitten und nicht weiter ausgeführt. Es ist aber meiner Erachtens wohl auch nicht Sinn des Buches, eine durchgehende Story abzuliefern, sondern zahlreiche Schwänke. Der im Titel erwähnte Toyboy kommt übrigens erst ziemlich spät und nicht sonderlich ausführlich vor.

Die Gags waren doch ziemlich platt und übertrieben. Deshalb dachte ich mir die meiste Zeit beim Lesen: "Was soll das hier eigentlich sein?" Vielleicht war es einfach nicht meine Art Humor. Und Gott weiß, wie viele Lacher bei der Übersetzung verloren gingen (Auch das wäre eine passende Parallele zu Helen Fieldings Buchvorlage.).

Mein Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Da es aber recht schnell runterzulesen ist, hält sich bei Nichtgefallen die Zeitverschwendung in Grenzen. Ich bin mir jedoch sicher, dass es auch Leute gibt, denen der Humor sehr zusagen wird.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 15. April 2015

Rezension: "Herz in Scherben" von Kathrin Lange

Daten zum Buch:
erschienen am: 9. Januar 2015
Verlag: Arena
ISBN: 9783401600055
400 Seiten
Preis:16,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Seit den Geschehnissen auf Martha's Vineyard sind mehrere Monate vergangen. Juli und David leben jetzt in Julis Heimatstadt Boston, wo sie beide versuchen, die dramatischen Erlebnisse auf den Klippen zu verarbeiten. David hat starke Erinnerungslücken, doch er ist sicher: Er muss etwas Schreckliches getan haben. Immer mehr zieht er sich von Juli zurück und stößt sie von sich.

Obwohl beide nie wieder nach Martha's Vineyard zurückkehren wollten, nimmt David eine Einladung zur Geburtstagsfeier seines Vaters an. Juli folgt ihm widerwillig. Kaum auf der Insel angekommen, verhält sich David sehr eigenartig und aggressiv, und Juli wird von Albträumen gequält.

Dann wird die Leiche einer jungen Frau angeschwemmt. Handelt es sich um Davids Ex-Verlobte Charlie? Und was ist damals tatsächlich mit ihr passiert?

Meine Meinung:
Mit "Herz in Scherben" liegt nun endlich der sicherlich von vielen langersehnte zweite Band der "Herz aus Glas"-Trilogie vor. Obwohl ich das erste Buch als abgeschlossen empfand, ist es der Autorin tatsächlich gelungen, aus der Geschichte nochmal richtig viel herauszuholen. Diesmal geht es weniger um den Fluch, sondern um Davids Psyche und die wirklichen Geschehnisse rund um Charlies Tod.

Für mich hatte das Buch doch einige Längen. Dieses Hin und Her mit den Klippen und den Albträumen kannte ich schon vom ersten Band, und es wird langsam etwas langweilig. Auch die Protagonisten waren mir nicht mehr so sympathisch. Bei allem Verständnis für Davids Probleme, hat er sich meiner Meinung nach in diesem Band wie der letzte Arsch aufgeführt. Er ist nicht nur ätzend zu Juli, sondern hat auch ein gewisses Aggressionsproblem. Juli mochte ich eigentlich von Anfang an, sie ist ein sehr empathischer und hilfsbereiter Mensch, doch in diesem Band hat sie sich zu sehr herumschubsen lassen. An ihrer Stelle hätte es mir irgendwann mal gereicht. Wieso sie sich so von David behandeln lässt, ist mir ein Rätsel, auch, was sie eigentlich genau an ihm findet. Ich schätze, es ist eine Mischung aus einem stark ausgeprägten Helferkomplex und Davids oft erwähntem tollen Aussehen... Wenn David sie 10x blöd anmacht und dann 1x plötzlich wieder liebevoll ist, ist das trotzdem kein Grund, sich sein Verhalten gefallen zu lassen.

Spannend hingegen fand ich, dass das problematische Verhältnis zwischen David und seinem Vater Jason näher beleuchtet wird. Zudem dürfen auch mal Julis Vater und ihre Freundin Miley eine größere Rolle spielen, und es werden - neben Nebenfiguren aus dem ersten Band - nun auch weitere Charaktere vorgestellt, wie z. B. der Psychologe Walt.

