Samstag, 21. Mai 2016

Kurzes Blogpäuschen

Ich hatte es ja schon ein paar Male erwähnt: Im Moment stecke ich mitten im allerherrlichsten Prüfungsstress. :-@ Vom 27. Mai bis 3. Juni sind meine schriftlichen Abschlussprüfungen zum Verwaltungswirt. Und ich gebe zu, ich habe es die letzten Monate etwas schleifen lassen und mich auf meinen bislang ziemlich guten Noten ausgeruht... (Die aber blöderweise fast nichts zählen für den Abschluss.)

Jetzt so kurz vor Paukenschlag geht mir allerdings doch langsam der Arsch auf Grundeis. Bestehen an sich ist kein Thema, aber eigentlich hatte ich einen bestimmten Schnitt anvisiert, weil man dann ein Jahr weniger Probezeit hat. Aber so langsam fürchte ich, dass das nicht machbar ist. Viel zu viel Stoff und viel zu wenig Zeit bzw. zu wenige Hirnkapazitäten... Mit Mitte 30 fällt einem das Lernen einfach nicht mehr so leicht, das habe ich schmerzlich feststellen müssen in den letzten 1,5 Jahren meiner Ausbildung.

Da die Hoffnung aber bekanntermaßen zuletzt stirbt, will ich mich diese Woche nochmal richtig auf meinen Hintern hocken und ranklotzen. Mal sehen, ob es mir gelingt.

Also habe ich zwischen Schlafen, Lernen und dem mittlerweile obligatorischen täglichen Nervenzusammenbruch gerade keine Energie bzw. Zeit, euch anspruchsvolle Blogeinträge zu liefern.  :-/

Aber am 3. Juni  ab 12 Uhr ist endlich der Spuk vorbei (Wegen der mündlichen im Juli mache ich mich dann erst anderweitig verrückt.), und ein paar hübsche Ideen habe ich ja eigentlich schon seit Längerem für neue Blogeinträge. Ich sehe/lese euch also in neuer Frische Anfang Juni! :-)

Mittwoch, 11. Mai 2016

Neuzugänge

Hoppla, jetzt hab ich schon wieder über einen Monat vergehen lassen seit meinem letzten Neuzugänge-Post. Natürlich ist wieder das ein oder andere Buch bei mir eingezogen. Ich kann einfach nicht anders, wenn sie da so traurig vor der Tür stehen und fragen, ob noch ein Plätzchen frei ist - da kann ich doch nicht einfach Nein sagen, oder?!

Rezensionsexemplar


- Bettina Schuler, "Norahib bikom heißt willkommen": Über die Flüchtlingskrise habe ich ja jetzt schon Sachbücher gelesen, aber ein locker-leichter Erfahrungsbericht einer Ehrenamtlichen hat mir da noch gefehlt. Das Buch habe ich für eine Leserunde auf LovelyBooks erhalten und bereits hier rezensiert.


Gekauft


- Hans Rath, "Und Gott sprach: Wir müssen reden!": Dieses Buch stand schon länger auf der Wunschliste, und als es im Hugendubel auf dem Taschenbuch-Wühltisch für 2,99 € lag, habe ich es spontan mitgenommen.

- Sophie Kinsella, "Shopaholic in Hollywood": Die Shopaholic-Bücher habe ich ja bislang immer konsequent weitergelesen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass Becky Bloomwood immer blöder wird... Deshalb musste ich mir natürlich auch den neuesten Band endlich mal anschaffen - ebenfalls für 2,99 € bei Hugendubel.

- Marie-Aude Murail, "Simpel": Das Buch über einen autistischen Jungen wollte ich schon länger lesen. Gekauft in einem großen BRK-Buchantiquariat in Nürnberg für 80 Cent.

