Freitag, 31. Juli 2015

Ab in den Urlaub!

Eigentlich geht's ja jetzt mit "Ab in den Sonnenschein!" weiter, aber es verschlägt mich in den hohen Norden, und ob das mit dem Sonnenschein klappen wird, weiß ich noch nicht...

Jedenfalls geht es heute Mittag los, wenn mein Freund von der Arbeit kommt. Dann fahren wir mit unserem kleinen VW Polo erstmal nach Dänemark, nehmen da die Fähre nach Kristiansand (Norwegen), fahren dann weiter nach Eidfjord, dann besuchen wir eine Freundin in Oslo, und anschließend geht's weiter nach Schweden, mit der Fähre von Stockholm nach Helsinki. Und dann sind wir 1,5 Wochen in Finnland am See - mein Freund ist nämlich Halbfinne und traditionsgemäß verbringt die Familie den Sommer dort. Am 21. August geht's dann wieder zurück.

Ob ich in den 3 Wochen großartig Blogeinträge schreibe, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich habe aber ein paar Rezensionsexemplare dabei, die Chancen stehen also gut, dass ich auch in der finnischen Einöde ein paar Zeilen tippen werde.

Hier ist übrigens mein Büchervorrat, der mit mir reisen wird. Ich habe mal großzügig mit nicht ganz einem Buch pro Tag gerechnet. Wenn wir am See sind, werde ich sicherlich sehr viel lesen, vielleicht täglich ein Buch, aber in Norwegen werden wir eher Sightseeing machen. Mal gucken, wie viele Bücher ich am Ende wirklich geschafft habe.


Eigentlich nehme ich nicht so gerne Bücher mit in die Pampa, die ich auf jeden Fall behalten möchte, denn 1. könnten sie beschädigt werden und 2. muss ich sie dann wieder zurückkutschieren. Aber hier laufen die Leserunden ganz aktuell, da möchte ich nicht (noch mehr) hinterherhinken. Die drei Hörbücher sind für die vielen Stunden im Auto und so gewählt, dass sie auch meinem Freund gefallen könnten.

Außerdem nehme ich ein Sammelsurium unterschiedlichster Bücher mit, die schon länger auf meinem SuB herumlungern. 



Ich verabschiede mich also hiermit für eine Weile und hoffe, ihr kommt irgendwie ohne mich klar. ;-) Falls ihr auch Urlaub habt, viel Spaß und Erholung, egal, ob in der großen weiten Welt oder auf Balkonien!!! Und auch ansonsten eine gute Zeit!!!

Donnerstag, 30. Juli 2015

Rezension: "Schau mir in die Augen, Audrey" von Sophie Kinsella

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Juli 2015
Verlag: cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
ISBN: 9783570171486
379 Seiten
Preis: 14,99 €
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Zum Inhalt:
In der Familie der 14jährigen Audrey herrscht der ganz normale Wahnsinn. Mutter Anne ist eine Gesundheitsfanatikerin und versucht alles, um Audreys älteren Bruder Frank von seiner angeblichen Computerspielsucht zu heilen, auch wenn sie dabei weit übers Ziel hinausschießt. Vater Chris ist ein gutmütiger Workaholic. Und der 4jährige Felix ist einfach nur zum Knuddeln.

Audrey könnte also ein ganz normaler Teenager sein - wären da nicht ihre durch ein Trauma an ihrer Schule ausgelösten Angstattacken. Sie verkriecht sich im Haus und versteckt ihre Augen hinter einer Sonnenbrille, unfähig, mit Fremden zu sprechen oder selbst den eigenen Familienmitgliedern in die Augen zu sehen. Die Idee ihrer Therapeutin, einen Film über ihre Familie und ihr Umfeld zu drehen, findet sie deshalb auch nicht besonders ansprechend.

Doch dann läuft sie Franks Freund Linus über den Weg, der ausnahmsweise keine Panik in ihr auslöst. Gelingt es Linus, Audrey aus ihrem Schneckenhaus zu locken?

Meine Meinung:
Ich kenne viele Kinsella-Bücher wie z. B. die Shopaholic-Reihe. Für mich ist sie eine typische Chick-Lit-Autorin, die ihre Protagonistinnen immer etwas überzeichnet. Zumindest sind die meisten von ihnen naive, teils selbstzentrierte Madames, die aber trotzdem etwas Liebenswertes an sich haben. Nun war ich gespannt, wie Kinsella an ein Jugendbuch herangehen würde, zumal es ja hier um ein ernstzunehmendes Thema geht.