Überflüssig hingegen fand ich Lizz und Carlos, die im Endeffekt nur dazu da waren, David und Juli anzuflirten und unnötige Eifersuchtsszenen zu provozieren. Als ob Juli und David nicht auch schon so genügend Reibungspunkte gefunden hätten...

Was ich trotz der Schwächen dieses Bandes auch hier wieder gut finde, ist der Schreibstil, der sich sehr flüssig liest. Kathrin Lange schafft es in ihren Jugendthrillern immer, trotz Längen einen Spannungsbogen aufzubauen, und genau wie im ersten Band ist die Stimmung hier wieder eher düster und beklemmend.

Es war in den mir bekannten Jugendthrillern von Kathrin Lange manchmal recht offensichtlich, wer der Täter ist oder was noch so als Highlight passieren wird, aber der Weg dahin ist doch immer mit vielen Überraschungen und Wendungen gepflastert. Das ist auch hier der Fall.

War "Herz aus Glas" noch komplett abgeschlossen, endet dieser Teil mit einem absoluten Cliffhanger. Ich persönlich mag das ja nicht so, aber damit muss man wohl rechnen, wenn man eine Buchreihe liest. Immerhin verspricht dieses offene Ende eine interessante Fortsetzung, während ich ja beim ersten Buch Zweifel hatte, wie man hier noch zwei Folgebände zaubern möchte. Aber so wird der Abschluss der Trilogie sicherlich noch sehr spannend werden!

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Arena-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Hier kommt ihr zu meiner Rezension des erstens Bandes "Herz aus Glas".

Sonntag, 12. April 2015

Neuzugänge

Ich hab's schon wieder verschludert und seit 6 Wochen meine Neuzugänge nicht mehr gezeigt. Einige Bücher davon hab ich schon längst rezensiert. Ich muss das echt mal regelmäßiger machen. *seufz* Falls ich welche jetzt doppelt vorstelle, sorry, ich blick langsam nicht mehr, welche Bücher hier in der Wohnung noch Neuzugänge sind und welche nicht mehr. :-D

Rezensionsexemplare


- Michael Schofield, "Ich will doch bloß sterben, Papa": Mein erstes Rezensionsexemplar vom Bloggerportal von Randomhouse. Meine Rezi findet ihr hier.

- Günther Fischer & Manfred Prescher, "Nur noch kurz die Welt retten": Eine Sammlung von Geschichten rund um berühmte Songzeilen. Ich quäle mich gerade regelrecht durch dieses Buch, da ich fast keines dieser angeblich so berühmten Lieder kenne und nebenbei alles bei YouTube suchen muss. Die Geschichten sind auch total kurz und eigentlich nicht wirklich interessant. Da ich es für eine Leserunde auf LovelyBooks bekommen habe, werde ich mich mal weiterquälen, vielleicht wird's ja besser.

- Livia Klingl, "Wir können doch nicht alle nehmen": Dieses Buch über Flüchtlinge habe ich für eine Leserunde auf LB erhalten. Ich finde die Thematik sehr interessant und topaktuell, allerdings ist das Buch eine Themaverfehlung. Mehr demnächst in meiner Rezi.

- Adnan Maral, "Adnan für Anfänger": Ich mag den Schauspieler ja sehr, und das Buch wollte ich schon lange lesen. Ich habe es beim Bloggerportal von RH bekommen - und später bemerkt, dass ich mir das Buch schon ertauscht hatte. Oh mann, jetzt ist es also schon so weit, dass ich nicht mehr raffe, wenn ich ein Buch doppelt habe. Sauber, ich schäm mich so... :-/ Meine Rezi findet ihr hier.

- Bridget Golightly & Joan Hardcastle, "Bridget und Joans Tagebuch": Das Buch fiel mir vor Kurzem im Hugendubel auf - erinnert ja gaaaaanz leicht an den 3. Bridget Jones-Band. Ich dachte mir, das ist bestimmt ganz lustig, aber na ja, habe das Buch heute beendet und bin nicht sonderlich begeistert. Das Buch ist eher etwas hohl. Ist wohl aber Geschmackssache. Ebenfalls vom Bloggerportal von RH erhalten. (Ich hatte bei meinen Anfragen bislang bei 4 von 5 Büchern Glück, Wahnsinn! Ich fordere aber immer nur max. 2-3 Bücher an, da ich ja nicht zu gierig wirken möchte. ;-) Aber die Auswahl ist echt überwältigend.)

