Sonntag, 29. Januar 2017

Neuzugänge

Nichtmal einen Monat ist es her, seit ich meine letzten Neuzugänge gezeigt habe. Und ich habe mich bezüglich Rezensionsexemplaren sehr zurückgehalten. Ich habe mich auch kaum auf Leserunden beworben, da ich erstmal meine jetzigen REs aufarbeiten wollte. Das ist mir gelungen, ich bin jetzt wieder ziemlich up-to-date und lese viel entspannter als in den letzten Monaten, wo ich einen kleinen Durchhänger hatte und das Gefühl, ich lasse Verlage bzw. Autoren viel zu lange warten (Obwohl es die meisten gar nicht so sehen, aber ich setze mich da immer gerne selbst unter Druck...).

Aber das ein oder andere Schätzlein durfte dennoch bei mir einziehen. Hier sind sie:

Gewonnen


Kirsten Boie, "Thabo - Detektiv und Gentleman": Dieses schöne Jugendbuch habe ich im Oetinger-Adventskalender gewonnen. Eigentlich wollte ich es meiner 10jährigen Nichte schenken, aber im Moment haben Bücher ohne Pferde eher schlechte Karten bei ihr. Da ich jedoch die Geschichte selbst gerne lesen möchte, bleibt es erstmal hier und wird dann nach der Lektüre weiterverschenkt an die eigentliche Zielgruppe. ;-)


Geschenke


- Günter Huth, "Der Schoppenfetzer und der Narrenwein": Das ist der 15. Teil der Krimreihe um einen pensionierten Kriminalkommissar in Würzburg. Ich liebe diese Reihe einfach, auch wenn sie vielleicht eher ältere Semester anspricht. Aber ich mag es total, mit Kommissar Rottmann durch Würzburg zu spazieren und Leichen zu finden. :-D Habe ich zum Geburtstag von einer Freundin geschenkt bekommen. 

- "Ägyptens Schätze entdecken. Meisterwerke aus dem Ägyptischen Museum Turin": Dieser Katalog zu einer schönen Ägypten-Ausstellung, die ich vor einigen Jahren in Speyer gesehen habe, war ein Weihnachtsgeschenk. Als Ägyptologin sammle ich Ausstellungskataloge. :-)

- Kathryn Cave & Chris Riddell, "Irgendwie anders": Dieses putzige Kinderbuch habe ich von einer ebenfalls bücherverrückten Freundin bekommen. Ehrlich gesagt kannte ich Chris Riddell nicht, aber er ist der Lieblingsillustrator meiner Freundin, und neulich ist sie zu einer Signierstunde und hat mir dieses signierte Buch mitgebracht. Ich liebe signierte Bücher! :-)


Ertauscht


- Monika Peetz, "Ausgerechnet wir": Da bin ich beim täglichen Stöbern auf Tauschticket zufällig drüber gestolpert und habe es mir für 1 Ticket spontan ertauscht.

- Emily Trunko & Lisa Congdon, "Ich wollte nur, dass du noch weißt": Darüber bin ich auch zufällig gestolpert. Ich kannte das Blogprojekt noch gar nicht, bei dem Leute anonyme Briefe einschicken können. Ich finde die Idee ganz süß, das Buch ist auch echt hübsch aufgemacht. (3 Tickets)


Prämie von "Was liest du?"


Christopher Many, "Hinter dem Horizont rechts": Ich denke mal, so ziemlich jeder, der bei "Was liest du?" aktiv ist und schon einige Punkte angesammelt hat, kennt das (Luxus-)Problem, dass es selten neue Prämien gibt. Scheinbar gab es Ende November/Anfang Dezember(?) einige neue Prämien, die wohl in wenigen Stunden wegwaren. Ich habe das erst viel später gesehen, aber dieser schöne Reisebericht war aus mir unerfindlichen Gründen wochenlang Ladenhüter. Glück für mich, denn ich finde das Buch durchaus interessant und freue mich, dass es ich eintauschen konnte. :-)  


Gekauft


- "Unglaubliches Punkt-zu-Punkt-Malbuch für Erwachsene": Endlich gab es mal wieder einen großen Restewühltisch beim Hugendubel. Und da habe ich dieses lustige Malbuch gefunden. Die normalen mag ich nicht, da ich nicht gerne ausmale. Aber stumpfsinnig Punkt für Punkt verbinden, das ist doch genau was für mich. ;-) Hat als Mängelexemplar 2,00 € gekostet.

