Dienstag, 28. Februar 2017

Rezension: "GötterFunke - Liebe mich nicht" von Marah Woolf

Daten zum Buch:
erschienen am: 20. Februar 2017
Verlag: Dressler
ISBN: 9783791500294
464 Seiten
Preis: 18,99 (HC)
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Zum Inhalt:
Als Jess mit ihrer besten Freundin Robyn ins Sommercamp fährt, freut sie sich auf sechs Wochen Entspannung und Abenteuer. Doch dann hat sie auf der Fahrt einen sonderbaren Traum, der sich beängstigend real anfühlt.

Als sie dann im Camp auf Cayden trifft, ist es um sie geschehen: Dieser atemberaubend gutaussehende Typ ist der Junge aus ihrem Traum! Sofort ist Jess von ihm fasziniert, und auch Cayden findet Gefallen an Jess. Doch er scheint mit ihr ein Spiel zu spielen: Erst sucht er ihre Nähe, dann stößt er sie von sich und flirtet mit Robyn.

Was Jess nicht weiß: Cayden heißt eigentlich Prometheus und ist ein unsterblicher Gott. Alle 100 Jahre kehrt er auf die Erde zurück, um eine Wette mit Zeus einzugehen: Wenn er es schafft, dass ein von den Göttern auserwähltes Mädchen ihm widersteht, darf er endlich ein Mensch sein.

Meine Meinung:
"GötterFunke" ist das erste Buch von Marah Woolf, das ich gelesen habe. Ich habe schon viel Gutes von dieser Autorin gehört, und da in dieser Geschichte die griechische Mythologie eine große Rolle spielt, wollte ich sie unbedingt lesen.

Zuerst fange ich mit meinen Kritikpunkten an:

Jess war mir sehr sympathisch, aber sie ist leider der totale Stereotyp. Das sehr intelligente, sportliche Mädchen, Marke "Kumpel-Typ", das sein Licht total unter den Scheffel stellt und denkt, es sei für Jungs unsichtbar. Aber eigentlich ist sie superhübsch, so dass sich die tollsten Hechte in sie vergucken, obwohl sie doch nie auf ihr Äußeres achtet. Ja, na ja... es gibt Einfallsreicheres.

Cayden ist einfach nur perfekt, zumindest rein optisch. Er sieht so toll aus, dass ihm die Mädchen wortwörtlich am Hals kleben. Nun ja, er ist ein Gott, und das entschuldigt seine atemberaubende Wirkung auf Mädchen.

Aber auch alle anderen Figuren - und zwar nicht nur die göttlichen - sind mit einem perfekten Äußeren gesegnet. Jess' bester Freund Josh ist ein Frauenmagnet und steht den Göttern diesbezüglich in nichts nach. Jess' beste Freundin Robyn ist ebenfalls der Typ Topmodel. Und hey, sie können alle fechten! Manchmal hätte ich mir neben den sowieso (optisch) perfekten Göttern ein paar Normalos gewünscht.

Auch Jess' endlose Schwärmerei für Cayden fand ich nach über 100 Seiten langsam etwas anstrengend. Die ganze Zeit wird betont, wie wunderschön und gut gebaut Cayden ist. Jetzt mal abgesehen davon, dass mich diese Oberflächlichkeit zusehends nervte, trug es irgendwann auch nichts mehr zur Handlung bei.

Aber hier muss ich natürlich auch berücksichtigen, dass sich das Buch vor allem an Teenager richtet. Und ich kann mir vorstellen, dass jüngere Leserinnen zusammen mit Jess über 400 Seiten seufzen und schmachten können. Und Jess ist ja durchaus selbstkritisch und merkt selbst, dass sie total von der Rolle ist. Ich denke nur, man hätte sich ein paar "Oh Cayden, küss mich und reiß mir die Klamotten vom Leib!"-Szenen sparen können. Und auch das ewige Hin und Her hat ein bisschen genervt, wenn Jess mal wieder der Meinung war, dass Cayden ja gar nichts von ihr will, während er sie ständig schmachtend anblickt, eifersüchtig auf jeden ist und sofort wie aus dem Nichts als großer Beschützer auftaucht, sobald Jess auch nur niesen muss.