- Yves Grevet, "NOX. Unten": Das Buch habe ich bei der großen dtv-Aktion rund um die neue Dystopienreihe von Yves Grevet erhalten. Ich habe natürlich auch bei der Buchstapleraktion mitgemacht, doch leider habe ich den 1,50 m hohen Bücherstapel nicht gewonnen. Vermutlich hätte das auch meine Beziehung nicht überlebt, aber andererseits wäre das schon übelst geil gewesen. *seufz* Meine Rezi findet ihr übrigens hier.

- Martina Schmid, "Tödliche Gier": Man muss sich ja über alles bilden, und über die sexuelle Praktik des Feedings wusste ich noch nicht wirklich was. Für eine Leserunde auf LB erhalten, hier kommt ihr zur Rezi.

- Ronja von Wurmb-Seibel, "Ausgerechnet Kabul": Auch von Randomhouse. Finde ich total interessant, musste ich einfach anfordern und bin froh, dass ich es bekommen habe. Meine nächste Lektüre.


Gewonnen


- Lauren Graham, "Lieber jetzt als irgendwann": Dieses Buch habe ich bei den Buchstylern auf Facebook gewonnen. Ich freu mich schon aufs Lesen und hoffe, dass Lauren Graham als Autorin genauso witzig ist wie als Schauspielerin bei den "Gilmore Girls".


Ertauscht


- Phillip Gwynne, "Outback": Ein lustiger Roadtrip durch Australien, das klingt doch ganz nett. Im Tauschregal mitgenommen.

- Imke Müller-Hellmann, "Verschwunden in Deutschland": Die Autorin verfolgt die Lebensgeschichten von ehem. KZ-Opfern. Da mich die Thematik ja immer reizt, habe ich dieses 2014 erschienene Buch für 2 Tickets bei Tauschticket geholt.

- Ellen Alpsten, "Colours of Africa": Dieses Jugendbuch fiel mir schon auf LB auf, leider hatte ich bei der Leserunde kein Glück. Jetzt habe ich es mir endlich für 2 Tickets geholt.

- Leif Lasse Andersson, "Midleifcrisis": Ist eigentlich gar nicht so mein Fall zu lesen, wie ein Typ über 100 Frauen vernascht, aber irgendwie klang der Klappentext ganz lustig, außerdem ist das Buch signiert, ich liebe das! (TT: 1 Ticket)

- Roger Willemsen, "Das Hohe Haus": Ich hab mich echt über 30 Jahre nicht für Politik interessiert, aber jetzt in der Ausbildung habe ich u.a. das Fach Staatskunde an der Verwaltungsschule. Und ich muss echt sagen, dass mich überraschenderweise dieses Fach total interessiert! Deshalb wollte ich gerne lesen, was Roger Willemsen in seinem Jahr beim Bundestag alles so erlebt hat. (TT: 2 Tickets)

- Birgit Hämmerle, "Farid, der Träumer": Jugendbuch über einen ägyptischen Flüchtling, absolut mein Interessensgebiet in zweierlei Hinsicht. Zufällig auf TT über das Buch gestolpert und sofort für 1 Ticket mitgenommen.

- James Frey, "Endgame": Ich hab von dieser Dystopie mal eine richtig schlechte Rezi gelesen (Also schlecht bewertet, die Rezi selbst war super. ;-)), und seitdem steht das Buch auf meiner Wunschliste. Passiert bei mir öfter, dass mich gerade eine schlechte Bewertung reizt, ein Buch zu lesen. Getauscht mit jemandem auf LB.


