Donnerstag, 27. Oktober 2016

Rezension: "Jaspers letzter Flirt" von Ulrike Busch

Daten zum Buch:
erschienen am: 16. August 2016
Verlag: Edition M (Amazon Media)
ISBN: 9781503938175
299 Seiten
Preis: 9,99 €
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Zum Inhalt:
Jasper Erikson lässt nichts anbrennen. Seine Surfschule auf Amrum ist der beste Ort, um mit attraktiven Urlauberinnen in Kontakt zu kommen. Dass er eigentlich verheiratet ist, stört ihn dabei nicht weiter. Zudem lebt seit Kurzem Bele, Jaspers Geliebte, auf Amrum. Sie träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihrem Traummann und will dafür ihren langweiligen Ehemann verlassen.

Doch dann versucht jemand, Jasper mit einer Autobombe zu töten. Nur knapp entgeht er dem Tod. Bei ihren Ermittlungen stoßen Hauptkommissar Kuno Knudsen und sein Partner Arne Zander auf Schweigen und viele Ungereimtheiten. Jasper scheint den Anschlag nicht ernst zu nehmen, doch Kommissar Knudsen ist sich sicher, dass es der Täter erneut versuchen wird.

Meine Meinung:
In „Jaspers letzter Flirt“ ermitteln die Kommissare Knudsen und Zander bereits zum zweiten Mal auf den nordfriesischen Inseln. Nachdem in „Pfauenfedernmord“ auf Sylt gemordet wurde, lernt der Leser diesmal die Insel Amrum besser kennen.

Kommissar Knudsen wohnt selbst auf Amrum und kennt alle Inselbewohner persönlich. Dies ist natürlich von Vorteil, da er genau weiß, welche Informationsquellen er anzapfen kann. Durch die persönliche Bindung geht Kuno recht emotional an die Ermittlungsarbeit heran, was ihn nur noch menschlicher und sympathischer macht. Wobei er sowieso ein Ermittler ist, den man von Anfang an mag. Ebenso wie seinen jüngeren Kollegen Arne Zander. Die beiden ergänzen sich gut und sind ein klasse Team.

Die Haupthandlung spielt innerhalb einer Woche von dem Sonntag des gescheiterten Bombenanschlags auf Jasper, bis zum nächsten Samstag, dem „Showdown“. In dieser Zeit begleitet man nicht nur die Kommissare bei ihrer Arbeit, sonst schaut auch in die Wohnzimmer der verschiedenen Charaktere. Hierbei werden nach und nach Geheimnisse der vielen agierenden Personen und nicht geahnte Verbindungen aufgedeckt. Dadurch bleibt die Handlung spannend.

Erst so nach und nach entwirrt sich das Wollknäuel von Liebeleien und Familienzwisten. In der Zwischenzeit kann man rätseln, wer nun der Täter sein könnte, denn ein Motiv haben so einige Menschen auf der Insel und auf dem Festland. Zwar tritt der Auftraggeber am Anfang namentlich auf, es zeigt sich aber schnell, dass hier ein Deckname verwendet wird. Ich habe ständig meine Meinung gewechselt, und letztendlich bin ich bis zum Schluss im Dunkeln getappt.

Neben Knudsen und Zander wird hier auch manchmal Kommissar Zufall tätig. Öfter gab es doch die ein oder andere zufällige Entdeckung oder Begegnung, die neue Erkenntnisse brachte. Aber das ist ja oft bei Krimis der Fall, dass manchmal ein Zufall die Geschichte in die richtige Richtung stupst, von daher war es für mich in dem Maße noch ok. Mehr hätte es dann aber nicht mehr werden dürfen mit den Zufällen.

Dies ist mein drittes Buch von Ulrike Busch, und ich wusste schon vorher, dass mich ihr Schreibstil auch diesmal nicht enttäuschen wird. Er ist locker, mit einem gewissen humorvollen Unterton, aber auch negative Emotionen werden gut wiedergegeben. Zahlreiche Dialoge und Interaktionen zwischen den Agierenden verleihen der Geschichte Dynamik, und die Beschreibungen der Handlungsorte geben das Flair der nordfriesischen Inseln und die Liebe der Autorin zu Norddeutschland gut wieder. Ich bekomme jedes Mal bei ihr Lust, auch endlich mal Urlaub im Norden zu machen.

Wer Regionalkrimis aus dem hohen Norden mag und Spannung nicht dadurch definiert, wie viel Blut fließt, sondern wie komplex die Beziehungen der Figuren zueinander sind, trifft mit „Jaspers letzter Flirt“ ganz bestimmt die richtige Wahl. Mich hat der Krimi wirklich sehr gut unterhalten.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Ulrike Busch für dieses Rezensionsexemplar!
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Hier geht's zu meiner Rezension von "Pfauenfedernmord", dem 1. Teil der Reihe um Kommissar Knudsen!

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