Samstag, 7. Oktober 2017

Rezension: "GötterFunke - Hasse mich nicht" von Marah Woolf

Daten zum Buch:
erschienen am: 25. September 2017
Verlag: Dressler
ISBN: 9783791500416
464 Seiten
Preis: 18,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Im Sommercamp hat Cayden Jess das Herz gebrochen, als er mit ihrer besten Freundin Robyn geschlafen hat. Nun leidet sie schon seit Wochen unter heftigem Liebeskummer und ist froh, den Titan und all die anderen griechischen Götter nicht mehr sehen zu müssen. Doch am ersten Schultag trifft sie wieder auf Hera, Zeus, Athene, Apoll und ... Cayden! Die Götter sind nun in Monterey und gehen auf ihre Schule. Das hat Jess gerade noch gefehlt!

Sind die Götter wirklich gekommen, um Jess vor Agrios zu schützen? Oder steckt mehr dahinter? Ist Cayden wirklich an ihr interessiert oder versucht er sie nur zu verführen? Denn als Diafani hat Jess ungeahnte Kräfte, die im Kampf der Götter nützlich sein könnten.

Meine Meinung:
"GötterFunke - Hasse mich nicht" ist der zweite Teil der Trilogie um Cayden und Jess.  "GötterFunke - Liebe mich nicht" hat mir bereits sehr gut gefallen. Ich mag Marah Woolfs lebendigen und unterhaltsamen Schreibstil. 

Die Geschichte wird aus Jess' Sicht erzählt und so hat man tiefe Einblicke in das Gefühlschaos einer 17jährigen, die nicht nur mit heftigem Liebeskummer und häuslichen Problemen kämpft, sondern auch in eine mystische Welt hineingeworfen wird und ständig in Lebensgefahr schwebt. 

Der zweite Teil spielt nun in Jess' Zuhause, Monterey, und man lernt nun auch ihre kleine Schwester und ihre alkoholkranke Mutter besser kennen. Das fand ich sehr gut, denn die bereits im ersten Band erwähnte Problematik mit Jess' Mutter wird hier ausführlich herausgearbeitet. Neben Jess' Liebeskummer mit Cayden ist die gestörte Beziehung zu ihrer Mutter und deren langsame Genesung ein weiteres emotionales Abenteuer. Man erlebt nun, wie stark Jess eigentlich wirklich ist und was sie alles für ihre Familie leistet. Ich mochte Jess sowieso schon von Anfang an, aber in diesem Band ist sie sogar noch sympathischer. 

Dennoch habe ich Kritik an ihrer Figur: Da mich Jess' heftige Schwärmerei für Cayden im ersten Band sehr genervt hat, war ich froh, dass sie nun recht abweisend ihm gegenüber war. Aber natürlich hielt das nicht lange, und es gab viele Szenen zwischen den beiden, die mich irgendwann auch leicht genervt haben. An Cayden nervte mich, dass er immer plötzlich da war und den großen Beschützer spielte, ordentlich Süßholz raspelte und Jess sogar verbieten wollte, etwas mit anderen Jungs anzufangen, jedoch selbst ständig mit anderen Mädchen rumgemacht hat. Aber der ständige Partnerwechsel scheint an dieser High School absolut üblich zu sein...

An Jess hat mich geärgert, dass sie gegenüber ihrer ehemals besten Freundin Robyn, die sich zum unausstehlichen Biest gewandelt hat, viel zu gutmütig ist, und dass sie sich ständig von Cayden um den Finger wickeln ließ (nach anfänglichem Widerstand) und dann trotzdem immer rumgejammert hat, dass er es nicht ernst mit ihr meint. Das war zwar einerseits verständlich, da sie in diesem Band von der Wette erfährt und dass Cayden schon seit Jahrhunderten mit Mädchen spielt und sie fallen lässt. Aber es ist doch wirklich offensichtlich an Caydens Verhalten und Worten, dass sie ihm sehr wichtig ist. Vermutlich ist das aber der Punkt, an dem mir mein nicht mehr ganz so jugendliches Alter den Spaß an der Sache vergrätzt. Ich denke schon, dass die eigentliche Zielgruppe an diesem jugendlichen Hin und Her und Geseufze und Gejammer durchaus Gefallen findet. Für mich war es aber eine Spur too much.

Neben den beiden Protagonisten trifft man auf vertraute Figuren und lernt neue kennen, sowohl bei den Menschen als auch bei den mythischen Wesen. Bei manchen ist klar, auf welcher Seite sie stehen, bei manchen weiß man aber nicht, woran man ist. Das hält natürlich die Spannung aufrecht. 

Mir hat es besonders Spaß gemacht, mit Jess zusammen die Parallelwelt Mytikas kennenzulernen. Überhaupt liegt für mich der Reiz der Geschichte darin, dass Marah Woolf die griechische Mythologie in die heutige Zeit transportiert hat. Ich finde, dies ist ihr gut gelungen, und man merkt richtig ihre Begeisterung für die Antike. Und für diejenigen, die bislang noch nichts über die alten Griechen wussten, gibt es ein ausführliches Glossar im Anhang.

Dieser Teil endet mit einem sehr bösen Cliffhanger, was ich ja bei Reihen nicht sonderlich mag. Allerdings ist auch hier wieder eine 10-seitige Leseprobe des Folgebandes dabei, in der die wichtigste Frage gleich geklärt wird, so dass man einigermaßen zufrieden das Buch zuschlagen kann. Ich bin jedoch wahnsinnig gespannt, was im finalen Band passiert, der leider erst im Frühjahr 2018 erscheinen wird, denn es verspricht sehr spannend zu werden!

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an die Netzwerk Agentur Bookmark für dieses Rezensionsexemplar und Marah Woolf für die Betreuung der Leserunde auf LovelyBooks!

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Hier geht's zur meiner Rezension von "GötterFunke - Liebe mich nicht", dem 1. Teil der Reihe!

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