Gekauft


- Ellen Berg, "Zur Hölle mit Seniorentellern!": Ehrlich gesagt bin ich echt unsicher, ob das Buch nicht schon irgendwo auf meinem SuB schlummert. Aber ich war in diesem Bücherwagen "Schmökerkiste", einem umgebauten Bauwagen, in dem Obdachlose zu wohltätigen Zwecken Bücher verkaufen. Da ich dort mit dem Verkäufer ins Gespräch kam und er so nett war, wollte ich nicht mit leeren Händen rausgehen und habe dieses Buch für 1,50 € mitgenommen - das Angebot ist ansonsten ehrlich gesagt nicht so toll, lauter so alte Sachen, die keiner mehr will. Hab leider erst daheim gemerkt, dass das Buch arg nach Rauch stinkt - deshalb ist es erstmal im Eisfach gelandet, auch wenn mein Freund der Meinung war, dass ich mir den Rauchgeruch nur einbilde. ;-)

- Sebastian Niedlich, "Der Tod und andere Höhepunkte": So lang ist das meines Erachtens gar nicht her, als dieses Buch bei "Blogg dein Buch" als eBook angeboten wurde. Ich hätte es gerne gelesen, aber ich und eBooks, das wird irgendwie nix... Praktisch für mich, dass das Buch beim großen Büchermarkt im Woolworth für 1 € verramscht wird.

- Daniel Oliver Bachmann, "Freiheit für Anfängerinnen": Dieses Buch um eine Witwe, die einen Roadtrip unternimmt, um die ganzen Affairen ihres Mannes aufzuspüren, klingt ganz lustig. Für 1 € kann man da wohl nix falsch machen.


Puh, das war mal wieder eine lange Liste. Kennt ihr irgendwas, habt ihr schon was gelesen, es auf eurem SuB oder eurer Wunschliste?

Ich hoffe wirklich, dass ich es ab jetzt öfter schaffe, meine Neuzugänge zu posten, dann wird es auch nicht immer so viel auf einmal. Sieht immer so nach Maßlosigkeit aus...

Samstag, 11. April 2015

Gewinnspiel-Erinnerung

Seit Ostermontag ist mein Bloggeburtstags-Gewinnspiel online. Die Resonanz ist überwältigend. Bereits ZWEI Leute haben teilgenommen, hmm... jetzt bin ich doch etwas geknickt. :-(

Also ich würde mich sehr freuen, wenn es sich noch mehr Leute im Lostopf gemütlich machen würden, ich bin sicher, die beiden bisherigen Teilnehmerinnen würden ein bisschen zur Seite rücken. Soooo scheiße sind die Gewinne doch nun auch nicht, oder?! ;-)

Ihr müsst lediglich eine der Voraussetzungen erfüllen, da das Gewinnspiel für meine Leser gedacht ist und nicht für Leute, die ein einziges Mal für die Teilnahme hier reinklicken und dann nie wieder.

(Bitte dran denken, nicht nur zu liken/folgen, sondern auch per Kommentar Bescheid zu geben, dass ihr teilnehmen wollt und was ihr gerne gewinnen möchtet.)

Hier geht's lang:

http://schatzichwilleinbuchvondir.blogspot.de/2015/04/2-bloggeburtstag-gewinnspiel.html


Freitag, 10. April 2015

Rezension: "Judith Goes to Bollywood. Wie ich in Indien den großen Erfolg suchte und die Liebe fand" von Judith Döker

Daten zum Buch:
erschienen am: 12. Januar 2015
Verlag: btb
ISBN: 978-3442746453
320 Seiten
Preis: 14,99 € (TB)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Judith Döker ist eine deutsche Schauspielerin, die vor allem aus der Comedyserie „Weibsbilder“ bekannt ist. Als die Serie eingestellt wird und es auch im Privatleben nicht mehr ganz rund läuft, beschließt Judith, die Koffer zu packen und ihr Glück in Bollywood zu (ver)suchen.

Schnell wird sie von dem faszinierenden Indien, seinen Menschen und seiner Kultur vereinnahmt. In Mumbai versucht sie nicht nur, ihre Karriere in Schwung zu bringen, sondern lässt sich auch auf Land und Leute ein. Zwischen Bollywoodstudios und Hindutempeln findet Judith nicht nur die große Liebe, sondern auch zu sich selbst.

