Sonntag, 12. Februar 2017

Erfahrungsbericht: Buch-Upcycling

Letzten Mittwoch habe ich einen Kurs an unserer Stadtbücherei belegt. Thema war "Buch-Upcycling: Kunstobjekte, Dekoration, Alltagsgegenstände aus Büchern gebastelt, gefaltet und geklebt".

Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist, dass ich mich für sowas überhaupt angemeldet hatte, denn ich habe zwei linke Hände. Basteln, falten, kleben - es gibt nichts, was ich auch nur ansatzweise könnte! Ich bin quasi ein Bastel-Invalide, ein Falt-Aschenblödel, ein Klebe-Trottel.

Die (potentiellen) Todeskandidaten - Oh Gott, es tut mir sooooo leid!!! *heul*

Geleitet wurde der Kurs von einer regionalen Künstlerin, die in Würzburg eine mir bis dato unbekannte Werkstatt hat, in der sie Möbel und andere Kunstwerke aus Holz oder eben Papier herstellt. (Memo an mich: Demnächst mal die Werkstatt aufsuchen und Kunstwerke bestaunen.)

Es kamen 15 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer, es war also eine große Runde. Wir unterhielten uns erstmal allgemein über das Zerstören von Büchern *fieep* und was man so aus Papier alles machen könnte. Wir sollten uns aus dem Haufen ausgemusterter Bibliotheksbücher ein Buch aussuchen, das wir gerne retten wollten, und eines, das man gerne zerschneiden kann. Wie die meisten, entschied ich mich als schützenswertes Objekt für einen schönen Bildband.
Englischer Roman und Manga mussten dran glauben,
der darunter liegende Fotoband wurde von mir gerettet.

Die Kursleiterin teilte uns dann in drei Gruppen ein: Mütze, Schmuck, Lampenschirm. Ich bin in die Gruppe, die Schmuck basteln sollte. Und hier war dann auch der Knackpunkt, weshalb mir der Kurs nicht sooo sehr gefallen hat: Wir bekamen keine Anleitung und sollten einfach auf gut blöd selbst losbasteln. Hier teilte sich die Spreu vom Weizen. Während einige sofort loslegten und vor Kreativität nur so sprühten, saßen andere recht planlos da und machten Verlegenheitsbasteleien, die ein bisschen an eine Bastelrunde im Kindergarten erinnerte, oder gleich gar nix. Ratet mal, zu welcher Kategorie ich gehörte? (Siehe oben, unter 2.)

Letztendlich verbrachte ich die Zeit dann damit, mit einer einfachen Falttechnik ein Buch durchzufalten. Das sah dann auch ganz schön aus. Man kann die gefalteten Bücher z. B. als Zettelhalter nehmen. Oder eben einfach als Deko.

Später stellten dann die verschiedenen Gruppen ihre Ergebnisse vor. Es gab ganz hübsche Sachen, von denen aber das meiste eher in die Kategorie "rudimentäre, unpraktische Pseudo-Kunst" fiel. Ich glaube, ich war nicht die Einzige, die etwas enttäuscht war, dass wir ohne Anleitung kopflos herumbasteln sollten und letztendlich nicht wirklich was Schönes zum Mitnehmen herauskam.

So sieht Kreativität aus!

Alles in Allem war der Workshop ganz ok. Es war ganz lustig und auch nett, mit anderen Bücherfreunden zusammenzusitzen und sich zu überwinden, Bücher zu zerstören. Ich hätte aber gerne eine Anleitung gehabt und etwas Neues gelernt, mit dem ich was richtig Schönes basteln könnte. Ich bin halt leider jemand, dem man klipp und klar sagen muss, dass er das so und so machen muss. Von alleine krieg ich da nix Vorzeigbares gezaubert.

Die Kursleiterin meinte zum Schluss, dass das nicht so gedacht war, sondern in uns einfach die Kreativität geweckt werden sollte. Bei einigen ist ihr das auch gelungen, glaube ich. Aber ich persönlich habe leider nicht wirklich etwas Nützliches gelernt, außer eben die Falttechnik, die aber so simpel ist, dass ich sie mir auch schnell per Internet/Buch hätte aneignen können. 

Links habe ich vorher den Einband entfernt, rechts habe ich das Buch einfach
aufgeklappt. Ich finde die rechte Variante schicker und praktischer, da sie flach
aufliegt. Und jahaaa, das ist nicht akkurat gefaltet, aber ich sag ja, ich bin ein
Falt-Aschenblödel, und ich finde es eigentlich auch hübsch so.

Habt ihr schonmal Buch-Upcycling gemacht? Oder würde euch so ein Kurs (in dieser Form oder mit Anleitung) interessieren?

1 Kommentar:

  1. Hallo Bianca,

    klingt ganz interessant, aber so ohne Tipps etwas schade. Bücher zu zerstören stelle ich mir schon hart vor - wobei, ich hätte da so zwei, drei um die täte es mir nicht so leid... :)

    Liebe Grüße
    Julia

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