- "Nürnberg erleben": Diesen kleinen Stadtführer habe ich im "Oxfam Shop" für 1,50 € gekauft, da meine Schwester in Nürnberg wohnt und ich da ab und an mal bin.

- Sara Barnard, "Wunder, die wir teilen": Dieses Jugendbuch klang auch ganz interessant, und deshalb habe ich es ebenfalls bei Oxfam spontan mitgenommen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wieviel es gekostet hat...

- "Die Tagesschau. Das große Deutschlandbuch": Ich lerne immer wieder gerne dazu, und ich mag Bücher, die Wissen unterhaltsam und anschaulich vermitteln. Im Sozialkaufhaus für 1,50 € mitgenommen.

- Andreas Nohr, "Lusamgärtlein. Vier Liebesgeschichten": Dieses Büchlein habe ich auch bei Hugendubel für 2,00 € (ME) mitgenommen. Das Lusamgärtlein ist hier in Würzburg ein kleiner, versteckter Hinterhof als Teil eines Kreuzganges, in dem Walther von der Vogelweide 1230 begraben wurde.  

- Marjorie Celona, "Hier könnte ich zur Welt kommen": Dieses Buch habe ich damals schon, als es 2014 herauskam, ins Auge gefasst. Als es jetzt bei Hugendubel für 2,00 € verkauft wurde, habe ich zugeschlagen.


Sodele, das war es für heute. Ok, also ich habe mich jetzt nicht sooooo arg zusammengerissen. Aber wer kann denn auch bitteschön bei diesen tollen Büchern widerstehen?

Dienstag, 24. Januar 2017

Rezension: "Phillips letztes Geschenk" von Christiane Lind

Daten zum Buch:
erschienen am: 8. November 2016
Verlag: Amazon Publishing
ISBN: 9781503942509
188 Seiten
Preis: 7,99 € (TB)
Hier geht's zur Autorenseite!

Zum Inhalt:
Die introvertierte Carolin bindet sich nicht gerne an andere Menschen. Einzig ihr Mann Phillip ist für sie wichtig. Doch Phillip ist schwer krank und stirbt, und Carolin weiß nicht wohin mit sich und ihrer Trauer.

Doch Phillip hatte vor seinem Tod einen Plan, seine geliebte Frau wieder zurück ins Leben zu holen. Eines Tages sitzt ein kleiner Kater vor Carolins Tür, Phillips letztes Geschenk an sie. Widerwillig kümmert sich Carolin um den Kleinen, und ganz langsam schleicht er sich in ihr Herz. Und nach und nach lernt Carolin, mit ihrer Trauer zu leben und sich anderen Menschen zu öffnen.

Meine Meinung:
Christiane Lind ist eine dieser Autorinnen, bei denen ich mittlerweile nach der Lektüre von bislang drei Büchern aus verschiedenen Genres einfach weiß, dass mir der Schreibstil gefällt. Er ist lebendig und lässt sich sehr flüssig lesen. Ihre Charaktere zeichnet sie detailliert und liebevoll. Carolins Trauer und Schmerz konnte man gut nachempfinden.  

Anfänglich ist die Protagonistin wenig sympathisch. Sie ist extrem introvertiert, richtiggehend abweisend. Ihr Mann war ihr stets genug, wollte sie sich doch sowieso nie an jemanden binden, denn damit macht man sich nur verletzlich. Doch nach und nach öffnet sie sich, auch gezwungenermaßen, anderen Menschen. Sie macht im Laufe der Geschichte eine sehr starke Wandlung durch und findet wieder zurück ins Leben, mehr noch, sie ändert ihre Einstellung gegenüber zwischenmenschlichen Beziehungen und lässt sich endlich auf andere ein, egal, ob Tier oder Mensch. Schön ist dabei, dass es wirklich allein um Carolin geht, um neue Freundschaften und nicht um eine Liebesgeschichte mit einem neuen Mann. Das hätte ich nicht passend gefunden.