Meine Meinung:
Zuerst einmal finde ich es sehr mutig von Judith Döker, ihre Zelte in Deutschland abzubrechen und in ein fremdes Land zu gehen, um dort neu anzufangen. Fasziniert hat mich dabei die unbändige Lust der Autorin, sich auf das Abenteuer Indien einzulassen. Sie ist sehr tolerant, aufgeschlossen und bleibt auch in Situationen absolut ruhig, in denen ich schon längst Amok gelaufen wäre. Das ihr in Indien ständig gepredigte Lebensmotto „Everything will fall into place“ ist bei Judith Döker tatsächlich Programm! Von ihrer Energie und ihrem Mut würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden.

Anfänglich noch mit dem Ziel, Bollywood zu erobern, das gerne auch westliche Schauspielerinnen engagiert, verliebt sich die Autorin jedoch Hals über Kopf in Indien und seine Menschen (und in einen davon ganz besonders), so dass Bollywood im Laufe der Geschichte immer mehr in den Hintergrund tritt. Leser, die sich über tiefe Einblicke in das Bollywoodgeschehen freuen, werden deshalb hier vielleicht ein bisschen enttäuscht sein. Die Autorin trifft sich zwar anfangs mit Regisseuren und Schauspielern, was wirklich sehr interessant und aufregend ist, da man viel über den Kult rund um Bollywood erfährt. Aber ziemlich bald wird der Fokus mehr auf das Land an sich, seine Kultur und seine Menschen gelenkt, die Bollywood-Pläne geraten in den Hintergrund.

Mich persönlich hat das nicht weiter gestört, denn ich finde Indien schon lange faszinierend und interessiere mich für alle Aspekte dieses Landes. Judith Döker bringt uns ein Land näher, das – abgesehen vom Bollywood-Glamour – in den deutschen Medien doch vor allem mit negativen Schlagzeilen von sich reden macht. Auch die unschönen Dinge spart die Autorin nicht aus. Sie besucht z. B. Dharavi, den größten Slum Asiens, in dem die Menschen unter schlimmsten Bedingungen leben. Jedoch lernt man auch hier, dass es in Slums bessere und schlechtere Gegenden gibt, und dass manche Leute sogar freiwillig dort leben, weil sie die Gesellschaft und die billigen Lebenshaltungskosten schätzen. Auch die Situation der einheimischen Frauen v. a. in den ländlichen Gegenden ist für die Autorin nicht leicht zu ertragen.

Doch die meiste Zeit werden uns die schönen Seiten Indiens vorgestellt, die Schwärmerei der Autorin ist richtig ansteckend und man bekommt Lust, in den nächsten Flieger zu steigen und selbst das Land zu erkunden.

Der Schreibstil ist lebendig, kurzweilig, anschaulich und liest sich sehr flüssig. Bei Reiseberichten bzw. Biographien wünsche ich mir immer gerne ein paar Bilder, und ich wurde hier nicht enttäuscht. Die farbigen Bilder im Mittelteil werten das Buch nochmal auf und geben einigen der erwähnten Personen ein Gesicht.

„Judith goes to Bollywood“ ist eine gelungene Mischung aus Autobiographie und Reisebericht mit einer Prise Love Story. Ich hätte gerne noch etwas mehr über Bollywood erfahren, da der Begriff im Titel schon so ins Auge sticht, aber auch alle anderen Aspekte Indiens waren sehr interessant, und ich fühlte mich gut unterhalten. Ein Lesegenuss nicht nur für Indienfans!

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den btb-Verlag für das Rezensionsexemplar und an Judith Döker für die intensive Begleitung der Leserunde!

Montag, 6. April 2015

2. Bloggeburtstag: Gewinnspiel

Durch Prüfungsstress und allerlei anderen Kram bin ich leider noch nicht früher dazu gekommen, aber jetzt endlich ist es so weit:

Heute startet mein Gewinnspiel anlässlich meines 2. Bloggeburtstages! Obwohl ja ICH die Geschenke kriegen müsste, aber so läuft das einfach nicht in der Bloggerwelt. ;-) Also kriegen 3 meiner Leser ein Geschenk, denn ein Blog ist irgendwie nicht das Gleiche, wenn er keine Leser hat. Und deshalb:


Was gibt es also zu gewinnen? Ich habe ein paar kleine, aber feine Sachen für euch, die natürlich etwas mit Lesen bzw. Literatur zu tun haben.

