Donnerstag, 30. Juni 2016

Neuzugänge

Wurde auch mal wieder Zeit, was? Durch die Prüfungen und den Urlaub haben sich hier die Neuzugänge angehäuft, ohne dass ich sie euch bislang vorgestellt habe. Nun also hier mal wieder geballt die Neuzugänge der letzten 6 Wochen - ihr kennt's ja schon von mir. ;-)

Rezensionsexemplare


- Kat French, "Seit ich dich gefunden habe": Diese Liebesgeschichte um eine junge Frau und ihren blinden, verbitterten Nachbarn lese ich gerade für "Blogg dein Buch". Bin mir gerade noch unsicher, wie ich sie finde.

- Antoine Leiris, "Meinen Hass bekommt ihr nicht": Der Autor hat seine Frau bei den Terroranschlägen in Paris verloren und hat eine wichtige Botschaft für die Attentäter. Sicherlich keine leichte Kost, aber ich musste es mir einfach beim Randomhouse-Bloggerportal holen.


Gewonnen


- Paul Hawkins, "Erwachsenwerden für Anfänger": Diesen lustigen Ratgeber über das Erwachsenwerden habe ich bei einem Facebook-Gewinnspiel des Verlags gewonnen. Es ist sogar signiert. :-)

- Winnie Adukule, "Flucht. Was Afrikaner außer Landes treibt": Die Autorin hat mit Afrikanern über ihre Beweggründe für eine Flucht nach Europa gesprochen. Sowas interessiert mich natürlich total! Gewonnen bei einer Verlosung des Verlags auf LovelyBooks.

- Mira Bergen, "Unter aller Krone": Deutschland sucht einen König. Und wie geht das besser als in einer Castingshow? Dieses interessante und sicherlich lustige Konzept hat mich fasziniert, und deshalb habe ich mich auf LovelyBooks in den Lostopf geschmissen und dieses signierte Exemplar gewonnen, das liebevoll verpackt von der Autorin persönlich verschickt wurde.


Geschenkt bekommen


- Anne Frank, "Het Achterhuis": Ich muss jetzt mal was zugeben - ich habe noch nie das Tagebuch der Anne Frank gelesen! Ich weiß viel darüber, aber das Buch an sich kenne ich nur in Auszügen. Mein Freund war vor einiger Zeit in Holland, und da habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ihn darum gebeten, mir das Buch in der Originalsprache zu besorgen. Und er war so lieb und hat es mir nicht nur mitgebracht, sondern auch noch geschenkt. (Und das, wo er meine Büchersucht nicht mehr unterstützen möchte!) Mal gucken, wie schwierig es wird, meine Niederländischkenntnisse sind schon seit Jahren nicht mehr benötigt worden...

- Kai Meyer, "Frostfeuer": Dieses Buch habe ich "einfach so" von einer Freundin bekommen. Ist echt lange her, seit ich das erste und letzte Mal was von Kai Meyer gelesen habe, aber die Merle-Trilogie mochte ich damals durchaus. Mal gucken, wie mir dieses Buch gefällt. Erstmal wage ich mich aber an "Die Seiten der Welt". ;-)


Ertauscht


- Barbara Fiorio, "Die wahren Märchen meines Lebens": Dieses Buch klang irgendwie total bezaubernd, deshalb habe ich es mir spontan auf Tauschticket für 3 Tickets geholt.

- Corey Ann Haydu, "Don't tell me lies": Diesen Jugendroman habe ich in einem der vielen Büchertauschregale in unserem Hotel auf Teneriffa entdeckt. Da ich es nicht geschafft habe, es vor Ort zu lesen, habe ich es kurzerhand mit heimgenommen (Keine Sorge, ich habe mehr Bücher reingetan als rausgenommen. ;-)).

- Christian Gegner, "Erdenherz": Ich bin zwar noch etwas skeptisch, ob das Buch so wirklich meins ist, aber es ist ein Indie-Titel und zudem vom Autor signiert, da konnte ich nicht widerstehen. Ebenfalls im Hotel entdeckt.

- Fleur Beale, "Am Ende des Alphabets": Über dieses Buch über eine Analphabetin bin ich schon ein paar Male gestolpert, und neulich habe ich es mir dann doch endlich mal für ein Ticket geschnappt.