Der kleine namenlose Kater ist natürlich der heimliche Star des Buches. Er wird jedoch nicht unnötig vermenschlicht und darf Katze bleiben. Auch das fand ich gut. Die Fellnase spielt eine große Rolle und ist - wie von Phillip erhofft - Auslöser für Carolins Wandlung. Aber es geht in erster Linie eben doch um Carolin und ihren Trauerprozess.   

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: Phillip ist für meinen Geschmack viel zu perfekt. Auch wenn Carolin selbst merkt, dass sie ihn nach seinem Tod verherrlicht, so gibt es auch objektiv betrachtet nichts Schlimmeres an diesem gottgleichen Mann als dass er seine Klamotten nicht immer ordentlich weggeräumt hat... Phillip war nicht nur optisch ein Traum, sondern auch und vor allem charakterlich. Er war lebenslustig, tolerant, verständnisvoll und hilfsbereit, ja geradezu selbstlos. Er tat und sagte immer das Richtige. Ich hätte mir auch bei Phillip ein paar Ecken und Kanten gewünscht.

Auch war mir alles etwas zu harmonisch, und dafür, wie extrem introvertiert Carolin ihr ganzes bisheriges Leben war, hat sie sich erstaunlich schnell positiv entwickelt. Aber ich kann es nicht nachvollziehen, wie sehr sich ein Mensch in solch einer extremen Situation ändern kann. Und letztendlich ist es ja auch genau das, was man der Protagonistin von Herzen wünscht.

"Phillips letztes Geschenk" ist ein emotionaler und liebevoller Roman über Trauer, Loslassen und Neubeginn. Von Christiane Lind bin ich gute und mitreißende Unterhaltung gewöhnt, und sie hat mich auch hier wieder nicht enttäuscht.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Christiane Lind für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 22. Januar 2017

Rezension: "Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind. Mit dem Fernbus unterwegs" von Sina Pousset

Daten zum Buch:
erschienen am: 17. Oktober 2016
Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442159079
256 Seiten
Preis: 12,99 € (SC)
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Zum Inhalt:
Ein bisschen ist das mit dem Fernbus wie mit einer durchzechten Nacht. Man kommt dehydriert und zerknautscht zu Hause an und schwört sich: nie wieder. Bis zum nächsten Mal. Denn wer billig und flexibel verreisen will, muss in den Bus. In seinem Inneren herrscht fröhliche Anarchie: Es gibt keine Sitzplatzreservierung, keine Businessclass, keine Gepäckaufgabe. Beziehungen werden kurz vor der Abfahrt in Hamburg beendet und auf dem langen Weg nach München beweint, der Fahrer steht auf Helene Fischer, und der Typ hinten links lässt garantiert seinen Geldbeutel an der Tankstelle liegen. Dennoch schwören Millionen auf den Bus. Auch Sina Pousset steigt leidenschaftlich gerne ein und erzählt in ihrem Buch hautnah vom letzten großen Abenteuer unserer Zeit – dem Fernbusfahren!
(Klappentext)

Meine Meinung:
Ich bin selbst schon mehrere Male mit dem Fernbus gefahren, und mir gefällt diese meist kostengünstigere Art des Reisens, wenngleich man es auch hier immer mal wieder mit Unannehmlichkeiten wie nervigen Mitfahrern, zu wenig Platz, Verspätungen oder Kamikaze-Busfahrern zu tun hat. Mir persönlich ist bei meinen Fahrten jedoch noch nichts Irrwitziges passiert, und deshalb war ich umso gespannter auf Sina Poussets Erzählungen.

Eines muss man der Autorin lassen: Sie scheint ihr halbes Leben im Bus zu verbringen, reist kreuz und quer durch Deutschland und hat somit natürlich schon vieles erlebt. Sie kennt sich aus und hat Routine - sollte man zumindest meinen. Allerdings ist auch Pousset nach so vielen Fahrten nicht vor den Tücken des Busfahrens gefeit. Auf den letzten Drücker am Abfahrtsort ankommen, den Bussteig nicht finden, die wichtigsten Dinge unerreichbar nach unten packen, viel zu viel Gepäck mitnehmen und Wesentliches vergessen: Die Autorin ist herrlich unperfekt und steht auch dazu. Das machte sie mir schnell sympathisch.