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1. Preis: "Mein Herz hämmert, dass es wehtut" von Brynjulf Jung Tjonn (Hardcover)

 

Klappentext: 
Wenn das Herz schwer ist und gleichzeitig hüpft vor Glück. Kann man gleichzeitig tieftraurig und unglaublich glücklich sein? Henrik muss miterleben, wie sein geliebter Onkel Simon an Krebs erkrankt und schließlich stirbt. Gleichzeitig verliebt Henrik sich in die lebensfrohe Kjersti. Hin und her gerissen zwischen Liebe, Trauer und Schuldgefühlen erfährt Henrik: das Leben geht weiter. Und nicht nur das. Trotz aller Traurigkeit ist das Leben schön. Nur eben anders. Ein berührendes Buch - schonungslos offen und poetisch erzählt - über die erste große Liebe, das Abschiednehmen und den Tod. Ausgezeichnet mit dem renommierten norwegischen Brage-Preis 2013.
Nicht nur für junge Leser ein emotionales Buch! Hier findet ihr meine Rezension dazu.

2. Preis: "Die Radleys" von Matt Haig (Hörbuch)

 

Klappentext: 
Gestatten: die Radleys. Eine ganz normale Familie … Bishopthorpe, ein kleines Städtchen im Herzen Englands: Hier leben die Radleys. Vater Peter ist Arzt, Mutter Helen mit Leib und Seele Hausfrau und engagiertes Lesezirkel-Mitglied. Ihre Kinder Rowan und Clara besuchen das örtliche College. Eine Bilderbuchfamilie, geachtet bei Nachbarn und Freunden. Doch warum muss Rowan selbst im Winter Sonnenschutzfaktor 60 auflegen? Warum ist Clara Veganerin und hat dennoch nicht das Gefühl, sich gesund zu ernähren? Warum schmilzt der treue Ehemann Peter beim Anblick fremder weiblicher Nacken dahin? Warum verstummen alle Vögel, sobald ein Radley vor die Tür tritt? Und warum ist plötzlich alles voller Blut?
Seit "Twilight" & Co. auf dem Vampir-Trip? Dann könnte euch dieses Hörbuch gefallen!

3. Preis: Buchumschlag "Can't Sleep Read Now" & Exlibris-Sticker

 


Kein Buch, aber dennoch etwas für Buchliebhaber: Zwei sehr schöne Artikel von libri_x. Der Buchumschlag "Can't Sleep Read Now" in Größe S passt für Taschenbücher bis zu einer Höhe von 19 cm. Dazu gibt es 170 wunderschöne Exlibris-Sticker in verschiedenen Größen und Formen, die euren Büchern einen individuellen Charakter verleihen.

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Na, hab ich zufällig euren Geschmack getroffen?!? Dann ran an die Tasten und mitmachen!

Und wie? - Gute Frage!

Dieses Gewinnspiel ist heute wirklich mal nur für meine Leser - alte wie neue - gedacht, deshalb bitte ich um Verständnis, dass ich für die Teilnahme diesmal ein paar Regeln habe. Da ich nicht in so arg vielen Plattformen vertreten bin, verstehe ich, dass nicht jeder automatisch die Möglichkeit hat, mir offiziell zu folgen. Deshalb gibt es folgende Möglichkeiten für eine Teilnahme:

1. Folgt mir über GFC.

2. Liked mich auf Facebook.

3. Teilt mein Gewinnspiel auf anderen Plattformen.

4. Diejenigen, die hier schon öfter kommentiert haben, mir aber offiziell nicht folgen (können), sind mir bekannt, also könnt ihr natürlich auch gerne teilnehmen. (Man kennt ja seine Pappenheimer so langsam. ;-))

Die Erfüllung einer der Voraussetzungen reicht vollkommen, aber wenn ihr mehrere erfüllt, dann erhöht ihr natürlich eure Gewinnchancen.

Kommentiert einfach diesen Post oder den auf meiner Facebook-Pinnwand und sagt mir, wie ihr mir folgt und für welchen Preis ihr in den Lostopf möchtet. (Es gehen alle 3 gleichzeitig.) Falls ihr mein Gewinnspiel teilt, gebt bitte den Link an.