- Vera Hohleiter, "Schlaflos in Seoul": Reise-/Länderberichte lese ich ja sowieso total gern, und da erst letztes Jahr eine gute Freundin ein paar Tage in Seoul war und es dort total schön fand, hab ich dieses Buch ebenfalls im Antiquariat für 1,10 € mitgenommen. Ich hab mir gedacht, ich kann es nach dem Lesen meiner Freundin geben, aber hm... es ist signiert! Darum muss ich es einfach behalten. Tut mir leid, liebe Eva! (Ausleihen geht natürlich immer. ;-))

- Maria Blumencron & Chime Yangzom, "Kein Pfad führt zurück": Diese Biographie über eine Frau, die sich um tibetische Kinder kümmert, steht schon lange auf meinem Wunschzettel. Ebenfalls im Antiquariat für 1,10 € mitgenommen.

- Benni-Mama, "Große Ärsche auf kleinen Stühlen": Ebenfalls ein Wunschzettel-Buch, das ich bei Hugendubel für 2,99 € mitgenommen habe. Klingt einfach lustig, auch für Nicht-Eltern.

- Jan Hofer & Peter von Kempten, "Liebe Lottofee, anbei meine Zahlen für kommende Woche": Dieses Hörbuch klingt ganz lustig, hat nur einen Euro gekostet - da dachte ich mir, man kann nichts falsch machen. Für längere Autofahrten bestimmt ganz unterhaltsam.

- Felix Anschütz & Nico Degenkolb, "Nee, wir haben nur freilaufende Eier!": Den 1. Band habe ich mir auch schon angehört, ist ganz amüsant, den 2. Teil habe ich mir auch spontan im 1-Euro-Shop mitgenommen.

- Barbara Stäcker & Dorothea Seitz, "Nana... der Tod trägt Pink": Ein auf den 1. Blick sehr ungewöhnliches Buch über eine krebskranke Frau. Ich bin wirklich gespannt auf die Lektüre. Für 2,20 € im Antiquariat mitgenommen.

- Jonathan Stroud, "Lockwood & Co. - Die seufzende Wendeltreppe": Der 1. Band hat mir noch gefehlt, denn Band 2 und 3 habe ich bereits. Jetzt kann ich endlich mit dieser Reihe anfangen, da ich ja schon gerne in der richtigen Reihenfolge lese. ;-) Für 3 € als Mängelexemplar bei Hugendubel gekauft.


Ertauscht


- Thomas Gottschalk, "Herbstblond": Ich bin ja so ein typisches "Wetten, dass...?!"-Kind und mag Thomas Gottschalk als Moderator wirklich sehr, auch wenn er mittlerweile nichts mehr macht, was mich noch interessiert. :-D Die Biographie wollte ich deshalb gerne lesen. Für 3 Tickets bei Tauschticket geholt.

- Wolfgang Krebs & Stefan Fuchs, "Die Leberkäs-AG": Über dieses Buch bin ich beim Stöbern auf Tauschticket ganz zufällig gestolpert, aber es klang einfach total lustig. Ein bayerisches Dorf, das sich zur Erhaltung eines Braustüberls mit den Behörden anlegt - na das ist doch was für mich Beamtin im Freistaat Bayern. :-D Für 4 Tickets noch eingeschweißt ertauscht.

- Kai Twilfer, "Finn-Luca, komm bei Fuß!": Ich habe schon "Chantall, tumma die Omma winken!" von diesem Autor, ehrlich gesagt zwar noch nicht gelesen, aber ich mag solche Erfahrungsberichte einfach. Für 1 Ticket kann man ja wenig falsch machen.

- Cord Schnibben (Hrg.), "Ins Herz der Welt": Dieses Buch klang einfach sehr interessant, so habe ich es mir spontan für 2 Tickets ertauscht.


So, das war's für heute. Bücherabgänge hatte ich, glaube ich, in den letzten Wochen keine. Ich komme gerade prüfungsbedingt nur wenig zum Lesen und habe grad nur Bücher beendet, die ich behalten will. Aber nach den Prüfungen habe ich Urlaub und werde dann ganz viel lesen. :-)

Donnerstag, 5. Mai 2016

Rezension: "Aron und der König der Kinder" von Jim Shepard

Daten zum Buch:
erschienen am: 21. Januar 2016
Verlag: C.H. Beck
ISBN: 9783406689598
270 Seiten
Preis: 19,95 € (HC)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Aron ist eine Katastrophe auf zwei Beinen. Nichts will ihm so recht glücken und alles macht er kaputt. Doch halb Tom Sawyer, halb Simplicius - er ist ein guter Kerl.