- T. Cooper & Allison Clock, "Changers - Oryon": Den 1. Teil habe ich ja bereits gelesen und rezensiert, und ich möchte diese Reihe unbedingt weiterlesen. Den 2. Band habe ich mir für günstige 2 Tickets ertauscht.


So, das war's diesmal. Eigentlich geht das doch für so einen langen Zeitraum, oder? ;-) Außerdem kamen ja auch ein paar Bücher weg, und ich habe es mir letztes Wochenende schweren Herzens schon wieder verkniffen, zum Bücherflohmarkt der Stadtbücherei zu gehen...

Kennt ihr irgendwas davon?

Sonntag, 26. Juni 2016

Teneriffa - Impressionen

Vom 8. bis 18. Juni waren mein Freund und ich ja auf Teneriffa im - wirklich diesmal sehr verdienten! - Erholungsurlaub. Es war unser 1. Mal auf dieser Insel, und ich mus sagen: Ja, da kann man durchaus mal hin! ;-)

Es gab vieles zu sehen, wobei ich wegen den Prüfungen leider keine Zeit hatte, den Urlaub richtig zu planen, so dass wir vieles spontan erst vor Ort entschieden haben und auch leider nicht alles gesehen haben, was wir wollten. Aber es war auf jeden Fall schön, wenn auch sehr touristisch.

Wir waren im Süden der Insel, in Adeje. Unser Hotel war das "Jardin Tropical", ich glaube fast, dass dieses Hotel etwas gehobenere Klasse ist, aber dadurch, dass es keine Saison war und wir nur Frühstück gebucht hatten, ist es durchaus bezahlbar gewesen. 

Wettertechnisch sind die Kanaren wohl zu jeder Jahreszeit ein Glücksgriff. Es war schön warm, aber bis auf wenige Tage nicht allzu heiß. Was nicht heißt, dass ich nicht schon nach 24 Stunden - trotz Eincremen! - Sonnenbrand hatte. Wo sind meine italienischen Gene, wenn ich sie mal brauche??? Ich pelle mich immer noch...

Teneriffa ist ja eine Vulkaninsel, die Strände sind also nicht schön weiß, sondern eher schwarz. Ich habe mich aber die meiste Zeit eh an den beheizbaren Pool gehalten, da ich keine gute Schwimmerin bin und in offenen Gewässern Panik kriege, sobald ich nicht mehr stehen kann. :-/ 

Adeje ist sehr touristisch, und davon abgesehen, dass man hier sehr viel Deutsch hört - sowohl von den Touristen, als auch von den Einheimischen -, wird man an der Strandpromenade alle 5 Meter angequatscht, ob man was essen/eine Tour buchen/was kaufen möchte. Die Spanier sind aber echt nett und akzeptieren ein "Nein, danke" sofort. Dennoch war das etwas neu für uns, da wir eher Individualreisende sind, und manchmal hat es etwas genervt. ;-)

In den Norden sind wir auch zweimal gefahren, jedes Mal mit einer Bustour. Nun ja, das machen wir nicht mehr... Man saß die meiste Zeit im Bus, musste sich alle Infos 5x in verschiedenen Sprachen anhören und hatte dann vor Ort immer nur 20 Minuten oder so Zeit. Definitiv zu kurz! Aber man lernt ja aus Fehlern. Richtig toll hingegen war die Whale Watching-Tour auf einer Segelyacht. Wir haben sowohl Grindwale als auch Delfine gesehen. Es war echt schön, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen! Aus diesem Grund haben wir auch einen Besuch des "Loro Parks" verzichtet. Das ist ein riesiger Freizeitpark mit Tieren und Pflanzen, der wohl quasi obligatorisch ist, wenn man mal auf Teneriffa ist. Aber da die dort auch Delfin- und Walshows zeigen, haben wir uns dagegen entschieden.

Aber da das ja kein Reise-, sondern ein Bücherblog ist, lasse ich es jetzt mit meinem Bericht gut sein und zeige euch nur noch ein paar schöne Bilder. Ich hoffe, sie gefallen euch.  

TENERIFFA 2016 -
"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er Wasser zählen!"
bzw. "Reisen Sie, dann sehen Sie Meer!"


Poolbereich und ein Teil der Hotelanlage sowie Blick auf den Atlantik
Der Meerwasserpool - Adults Only-Bereich, hehe. (Aber kein FKK!) Das Wasser war leider
soooo kalt, dass keiner darin geschwommen ist. Hatte den Vorteil, dass es hier immer Liegen gab.
Am beheizten Pool hatte man da nämlich schon ab 11 Uhr schlechte Karten. Ein echter Nachteil
in diesem ansonsten wirklich tollen Hotel.
Ein Teil der sehr langen Strandpromenade, an der wir fast täglich gelaufen sind, u. a.
um unser Abendessen zu "erjagen". ;-)
Steinmännchen am Strandufer

Der Vulkan Teide, der höchste Berg Spaniens
Das alte Bergdorf Masca
Der angeblich älteste Drachenbaum der Welt "Drago Milenario" in Icod de los Vinos
Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz - leider kaum etwas davon gesehen, da wir nur 40 Minuten Zeit hatten
Grindwale - Man sieht zu dieser Zeit an den richtigen Stellen richtig viele Wale. Hier hatten die
erwachsenen Wale gerade alle nach Futter getaucht und mussten dann ausruhen.
Delfine - ein Delfinbaby mit seiner Mama, waren aber verflucht schnell

Die Basilika von Candelaria, einem wichtigen Wallfahrtsort mit der Schutzheiligen der Kanaren
 
Schön, oder? :-)
 
Seit einer Woche hat mich dann auch die Arbeit wieder. Ich bin jetzt im letzten Praktikumsabschnitt bis Ende September, und eigentlich sollte uns langsam mal gesagt werden, in welcher Abteilung wir dann fest eingesetzt werden. Leider sind die Planungen immer noch nicht abgeschlossen. Ursprünglich sollte ich im Asyl eingesetzt werden, aber das hat sich jetzt doch geändert. Die Abteilung, in der ich jetzt sitze, ist wieder nur reines Praktikum und keine Endstation. Es bleibt also noch alles spannend. 

Außerdem habe ich am 13. Juli noch eine mündliche Prüfung, vor der ich etwas Bammel habe. Aber na ja, das wird auch rumgehen, und dann werden endlich die vielen vielen Ordner weggeräumt - oh hey, dann hab ich ja wieder Platz für neue Bücher, harr harr! :-)

Dienstag, 7. Juni 2016

Zurück - und gleich wieder weg ;-)

So meine Lieben, die (schriftlichen) Abschlussprüfungen sind geschafft! Und ich dazu! Denn es war echt irre anstrengend. Von Freitag auf Freitag jeden (Werk-)Tag eine dreistündige Prüfung in einem oder gleich mehreren Rechtsgebieten ist echt nicht ohne.

Mein Gefühl? Na ja, ich habe mein Bestes gegeben. Manchmal gab es echt total fiese Aufgaben, und das eine der beiden Überraschungsfächer war natürlich genau eines von den Fächern, die ich NICHT beherrsche. Ob ich meinen angepeilten Schnitt geschafft habe, kann ich nicht sagen. Laut meiner Prognose eiere ich ziemlich knapp drum herum. Also kann ich da einfach nur hoffen. Erfahren werde ich es leider erst irgendwann Ende September. *heul*

Nach der letzten Prüfung fiel mir ein ganzes Felsgebirge vom Herzen! Mitte Juli ist zwar noch eine mündliche Prüfung. Aber das ist ja noch gaaaanz weit weg und kratzt mich gerade nicht.

Schade ist nur, dass ich meine saucoole Klasse nicht mehr sehen werde. :-( Mit einigen arbeite ich noch in der gleichen Behörde, aber der Großteil ist in Unterfranken verstreut. Mal schauen, ob die angepeilten Stammtische klappen. Wir haben uns echt alle trotz der bunten Mischung (von 16 bis 40 Jahren war alles vertreten) super verstanden.

Wie ihr seht, hab ich auch gleich die nächste Rezension auf euch losgelassen. Dennoch wird es jetzt nochmal bis zum 18. Juni ruhig um mich werden. Ich fahre nämlich in Urlaub! Bietet sich ja an nach diesen echt verdammt doofen Monaten, ne? :-)

Diesmal machen mein Freund und ich einen auf Pauschaltouri und haben 10 Tage Teneriffa gebucht. Aber nach dieser Zeit brauch ich echt was, wo ich nicht wochenlang planen muss, jeden Tag stundenlang mit dem Auto unterwegs bin und volles Programm habe. Einfach mal die Seele baumeln lassen und ganz spontan entscheiden, ob man mal einen Ausflug macht.