Das Gewinnspiel geht bis zum 19. April. Die Gewinner werde ich benachrichtigen, soweit sie mir eine Kontaktmöglichkeit (Mailadresse, Blogadresse oder Facebook-Name) hinterlassen. Ansonsten müsst ihr selbst nachschauen, ob ihr gewonnen habt. Versandkosten trage ich natürlich, allerdings nur für Gewinner in Deutschland. (Sorry, liebe ausländischen Leser, seid mir nicht böse!)

Ich würde mich über eine rege Teilnahme riesig freuen!!!

Freitag, 3. April 2015

Rezension: "Feed me! Tödliche Gier" von Martina Schmid

Daten zum Buch:
erschienen am: 14.07.2014
Verlag: MEDU
ISBN: 9783944948041
152 Seiten
Preis: 9,95 € (TB)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Die 27jährige Bea ist verzweifelt. Obwohl sie objektiv betrachtet eine gute Figur hat, findet sie sich dick, hässlich, einfach nur eklig. Und dann hängt sie ständig mit der megaschlanken, hübschen Gina ab. So wird sie nie einen Mann abbekommen!

Doch dann tritt Francis in ihr Leben. Der gutaussehende, wohlhabende Tierarzt liebt Bea genauso, wie sie ist. Obwohl... ein paar Kilos hier und da könnten ihr noch besser stehen. Aus den anfänglichen Einladungen zum Essen werden regelrechte Fressgelage, und mit jedem Pfund, das Bea zulegt, wächst Francis' Leidenschaft für sie. Ehe sich Bea versieht, ist sie von Francis abhängig und lässt sich von ihm füttern, bis sie sich kaum noch selbst bewegen kann. Doch für ihren Francis würde Bea einfach alles tun - oder?

Meine Meinung:
Ich lese normalerweise keine Thriller - und als Psycho-Thriller könnte man "Feed me!" durchaus bezeichnen. Aber ich wollte gerne mehr über Feeding wissen. Das Buch ist sehr beklemmend, die Praktiken des Feedings und andere Dinge (Ich will nicht spoilern.) werden sehr plastisch und eindringlich dargestellt und führen oft zu einem gewissen Schaudern und Ekel beim Lesen.

Über diese Sexualpraktik wusste ich bislang nicht viel, habe nur einmal im Fernsehen einen kurzen Bericht über Paare gesehen, bei denen der Mann (meist selbst schlank oder dünn) es sexuell erregend findet, seine Frau zu füttern, die irgendwann ein Kaliber erreicht, bei dem sie sich nicht mehr selbst versorgen kann und völlig abhängig von ihrem Mann wird. Schon damals fragte ich mich, wie sich Frauen so etwas antun lassen, denn das Ganze grenzt - auch bei freiwilliger Teilnahme der Frauen - schon an starke Misshandlung.

Mit Bea hat Francis also ein leichtes Opfer gefunden. Von jahrelangem Missbrauch gezeichnet, hasst die eigentlich hübsche Bea sich und ihr Aussehen. An und für sich kann sie einem leid tun. Doch ich wurde mit Bea nicht richtig warm, sie war mir eigentlich ziemlich unsympathisch. Sie jammert zwar die ganze Zeit herum, wie fett sie doch ist (Was sie natürlich nicht ist.), suhlt sich in einer Tour im Selbstmitleid, zieht dann aber figurbetonte Kleidung wie kurze Etuikleider oder enge Tops an, etwas, das meiner Meinung nach keine Frau trägt, die ihren Körper hasst. Außerdem verstehe ich ihre "Freundschaft" zu Gina nicht. Gina wird von Bea als perfekt beschrieben, aber außer grenzenlosem Neid auf ihre Freundin verbindet sie nichts mit ihr. Bea äußert sich ständig negativ über die ach so selbstzentrierte Gina, und auch wenn diese vielleicht nicht die beste Freundin der Welt ist, so finde ich doch, dass Bea nicht besser ist. Und auch wenn man nachvollziehen kann, dass Bea nur Liebe sucht und sich an Francis klammert, so gab es doch oft Momente, in denen ich dachte: "Meine Güte, du dumme Kuh, was muss der Kerl noch machen, damit du es kapierst, dass er ein Psycho ist?!" Kurz und gut: Ich mochte Bea nicht.