Um ein vernünftiger Erwachsener zu werden bleibt ihm kaum Zeit. Denn seine jüdische Familie zieht nach Warschau, die Deutschen überfallen Polen und die Juden werden ins Ghetto gepfercht. Er freundet sich mit einer Gruppe Jugendlicher an, die für sich und ihre Familien ums Überleben kämpfen, schmuggeln und stehlen. Verrat und Tod lauern jederzeit.

Als der berühmte Arzt und Pädagoge Janusz Korczak Aron in sein Waisenhaus aufnimmt, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die den Jungen verändert und beide über sich hinauswachsen lässt.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Der Roman wird aus Sicht des jungen Aron erzählt. Er ist ein kleiner Taugenichts, da er viel Blödsinn anstellt und seinen Eltern mehr Kummer als Freude bereitet. Im Ghetto wird er ein echter Überlebenskünstler und schließt sich mit Lutek, Boris, Adina und Zofia zu einer Schmugglerbande zusammen. Das Leben zwingt die Jugendlichen dazu, kriminell zu werden, jedoch hatte ich vor allem bei Boris und Lutek das Gefühl, dass hier bereits schon vor dem Einmarsch der Deutschen viel kriminelle Energie vorhanden war. Die beiden hatten kein Mitleid für irgendwen und hätten genauso gut auf die andere Seite, die der Täter, gepasst. Die Bande war mir deshalb auch von Anfang an umsympathisch. 

Aron mochte ich anfänglich nicht. Er ist zwar nicht so herzlos wie Boris und Lutek, aber auch nicht wirklich sympathisch. Hierzu trug sicherlich auch der nüchterne Erzählstil bei, in dem er das entbehrungsreiche Leben und später auch die von ihm beobachteten Gräuel wie Erschießungen relativ emotionslos schildert. Dadurch werden die Agierenden und auch der Protagonist auf Distanz zum Leser gehalten. Erst als Aron ganz alleine ist und auf Korczak trifft, wirkt er viel verletzlicher und unschuldig wie das Kind, das er noch immer ist. Erst hier konnte mich die Geschichte abholen, vorher habe ich sie recht emotionslos heruntergelesen.

Die Geschichte gewinnt viel durch den Auftritt des Waisenhausleiters Korczak. Dieser ist eine faszinierende Persönlichkeit, die auch wirklich damals gelebt hat und nicht vom Autor erfunden wurde. Korczaks Hingabe für seine Waisenkinder war beeindruckend und rührend. So ging er mit den Kindern freiwillig ins Vernichtungslager und somit in den Tod, statt das Angebot anzunehmen und sich selbst zu retten.

Das Leben im Ghetto und die menschenunwürdigen Lebensumstände werden eindringlich und realistisch wiedergegeben und lösen beim Lesen Beklemmungen aus. Jegliche Menschlichkeit geht unter den Ghettobewohnern nach und nach verloren, Opfer werden Täter, es zählt das nackte Überleben, das Recht des Stärkeren. Man bekommt ein gutes Gefühl dafür, wie schlimm das Leben dort war, wie gefährlich, entbehrungsreich und menschenunwürdig.

Ich habe ja schon viele Bücher über den Holocaust gelesen, in der Regel Zeitzeugenberichte und Sachbücher, so dass die Erlebnisse von Aron und den jüdischen Bewohnern des Ghettos mich nicht mehr erschrecken konnten. Dennoch ist diese mehr oder weniger fiktive Geschichte beklemmend und erschütternd und ließ mich traurig zurück.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Verlag C.H. Beck für dieses Rezensionsexemplar!

Montag, 2. Mai 2016

Welttag des Buches: Gewinnspiel-Auslosung

Wie versprochen gibt es heute die Auslosung meines Gewinnspiels anlässlich des "Welttages des Buches"!

