Montag, 15. August 2016

Rezension: "Jules" von Didier van Cauwelaert

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. April 2016
Verlag: C. Bertelsmann
ISBN: 9783570102930
224 Seiten
Preis: 14,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Zibal ist ein genialer Forscher, der allerdings den Fehler begangen hat, seine letzte Erfindung nicht patentieren zu lassen. Von seiner Verlobten verlassen und völlig abgebrannt, landet er als Macarons-Verkäufer am Flughafen Orly. Dort begegnet er der attraktiven Alice und deren Blindenhund Jules. Die blinde Frau ist gerade auf dem Weg nach Nizza, um sich einer Operation zu unterziehen, die ihr das Augenlicht zurückgeben soll. Als Jules in den Frachtraum verbannt werden soll, erkämpft Zibal, dass er mit seinem Frauchen in der Fliegerkabine mitfliegen darf. Dabei hinterlässt er einen bleibenden Eindruck nicht nur bei Alice, sondern auch bei Jules.

Als Alice wieder sehen kann, fühlt sich Jules überflüssig und wird depressiv. Schweren Herzens befolgt Alice den Rat des Tierarztes und gibt Jules für einen neuen Blinden frei. Während sie sich neu erfinden muss, mit neuer Sehkraft, dafür ohne Hund und in einer Beziehung, die sie nicht mehr glücklich macht, büxt Jules aus und sucht nach seinem Retter "Monsieur Macaron".

Meine Meinung:
Dies war mein erster Roman von Didier van Cauwelaert, und es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch und den Schreibstil zu bewerten. Ich hatte mir aufgrund des Covers und des Klappentextes, welche "eine erfrischende romantische Komödie"versprachen, etwas anderes vorgestellt. Ich fand das Buch weder erfrischend, noch romantisch oder gar amüsant.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Alices und Zibals Sicht erzählt, wobei es lange dauert, bis beide Handlungsstränge ineinander fließen. Alice finde ich durchweg unsympathisch - das Einzige, was mir an ihr gefiel, war ihre Liebe und Treue zu Jules. Zibal war zwar nicht direkt unsympathisch, aber ziemlich sonderbar, mit ihm konnte ich auch nicht viel anfangen. Beide Figuren sind auf ihre eigene Weise seltsam schwermütig. Sie haben beide "ihr Päckchen zu tragen", konnten mich aber zu keiner Zeit irgendwie berühren. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist unromantisch und irgendwie... merkwürdig, zumal es da ja noch Alices (seltsame) Beziehung gibt.

Bindeglied und namensgebende Hauptfigur ist Alices Blindenhund Jules. Er war auch der einzige Charakter in diesem Buch, den ich wirklich mochte. Ich denke, es ist dem Autor recht gut gelungen, die Sichtweise des Hundes wiederzugeben. Hier muss natürlich einiges spekuliert und interpretiert werden, da es dem Menschen ja nunmal leider nicht möglich ist, mit Hunden zu reden. Von daher ist es schwierig zu beurteilen, welche Verhaltensweisen und Emotionen von Jules realistisch sind und welche nicht. Jules' Intelligenz ist beeindruckend, wenngleich ich denke, dass hier einiges übertrieben wurde. Auch wenn ich absolut davon überzeugt bin, dass Hunde sehr kluge Wesen sind, verfügt Jules meiner Meinung nach über Fähigkeiten, die im realen Leben dann doch eher unwahrscheinlich sind.

Die Handlung zieht sich etwas dahin. Man erlebt, wie Alice zurück in die Welt der Sehenden findet, wie Zibal sich in seinem trost- und erfolglosen Leben einrichtet und wie Jules verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ist, ohne sein Frauchen jedoch vergessen zu können. Letztendlich werden alle drei Schicksale zusammengeführt, was aber auch irgendwie seltsam weitergeht. Lediglich das Ende ist relativ gelungen und darf sicherlich als Happy End bezeichnet werden. Dennoch habe ich keinen blassen Schimmer, wie man das Buch als erfrischende Komödie bezeichnen kann...

Mit dem Schreibstil hatte ich anfänglich auch so meine Probleme. Vielleicht sind französische Autoren nichts für mich, denn er erinnerte mich an die typischen französischen Kinofilme, die ja auch meist etwas speziell sind - entweder man mag sie oder nicht. Ich konnte mich irgendwann in den Schreibstil einfügen, aber das Buch las sich schwerfällig und ich kam einfach nicht in einen Lesefluss.

Die Grundidee an sich, dass ein Blindenhund ohne die Hilflosigkeit seines Frauchens plötzlich "arbeitslos" wird und darunter schwer leidet, fand ich sehr interessant. Aber durch den Schreibstil, der mich nicht angesprochen hat, sowie Figuren, die mir unsympathisch waren, fiel mir die Lektüre schwer. Ich muss zugeben, dass ich froh war, als das Buch zu Ende war. Ich habe es nicht wirklich gern gelesen.

2 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

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