Francis mochte ich ebenso wenig, aber das ist auch nicht verwunderlich, er ist ja in der Geschichte der Bösewicht. Ich finde ihn von Anfang an komisch und keineswegs charismatisch, und ich finde es ein bisschen schade, wie Bea sich blenden und behandeln lässt von ihm. Aber natürlich muss es ja so sein, damit sie das perfekte Opfer für diesen Psychopathen ist. Ich hätte mir nur manchmal von Bea mehr Willensstärke gewünscht.

Der Schreibstil ist relativ einfach gehalten und flüssig zu lesen. Wie schon erwähnt, wird das Feeding sehr eindrücklich beschrieben. Die Autorin scheut keine direkten Worte, so dass der Schreibstil zuweilen richtig derb wird. Bea wird als Mastsau bezeichnet, ihrem Körper werden hässliche Adjektive zuteil, sie schildert die verschiedenen Feeding-Praktiken so eindrucksvoll, dass ich mich mehrmals vor Ekel schütteln wollte. Nach diesem Buch kennt man sich mit dem Feeding ganz gut aus, möchte ich behaupten.

Die Geschichte wird sowohl aus Beas als auch aus Francis' Sicht erzählt. Den Perspektivenwechsel empfand ich als gelungen, denn man hat so nicht nur eine Ahnung, warum Bea das alles mitmacht, sondern auch, wieso Francis Gefallen an dem Feeding findet.

Das Ende war mir etwas zu schnell, abrupt und abgehakt. Hier hätte ich noch gerne ein Nachwort gehabt, was denn nun letztendlich mit den Protagonisten passiert ist. Das war mir zu schwammig.

Alles in allem ist "Feed me!" ein spannender Roman, der einem das Thema "Feeding" sehr nahe bringt. Das Buch ist nicht sonderlich spannend im Sinne von actionreich, aber hat viele interessante psychologische Aspekte.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den MEDU-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 

Mittwoch, 1. April 2015

Bianca geht unter die Autoren!

Manche von euch haben es ja bereits gewusst, dass ich mich schon seit Längerem mit dem Gedanken trage, ein Buch zu schreiben. Tatsächlich habe ich dies schon vor einiger Zeit in Angriff genommen, aber geheim gehalten. Doch nachdem es nun endlich fertig ist, kann ich es heute ganz offiziell bekanntgeben: ICH HABE EIN BUCH GESCHRIEBEN!!!

Eigentlich dachte ich ja, dass das nichts für mich ist mit dem Schreiben. Aber dann hab ich es einfach mal versucht, weil ich mir dachte, wer viel liest, kann auch mal selbst unter die Autoren gehen. Und nun ist mein Projekt also fertig. Ich kann es selbst noch kaum fassen!

Ich darf euch mein Baby vorstellen:

Sven Hurensson - Onanie des Schicksals
Jo Nesbo trifft "50 shades of grey"  

Das Cover wurde selbst erstellt, vielleicht ändere ich es nochmal ab.
(Quelle: Etienne Rheindahlen/pixelio.net)


Worum geht es in meinem Buch?

Sven Hurensson ist leitender Kommissar in Trondheim, Norwegen. Sein größter Gegner ist der fiese Mafiaboss Don Camisi. Die Jagd auf seinen Erzfeind lenkt Sven von seinem Liebeskummer ab, denn seine Ex-Freundin, die sexy Staatsanwältin Claire Dupont, ist seit Kurzem mit dem schmierigen Deutschen Eugen Grube verlobt. 

Kommissar Hurensson stürzt sich nicht nur sehenden Auges in die Gefahr, sondern auch in zahlreiche erotische Abenteuer. 

Mehr möchte ich noch nicht verraten, denn es soll ja spannend bleiben!

Das Buch gibt es bald zu kaufen, die Verhandlungen mit einem renommierten Verlag laufen noch.


P.S.: Ich darf euch verraten, sollte dieses Buch ein Kassenschlager werden, steht schon die Fortsetzung in den Startlöchern - dann wird es Sven Hurensson in die Alpen verschlagen, wo er den österreichischen Kollegen bei einem besonders kniffligen Fall hilft. Die Fortsetzung trägt den Titel "Rosettenglühn".