Es haben insgesamt 42 Leute mitgemacht - 3 auf Facebook und 39 hier auf dem Blog. Ich habe mich riesig über diese Resonanz gefreut! Wie ich sehe, ist Fitzek ganz schön beliebt. ;-)

Ich habe den Zufallsgenerator angeschmissen (Die Facebook-Kommentare wurden selbstverständlich mitberücksichtigt!), und gewonnen hat dieser Kommentar:

herzlichen-glueckwunsch-0022.gif von 123gif.de

Liebe Barbara, da ich keine Kontaktdaten von dir habe, bitte ich dich, dich bis zum 8. Mai bei mir zu melden (Mailadresse unter "Kontakt"). Ansonsten muss ich leider neu auslosen.

Es tut mir für alle anderen total leid. Einerseits freue ich mich über so viele Teilnehmer, andererseits muss man dann so viele enttäuschen.:-/ Ich hoffe, ihr nehmt es sportlich und seid nicht so traurig! Das ein oder andere Gewinnspiel wird auch hier wieder stattfinden. Gründe finden sich ja immer. ;-) Ansonsten hoffe ich, dass die, die aufgrund des Gewinnspiels hierher gefunden haben, auch zukünftig hier reinschauen, das würde mich total freuen! :-)

Sonntag, 1. Mai 2016

Rezension: "Hippokrates in der Hölle. Die Verbrechen der KZ-Ärzte" von Michel Cymes

Daten zum Buch:
erschienen am: 7. März 2016
Verlag: Theiss
ISBN: 9783806232851
198 Seiten
Preis: 19,95 € (SC)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Warum verloren Mediziner unter Hitler ihre Menschlichkeit? Warum machten Ärzte aus KZ-Häftlingen Versuchskaninchen, brachen ihnen die Beine oder töteten sie im Eiswasser? Alles mit gutem Gewissen.

In diesem aufrüttelnden Buch begibt sich der Bestsellerautor und Arzt Michel Cymes auf die Spurensuche nach den verlorenen Grenzen ärztlichen Handelns. Was ist davon noch heute vorhanden?
(Klappentext)

Meine Meinung:
Als ich die Anfrage erhielt, ob ich "Hippokrates aus der Hölle" gerne rezensieren möchte, musste ich erstmal überlegen, da es nach einer wirklich harten Lektüre klang. Da ich mich aber sehr für den Holocaust interessiere, siegten letztendlich Neugierde und Wissensdurst. Als das Buch dann ankam, habe ich mich ein paar Wochen vor der Lektüre gedrückt. Ich hatte Sorge, dass ich die ganzen Details darin zu eklig und unerträglich finden würde und mich durch das Buch regelrecht durchquälen musste, auch wenn ich schon so viele schlimme Sachen zu dem Thema gelesen habe.

Letztendlich war meine Sorge aber (zum größten Teil) unbegründet. Man kriegt hier natürlich abscheuliche Gräueltaten zu lesen, aber der Autor ist nicht so sensationslüstern, dass er hier genüsslich die ekligsten Details ausbreitet. Das muss er auch gar nicht, denn das, was man zu lesen bekommt, ist schon plastisch genug und reicht aus, um sich vorstellen zu können, wie furchtbar die damaligen Versuche für die Opfer sein mussten. Beziehungsweise - nein, eigentlich kann man sich das nicht vorstellen. Menschen, die in Eiswasser getaucht werden, bis sie an Erfrierungen sterben. Menschen, die innerlich verätzen. Menschen, die bei lebendigem Leibe und ohne Betäubung aufgeschnitten werden, damit man sich in Ruhe ihre Organe anschauen kann. Kann man sich sowas wirklich vorstellen?

Der Eid des Hippokrates besagt unter anderem, dass man als Mediziner alles zum Wohle des Patienten zu tun und zu unterlassen habe. Doch die Ärzte in den KZs haben diesen Eid mit Füßen getreten, auch wenn einige von ihnen glaubten, sie würden nicht dagegen verstoßen, denn ihre Versuche sollten ja letztendlich für den Erhalt und die schnellere Genesung der "Herrenrasse" dienen. Die "Versuchskaninchen" waren in ihren Augen keine Menschen, nur eine Unterrasse, die bestenfalls als Arbeitskraft diente.