Auch sprachlich wird hier einiges geboten. Poussets Schreibstil ist eloquent und pfiffig, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor und Selbstironie. Der Humor der Autorin gefällt mir.

Mir persönlich hat das Buch jedoch inhaltlich nicht so zugesagt. Ich hatte mir auf Grund des Klappentextes heitere Anekdoten aus dem Fernbus erhofft. Diese findet man hier jedoch nur selten und dann auch nur wenige Zeilen lang. Ansonsten ist das Buch eher eine Art nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber rund um das Thema "Reisen mit dem Fernbus". Was ja auch nicht ganz verkehrt ist, aber wie gesagt, ich hatte etwas Anderes erwartet und mir haben die Geschichten gefehlt. So fand ich es nach einiger Zeit dann doch etwas langweilig und trocken, zwischendurch verließ mich auch mal die Leselust und ich legte das Buch ein paar Tage weg. Ich muss nicht x-mal mit der vollbepackten Autorin auf den letzten Drücker zum Bahnsteig hechten, um dann ihren pseudo-philosophischen Gedankengängen zu verschiedenen Themen zu folgen. Statt stereotype Beispiele aufzuzählen, hätte ich mir mehr konkrete Erlebnisse gewünscht. Dazu dann noch die Kästen, in denen selbst erfundene Begriffe wie "Der WLAN-Infarkt" oder "Die Ruckschuld" erklärt werden, welche ich persönlich nicht witzig fand und die den Lesefluss deutlich hemmten.

Von daher ist es vielleicht ein lustiges Geschenk für jemanden, der seine erste Fahrt mit dem Fernbus noch vor sich hat. Die Autorin hat schon auch interessante Gedankengänge und ich musste ab und zu schmunzeln. Schreibstil und Humor der Autorin sind klasse. Aber ich hätte mir hier statt eines Pseudo-Ratgebers eine Sammlung erfrischender Reiseanekdoten gewünscht und wurde mit diesem Buch leider nicht warm.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Literaturtest.de für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 15. Januar 2017

Rezension: "Nujeen - Flucht in die Freiheit. Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland" von Nujeen Mustafa

Daten zum Buch:
erschienen am: 10. Oktober 2016
Verlag: HarperCollins
ISBN: 9783959670753
299 Seiten
Preis: 18,00 € (SC)
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Zum Inhalt:
Was bedeutet es wirklich, ein Flüchtling zu sein, durch den Krieg frühzeitig erwachsen werden zu müssen, die geliebte Heimat hinter sich zu lassen und vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein?

Die sechzehnjährige Nujeen erzählt, wie der syrische Krieg eine stolze Nation zerstört, Familien auseinander reißt und Menschen zur Flucht zwingt. In Nujeens Fall zu einer Reise durch neun Länder, in einem Rollstuhl. Doch es ist auch die Geschichte einer willensstarken jungen Frau, die in Aleppo durch eine Krankheit ans Haus gefesselt ist und sich mit amerikanischen Seifenopern Englisch beibringt, weil sie die starke Hoffnung auf ein besseres Leben hat. Eine Hoffnung, die sich nun vielleicht fern der Heimat in Deutschland erfüllen kann.

Es ist die Geschichte von Flucht, dem Verlust der Heimat, die Geschichte unserer Zeit – erzählt von einer bemerkenswert tapferen Syrerin, die nie aufgehört hat, zu lächeln.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Als im Jahr 2015 der Flüchtlingsstrom seinen (vorläufigen?) Höhepunkt erreichte, war auch die 16jährige Nujeen mit ihrer Familie unter den Flüchtenden. Das Besondere und auch Beschwerliche an Nujeens Flucht ist, dass sie seit ihrer Geburt an Kinderlähmung leidet und die beschwerliche Flucht nach Europa im Rollstuhl mit Hilfe von Familie und hilfsbereiten Menschen schaffte. Wichtigste Bezugsperson ist stets Nujeens ältere Schwester Nasrine, die ihre behinderte Schwester niemals alleine lässt und sie auch durch die unwegsamstem Gelände schiebt. Ich persönlich finde, dass dieser Frau ganz besonders viel Respekt gezollt werden muss, auch wenn stets ihre kleine Schwester Nujeen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.