Die Charaktere sind wirklich sehr gelungen und haben ihren ganz eigenen Charme. Audrey ist ein sympathisches Mädchen mit Hang zur (Selbst-)Ironie, das nicht nur die erste Liebe, sondern auch zu sich selbst findet und eine starke Entwicklung durchmacht. Da die Geschichte in Ich-Form geschrieben ist, nimmt der Leser Anteil an Audreys Gefühlschaos und begleitet sie bei ihren Angstattacken sowie ihrem Heilungsprozess.


Audreys Mutter ist eine Wucht und sorgt definitiv für die größten Lacher im Buch. Als hysterische Gesundheitsapostelin gängelt sie ihre Familie mit immer neuen Ideen, und der Konflikt um Franks Computerspielsucht spitzt sich immer weiter zu. Ein bisschen übertrieben ist der Charakter sicherlich, und manche könnten auch von Anne genervt sein, ich jedoch fand sie sehr erfrischend, sie brachte für mich am meisten Energie in die Geschichte. Auch die restlichen Familienmitglieder haben zwar ihre Macken, aber sind alle sehr liebenswert. Linus hingegen war mir etwas zu perfekt, man war ja förmlich gezwungen, ihn zu mögen. Ich hätte ihm ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und humorvoll. Die Thematik mit den Angstattacken wird respektvoll von der Autorin behandelt, aber auch ab und an mit einer Prise Humor gewürzt. Die Sprache ist sehr lebendig, und Teile der Geschichte sind als Filmskript wiedergegeben, wie sie Audrey durch ihre Kamera erlebt. Ich konnte mir die ganze Zeit alles lebhaft vorstellen und finde, dass das Buch eigentlich eine geniale Filmvorlage bietet. 

Zwei Kritikpunkte habe ich aber: Audreys Genesungsprozess ging mir etwas zu hoppladihopp, wenn man bedenkt, wie lange sie schon mit ihren Dämonen kämpft und wie wenige Fortschritte sie bisher gemacht hatte. Natürlich hat man sich bei jedem Schritt nach vorne gefreut, aber ob es wirklich realistisch ist, wage ich zu bezweifeln - auch wenn ich das fachlich nicht einschätzen kann.

Außerdem haben mir mehr Informationen über den Auslöser von Audreys Zustand gefehlt. Es werden oft Andeutungen gemacht, aber was ihr genau zugestoßen ist, wird nicht erzählt. Manche mögen sagen, dass das nicht nötig ist, da die Geschichte auch so zu Ende erzählt werden konnte. Aber ich hätte es einfach gerne gewusst, einerseits aus purer Neugier, andererseits auch um zu verstehen, wieso Audrey so dermaßen aus der Bahn geworfen wurde. Schade, dass man hier weiterhin im Dunkeln tappen muss.

"Schau mir in die Augen, Audrey" ist ein humorvolles, dynamisches Buch mit liebevollen Charakteren. Ich denke, Kinsella hat hier gezeigt, dass sie nicht nur Chick Lit schreiben kann.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den cbj-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 25. Juli 2015

Neuzugänge

Heieiei, bei mir geht's grad Knall auf Fall! Gestern die letzte Klausur, einmal tief durchatmen, die neue Freiheit genießen - da geht's morgen schon wieder weiter mit einer 3-tägigen Exkursion nach Berlin, Bundestag und Bundeskanzleramt gucken, ein bisschen wa sübers Abgeordnetenleben erfahren,... Was natürlich cool ist, aber ich komme die Tage wieder nicht zum Rezensieren. Dafür aber wenigstens zum Lesen, z. B. während der 5-stündigen Busfahrt.

Um euch wenigstens etwas bei Laune zu halten, gibt es eben erstmal meine Neuzugänge.


Rezensionsexemplare


- Tatjana Kruse, "Bei Zugabe Mord! Eine Diva ermittelt im Salzburger Festspielhaus": Ich lese nicht sooo oft Krimis, aber wenn, dann sollten sie eher humorvoll sein. Bei diesem Buch habe ich ein sehr gutes Gefühl, dass es mir gefallen wird. Ich liebe Oper und bin schon gespannt, wie die ganzen Opernsänger hinweggerafft werden. ;-) Gewonnen für eine Leserunde auf LovelyBooks.

