Freitag, 26. August 2016

Die Jugendbuchautorin Agnes Sapper (1852 - 1929)

Porträt der Agnes Sapper
Quelle: Projekt Gutenberg DE
Wie ihr ja wisst, wohne ich im schönen Würzburg. Seid ihr schonmal da gewesen und habt unsere zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie die Residenz (UNESCO-Weltkulturerbe!), die Festung Marienberg oder die tolle Altstadt mit ihren vielen Kirchen und gutbürgerlichen Gaststätten besucht?  Nein? Dann habt ihr was verpasst und müsst das unbedingt nachholen!
 
Was Würzburg auch hat, sind Friedhöfe. Na ja, klar, hat ja jede Gemeinde... Gleich bei mir um die Ecke gibt es den großen Hauptfriedhof. Dort gehe ich öfter mal spazieren, weil es inmitten der Stadt ein ruhiger, friedlicher Ort ist.
 
Vor einiger Zeit habe ich in einer Broschüre des Friedhofes dann gelesen, dass hier Agnes Sapper bestattet liegt. Und da ich das so interessant fand, dachte ich mir, ich erzähle euch ein bisschen was über sie.
 
Denn Agnes Sapper war eine Jugendbuchautorin – hat vielleicht schonmal jemand von euch etwas von ihr gelesen? Ich muss zugeben, ich kannte sie vorher nicht. Ihre Werke sind ja schon etwas älter und weit vor meiner Kinder- und Jugendzeit veröffentlicht worden.
 
Agnes Sapper wurde am 12. April 1852 in München als Agnes Brater geboren. Ihr Vater war Karl Brater, ein Redakteur, Politiker und Gründer der Süddeutschen Zeitung. Kein Wunder also, dass Agnes das Schreiben quasi in die Wiege gelegt wurde!
 
1878 heiratete sie den Stadtschultheiß und Gerichtsnotar Eduard Sapper, mit dem sie mehrere Kinder hatte. Ihr Mann ermunterte sie zum Schreiben – in dieser Zeit sicherlich nicht selbstverständlich! Nachdem sie 1892 mit ihrer Erzählung „In Wasserfluten“ ein Preisausschreiben gewann, folgten weitere Erzählungen, u. a. auch aus dem schulischen Bereich, der Agnes als Lehrerin einer Sonntagsschule besonders vertraut war.
 
1898 zog die mittlerweile verwitwete Agnes ins schöne Würzburg, wo sie sich nun intensiv dem Schreiben widmete. Ihr 1906 veröffentlichter Roman „Die Familie Pfäffling“ war ihr größter Erfolg. Sie widmete das Buch ihrer Mutter zum 80. Geburtstag. Diese - eine geborene Pfaff - war auch das reale Vorbild für die Mutter Pfäffling. 1910 gab es noch die Fortsetzung „Werden und Wachsen“.
 
2002 verlegte Ausgabe des
Arena-Verlags in Würzburg
Hier ist eine kurze Inhaltsangabe:
 
Musiklehrer Pfäffling lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in der Frühlingsstraße. Viele Mäuler müssen gestopft, zahlreiche Schulbücher gekauft werden - Vater Pfäffling tut sein Bestes, um sich und die Familie über Wasser zu halten. Doch nicht nur Geldsorgen plagen ihn: Otto wird wegen eines Schneeball-Treffers aufs Polizeirevier vorgeladen, Wilhelm bringt ein miserables Zeugnis nach Hause, Anne droht durch eine Ohrenentzündung taub zu werden - und das letzte Bargeld lässt sich das unvorsichtige Elschen stehlen.
 
Das Honorar für die Pfäfflings nutzte die Autorin übrigens vor allem für Andere. Noch immer gibt es in Würzburg das Agnes Sapper-Haus, ursprünglich ein Altenheim, das mit Hilfe von Agnes‘ finanzieller Unterstützung geführt wurde. Heute ist es eine Einrichtung für psychisch Erkrankte.
 
Agnes Sapper starb am 19. März 1929 in Würzburg und wurde dort auf dem Hauptfriedhof begraben. Noch heute gilt sie als eine der erfolgreichsten und meistgelesenen deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen des beginnenden 20. Jahrhunderts. Alleine die „Familie Pfäffling“ wurde über 900.000 Mal verkauft.
 
Das Familiengrab von Agnes Sapper,
in dem sie mit ihrer Mutter und ihrer
Tochter begraben ist.

 

Kommentare:

  1. Hi Bianca,
    hach, schau an, wieder was dazugelernt!
    Und dann auch noch eine Namensvetterin, wie schön.
    Bislang ist sie mir vollkommen unbekannt, aber es ist ja bekanntlich nie zu spät...
    Danke für den tollen Bericht!

    Liebe Grüße,
    Agnes

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  2. Hallo Bianca,
    stimmt, Würzburg ist so was von sehenswürdigkeit. Auch der 4 Röhrenbrunnen ist toll. Von der Autorin habe ich bisher nichts gehört. Danke fürs Vorstellen.
    Übrigens habe ich - wo ich noch in Würzburg gearbeitet habe im ehemalien Woolworht - immer im Juliusgarten meine Pausen verbracht, sofern das Wetter gepasst hat.
    Ganz liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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  3. Hallo Bianca,
    das finde ich einen wirklich tollen Beitrag. Habe ich mit Interesse gelesen.
    Liebe Grüße Hanne

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Von der Wiege bis zur Bahre - Kommentare, Kommentare! Und ich freue mich über jeden Einzelnen davon. :-)