Nujeens Geschichte beginnt 1999 in Syrien, als die Konflikte beginnen, die die Familie zu einem Umzug von Aleppo nach Manbidsch zwingen. Dann 2015 die Flucht in die Türkei und anschließend der lange Weg nach und durch Europa. Seit September 2015 lebt Nujeen mit ihren Geschwistern in Deutschland und versucht, ein ganz normales Leben in einem Land zu führen, in dem sie sich manchmal wie ein Alien vorkommt. 

Das Buch ist in drei große Abschnitte eingeteilt: "Syrien 1999-2014", "Europa August - September 2015" und "Deutschland 2015". Nujeens Leben in Syrien und alle Etappen ihrer Flucht werden detailreich, lebendig und anschaulich erzählt, so dass man das Gefühl hat, man wäre selbst dabei.

Die junge Frau hat Sinn für Humor und ein positives Naturell. Stets versucht sie, das Gute in allem zu sehen. Auch während der Flucht empfindet sie vieles anders als ihre Weggefährten. Sie betrachtet die lebensgefährliche Überfahrt nach Griechenland in einem Schlauchboot sogar als Abenteuer, und sie genießt es anfänglich, so viel Neues zu erleben, da sie in ihrer Heimat aufgrund ihrer Behinderung bislang nur im Haus bleiben musste. Nur wenige Male ist auch sie kurz vor der Verzweiflung.

In dieser Biographie erfährt der Leser viel Neues, nicht nur über Syrien oder die Flüchtlingspolitik in Europa. Nujeen lässt den Leser auch an ihrem umfangreichen Wissen aus allen möglichen Bereichen teilhaben. Denn sie ist trotz fehlender Schulbildung sehr intelligent und gebildet. Sie eignete sich ihr Wissen aus Büchern und dem Fernsehen an, entdeckte ihr Sprachtalent beim Schauen von Seifenopfern und kann sich äußerst gut Details wie Namen und Jahreszahlen merken.

Nujeens Geschichte steht stellvertretend für so viele Schicksale von Flüchtlingen, die sich nur eines mit ihrer meist lebensgefährlichen Reise nach Europa erhoffen: Endlich in Frieden leben zu können. Für alle Hetzer sollte diese Biographie Pflichtlektüre sein.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den HarperCollins-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
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Hier noch das Interview bei Markus Lanz (ab 1:00:00):

Sonntag, 8. Januar 2017

Meine verschenkten Bücher

Heute zeige ich euch keine Neuzugänge, sondern welche Bücher ich dieses Weihnachten verschenkt habe. Ist doch eigentlich auch mal interessant zu wissen, was ich so für andere Leute in den Buchhandlungen kaufe, oder? :-)

Generell verschenke ich eher selten Bücher. Viele in meiner Familie oder in meinem Freundeskreis lesen nicht gerne/viel. Meist halte ich mich an konkrete Vorgaben. Dieses Jahr habe ich aber auch ein paar Bücher verschenkt, bei denen ich mir nicht 100%ig sicher sein konnte, ob sie dem Empfänger auch gefallen. Das mache ich aber nur, wenn ich schon eine konkrete Ahnung davon habe, was derjenige generell sehr gerne liest. Und wenn ich sie umtauschen kann. ;-)

Aber anhand der Reaktionen der Beschenkten glaube ich, dass ich zum Glück (fast) immer richtig lag.

R.J. Palacio, "Wunder": 
Dieses wunderschöne Jugendbuch hat mich damals total begeistern können. (Hier geht's zu meiner Rezension.) Meine Nichte ist jetzt (bald) 10, genauso wie der Protagonist August. Auch wenn sie total auf dem Pferdetrip ist, dachte ich mir, ich versuche es mal mit einem Buch,  in dem es keine Pferde gibt. Mal sehen, ob sie es liest und wie sie es dann findet. Es wird vermutlich nicht oben auf ihrem Lesestapel landen, da die Pferde fehlen. ;-) Aber ich hoffe,, dass es ihr genauso viel gibt wie mir.