- Sophie Kinsella, "Schau mir in die Augen, Audrey": Ich habe früher alle Kinsella-Romane gelesen, nur in den letzten Jahren hab ich das irgendwie verschnarcht. Mir fehlt z. B. der letzte Shopaholic-Band und die letzten beiden Chick Lits von ihr. Dass sie jetzt auch Jugendbücher schreibt, hat mich neugierig gemacht. Das Buch ist schon gelesen und wird demnächst rezensiert.

- Nina Sedano, "Happy End. Die stillen Örtchen dieser Welt": Ein Buch, das sich mit Toiletten weltweit beschäftigt? Muss ich lesen! Ich bin jemand, der alle 5 Minuten aufs Klo muss und deshalb in jedem Land sofort einen Radar für öffentliche Toiletten entwickelt. Dieses Buch wurde der lieben Sandra von "Büchernische" unaufgefordert zugeschickt, und da es nicht ihr Fall ist, hat sie gefragt, wer es gerne rezensieren möchte. Da hab ich gleich zugeschlagen. Die Konkurrenz war quasi nicht-existent (Für 3 Bücher hat sich nur eine Person für ein Buch gemeldet - das war ich...), deshalb hatte ich Glück. Nochmal vielen Dank, Sandra! :-) 

- Hermien Stellmacher, "Cottage mit Kater": Ein Buch von Hermien - das muss ich natürlich auch lesen! Mochte ja schon ihre Bücher, die sie als Fanny Wagner veröffentlicht hat. Und Miezekatzen gehen immer! ;-) Schön, dass ich wieder bei einer ihrer superunterhaltsamen Leserunden auf LB dabei sein darf. 


Ertauscht


- Lorenza Gentile, "Teo": Ist mir schon auf vorablesen.de ins Auge gesprungen, ich hab mich aber nicht beworben, weil ich vor lauter Klausurenstress keine Zeit hatte, einen Leseeindruck zu schreiben. Jetzt konnte ich es mir kurzerhand für 2 Tickets ertauschen.

- Neal Shusterman & Eric Elfman, "Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis": Eigentlich ist das Buch eher ein Gag. Mein Freund ist ja Ingenieur und schwärmt sehr für Tesla. Da fand ich das irgendwie witzig, auch wenn es ein Kinderbuch ist. Ich schätze nur, dass er es niemals lesen wird, also bleibt das an mir hängen. ;-) Für 2 Tickets ergattert.


Außerdem...


... hat mir die liebe Hermien Stellmacher kurzerhand ein "Gute Besserung"-Päckchen zukommen lassen, als ich auf Facebook herumgejammert habe. Ich hatte ja Bronchitis vor 2 Wochen (bzw. immer noch, aber ich merk's nimmer so.) und bin so jemand, der dann das Licht am Ende des Tunnels sieht und das Leiden Christi markiert. ;-) Ich habe mich über die Tasche und die süßen Karten sehr gefreut! Wie ihr seht, hab ich gleich mehrere Kärtchen, falls also jemand eins möchte - am 31.7. ist Weltpostkartentag. Wenn man lieb fragt...
Nochmal lieben Dank an Hermien für diese schöne Aufmunterung! 


Das war's schon, ich finde, ich habe mich gut gehalten. ;-)

Mittwoch, 22. Juli 2015

Kleines Lebenszeichen und Interview beim Tredition-Verlag

Leider komme ich gerade weder so richtig zum Lesen noch zum Bloggen bzw. Rezensieren. Seit letztem Freitag habe ich mal wieder Klausurenphase - jeden Tag gilt es, 3 Stunden lang irgendwelche Rechtsfälle zu bearbeiten. Dann schleich ich mich bei dieser brüllenden Hitze mit den fetten Gesetzesbüchern heim, kollabiere fast in der nicht abkühlen-wollenden Dachwohnung und muss irgendwann mal wieder mit dem Lernen weitermachen. Das Ganze geht noch bis Ende der Woche. Danach hab ich bis Dezember wenigstens mal meine Ruhe. Aber glaubt mir, Leben geht anders... Zumal ich ja noch an einer Bronchitis genese, was auch nicht so flott geht, wie ich's gerne hätte. Jetzt kommen auch noch Ohrenprobleme dazu. Also wenn's läuft, dann läuft's, oder?!