Es werden verschiedene KZ-Ärzte und ihre Experimente vorgestellt, z. B. der auf Unterkühlungs- und Höhenversuche spezialisierte Sigmund Rascher, der "Schlächter von Mauthausen" Aribert Heim und natürlich der berühmte Auschwitz-"Todesengel" Josef Mengele, der an der Ankunftsrampe mit einem kurzen Blick darüber entschied, wer sofort ins Gas gehen musste. Später wollten sich die, die vor Gericht kamen, damit herausreden, sie hätten nur Befehle befolgt. Doch die Initiative der meisten Menschenversuche ging von den Ärzten selbst aus, und viele von ihnen führten nicht nur stoisch ihre Versuchsreihen durch, sondern fanden einen perfiden Gefallen daran, ihre Opfer zu quälen und Herr über Leben und Tod zu spielen.  Auftraggeber war meist der SS-Funktionär Heinrich Himmler, der bereitwillig mit der Maxime "Nur zu, experimentieren Sie! Irgendetwas wird schon dabei herauskommen." die Todesurteile Tausender Menschen unterschrieb. Ironisch mutet es an, dass der große Tierfreund Hitler Tierversuche ab 1933 gesetzlich verbot und somit Medizinern dadurch noch ein weiteres Argument für Menschenversuche lieferte...

Umso schlimmer, dass die meisten der Verbrechterärzte letztendlich unbehelligt blieben. Einige begingen Selbstmord, andere wurden hingerichtet oder mussten Haftstrafen verbüßen. Nicht wenige konnten jedoch fliehen oder wurden gar freigesprochen und konnten sich ein neues Leben - oft als niedergelassene Ärzte! - aufbauen, etwas, das ihren Opfern nicht mehr möglich war. Und oft war es so, dass die Aliierten diese Verbrecher nicht bestraften, sondern selbst einstellten und von ihrem Wissen profitierten!

Doch nicht nur die einzelnen Mediziner tragen Schuld. Die Menschenversuche im Dritten Reich waren nicht (nur) die Werke Einzelner, sondern eines ganzen Systems. Universitäten und vor allem die Pharmaindustrie unterstützten ihre Kollegen. So verlangte z. B. die IG Farben, die unter anderem das in den Gaskammern verwendete Zyklon B herstellte, Menschenversuche mit den Krebserregern Rutenol und Acridin. Diese kosteten viele Häftlinge den Tod und brachten - wie ein Großteil der in diesem Buch vorgestellten Versuchsreihen - keinerlei brauchbare Ergebnisse.

Michel Cymes ist selbst Arzt und macht keinen Hehl aus seiner Verachtung und Abscheu für diese Bestien. Es ist immer wieder unfassbar, welche Gräueltaten im Dritten Reich (und auch darüber hinaus heute noch) begangen wurden, doch dass hier die Massenmörder Ärzte waren, die sich doch dem Schutz des Menschenlebens verschrieben haben, ist umso erschreckender. Cymes hat selbst beide Großväter in Auschwitz verloren, auch sie sind vermutlich damals die berühmte Selektionsrampe unter den Augen Mengeles entlanggegangen.

So ist der Autor ungleich vorbelasteter als ein normaler Leser wie ich, die weder Medizinerin ist noch Verwandte im 2. Weltkrieg verloren hat. Dadurch ist dieses Sachbuch nicht durch und durch nüchtern geschrieben, was aber dem lebendigen Schreibstil sicherlich zu Gute kommt und mir persönlich auch sympathisch war. Zudem verzichtet Cymes dankenswerterweise auf medizinisches Fachgeplänkel, so dass ich durch die Seiten förmlich durchgeflogen bin.

Ergänzt werden Cymes Ausführungen durch 21 Fotos und eine zweiseitige Bibliographie.

"Hippokrates in der Hölle" ist ein sehr interessantes und aufschlussreiches Werk über die Menschenversuche der KZ-Ärzte im Dritten Reich. Erschütternd, grausam und sicherlich nichts für Zartbesaitete, aber dennoch ein weiteres wichtiges Dokument über den Holocaust.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Literaturtest.de bzw. den Theiss-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Hier noch ein Video mit Michel Cymes, in dem er sein Buch vorstellt: