Dienstag, 24. Januar 2017

Rezension: "Phillips letztes Geschenk" von Christiane Lind

Daten zum Buch:
erschienen am: 8. November 2016
Verlag: Amazon Publishing
ISBN: 9781503942509
188 Seiten
Preis: 7,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Die introvertierte Carolin bindet sich nicht gerne an andere Menschen. Einzig ihr Mann Phillip ist für sie wichtig. Doch Phillip ist schwer krank und stirbt, und Carolin weiß nicht wohin mit sich und ihrer Trauer.

Doch Phillip hatte vor seinem Tod einen Plan, seine geliebte Frau wieder zurück ins Leben zu holen. Eines Tages sitzt ein kleiner Kater vor Carolins Tür, Phillips letztes Geschenk an sie. Widerwillig kümmert sich Carolin um den Kleinen, und ganz langsam schleicht er sich in ihr Herz. Und nach und nach lernt Carolin, mit ihrer Trauer zu leben und sich anderen Menschen zu öffnen.

Meine Meinung:
Christiane Lind ist eine dieser Autorinnen, bei denen ich mittlerweile nach der Lektüre von bislang drei Büchern aus verschiedenen Genres einfach weiß, dass mir der Schreibstil gefällt. Er ist lebendig und lässt sich sehr flüssig lesen. Ihre Charaktere zeichnet sie detailliert und liebevoll. Carolins Trauer und Schmerz konnte man gut nachempfinden.  

Anfänglich ist die Protagonistin wenig sympathisch. Sie ist extrem introvertiert, richtiggehend abweisend. Ihr Mann war ihr stets genug, wollte sie sich doch sowieso nie an jemanden binden, denn damit macht man sich nur verletzlich. Doch nach und nach öffnet sie sich, auch gezwungenermaßen, anderen Menschen. Sie macht im Laufe der Geschichte eine sehr starke Wandlung durch und findet wieder zurück ins Leben, mehr noch, sie ändert ihre Einstellung gegenüber zwischenmenschlichen Beziehungen und lässt sich endlich auf andere ein, egal, ob Tier oder Mensch. Schön ist dabei, dass es wirklich allein um Carolin geht, um neue Freundschaften und nicht um eine Liebesgeschichte mit einem neuen Mann. Das hätte ich nicht passend gefunden.

Der kleine namenlose Kater ist natürlich der heimliche Star des Buches. Er wird jedoch nicht unnötig vermenschlicht und darf Katze bleiben. Auch das fand ich gut. Die Fellnase spielt eine große Rolle und ist - wie von Phillip erhofft - Auslöser für Carolins Wandlung. Aber es geht in erster Linie eben doch um Carolin und ihren Trauerprozess.   

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Phillip ist für meinen Geschmack viel zu perfekt. Auch wenn Carolin selbst merkt, dass sie ihn nach seinem Tod verherrlicht, so gibt es auch objektiv betrachtet nichts Schlimmeres an diesem gottgleichen Mann als dass er seine Klamotten nicht immer ordentlich weggeräumt hat... Phillip war nicht nur optisch ein Traum, sondern auch und vor allem charakterlich. Er war lebenslustig, tolerant, verständnisvoll und hilfsbereit, ja geradezu selbstlos. Er tat und sagte immer das Richtige. Ich hätte mir auch bei Phillip ein paar Ecken und Kanten gewünscht.

Auch war mir alles etwas zu harmonisch, und dafür, wie extrem introvertiert Carolin ihr ganzes bisheriges Leben war, hat sie sich erstaunlich schnell positiv entwickelt. Aber ich kann es nicht nachvollziehen, wie sehr sich ein Mensch in solch einer extremen Situation ändern kann. Und letztendlich ist es ja auch genau das, was man der Protagonistin von Herzen wünscht.

"Phillips letztes Geschenk" ist ein emotionaler und liebevoller Roman über Trauer, Loslassen und Neubeginn. Von Christiane Lind bin ich gute und mitreißende Unterhaltung gewöhnt, und sie hat mich auch hier wieder nicht enttäuscht.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Christiane Lind für dieses Rezensionsexemplar!

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