Na ja, bald ist Urlaub. Den hab ich mir dann auch verdient.

Was ich euch aber unbedingt zeigen muss: Der Tredition-Verlag, von dem ich bislang "Driving Phil Clune" und "Wie ein Esel mit Holz" rezensiert habe, hat mich gefragt, ob ich ihnen ein paar Fragen beantworte und sie meinen Blog auf ihrem Blog vorstellen dürfen.

"Nein", hab ich gesagt, "dafür bin ich mir viel zu fein!!!" und rümpfte die Nase.

;-) Nee, natürlich nicht. Ich hab mich selbstverständlich sehr gefreut und die Fragen gerne beantwortet. Und hier ist eine wirklich schöne Vorstellung meines Blogs auf der Seite des Tredition-Verlags!


HIER GEHT'S LANG!


Mein 1. Interview - ich find's gelungen und freu mich! :-) Endlich werde ich berühmt und komme der angestrebten Weltherrschaft ein Stückchen näher!

Sonntag, 12. Juli 2015

Rezension: "Hotelwelten. Luxus, Liftboys, Literaten" von Ralf Nestmeyer

Ok, ich oute mich: Ich nehme gerne mal ein paar
Pröbchen aus Hotelbadezimmern mit... Wer ohne
Schuld ist, werfe den ersten Stein!
Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Mai 2015
Verlag: Reclam
ISBN: 9783150110232
259 Seiten
Preis: 24,95 € (HC)
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Zum Inhalt:
"Glanz, Luxus und internationales Flair, Urlaub, Freiheit und Unbeschwertheit - das Hotel ist Sehnsuchtsort, Ort des Rückzugs, aber auch Raum künstlerischen Schaffens und nicht zuletzt Schauplatz der Literatur.

Ralf Nestmeyer begibt sich in diesem Buch auf Spurensuche: Er zeigt die Entwicklung des Hotels von den frühen Pilgerherbergen über das klassische Grand Hotel bis hin zu den Traumpalästen in Las Vegas und schildert den "Luxus durch Technik", die immer prunkvoller werdende Ausstattung, vom Aufzug bis zum Pool auf dem Dach. Er charakterisiert das Personal und seine Rollen, vom Liftboy bis zum Direktor, porträtiert die Hotelier-Legende César Ritz und widmet sich schließlich denen, für die der ganze Aufwand betrieben wird: den Gästen - den Zuflucht suchenden Autoren, den Hochstaplern und Dieben, den Stammgästen mit ihren Marotten, und denen, die niemals mehr auschecken."
(Klappentext)

Meine Meinung:
Generell lese ich sehr gerne Sachbücher, die sich mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigen. Und ein Buch über Hotels fehlte bislang noch in meiner Sammlung. Ich übernachte gerne in Hotels und betrachte das als kleinen persönlichen Luxus. Deshalb wollte ich Ralf Nestmeyers "Hotelwelten" gerne lesen.

Aber ich muss leider sagen, ich hatte etwas ganz Anderes erwartet. Es ist mein erstes Buch dieses Autors, und ich bin wirklich beeindruckt, wie viele Reiseführer, Sachbücher, Bildbände und Reportagen Nestmeyer bereits veröffentlicht hat. Beim ersten Hineinschnuppern fand ich seinen Schreibstil auch durchaus ansprechend.

Mit seinen "Hotelwelten" wurde ich allerdings nicht warm. Bereits von Anfang an fand ich den Schreibstil ziemlich nüchtern und sachlich, zu "aufzählend", ohne Charme, Witz oder Herz. Ich fand anfangs z. B. die Entwicklung des Hotels an sich oder die Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Hotelarten (z. B. Boutiquehotel, Grand Hotel) ganz interessant. Aber auf der anderen Seite habe ich mich ziemlich durchgeknödelt und mich nicht gerade prächtig unterhalten gefühlt.