Alex S. Judge, "Tödliche Abgründe":
Meine Fast-Schwiegermama liebt Krimis und Thriller. Eigentlich ist sie als Finnin eher Fan von skandinavischen Büchern, aber diesen Roman habe ich ihr gekauft, da die Autorin in der gleichen Ecke lebt wie sie (also in Deutschland, nicht in Finnland) und das Buch auch dort in der Region spielt.
Yael Adler, "Haut nah":
Mein Fast-Schwiegerpapa hingegen ist kein großer Roman-Leser, sondern bevorzugt Sachbücher. Gerne über Ernährung oder Gesundheit. Da er schon "Darme mit Charme" mochte, dachte ich mir, dass ein weiteres Buch von einer jungen, frischen Wissenschaftlerin genau das Richtig wäre.




Andreas Brandhorst, "Omni" & Karsten Kruschel, "Das Universum nach Landau":
Diese beiden Sciecne Fiction-Bücher hat mein Schwager bekommen. Er liest viel und vor allem Science Fiction. Seine Wunschliste habe ich dieses Jahr einfach mal frech ignoriert und mir gedacht, ich guck mal selbst, was in dem Bereich so empfohlen wird. Ich selbst kenne mich mit dem Genre ja gar nicht aus, aber diese beiden Bücher wurden gut bewertet, und so habe ich es mal drauf ankommen lassen. Vom Klappentext her war er jedenfalls schonmal begeistert.

"Bob's Burgers Cook Book":
Ich schätze mal, hier wird niemand die geniale Serie "Bob's Burgers" kennen. Ähnlich wie z. B. die Simpsons, ist es eine Zeichentrickserie für Erwachsene, nur dass sie nicht so brutal und versaut ist, sondern zwar durchaus sehr schräg, aber auch total putzig. Es geht um eine Familie, die ein schlecht laufendes Burgerrestaurant betreibt und irgendwie das Pech immer magisch anzieht, ohne dabei den Lebensmut zu verlieren. Die Spezialität des Vaters, Bob Belcher, sind "Joke-Burger", die immer einen komischen Namen haben. (z. B. If looks could kale-Burger). Und da mein Freund und ich diese Serie total lieben, musste ich unbedingt dieses Burger-Kochbuch kaufen. Dort werden zahlreiche Joke-Burger aus der Serie vorgestellt, und das Beste daran ist, dass die auch noch richtig gut schmecken. (Steht so in den über 400 Rezensionen, wir haben noch keinen ausprobiert, aber die Rezepte sind jedenfalls echt.) Dazu ist das Buch noch total schön illustriert und ein echter Hingucker.

Gartenfräulein, "Indoor Gardening":
Dieses Buch hat sich mein Freund gewünscht. Er verfolgt den Blog des Gartenfräuleins, das lustigerweise gerade mal 500 Meter von uns entfernt wohnt, schon länger und hat schon ein paar Tricks ausprobiert (die meistens nicht klappten ;-)). Ich fürchte ja, dass er jetzt noch mehr Pflanzen in unsere kleine Wohnung schleppt, aber man muss ja fair bleiben - ich hab hier auch viel zu viele Bücher und kann da schlecht meckern.


Mindy Kaling, "Is everyone hanging out without me?":
Für meinen besten Freund gab es ein autobiographisches Buch der US-Schauspielerin Mindy Kalen ("The Mindy Project"). Ich selbst kenne sie nicht und es war ein expliziter Wunsch von ihm. Deshalb kann ich zu dem Buch eigentlich gar nichts weiter sagen. 







Kennt ihr was davon oder wäre da was für euch dabei?

Sonntag, 1. Januar 2017

Rezension: "Soja-Steak an Vollmondwasser. Das Handbuch der überschätzten Lebensmittel" von Markus Barth

Daten zum Buch:
erschienen am: 29. September 2016
Verlag: Lappan
ISBN: 9783830334415
124 Seiten
Preis: 9,99 € (HC)
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Zum Inhalt:
Was ist nochmal der Unterschied zwischen Chia-Samen und Chai Latte? Kann man Granatäpfel pulen, ohne danach die Küche renovieren zu müssen? Gibt es Menschen, die Eisbergsalat am Geschmack erkennen? Und ist Drachenfrucht im Grunde nicht einfach Kiwi im Fummel?