Auf Teneriffa war ich noch nie (Ich war bislang kein großer Strandurlauber.) und bin sehr gespannt! Heute wird gepackt und morgen früh geht es dann los. Bin schon ganz aufgeregt!

Natürlich werde ich ein paar Bücher einpacken. Aber ob ich im Urlaub Blogeinträge schreibe, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Ich glaube aber, dass ihr es jetzt auch noch 10 weitere Tage ohne mich aushaltet, oder? ;-)

Und dann geht es endlich wieder frisch und munter ans Werk! Wie schonmal erwähnt, habe ich ja schon ein paar Ideen für neue Blogeinträge (abgesehen von den üblichen Rezis und Neuzugängen).

Montag, 6. Juni 2016

Rezension: "Die Bücherfreundinnen" von Jo Platt

Daten zum Buch:
erschienen am: 21. Mai 2016
Verlag: rororo
ISBN: 9783499268861
380 Seiten
Preis: 9,99 € (TB)
Hier geht's zur Verlagsseite!

Zum Inhalt:
Eigentlich hat die 32-jährige Alice keinen Grund, sich über ihr Leben zu beklagen. Sie arbeitet in ihrem Traumjob als Innendesignerin, hat tolle Kollegen und vor allem wunderbare Freunde. In ihrem wöchentlichen Buchclub wird nicht nur über Literatur geredet, sondern vor allem viel getratscht und gelacht.

Leider sieht es dafür in Alices Liebesleben nicht so prickelnd aus, auch wenn sich ihre Freundinnen darin überschlagen, Blind Dates für sie zu arrangieren. Vor einem Jahr hat ihr (Ex-)Freund Eddie das Herz gebrochen, und seitdem lässt Alice keinen Mann mehr an sich heran. Abgesehen von Jon, dem einzigen männlichen Mitglied des Buchclubs.

Jon ist der Mann von Alices bester Freundin Lydia, die vor drei Jahren an Krebs starb. Seitdem verbindet Alice und Jon nicht nur der Verlust um Lydia, sondern auch eine sehr enge Freundschaft.

Meine Meinung:
Über Jo Platts ersten Roman "Herz über Kopf" haben sich die Kritiker ja vor Begeisterung überschlagen. "Die Bücherfreundinnen" war allerdings mein erstes Buch dieser Autorin, und ich nehme es sowieso nicht allzu ernst, wenn Bücher bzw. Autoren so über den Klee gelobt werden. Dementsprechend hatte ich keine hochtrabenden Erwartungen an diesen Roman und konnte mich so ganz unvoreingenommen darauf einlassen.

In diesem Buch gibt es viele Figuren - zum Glück gab es eine Übersicht über die 6 Mitglieder des Buchclubs, denn es hat bei mir etwas gedauert, bis ich alle einordnen konnte. Einige der Buchclub-Mitglieder blieben eher Nebenfiguren. Was ok ist, denn bei so vielen Leuten wäre es einfach zuviel gewesen, wenn jeder eine eigene Storyline erhält.

Im Mittelpunkt steht ganz klar Alice, aus deren Sicht der Roman auch geschrieben ist. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Alice ist so ein Mensch, den man sich gut als Freundin vorstellen kann. Wobei das nicht nur auf sie zutrifft...

Irgendwie tummeln sich in diesem Buch (fast) ausnahmslos die Sympathieträger.  Auf der einen Seite ist das ganz schön, diese tollen Freundschaften und Beziehungen zu sehen, auf der anderen Seite ist es nicht gerade realistisch, dass eine solch große Gruppe verschiedener Menschen immer total homogen und megaharmonisch agiert und sich Neuzugänge problem- und nahtlos einfügen.

Alle Personen in diesem Roman - abgesehen von ein paar Typen, die Alice übel mitspielen - sind einfach nur nett. Ganz furchtbar nett. Wer hätte zum Beispiel nicht gerne einen jungen Chef, mit dem man auch nach Feierabend noch gerne einen trinken geht und der einem regelmäßig Gehaltserhöhungen aufdrängt, obwohl man der Meinung ist, dass man bereits eh schon viel zu üppig für die Arbeit, die man liebt, bezahlt wird?

