Montag, 17. Oktober 2016

Rezension: "Plötzlich auf Liebe programmiert..." von Anette Judersleben

Daten zum Buch:
erschienen am: 15. Oktober 2015
Verlag: tredition
ISBN: 9783732364688
188 Seiten
Preis: 9,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Für Garett bricht die Welt zusammen, als seine Frau Rebecca bei einem Unfall ums Leben kommt. Mit ihr stirbt nicht nur die Liebe seines Lebens, sondern auch das gemeinsame ungeborene Kind. Nur schwer findet der Amerikaner zurück ins Leben, doch auch noch vier Jahre nach dieser Tragödie kann Garett die Schatten der Vergangenheit nicht abschütteln.

Deshalb entscheidet er sich, das Angebot seiner Firma anzunehmen und Teamleiter in der deutschen Dependance in Köln zu werden. Auf Anhieb fühlt er sich wohl in dieser schönen Stadt und bei den freundlichen Kollegen. Einziger Wertmutstropfen: Neben ihm zieht die äußerst unsympathische Constanze ein, die ihn von Anfang an völlig grundlos ätzend findet.

Doch so nach und nach können die beiden ihre gegenseitige Abneigung aus dem Weg räumen. Und irgendwann merkt Garett, dass er sich vielleicht doch wieder für eine neue Liebe öffnen kann. Aber hat er bei der verschlossenen Constanze, die scheinbar auch ein Beziehungstrauma verarbeitet, überhaupt eine Chance?

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus Sicht des Amerikaners Garett erzählt. Mit 34 Jahren ist er noch ein sehr junger Witwer, und der Schmerz über den Verlust seiner Frau wird sehr gut wiedergegeben, so dass man als Leser auch richtig mitfühlt. Umso mehr muss man schmunzeln, wenn er langsam anfängt, sich für Constanze zu interessieren und plötzlich wie ein liebestoller Teenager alles, was sie tut und sagt, analysiert und sich von seiner Mutter und deren Partner Liebestipps holen muss, da er "aus der Übung" ist.

Constanze kommt anfänglich als Zicke daher, aber dies hat einen Grund, der so nach und nach enthüllt wird. Während man von Garett von Anfang an weiß, warum er sich gegen eine neue Liebe sperrt, erfährt man Constanzes Geheimnis bzw. Trauma erst recht spät. Auch dies ist emotional und obwohl ich jetzt nicht sagen würde, dass mich die Liebesgeschichte total gefesselt hat, ist doch zumindest ab und an ein Tränchen gekullert.

Die Protagonisten sind sympathische Menschen, denen beide auf unterschiedliche Art und Weise das Herz gebrochen wurde und die wieder lernen müssen, sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Man kann durchaus sagen, dass die beiden sich gegenseitigheilen.

"Plötzlich auf Liebe programmiert..." ist ganz klar ein Liebesroman, der einerseits durch die früheren Erlebnisse der beiden Protagonisten einen ernsten Hintergrund, aber auch amüsante Momente hat und trotz allem sehr unterhaltsam ist. Die Geschichte hat keinen absoluten Höhepunkt und die Annäherung zwischen Garett und Constanze geschieht langsam, aber dadurch auch realistisch. An manchen Stellen war es mir ein bisschen zu kitschig, gerade gegen Ende, aber da man die Figuren so lieb gewonnen hat, gönnt man ihnen auch diesen Kitsch.

Die Autorin hat sich getraut, einen Liebesroman aus Sicht eines Mannes zu schreiben, was meines Wissens doch eher selten ist. Ich denke, das ist ihr aber auch ganz gut gelungen. Dadurch ist das Buch meiner Meinung nach für Leser beider Geschlechter interessant, natürlich vorausgesetzt, dass man Liebesromane mag.

Alles in Allem ist "Plötzlich auf Liebe programmiert..." solide Unterhaltung mit zwei liebenswerten Protagonisten und viel Gefühl.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Anette Judersleben und den tredition-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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