Freitag, 25. März 2016

Städteleseaktion: Würzburg liest ein Buch


Kennt ihr diese Aktion eigentlich auch aus eurer Heimat? Eine Stadt nimmt sich ein bestimmtes Buch vor und veranstaltet dazu zahlreiche Veranstaltungen. In meinem schönen Würzburg findet sie dieses Jahr vom 8. bis 17. April statt.

Letztes Jahr wurde "Würzburg liest ein Buch" zum 1. Mal durchgeführt. Damals ging es um das Buch "Die Jünger Jesu" von Leonard Frank. Die (fiktive) Geschichte spielt im gerade durch einen verheerenden Bombenangriff zerstörten Würzburg - leider hatte dies einen realen Hintergrund, denn die Altstadt wurde tatsächlich am 16. März 1945 durch die British Royal Air Force zu 90% zerstört, und schätzungsweise 5.000 Menschen kamen dabei ums Leben. ;-(

Leonhard Frank war selbst gebürtiger Würzburger, lebte aber während der 2. Weltkriegs bereits im Ausland und kannte seine zerstörte Heimatstadt nur noch aus Zeitungsberichten und Briefen Angehöriger.

Damals habe ich das Buch ebenfalls gelesen und mir ein paar Veranstaltungen angesehen. Vor allem im Gedächtnis geblieben sind mir zwei Zeitzeugengespräche, in denen Alt-Würzburger erzählten, wie sie die Zeit nach der Zerstörung Würzburgs erlebten. Das fand ich als Geschichtsinteressierte natürlich furchtbar spannend!

Für die diesjährige Städteleseaktion wird es eher schwierig sein, Zeitzeugen zu finden, denn das Buch spielt zur Zeit der Hexenverbrennungen. ;-)

Es handelt sich um die Erzählung "Der Aufruhr um den Junker Ernst" von Jakob Wassermann (1873-1934), einem deutsch jüdischen Schriftsteller, der einen Teil seiner Kindheit und Militärzeit in Würzburg verbrachte.

Worum geht es?
Die Geschichte spielt in Würzburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und der Hexenverfolgung. Der Junker Ernst, Neffe des Fürstbischofs Philipp Adolf von Ehrenberg, wächst elternlos nur mit seiner Kinderfrau Lenette und seinem Lehrer Molitor in einem verfallenden Schloss nördlich der Stadt auf. Er entwickelt ein außergewöhnliches Erzähltalent und zieht über die Dörfer, um Kindern wie Erwachsenen Märchen und Geschichten zu erzählen. Als seine Mutter Theodata von Ehrenberg von langen Reisen aufs Schloss zurückkehrt und ihren Schwager, den Fürstbischof, um Geld bittet, trifft dieser erstmals auf Ernst und nimmt ihn mit nach Würzburg. Die Faszination, die der Junker durch seine Erzählkunst auf den Bischof und bald auch auf den ganzen fürstbischöflichen Hof ausübt, ruft Neider auf den Plan und er gerät in die Mühlen der Inquisition. Doch seine jugendliche Anhängerschaft plant einen Aufruhr, um den Junker Ernst zu befreien …
(aus: www.literaturportal-bayern.de)


Auf der Seite "Würzburg liest ein Buch" (www.wuerzburg-liest.de) heißt es:

Die fränkische Landschaft um Würzburg, die Würzburger Hexenverfolgungsgeschichte und seine eigene Ausgrenzung als Jude in Deutschland hat Jakob Wassermann in der Novelle „Der Aufruhr um den Junker Ernst“ durch seine wunderbare Erzählkunst zu einer spannenden Geschichte verdichtet. Ein Würzburg-Roman, der weit über die Grenzen Würzburgs hinaus Bedeutung hat.

Der frühe Tod Jakob Wassermanns und die nationalsozialistische Verfemung haben seinen Namen fast ausgelöscht. „Würzburg liest ein Buch 2016“ soll dem vergessenen Autor und seinem Junker Ernst einen neuen würdigen Platz in den Herzen der Würzburger verschaffen.

Wie bereits letztes Jahr, gibt es auch wieder eine spezielle "Würzburg liest ein Buch"-Ausgabe für 8,00 €, die man bei allen teilnehmenden Buchhändlern erwerben kann.

Ich habe mir diese schon besorgt und hoffe, dass ich während der Aktionswochen auch mitlesen kann. Aber im Moment habe ich einfach nicht so viel Zeit zum Lesen und noch einige Rezensionsexemplare herumliegen, die vorgehen müssen, und ich muss mich auch "nebenbei" auf meine Abschlussprüfungen Ende Mai vorbereiten, deshalb bin ich nicht sicher, ob ich es schaffe. Ich werde es aber versuchen und die Aktion im Auge behalten!

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