Mich persönlich haben auch irgendwann die vielen Zitate aus Romanen, die in Hotels spielen, ermüdet. Diese kamen in manchen Kapiteln so gehäuft vor, dass kaum ein Satz ohne Zitat auskam. Ich habe keinen dieser Romane (z. B. Thomas Manns "Felix Krull" oder Vicky Baums "Menschen im Hotel") gelesen, sie waren allesamt auch ehrlich gesagt nicht so mein Genre. Hier muss ich mir natürlich auch an die eigene Nase fassen, da der Autor natürlich nicht jeden Lesegeschmack treffen kann. Aber ich hätte aufgrund des Klappentextes nicht erwartet, dass die Beschreibung von fiktiven Hotels und Hotelgästen eine solch große Rolle in diesem Sachbuch spielt. Literaturliebhaber kommen hier aber wirklich auf ihre Kosten.

Alles in Allem war "Hotelwelten" leider kein Buch für mich. Ich hätte viel lieber mehr Anekdoten aus dem Hotelbereich gelesen, weniger aneinandergereihte Fakten und fiktive Hotelbeschreibungen aus Romanen. Für Leser, die sich sehr intensiv mit der Welt der Hotels auseinandersetzen möchten, ist dieses Buch aber natürlich eine tolle Quelle. Für meinen Geschmack war es aber zu nüchern, fast schon wissenschaftlich.

Nichtdestotrotz hat sich der Autor hier sehr intensiv und professionell mit dem Thema "Hotels" auseinandergesetzt. Ergänzt werden seine Ausführungen durch ein ausführliches Literaturverzeichnis. Er hat ordentlich recherchiert und zeigt das auch. Ich greife gerne mal zu einem anderen Buch von Herrn Nestmeyer, da ich denke, dass bei seinen anderen Werken bestimmt etwas dabei ist, das auch mich begeistern kann. Schade, dass es dieses Mal bei uns beiden nicht gefunkt hat.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Ralf Nestmeyer für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 11. Juli 2015

Neuzugänge

Ha, diesmal habe ich mich WIRKLICH zurückgehalten! Lobt mich mal!!! :-)


Rezensionsexemplare


- Margot & Michael Schmitz, "Liebe, Lust und Ehebett": Mal wieder ein Sachbuch aus dem von mir hochgeschätzten Kremayr & Scheriau-Verlag. Bin mal gespannt, ob es hilfreiche Tipps hat. ;-) Für eine Leserunde auf LovelyBooks.



Gewonnen


- Anica Schriever, "Wer ich sagt, muss auch liebe dich sagen" & "Zuckerguss": Diese beiden hübschen Romane sind noch Nachzügler vom Welttag, von denen ich schon befürchtete, dass sie verlorengegangen sind. Ich habe sie auf der Facebook-Seite der Autorin gewonnen, beide Bücher sind signiert. :-)))


Ertauscht


- "Amarna. Lebensräume - Lebensbilder - Weltbilder": Diesen tollen Ausstellungskatalog hab ich auf Tauschticket für 2 Tickets geschnappt. Ab und zu muss es halt doch mal ein Fachbuch sein. 

- Olga A. Krouk, "Ewiglich... Dornröschen? Kiss my ass!": Das klingt irgendwie total lustig, deshalb habe ich es mir für 2 Tickets direkt mal geholt. 


Gekauft


- Julia Hanel, "Zwei fürs Leben": Wie ihr ja wisst, war ich kürzlich auf einer Buchpräsentation der Autorin und habe mir dort gleich mal ihr Buch gekauft und signieren lassen.


So, das war's auch schon wieder für dieses Mal. Und nein, ich habe keinen Poststau aufgrund des Streiks und erwarte noch 100 Bücher, ich hab mich tatsächlich zurückgehalten! Vom Streik war ich gar nicht richtig betroffen - abgesehen von der einen Sendung, die 14 Tage unterwegs war.

Freitag, 10. Juli 2015

Rezension: "Driving Phil Clune" von Susanne Fuß

Daten zum Buch:
erschienen am: 27. April 2015
Verlag: tredition
ISBN: 9783732334582
195 Seiten
Preis: 11,50 € (TB)
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Zum Inhalt:
Der Berliner Taxifahrer Herbert führt ein eher langweiliges Leben. Wenn er nicht gerade arbeitet oder sich um seine demenzkranke Mutter kümmert, träumt er davon, eines Tages einen echten Star befördern zu dürfen. Vielleicht ja z. B. den Hollywoodschauspieler Phil Clune?

Währenddessen ergaunert sich sein kleiner Bruder Harry einen längeren Freigang aus der Psychoklinik. Kaum ist er draußen, lässt er seinem außergewöhnlichen Talent, in fremde Rollen zu schlüpfen, hemmungslos freien Lauf.

Durch ein Missverständnis wird Harry mit Phil Clune verwechselt, Herbert wird widerwillig zu seinem Chauffeur. Schnell merken beide, dass sich das Verwechslungsspiel sowohl finanziell als auch anderweitig lohnt. Doch als es Entführer auf den vermeintlichen Phil Clune absehen und zu allem Überfluss der echte Schauspieler plötzlich in Berlin auftaucht, gerät alles aus dem Ruder...

Meine Meinung:
Mit "Driving Phil Clune" legt Susanne Fuß, die u. a. Drehbücher schreibt, ihr erstes Roman-Debüt vor - und drückt hier gleich mächtig auf die Tube!

Zuerst lernt man die ungleichen Brüder Herbert und Harry kennen. Während Herbert ein ruhiger, schüchterner Träumer ist, der nicht viel vom Leben erwartet, leidet Harry unter einer Persönlichkeitsstörung und ist ein echter Lebemann. Dazu kommen noch die quirlige, demenzkranke Mutter Käthe, die Situationen gerne missversteht und immer dann eingreift, wenn sie es nicht sollte sowie die toughe Taxifahrerin Rita, Herberts Schwarm und großer Phil Clune-Fan. Dazu noch ein paar nette Nebenfiguren und natürlich der echte Phil Clune - fertig ist das skurrile Ensemble dieser temporeichen Geschichte.

Das Buch lässt sich schön flüssig lesen, der Schreibstil ist lebendig und ironisch. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, vor allem aus Herberts, Harrys, Ritas und Phil Clunes Sicht. Diese wechselnden Perspektiven gefielen mir gut, außerdem lernt man dadurch alle Figuren nach und nach besser kennen.

Nachdem das Verwechslungsspiel begonnen hat, gewinnt die Geschichte immer mehr an Fahrt, bis sie in einer irrwitzigen Verfolgungsjagd auf der "German Autobahn" endet. Hier wird's dann so richtig wild und albern, spätestens jetzt sollte man loslassen können und sich nicht mehr an die Realität klammern. Ich habe zwar erstmal gedacht: "Hm, jetzt wird's aber schon ganz schön schräg.", aber dann fand ich wirklich Gefallen an diesem irren Trip, v. a. der gekaperte Kaffeefahrtbus voller Senioren war mein persönliches Sahnehäubchen. Hier musste ich dann doch öfter auch lachen, weil es einfach zu absurd wurde. Ich hatte hier ständig das Kopfkino am Laufen, und man merkt, dass Susanne Fuß Drehbücher schreibt, denn diese Verfolgungsjagd könnte ich mir gut auf der Leinwand vorstellen.

Das Ende war für meinen Geschmack leider unbefriedigend, da es mehr oder minder offen blieb. Was passiert denn nun weiter mit Herbert, Harry und Phil Clune? Ich hätte es gerne gewusst. Das chaotische Finale passt schon irgendwie zur Geschichte, aber ich bin einfach kein Fan von offenen Enden.

Alles in Allem ist "Driving Phil Clune" ein kurzweiliger Lesespaß mit skurrilen Charakteren, viel Tempo und Witz.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Susanne Fuß für dieses Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 9. Juli 2015

Rezension: "Zurück in das Land, das uns töten wollte. Jüdische Remigrantinnen erzählen ihr Leben" von Andrea von Treuenfeld

Daten zum Buch:
erschienen am: 26. Januar 2015
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
ISBN: 9783579070872
270 Seiten
Preis: 24,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
16 jüdische Frauen, die den Holocaust überlebt haben, erzählen in diesem Buch ihre ganz persönliche Geschichte. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie kehrten wieder zurück in das Land, das sie verfolgt hat. Das Land, das ihre Familienmitglieder, Verwandten, Freunde getötet hat. Das Land, das ihre Heimat war und immer bleiben wird.

Meine Meinung:
Ich interessiere mich sehr für den 2. Weltkrieg bzw. den Holocaust, und ich finde es wichtig und richtig, dass man die Erinnerungen von Zeitzeugen niederschreibt, denn bald wird auch die letzte Generation, die den Weltkrieg miterlebt hat, ausgestorben sein. Ich finde es auch wichtig, dass die schrecklichen Ereignisse von damals auch Gesichter bekommen, weshalb ich immer sehr gerne über Einzelschicksale lese.