Markus Barth knöpft sich mal die Trend-Lebensmittel vor, um die in letzter Zeit ein ungeheures Bohei gemacht wird: Ein köstliches Vergnügen für alle - vom Schnitzelfreund bis zur strengen Frutarierin.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Markus Barth ist Autor und Headwriter für Fernsehshows wie "Ladykracher" oder "Die Wochenshow" und tritt selbst als Stand Up-Comedian auf. In seinem neuen Buch macht er sich über den total übertriebenen Hype um diverse Lebensmittel lustig.

Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt: "Gesund! Vegan! Geschmacksneutral! Trendfood", "Besonders schlechte Ideen der Lebensmittelindustrie", "Auch Mutter Natur hat mal 'nen schlechten Tag" und "Leck mich am Arsch, sind wir kultiviert!". Seine Auswahl der Nahrungsmittel scheint dennoch recht willkürlich zu sein, und die jeweiligen Kapitelüberschriften sind im Endeffekt austauschbar. Von daher ist es eher ein Sammelsurium ohne wirklichen Sinn, dem ein roter Faden oder eine bestimmte Richtung fehlt.

Der Untertitel ist sowieso etwas irreführend. Es geht nicht nur um überschätztes Trend- oder Superfood. Hier wird einfach alles querbeet beschimpft und schlecht gemacht. Ich dachte erst, man könnte es z. B. diesen ewigen Öko-Bio-Faschisten in die Hand drücken und sagen: "Da, schau hin, dein Chia-Samen-Grünkohl-Smoothie ist für die Tonne." Aber es werden auch Sachen beschimpft, die wirklich ganz offensichtlich ungesund sind (z. B. Mars-Riegel, Maggi Fix, Schokopudding). Manche Lebensmittel wiederum werden zu Unrecht verunglimpft. Ich denke bzw. weiß, dass manche Sachen durchaus besser schmecken oder gesünder sind, als hier behauptet wird. Selbst das Grundnahrungsmittel Wasser wird gemobbt. Hier ist wirklich nichts Ess- oder Trinkbares vor Barth sicher!

Man lernt immerhin auch so manches über diverse Lebensmittel. So wusste ich z. B. nicht, dass die teuer verkauften Goji-Beeren auch in Deutschland wild wachsen. Aber es war schade, dass die meisten interessanten Fakten nicht weiter ausgeführt wurden.

Die wenigen s/w-Fotos im Buch waren nicht unbedingt nötig, da (fast) nur Lebensmittel gezeigt wurden, deren Aussehen den meisten Leuten eher geläufig sein dürfte. Ich weiß, wie Reiswaffeln, Physalis oder Ingwer aussehen. Mich hätte da eher interessant, wie man sich Tempeh oder Surimi vorstellen muss.

Bei aller Kritik: Der Humor an sich ist schon klasse. Das ist ein Feuerwerk an Wortwitzen, und die Beleidigungen sind sehr kreativ und einfallsreich. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Nahrungsmittel direkt angesprochen werden, was doch etwas kurios wirkt. Lustig zu lesen, aber leider so überspitzt, dass es mit der Zeit nichts Neues mehr ist und zu gewollt wirkt.

Ich glaube, das Buch würde zumindest bei mir als Hörbuch besser rüberkommen. Ich habe mir immer vorgestellt, wie sich jemand immer mehr in Rage brüllt. Richtig vorgetragen ist es bestimmt amüsant, aber wenn man es selbst liest, wird es irgendwann anstrengend.

Alles in allem hatte ich mir bei Titel und Klappentext etwas Anderes vorgestellt. Das Buch ist durchaus unterhaltsam, aber wirkt etwas kopf- und zusammenhanglos geschrieben. Nette Unterhaltung für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger.

3 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an den Lappan-Verlag für dieses Rezensionsexemplar und Markus Barth für die intensive Betreuung der Leserunde!