Und alle sind selbstverständlich attraktiv. Ganz furchtbar attraktiv. Es wird ja auch oft genug erwähnt, wie attraktiv immer alle sind. Vor allem die Single-Männer, mit denen Alice befreundet ist, aber auch alle Single-Frauen. Käme es zu einer Verfilmung, könnte man die Figuren sehr gut mit perfekt aussehenden Hollywoodschauspielern besetzen.

Erfolgreich sind sie natürlich auch alle, zumindest haben alle Figuren erfüllende Jobs, wenn sie nicht gerade liebevolle Mütter und Ehefrauen sind, die ihren erfolgreichen Männern den Rücken stärken. Wenn man gerade nicht seinen Traumjob aktiv ausübt oder im Buchclub Bücher bespricht bzw. Wein trinkt, trifft man sich zum Essen und trinkt dabei noch mehr Wein. Und gibt es doch mal eine Krise (z. B. eine Ehekrise), löst sich diese auch bald wieder in Wohlgefallen auf. Das echte Leben eben!

Nicht falsch verstehen: Aus mir spricht nur der pure Neid. Ich habe mich zwischen Alice und ihren Freunden richtig wohlgefühlt und mir selbst so eine tolle Clique gewünscht. Und einen Traumjob und ein perfektes Aussehen. Es sei ihnen ja auch gegönnt, weil sie alle so nett sind! Aber ein paar mehr Macken, Ecken und Kanten hätte ich ganz schön und vor allem realistischer gefunden.

Im Klappentext wird herausgestellt, dass Jon der Witwer von Alices an Krebs gestorbener Freundin Lydia ist. Dies wird natürlich auch gerade zu Anfang der Geschichte und unter anderem durch Rückblenden (Z. B. wie Alice und Lydia sich kennenlernen, wie Lydia Jon ihren Freundinnen vorstellt, wie Alice von der Krebsdiagnose erfährt.) thematisiert, ist dann aber letztendlich doch kaum relevant für die Entwicklung der Geschichte. Die Rückblenden hören auch irgendwann abrupt auf. Wäre Jon kein Witwer gewesen und aus anderen, rein platonischen Gründen mit Alice und dem Buchclub befreundet gewesen, hätte die Story so auch funktioniert. Es ist ja nicht so, dass es die Variante "Beste Freundin verliebt sich in besten Freund" nicht schonmal gegeben hätte...

Schon beim Lesen des Klappentextes ist klar, wie der Haupthandlungsstrang verlaufen wird. Man sollte also nicht erwarten, dass man hier mit furchtbar vielen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen beglückt wird. Die Paar-Kombinationen, die sich bis zum Happy End so bilden, sind für den Leser schnell vorhersehbar. Nur Alice war immer etwas begriffsstutzig, aber man muss ihr hier zu gute halten, dass sie ja auch zahlreiche platonische Beziehungen zu attraktiven Single-Männern unterhält und deshalb vielleicht auch einfach nicht so schnell Hintergedanken hat, wenn Single-Mann und Single-Frau aufeinandertreffen. Eigentlich fand ich das ganz angenehm. Und im Gegensatz zu manch anderen, etwas hohlen Chick Lit-Protagonistinnen fiel der Groschen dann ja doch noch meist relativ zeitnah.

Nach all der Kritik nun das Positive: Dieses Buch unterhält. Die Charaktere sind sympathisch und man fühlt sich wohl mit ihnen. Es passiert was, es ist zwar nicht immer furchtbar spannend oder überraschend, aber es ist kurzweilig, amüsant und manchmal auch emotional.

"Die Bücherfreundinnen" ist eigentlich so wie Alice und ihre Clique: Wirklich nett. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Nicht unbedingt, weil ich das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand nehmen konnte, sondern weil es locker-luftig geschrieben ist und sich gut zum Abschalten eignet. Das großzügige Layout tat sicherlich noch sein Übriges.

Alles in Allem ist "Die Bücherfreundinnen" kurzweilige Unterhaltung für verregnete Tage auf der Couch oder auch die perfekte Urlaubslektüre am Strand. Ein Wohlfühlroman mit nicht allzu hohen Ansprüchen an den Leser. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

3,5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an www.bloggdeinbuch.de und den rororo-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!