Die Journalistin Andrea von Treuenfeld hat für dieses Buch 16 Frauen aus den Jahrgängen zwischen 1915 und 1946 interviewt. Alle von ihnen waren bzw. sind Jüdinnen, nicht alle praktizierten ihren Glauben und waren sich der Unterschiede zwischen Christen und Juden bewusst.

Doch sie hatten eines gemeinsam: Sie konnten nur durch die Flucht ins Ausland ihr Leben retten. Manche schafften es noch auf legalem Weg, bevor die Nationalsozialisten die Ausreise von Juden verboten. Manche mussten illegal und unter schlimmen Bedingungen fliehen. Die meisten von ihnen sind nach Israel gegangen, andere nach Südamerika oder in die USA. Manche von ihnen konnten sich in ihrer neuen Heimat eine Existenz aufbauen und fühlten sich wohl, andere mussten weiter um ihr Überleben kämpfen.

Sie alle sind früher oder später aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland zurückgekehrt. Manche freiwillig aus Sehnsucht zur Heimat oder zur Familie, mit dem Willen, beim Aufbau eines demokratischen Deutschlands mitzuhelfen; andere wiederum eher widerwillig, um z. B. ihren Eltern oder Männern zu folgen. Manche fühlen sich als Deutsche, andere fühlen sich fremd im eigenen Land.

Auch wenn ich schon vieles über den Holocaust gelesen habe, konnte ich auch hier noch vieles lernen. Die Ereignisse in Deutschland stehen gar nicht so sehr im Mittelpunkt, sondern v. a. die Flucht und das Leben im Exil. Man lernt hier vieles über das Leben in Israel/Palästina, wie dort die europäischen Juden aufgenommen wurden und ihr Leben organisieren mussten.

Ich habe auch vieles über "Mischehen" erfahren. Ich wusste z. B. nicht, dass anfangs noch jüdische Ehegatten und Kinder von Ariern gewisse Privilegien hatten und es hier unterschiedliche Regelungen gab. Wenngleich auch sie einige Jahre später auf den Todeslisten der Nazis standen. Genauso wie Juden, die für Deutschland im 1. Weltkrieg gekämpft haben und Auszeichnungen erhielten.

Hier stehen wirklich die Erzählerinnen im Mittelpunkt, die Autorin hält sich im Endeffekt komplett im Hintergrund. Nach einem kurzen Vorwort folgen die Porträts, die wörtlich wiedergegeben sind. Dadurch ist der Erzählstil natürlich sehr lebendig, die Geschichten bleiben authentisch. Ansonsten gibt es keine weiteren erläuternden Texte.

Da viele Begriffe rund um den jüdischen Glauben bzw. aus dem Hebräischen fallen, hat die Autorin noch ein ausführliches Glossar beigefügt, das sehr hilfreich ist. Dazu gibt es noch einen Auszug aus den etwa 2.000 Anordnungen der Nationalsozialisten gegen die Juden, damit man besser einordnen kann, wann welche Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung ein- bzw. durchgeführt wurden.

Dieses Buch ist ein weiteres wichtiges Dokument, das dem Schrecken von damals anhand von Einzelschicksalen ein Gesicht gibt. Eine Bewertung finde ich bei solchen Büchern schwierig bzw. nicht wirklich angebracht, deshalb vergebe ich hier ganz klar die volle Punktezahl. 

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 4. Juli 2015

Rezension: "Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding. Mein Familienleben mit 7 Kerlen" von Margie Kinsky

Daten zum Buch:
erschienen am: 8. September 2014
Verlag: Knaus
ISBN: 9783813506334
239 Seiten
Preis: 14,99 € (Softcover)
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Zum Inhalt:
"Margie Kinsky lebt mit sieben Männern zusammen, und sechs davon hat sie selbst gemacht." Diese launige Vorstellung durch Horst Lichter trifft den Nagel auf den Kopf.

Als Tochter einer böhmischen Gräfin wächst Margie Kinsky in Rom auf, bevor es den energiegeladenen Wirbelwind nach Deutschland verschlägt. Dort lernt die begeisterte Impro-Theater-Schauspielerin Bill Mockridge kennen und lieben. Ehe man sich's versieht, ist Sohn Nr. 1 im Anmarsch, und es folgen noch fünf weitere Kerle.

