Sonntag, 21. Januar 2018

Buch-Zitat des Tages

aus: "Schneeflockenwünsche" von Nicole Beisel (S. 75f.)
 
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Es spielte keine Rolle, wo sie war, was sie tat oder mit wem sie sich unterhielt. Mit ihren Gedanken war sie ständig bei Sam Miller. Noch immer sah sie sein Gesicht klar vor sich. Seine tiefblauen Augen, die tatsächlich so tiefblau waren wie auf dem Bild, das im Internet zu sehen war, ließen sie nicht mehr los; weder bei Tag noch in der Nacht. Dieser Mann verfolgte sie in ihren Träumen, nur damit sie ihn wiederum verfolgte.

In ihren nächtlichen Fantasien lief sie ihm mit ausgestreckter Hand hinterher, doch sie bekam ihn nie zu fassen. Immer wieder drehte er sich um und lächelte sie an, doch dann schaute er wieder nach vorne und lief einfach weiter, ohne auch nur ein einziges Mal anzuhalten. Völlig außer Atem blieb Amy im Traum stehen und ließ ihn ziehen, bis er ganz verschwand.

Sie wusste, was diese Träume zu bedeuten hatten. Sie lief einem Idol hinterher; einem Menschen, der nicht für sie bestimmt war. Einem Mann, der zwar sehr nett zu ihr war, aber dennoch einen gewissen Abstand zu ihr hielt, wie es für berühmte Personen eben üblich war. Sie ärgerte sich darüber, dass sie tatsächlich in eine dumme Schwärmerei verfallen war. Als Jugendliche waren diese tollen Gefühle ja noch schön gewesen, doch nun, da sie nicht mehr ganz so jung war und die Sehnsucht nach einem richtigen Partner an ihrer Seite stetig wuchs, fand sie die Last der rosaroten Brille nicht mehr so lustig. Amy blieb nur die Hoffnung, dass sie die nächsten Treffen mit diesem Autor gut über die Bühne brachte und ihn nach Weihnachten schnellstmöglich wieder vergaß. Und sie war sich sicher, dass ihr das gelingen würde. Es müsste nur genügend Zeit vergehen, und zwar zügig. 
 
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