Aber kommen wir zu den Dingen, die mir an diesem Buch sehr gut gefallen haben:

Ich mag den Schreibstil sehr, er ist lebendig und jugendgerecht und lässt sich flüssig lesen. Der Plot ist gut durchdacht. Wir haben auf der einen Seite typische Teenager-Themen wie Freundschaft, Schwärmerei, Probleme mit den Eltern. Und parallel dazu gibt es die mythische Welt mit ihren Göttern und anderen Kreaturen

Mir hat es gut gefallen, wie Marah Woolf sich mit der griechischen Mythologie auseinandersetzt und diese in die Handlung einbezieht, Vergangenheit mit Gegenwart verwebt. Die Götter und Mythen spielen eine große Rolle in diesem Buch, und man merkt richtig die Begeisterung und Faszination für die griechischen Götter. Es wird vieles erklärt, so dass auch Nicht-Kenner der griechischen Mythologie alles verstehen.

Toll fand ich, dass Jess sich so sehr für die Antike interessiert. Das muss natürlich so sein, da es für die Geschichte stimmiger ist, wenn sie z. B. einen Altgriechischkurs mit Cayden, Apollo und Athene besucht und sich mit den Mythen etwas auskennt, um Zusammenhänge schneller zu verstehen. Aber ein echtes Interesse an der Antike ist doch eher selten bei einer jugendlichen Protagonistin, und da ich selbst Klassische Archäologin bin, finde ich es klasse, dass Jess eine nicht alltägliche Leidenschaft hat.

Es war von Anfang an klar, dass es sich hier um den Auftakt einer Reihe handelt, so dass es nicht überrascht, dass das Ende offen ist. Wir haben es zum Glück nicht mit einem bösen Cliffhanger zu tun, aber die Geschichte zwischen Jess, Cayden und den Göttern ist noch nichtmal ansatzweise fertig erzählt, und man bleibt etwas unbefriedigt zurück, wenn man nach über 440 Seiten das Buch schließt. Im Anhang findet sich noch eine Leseprobe aus dem zweiten Band "GötterFunke - Hasse mich nicht" (erscheint voraussichtlich im September), die neugierig macht und grob zeigt, in welche Richtung es weitergeht.

Ich habe trotz meiner Kritikpunkte das Buch sehr gerne gelesen und fand die Handlung auch - abgesehen von den endlosen Schwärmereien - spannend und unterhaltsam. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und freue mich schon darauf, die Fortsetzung zu lesen.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an vorablesen.de für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 26. Februar 2017

Neue Rubrik: "Simos Cover"

Ich möchte eine neue Rubrik einführen, weil ich glaube, dass sie witzig werden könnte. Vor einiger Zeit habe ich meinem Freund Simo (Ja, ohne N. ;-)) ein Buch vor die Schnauze gehalten und gefragt, worum es sich hier handeln könnte. Seine Antwort war knapp daneben, aber lustig. Und deshalb darf er das ab sofort öfter mal machen, um uns alle hier zu unterhalten. :-D

Kurz zu Simo: Er ist 36, Ingenieur und liest fast ausschließlich Fachliteratur bzw. Magazine. Er mag auch Bücher, findet aber keine Zeit dafür, zumal er Lesen nicht gerade als Entspannung betrachtet. Er leidet sehr unter meiner Büchersucht, baut aber trotzdem ab und an ein Regal für mich, weil er keine andere Wahl hat, denn sonst fliegen die Bücher wirklich überall herum mich so sehr liebt.

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Also, es geht los mit folgendem Cover:

"Götterfunke - Liebe mich nicht" von Marah Woolf 


"Es geht um eine 30-, vielleicht auch 32-jährige Frau, die die Schnauze voll davon hat, dass ihr die Männer hinterherrennen, weil sie so schön ist. Die sucht jetzt einen Typen, der sie trotz ihres Aussehens wegen ihrer inneren Werte liebt. Sie ist natürlich so gottgleich und intelligent, dass niemand für sie gut genug ist..."

"Und, war ich nah dran?" - "Absolut daneben."

Worum es in dem Buch wirklich geht:

"Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?" 
 
Na, wie fandet ihr Simos Interpretation? Würdet ihr auch ein Buch lesen, das den von Simo vorgeschlagenen Inhalt hat? :-D

Sonntag, 19. Februar 2017

Neuzugänge

Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber jetzt haben sich doch tatsächlich wieder klammheimlich ein paar neue Bücher in meine Wohnung geschlichten. Aber was soll ich machen? Ich bin ja gastfreundlich, und so dürfen sie natürlich bleiben!