In diesem Buch schildert die Kabarettistin ihre Erlebnisse als Sechsfach-Mama und Ehefrau eines Schauspielers in einem italo-deutsch-kanadischen Künstlerhaushalt.

Meine Meinung:
Als ich zum 1. Mal das Cover und den dazugehörigen Titel las, dachte ich ja erst: "Hm, könnte interessant sein, aber das ist vermutlich nur so eine Autobiographie einer gemütlichen älteren Dame, die mit Hausfrauen- und Erziehungstipps aufwartet." Denn ich finde ja, dass Margie Kinsky auf dem Cover ziemlich bieder rüberkommt. Irgendwann habe ich mir dann das Buch doch besorgt und es drauf ankommen lassen.

Und ich erlebte eine schöne Überraschung: Mitnichten ist Margie Kinsky eine typische Hausfrau, die hier gesetzt und über allem stehend ihre Ratschläge unter der Frauenwelt verteilen will. Schon bei den ersten Sätzen habe ich gemerkt, dass die Frau wahnsinnig viel Power hat und alles Andere als einen gewöhnlichen Alltag!

In ihrer Autobiographie erzählt uns Margie Kinsky von ihrem Leben als sechsfache Mutter, über die Tücken des Alltags und die Freuden des Familienlebens. Nun ist ja schon das Leben mit sieben Männern Garant für viele lustige Geschichten, aber dass der Mann ein bekannter Schauspieler ist (Er spielte u. a. den mit der berüchtigten Mutter Beimer verheirateten Erich Schiller in der "Lindenstraße".) und die Autorin selbst als Kabarettistin und Theaterschauspielerin um die Welt fetzt, verspricht dem Ganzen noch viel mehr Spannung als eh schon!

Margie Kinsky hat einen sehr lockeren, flapsigen Schreibstil mit viel Umgangssprache und Ruhrpott-Dialekt. Sie ist sehr direkt (Z. B. fällt sehr oft das Wort "Scheiße".), und es ist sicherlich kein Schreibstil, den ich anfänglich von einer 57jährigen erwartete. Zuerst war es mir an manchen Stellen zu gewollt lustig, andererseits war mir bis dahin noch nicht ganz klar, dass die Autorin auch als Comedian auftritt. Ich habe mir daraufhin ein paar Videos ihrer Auftritte angeguckt, und danach habe ich verstanden, dass der Schreibstil absolut ihre Persönlichkeit und ihr Auftreten widerspiegelt. Hier könnte vielleicht die Audio-CD einen noch besseren Genuss versprechen, als das Buch selbst zu lesen.

Die Autorin plaudert viel aus dem Nähkästchen, erzählt über ihr Familienleben, lässt uns aber auch an ihrem Gefühlsleben teilhaben. Sie spricht den Leser direkt an und baut auch ein paar "Action-Seiten" in das Buch ein, auf denen man sich bei Bedarf austoben kann. Natürlich ist das Buch in 1. Linie sehr interessant für Mütter, aber auch generell für Leser/innen, die gerne einfach mal durch das Schlüsselloch einer achtköpfigen Künstlerfamilie gucken wollen.

Margie Kinsky war mir absolut sympathisch. Sie ist nicht nur wahnsinnig humorvoll, sondern auch selbstkritisch und betrachtet sich nicht als die perfekte Mutter, fordert die Leser auch dazu auf, mal alle Fünfe gerade sein zu lassen und dass es ok ist, wenn man auch mal Fehler macht. Letzten Endes ist aus ihren sechs Jungs ja auch trotz der vielen kleinen Katastrophen was geworden - alle sind mittlerweile irgendwie im künstlerischen Bereich tätig.

Das Buch liest sich sehr flott, und ich habe mich während der Lektüre sehr wohl gefühlt. Die Familie Mockridge-Kinsky besteht aus sehr interessanten, sympathischen Persönlichkeiten, und ich bin mir sicher, dass man von diesem Clan noch viel hören wird. Margie Kinsky ist immerhin schon das dritte Familienmitglied, das - nach Ehemann Bill und Sohn Luke - ein Buch veröffentlicht.

"Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding" ist ein lustiges, kurzweiliges Buch für gemütliche, amüsante Lesestunden.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!