Rezensionsexemplare


- Marah Woolf, "Götterfunke - Liebe mich nicht": In diesem Jugendbuch verliebt sich ein junges Mädchen in einen Jungen, der eigentlich eine antike Mythengestalt ist. Die griechische Götterwelt mischt hier kräftig mit. Und da ich die alten Griechen ja ganz toll finde und von Marah Woolf nur Gutes gehört habe, habe ich mir das Buch bei "Vorablesen" als Wunschbuch geholt.

- Petra Ramsauer, "Siegen heißt, den Tag überleben. Nahaufnahmen aus Syrien": Ein leider sehr aktuelles und schwieriges Thema, das der K&S-Verlag hier aufarbeitet. Alleine das Cover zeigt schon, in welche Richtung das Buch geht. Keine leichte Lektüre, die man mal eben abends im Bett wegschmökert. Ich lese es gerade im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks.


Ertauscht


- Mehrnousch Zaeri-Esfahani, "33 Bogen und ein Teehaus": Dieses feine Buch über eine Kindheit im Iran der 1970er Jahre und eine Flucht nach Deutschland habe ich spontan beim Stöbern auf Tauschtickt für 2 Tickets ertauscht.

- Niki Glattauer, "Best of Schule. Zum Weinen lustig, zu Lachen traurig": Von Glattauer habe ich bereits "Mitteilungsheft: Leider hat Lukas..." gelesen und fand das ganz nett. Dieses Buch über das österreichische Schulsystem habe ich auch spontan für 2 Tickets ertauscht.


Gekauft


- Hanna Dietz, "Wie Buddha in der Sonne": Ein misslungener Urlaub, das hört sich doch ganz nach leichter Lektüre für den Strand an. Nicht, dass ich dieses Jahr mal an den Strand fahren würde, aber es ist immer gut, ein Strandbuch zu haben, wenn's dann doch so weit ist. ;-) 

- Anna McPartlin, "Die letzten Tage von Rabbit Hayes": Der Klappentext hat mich schon lange überzeugt, umso mehr habe ich mich gefreut, als ich es bei Hugendubel als ME für 2,99 € gesehen habe.

- Jonas Jonasson, "Die Analphabetin, die rechnen konnte": Dieses Buch habe ich schon länger auf meiner Wunschliste, obwohl ich nicht weiß, ob mir Jonas Jonasson als Autor so zusagt. Gekauft im Oxfam-Shop für 4,50 €. 

- Susan Juby, "Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen": Dieses Jugendbuch steht auch schon länger auf meiner Wunschliste, deshalb habe ich es auch im Oxfam-Shop für 3,50 € mitgenommen. Obwohl ich es generell ja bedenklich finde, wenn Leseexemplare verkauft werden, aber da es sich um einen Wohltätigkeitsladen handelt, sehe ich das nicht so eng.

- Dr. Marco Moor, "Lesen Sie mich durch, ich bin Arzt!": Den Titel fand ich schon recht witzig, und ich mag Erzählungen dieser Art. Ebenfalls im Oxfam-Shop für 1,50 € mitgenommen.

- Nicki Schirm, "Der Doktor und 'ne Menge Vieh": Und noch ein Arzt, diesmal ein Tierarzt vom Lande. Der hat bestimmt auch vieles zu erzählen. ;-) Dieses Buch habe ich im 1-Euro-Shop gefunden.

- Günter Huth, "Der Todeswind der blauen Zipfel oder Die missliche Wahl der Miss Grafeneckart": Dieses Buch ist von einem fränkischen Autor, der hier eine Satire über das Rathaus Würzburg abliefert. Und wer arbeitet im Rathaus Würzburg und findet sowas deshalb witzig? Ich. :-) Der Grafeneckart ist übrigens der historische Turm des Rathauses. 


Sodele, das war's mal wieder für heute. Kennt ihr was davon bzw. würde euch auch etwas davon interessieren?

Sonntag, 12. Februar 2017

Erfahrungsbericht: Buch-Upcycling

Letzten Mittwoch habe ich einen Kurs an unserer Stadtbücherei belegt. Thema war "Buch-Upcycling: Kunstobjekte, Dekoration, Alltagsgegenstände aus Büchern gebastelt, gefaltet und geklebt".

Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist, dass ich mich für sowas überhaupt angemeldet hatte, denn ich habe zwei linke Hände. Basteln, falten, kleben - es gibt nichts, was ich auch nur ansatzweise könnte! Ich bin quasi ein Bastel-Invalide, ein Falt-Aschenblödel, ein Klebe-Trottel.

Die (potentiellen) Todeskandidaten - Oh Gott, es tut mir sooooo leid!!! *heul*

Geleitet wurde der Kurs von einer regionalen Künstlerin, die in Würzburg eine mir bis dato unbekannte Werkstatt hat, in der sie Möbel und andere Kunstwerke aus Holz oder eben Papier herstellt. (Memo an mich: Demnächst mal die Werkstatt aufsuchen und Kunstwerke bestaunen.)

Es kamen 15 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer, es war also eine große Runde. Wir unterhielten uns erstmal allgemein über das Zerstören von Büchern *fieep* und was man so aus Papier alles machen könnte. Wir sollten uns aus dem Haufen ausgemusterter Bibliotheksbücher ein Buch aussuchen, das wir gerne retten wollten, und eines, das man gerne zerschneiden kann. Wie die meisten, entschied ich mich als schützenswertes Objekt für einen schönen Bildband.
Englischer Roman und Manga mussten dran glauben,
der darunter liegende Fotoband wurde von mir gerettet.

Die Kursleiterin teilte uns dann in drei Gruppen ein: Mütze, Schmuck, Lampenschirm. Ich bin in die Gruppe, die Schmuck basteln sollte. Und hier war dann auch der Knackpunkt, weshalb mir der Kurs nicht sooo sehr gefallen hat: Wir bekamen keine Anleitung und sollten einfach auf gut blöd selbst losbasteln. Hier teilte sich die Spreu vom Weizen. Während einige sofort loslegten und vor Kreativität nur so sprühten, saßen andere recht planlos da und machten Verlegenheitsbasteleien, die ein bisschen an eine Bastelrunde im Kindergarten erinnerte, oder gleich gar nix. Ratet mal, zu welcher Kategorie ich gehörte? (Siehe oben, unter 2.)

Letztendlich verbrachte ich die Zeit dann damit, mit einer einfachen Falttechnik ein Buch durchzufalten. Das sah dann auch ganz schön aus. Man kann die gefalteten Bücher z. B. als Zettelhalter nehmen. Oder eben einfach als Deko.

Später stellten dann die verschiedenen Gruppen ihre Ergebnisse vor. Es gab ganz hübsche Sachen, von denen aber das meiste eher in die Kategorie "rudimentäre, unpraktische Pseudo-Kunst" fiel. Ich glaube, ich war nicht die Einzige, die etwas enttäuscht war, dass wir ohne Anleitung kopflos herumbasteln sollten und letztendlich nicht wirklich was Schönes zum Mitnehmen herauskam.

So sieht Kreativität aus!

Alles in Allem war der Workshop ganz ok. Es war ganz lustig und auch nett, mit anderen Bücherfreunden zusammenzusitzen und sich zu überwinden, Bücher zu zerstören. Ich hätte aber gerne eine Anleitung gehabt und etwas Neues gelernt, mit dem ich was richtig Schönes basteln könnte. Ich bin halt leider jemand, dem man klipp und klar sagen muss, dass er das so und so machen muss. Von alleine krieg ich da nix Vorzeigbares gezaubert.

Die Kursleiterin meinte zum Schluss, dass das nicht so gedacht war, sondern in uns einfach die Kreativität geweckt werden sollte. Bei einigen ist ihr das auch gelungen, glaube ich. Aber ich persönlich habe leider nicht wirklich etwas Nützliches gelernt, außer eben die Falttechnik, die aber so simpel ist, dass ich sie mir auch schnell per Internet/Buch hätte aneignen können. 

Links habe ich vorher den Einband entfernt, rechts habe ich das Buch einfach
aufgeklappt. Ich finde die rechte Variante schicker und praktischer, da sie flach
aufliegt. Und jahaaa, das ist nicht akkurat gefaltet, aber ich sag ja, ich bin ein
Falt-Aschenblödel, und ich finde es eigentlich auch hübsch so.

Habt ihr schonmal Buch-Upcycling gemacht? Oder würde euch so ein Kurs (in dieser Form oder mit Anleitung) interessieren?